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 Der Innenhof

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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Mo Jul 10, 2017 10:24 pm

"Nein, nein. Ich mache die Schreibübungen. Es ist besser als einfach nur im Bett zu liegen und die Decke anzustarren.", meinte Gorjon und in seinem Kopf klang dies durchaus wie ernstes Interesse an den Übungen, auch wenn es so plump daher gesagt war. Er grinste diebisch als sie bei seinem Kuss errötete, mit rosigen Wangen sah sie noch eine Spur hübscher aus, was eigentlich kaum vorstellbar war. "Bis später...", konnte er noch brummen, da war sie auch schon weg und Gorjon war allein mit seiner Langeweile und viel zu viel Faxen zum aufzeichnen.
Letztendlich beschäftigte er sich mit einer Mischung aus Zeichnen und Schreiben. Sein Gekritzel kam ohne Sinn oder eine bestimmte Ordnung und irgendwann bemerkte er das er gutes Pergament verschwendete und griff somit kurzerhand zu dem Holztablett, mit dem man ihm sein Mittagessen gebracht hatte. Er drehte es um, nachdem er das Geschirr abgestellt hatte und begann auf die große Fläche an der Rückseite zu malen, wieder wurden es Bergwerksgegenstände und daneben schrieb er ihre Namen und kurze Erklärungen bis es immer komplizierter wurde und er wieder bei Türmen und Schmelzöfen angelangte. Er hatte gar nicht bemerkt wie die Zeit nun verflogen war und erst als eine Magd anklopfte und fragte ob er gerne Lachs zum Abendessen hätte wurde er sich wieder der Umgebung bewusst. Er nickte nur, womit die Frau sich eilig zurückzog, offenbar wollte hier wirklich Niemand außer Kalya etwas mit ihm zu tun haben.
Bei dem Gedanken an sie nahm er das Tablett wieder hoch und begann auf die Vorderseite nun ihr Gesicht zu kritzeln. Er tat es aus purer Erinnerung heraus, aber es wurde doch erstaunlich gut. Kein Detail ließ er aus, bis auf die kleine Macke, die noch immer als Resultat seiner saftigen Ohrfeige an einer Wange prangte. Bald würde sie gänzlich verschwunden sein, aber bis dahin mochte er auch nicht mal daran denken. Er zeichnete einfach weiter.
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Kalya Rikke

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Mo Jul 10, 2017 11:31 pm

Ich verbrachte einige Stunden bei Raksha und baute unser gegenseitiges Vertrauen weiter auf, bis ich schließlich nach drinnen musste, um mich um die Angelegenheiten des Hauses Wells zu kümmern. Es kostete mich weitere Stunden, bis ich alles erledigt hatte, und vollkommen erledigt und ausgelaugt kam ich dann aus einem Gespräch mit dem obersten Wachmann, dem Maester, einem Verwalter und einem Handelsvertreter. Ich merkte mal wieder, wie viel mein Vater damit leistete, dass er die Angelegenheiten so händelte wie er es eben tat, und kurz war ich versucht, gleich ins Bett zu gehen, statt noch bei Gorjon vorbeizuschauen.
Mein Körper nahm mir die Entscheidung ab und ich fiel nach einem kargen Abendessen in das Bett im Gästezimmer, wo ich nur wenige Minuten später eingeschlafen war. Meiner Erschöpfung sei Dank schlief ich die ganze Nacht ohne zu träumen, und konnte am nächsten Morgen gut erholt und voll frischer Energie erwachen. Mein erster Weg führte mich wie immer in die Küche, wo ich den Mägden beim bereiten des Frühstücks half, dann in die Ställe und zu den Zwingern, doch hier war die Arbeit bereits erledigt.
Mit einem Tablett für das Frühstück stieg ich schließlich die Stufen bis zu meinem Zimmer hinauf und trat ein ohne zu klopfen, da ich keine Hand mehr frei hatte. Auf dem Tablett befanden sich ein Teller mit warmen Apfelküchlein, ein Kräutertee vom Maester, der Gorjon stärken und die Heilung der Wunde beschleunigen sollte, sowie geräucherter Speck, würziger Käse, warmes Brot und etwas grobe Wurst und Obst. Leise trat ich ans Bett und stellte das Tablett auf dem Tisch daneben ab, schloss dann so leise wie möglich die Tür und setzte mich ganz vorsichtig auf die Truhe am Fußende, um ihn nicht zu wecken, obwohl ich nicht einmal sehen konnte, ob er noch schlief oder schon wach war.

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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Mo Jul 17, 2017 1:23 pm

Irgendwann musste Gorjon mit seinen Kritzeleien doch aufhören, als die Müdigkeit zu groß wurde. Er schaffte es gerade noch alle Utensilien aus dem Bett zu schaffen und auf dem Nachttisch zu platzieren, bevor ihm auch schon das erste Mal ungewollt die Augen zu fielen. Mühselig schleppte er sich in eine bessere Position, dann war er auch sehr schnell eingeschlafen. Sein Bein störte ihn dabei kaum, aber es mochte auch an der vorzüglichen Ablenkung und der großen Erschöpfung gelegen haben.
Am nächsten Morgen jedenfalls quälte ihn das Bein sehr, er erwachte stöhnend und unter Schmerzen, rieb sich dabei verschlafen die Augen und zuckte kurz als da eine Gestalt auf der Truhe am Fußende saß. Schnell jedoch erkannte er die Person, während er sich den Schlaf aus den Augen rieb. "Guten Morgen...", brummte er laut und ein wenig knurrig, es war nicht Kalya gewesen die ihn geweckt hatte. Doch er wollte jetzt nicht zeigen das sein Bein ihn plagte, er hielt sich mit Schmerzlauten zurück und entdeckte stattdessen endlich das reichhaltige Frühstück neben ihm. Sofort leuchteten seine Augen und er sah sie mit breitem Lächeln an. "Für mich?", fragte er nach und ohne auf eine Antwort zu warten machte sich Gorjon auch schon über das Frühstück her.
Wie köstlich es war ließ sich leicht an der Art wie er aß erkennen. Manieren gab es kaum, dafür aber jede Menge Lust und Freude an dem Essen, was wohl die ehrlichste Form von Kompliment war die der Nordmann geben konnte. "Wenn du mich weiter so bewirtest wirst du mich nicht mehr los.", stellte er lachend fest, kurz bevor er in einen Apfel biss. Erst als der gröbste Hunger gestillt war legte er den Kopf schief um sie zu mustern. "Wie gehts dir? Und was machen die Hunde?", wollte er wissen und setzte sich dabei etwas mehr auf, wobei er kurz ungewollt das Gesicht verzog, wegen dem Bein. Er riss sich aber sofort zusammen und aß langsam weiter. Derweil hatte er ganz vergessen das da nun ein Porträt von Kalya auf dem Nachttisch lag und sie wohl gut sehen konnte was er so Alles gezeichnet hatte.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Mi Jul 19, 2017 1:14 am

Ich blieb eine Weile still auf der Truhe sitzen und musterte Gorjon. Mein Herz spielte verrückt, während ich ihn so friedlich schlafend sah. Einerseits empfand ich ja wirklich viel für ihn, trotz allem was passiert war. Andererseits hatte ich keine Ahnung, was seine Absichten waren. Er hatte nie von Heirat oder etwas Längerfristigem gesprochen oder auch nur etwas in diese Richtung angedeutet, und eine kurzweilige Liebelei konnte ich mir nicht leisten, wenn ich mir die Chancen auf eine gute Heirat später nicht verbauen wollte. So weh es mir auch tun würde, ihn gehen zu lassen oder eher von mir wegzustoßen, aber was hatte ich für eine Wahl? Ich konnte nicht wegen ein bisschen - ok ein bisschen viel - Herzklopfen meine Zukunft sowie die Zukunft meines Hauses aufs Spiel setzen, nur um ein bisschen Spaß zu haben. Schlimm genug, dass ich mich in meinen Entführer verliebt hatte, noch einen Skandal konnte ich mir wirklich nicht leisten.
Sein Schmerz riss mich aus meinen düsteren Gedanken und ich war froh, als er schließlich erwachte und das Frühstück ihn offensichtlich von den Schmerzen ablenkte. Ebenso war ich froh, dass der Maester dem Tee einige Kräuter gegen die Schmerzen beigemischt hatte. Ich wusste zwar, dass Gorjon das nicht wollte, aber ich konnte einfach nicht mehr zusehen, wie er litt. Ja, für dich... Der Maester meinte, dein Körper brauche die Energie um zu heilen... murmelte ich und ging dann zum Fenster hinüber, um die schweren Vorhänge beiseite zu ziehen, die Kälte und Licht abgehalten hatten.
Die Hunde sind genauso wie eh und je... schrecklich laut und schrecklich aggressiv, wenns ums Fressen geht... Und mir geht's eigentlich besser als verdient, denke ich... mit einem kleinen Lächeln ging ich zu ihm und ließ mich an seinem Bett nieder, sodass ich ihn jedoch nicht behinderte oder ihm Schmerzen bereitete.
Mein Blick wanderte von ihm zum Nachttisch und verharrte verwundert auf dem Bild. Es dauerte etwas, bis ich das mehr als vertraute Portrait zuordnen konnte. Er hatte mich gezeichnet. Der Grund dafür schien klar zu sein, doch ich konnte ihn einfach nicht benennen. Er schien in den dunklen Ecken meines Gedächtnisses zu lauern, aber greifen konnte ich ihn nicht. Daher starrte ich das Bild nur ziemlich lange an, ohne etwas zu sagen, während meine Wangen sich langsam röteten.

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Mi Jul 19, 2017 1:49 pm

Da Kalya die Kräuter gegen die Schmerzen mit keinem Wort erwähnte trank Gorjon reichlich von dem Tee, sodass die lindernde Wirkung sicherlich bald einsetzen würde. Er bemerkte nicht das ihm solche Mittel verabreicht wurden, sodass er sich einfach nur über das Frühstück freute, ebenso über das Licht das nun in den Raum gelassen wurde. "Dann habt ihr einen blitzgescheiten Maester hier. Unserer ist leider eine Pfeife, also weiß ich wie wichtig das ist.", brummte er gut gelaunt, wonach er den Tee vollständig leer trank. Zufrieden wischte er sich über den Bart und hörte ihr dann zu, als sie über die Hunde sprach.
Sofort verzog sich das Gesicht des Nordmanns und er schüttelte den Kopf. "Warum sollte es dir denn nicht gut gehen?", fragte er brummend und strich ihr dann wieder über den Rücken. "Es ist gut wenn die Hunde so laut und aggressiv sind. Das heißt das sie stark sind und euch beschützen können. Vielleicht solltet ihr sie noch wilder machen.", hatte er wieder seine ganz eigene Meinung zu den Hunden, während er sanft über sie strich und dann seine Finger in ihren Haaren verdrehte.
Somit bemerkte Gorjon erst sehr spät das die Lady seine Zeichnung entdeckt hatte. Doch das sie so rot wurde hatte sicherlich nicht mit seinen Fingern in ihren Haaren zu tun und er folgte ihrem Blick auf das beschnitzte Tablett. "Ich hab dich gezeichnet.", sprach er das Offensichtliche aus und griff sich dann das Holz, um es ihr zu reichen. Sie hatte es schon gesehen, da brachte es nichts mehr es zu verheimlichen und sie konnte es nun ruhig genauer betrachten. Ein wenig verlegen war Gorjon schon, aber das zeigte er nicht, er wirkte eher stolz auf sein Werk. Der Zweitgeborene hatte schon viele Dinge getan um hübsche Frauen zu beeindrucken, aber eine Zeichnung hatte nie dazu gezählt und es war auch nicht seine ursprüngliche Intention gewesen, aber wo sie es nun doch gesehen hatte konnte es nicht schaden ein paar Pluspunkte zu sammeln.
"Ist gut geworden, finde ich. Fast so hübsch wie du.", meinte er dann und hielt es neben sie, um den direkten Vergleich zum Original zu haben. Einige Details stimmten nicht ganz, jedoch lag es mehr an seinen groben Wurstfingern als an mangelnder Erinnerung. "Jetzt sag doch was.", forderte er dann, als er es ihr wieder reichte.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Mi Jul 19, 2017 3:23 pm

Ich biss mir auf die Lippe und seufzte leise Ich bezweifle, dass sie noch wilder sein sollten... sie sind so schon kaum zu bändigen, wenn nicht mein Vater hier ist... auf ihn hören sie sofort, aber auf sonst kaum jemanden... murmelte ich und schüttelte dann de Kopf Deshalb bin ich doch recht froh, dass Raksha anders sein wird... Klar wird sie auch ein Kampfhund... aber sie wird weniger aggressiv, hoffe ich zumindest...
Langsam breitete sich eine Gänsehaut auf meinem Körper aus, als er mich so streichelte, und ich schüttelte dann leicht den Kopf, nahm dann das Holzstück entgegen. Vorsichtig strich ich über die eingeritzten Linien und seufzte leise Ich... das ist wirklich gut geworden... Aber... ich verstehe nicht, warum... ich meine, warum du mich gezeichnet hast... murmelte ich unsicher und blinzelte dann, als er das Bild neben mein Gesicht hielt. Langsam nahm ich es wieder entgegen und lächelte etwas. Es war wirklich süß und es rührte mich, dennoch verunsicherte es mich auch. Das machte es mir nicht unbedingt leichter, ihm zu sagen, dass das zwischen uns einfach nicht sein durfte.
Hör zu, Gorjon... Du weißt, dass du mir wirklich viel bedeutest... aber das zwischen uns... darf nicht sein... murmelte ich langsam und wich dann etwas zurück, um seiner Berührung auszuweichen. Es verwirrte mich nur, und ich musste klar bleiben. Das ganze... hat doch keine Zukunft... Ich meine, für dich ist es kein Problem, mit lauter Frauen zu schlafen... aber... ich kann mir das nicht leisten... ich kann mir keine Liebelei leisten, weil mir das alles ruinieren kann... meine Familie... will eine Heirat für mich, die ihnen Schutz für die Familie garantieren kann... und eine flüchtige Affaire... würde das alles verhindern...
Ich merkte, wie mir Tränen in die Augen stiegen, und ich stand langsam auf und ging ans Fenster hinüber, damit er eben diese Tränen nicht sah. Ich wollte nicht, dass er meine Schwäche so sah, oder das er sah, wie sehr es mir wehtat, ihn so wegzustoßen. Ich wollte ihn in meinem Leben haben, wollte weiterhin neben ihm sitzen, seine Berührungen spüren, seine Stimme hören. Und doch konnte ich das alles einfach nicht zulassen.

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Mi Jul 19, 2017 6:44 pm

"Aber Kampfhunde müssen wild und aggressiv sein. Das ist doch Sinn und Zweck der Sache.", fand Gorjon, schüttelte dann aber den Kopf und ließ es gut sein. Kalya würde ihm ja doch nicht zustimmen, er wusste das sie solche Hunde nicht mochte und sogar fürchtete, daher konnte er schlecht erwarten sie umzustimmen. An seiner Meinung änderte dies natürlich rein gar nichts.
"Warum ich...?", hakte der Nordmann dann erstaunt nach und grunzte laut. Er musste selbst überlegen und sah sie verdutzt an, wirkliche Gedanken hatte er sich darüber bislang noch nicht gemacht. "Naja... ich wollte dich halt einfach zeichnen. Ich weiß auch nicht...", grummelte er dann und zuckte mit den Schultern. Gorjon musste nun selbst noch einmal einen Blick auf die Zeichnung werfen und er seufzte leise, wonach er zu ihr hinsah und bei ihren Worten weiteten sich seine Augen.
"Wir sind doch nicht einfach irgendeine Liebelei...", knurrte er kopfschüttelnd und gänzlich unschlüssig was er von dem Ganzen halten sollte. Er spürte Ablehnung und fühlte sich instinktiv gekränkt, aber da war noch viel mehr und es verwirrte ihn weiter. Ganz als wäre es ihre Schuld sah er Kalya auch wütend an, er legte das Bild ab und verschränkte trotzig die Arme als sie zum Fenster ging. "Jetzt komm wieder her und sieh mich an, wenn wir ernsthaft reden wollen...", konnte er jedoch nur eine plumpe Aufforderung heraus bringen, während ihm ein Kloß in der Kehle groß wurde.
Gorjon war jedoch viel zu ungeduldig um wirklich zu warten bis sie wieder zu ihm kam. "Ich will eine Zukunft für uns!", platzte doch nur wieder der erstbeste Gedanke aus ihm heraus, ohne darüber nachzudenken was er da von sich gab. Das er Kalya nicht einfach nur mochte hatte er schon gespürt, was aber wirklich los war wusste er nicht. "Sag mir... was willst du?", forderte er also einfach, ohne zu wissen worauf es hinaus laufen sollte. Er sprach einfach nur laut heraus was ihm in den Sinn kam, die Lautstärke sollte den Fakt, dass er gerade keine Ahnung hatte was er tat, übertönen.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Mi Jul 19, 2017 7:23 pm

Ich presste die Lippen zusammen und schüttelte den Kopf Sie müssen vor allem gehorchen. Sie müssen nicht unbedingt aggressiv sein, wenn keine Gefahr herrscht... murmelte ich trotzig und sah kurz zu ihm. Die Hoffnung in mir bäumte sich auf, als er diese heißersehnten Worte sprach, dass wir mehr seien als eine Liebelei, doch mein Verstand rebellierte dagegen, das zu glauben.
Und was sind wir dann, wenn keine Liebelei? Wir kennen uns jetzt gerade mal seit ein paar Wochen, und die Hälfte davon haben wir uns gehasst. Was also sind wir deiner Meinung nach, dass wir eine gemeinsame Zukunft hätten? Du wirst die Kahle Schanze nicht verlassen, nach dem, was du mir erzählt hast. Und ich kann meine Familie hier nicht allein lassen. Es gibt also keine Möglichkeit für eine gemeinsame Zukunft, mit der wir beide glücklich wären! Ich verstummte und schloss kurz die Augen, senkte dann den Blick
Ich kann nicht leugnen, dass ich nichts lieber hätte, als dich hier bei mir zu behalten... Aber es geht einfach nicht. Ich weiß nicht, wie mein Vater reagieren wird, wenn er erfährt, dass du hier bist. Ich werde hier auch nicht weggehen, solange meine Eltern so unsicher sind, was die Zukunft bringen wird. Genauso wie du nicht von der Kahlen Schanze wegkannst. Sie ist dein Zuhause, daher... gehörst du dorthin... Zu deinen Brüdern, deinen Eltern... deinen Männern... fuhr ich leiser fort, um zu vermeiden, dass er das Zittern in meiner Stimme bemerkte.
Ich wollte ihn nicht verlieren. Er gehörte mittlerweile so selbstverständlich in mein Leben wie die Seewind-Wacht oder meinen Vater. Ihn zu verlieren fühlte sich an, als würde ich einen Teil meiner Selbst verlieren, und es tat höllisch weh. Dennoch sah ich einfach keinen anderen Weg. Eine Heirat war schrecklich weit entfernt, und ich wusste nicht einmal, ob ich ihn überhaupt heiraten wollte. Gut, blöde Frage, klar wollte ich ihn bei mir haben, und ich würde ihn auch heiraten, wenn es dazu kommen sollte. Doch so wie es aussah, würde es nicht passieren. Er würde mich nicht um eben diese Sache bitten.

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 2:37 pm

Was die Erziehung der Hunde anging blieben sie also Beide stur. Gorjon knurrte nur trotzig, beließ es aber auch dabei. Ihre folgende Tirade konnte er jedoch nicht so einfach abschütteln. Kalya sprach viel Wahres aus und Gorjon musste wieder trocken schlucken als sie eine kurze Pause nahm. Er zögerte noch mit einer Antwort und ließ sie erst einmal ausreden, bevor er sich etwas nervös wieder in eine andere Position rutschte. "Irgendwann musst du deine Familie ja sowieso verlassen, wenn sie einen Gatten für dich gefunden haben.", ging er jedoch nicht auf ihre anfängliche Frage ein, was sie denn wirklich waren. Noch immer konnte Gorjon diese Frage nicht beantworten, also versuchte er es einfach zu übergehen, auch wenn dies eine denkbar schlechte Lösung war.
"Es stimmt schon. Die kahle Schanze ist meine Heimat und da will ich bleiben.", musste er aber brummend zugeben, woraufhin er das Tablett umdrehte, sodass die Zeichnungen zum Thema Bergbau zum Vorschein kamen. "Am Liebsten würde ich dich einfach mitnehmen... oder bleiben... naja... am Allerliebsten würde ich einfach unsere beiden Festungen nehmen und aneinander schieben, damit wir uns jeden Tag sehen können, egal was ist.", versuchte er auch eine Lösung zu präsentieren, auch wenn die dann äußerst kindlich ausfiel und natürlich unmöglich umzusetzen war.
"Wie dein Vater reagiert sehen wir ja bald. Vielleicht schmeißt er mich direkt raus, sehen wir dann.", brummte er direkt weiter, immer noch ziemlich laut und auch ein wenig wütend. Einfach so rausschmeißen lassen wollte er sich nicht, auch wenn er wusste das er Kalya nicht schon wieder einen Aufstand machen durfte. "Aber... wir finden doch sicherlich einen Weg wie wir einander sehen können, oder? Einfach nur besuchen, meine ich. Ich muss ja nicht Tag und Nacht auf der Schanze verbringen..."
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 2:59 pm

Ich stieß ein Schnauben aus Das ist deine Lösung, ja? Die Kahle Schanze und die Seewind-Wacht aneinanderschieben?! Warum lassen wir uns nicht gleich Flügel wachsen und fliegen mit den Raben zum jeweils anderen?! ich konnte mich einfach nicht beherrschen, meine Stimme wurde lauter als ich es beabsichtigt hatte. Ich konnte nicht glauben oder wollte nicht wahrhaben, dass sein einziger Vorschlag, wie wir uns weiter sehen konnten, ein derart unmögliches Vorhaben war. Da konnte er mir doch wohl auch direkt ins Gesicht sagen, dass es nicht möglich war. Ich habe nicht gesagt, dass ich die Seewind-Wacht niemals verlassen werde. Aber ich kann meine Familie jetzt nicht allein lassen, wo der Konflikt mit den Boltons nicht geklärt ist. Du hast ja gesehen, was das letzte mal passiert ist
Angespannt schüttelte ich den Kopf Vielleicht wäre es besser, wenn er es täte... murmelte ich bitter und knurrte leise Wir können uns sicher sehen. Aber dann ist es auf wirklich nur ein Besuch und nicht mehr. Ich werde sicher nicht hier sitzen und darauf warten, dass du vielleicht mal wieder auftauchst. Es wird uns immer eine Freundschaft verbinden, aber mehr wird dann nicht zwischen uns sein... sprach ich schließlich eben die Worte aus, die mir schier das Herz zerrissen. Es war so gekommen, wie ich es absolut nicht gewollt hatte, doch wenn er keinen längerfristigen Kontakt wollte, der über mehr als Besuche hinausging, konnte ich einfach keine Beziehung führen. Ich wollte keinen Mann, der vielleicht zwei Mal im Monat zu mir kam, da konnte ich auch gleich allein bleiben, dann wäre ich zumindest nicht gebunden und noch immer Herrin über meine Taten.
Mit Tränen in den Augen sah ich Gorjon lange an Wir beide wollen unsere Heimat nicht für den anderen verlassen. Die Familie ist im Moment für uns beide wichtiger. Daher sollten wir vermutlich einfach Freude bleiben, dann kann jeder ohne Verpflichtungen und ohne Schuldgefühle in der Heimat bleiben...

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 6:18 pm

"Nein, natürlich nicht! Das ist nicht meine Lösung, sondern mein Wunschtraum. Ich weiß sehr wohl das es eine Schnapsidee ist!", verteidigte sich Gorjon sofort, auch wenn es ja seine eigene Schuld war das die Worte so falsch bei Kalya angekommen waren. Er war wieder eine Spur lauter geworden, ganz so wie auch die Lady. "Ich weiß ganz genau von dem Konflikt und... wir haben doch schon so viel dazu gesagt. Ich verstehe das du deine Familie jetzt nicht verlassen kannst.", versuchte er auch wirklich sich in sie hinein zu versetzen, aber es gelang ihm nur nicht. Der Wille war da, bloß das Einfühlungsvermögen nicht.
Das sie es für besser hielt wenn er von der Burg geworfen wurde ließ ihn wütend knurren, sofort stachen ihre Worte in sein Herz. Aber auch was er selbst gesagt hatte flog ihm nun um die Ohren, irgendwie war Alles so gekommen wie er es überhaupt nicht gewollt hatte. Am Liebsten hätte Gorjon alles noch einmal umgekehrt, aber dafür war es jetzt zu spät. Kalya sprach von Freundschaft und Familie, die Tränen in ihren Augen machten es aber kaum möglich ihr zuzuhören. Selbst der Nordmann bekam nun einen leichten Schimmer in die Augen, Tränen waren es nicht, aber der Moment ging ihm nahe.
Und mit einem Male verwandelte sich sein trüber Blick dann auf sehr gefährliche Art und Weise. Seine Augen funkelten, wie immer wenn ihm ein dummer Gedanke wie die genialste Idee auf Erden erschien. Gorjon war ein Gedanke in den Sturkopf gerutscht, den er so schnell nicht wieder los würde. "Ich weiß was wir tun werden!", verkündete er auch stolz, ganz als würden sich alle Probleme in Luft auflöse. Er war nervös und aufgeregt und sah sie auch mit dementsprechend großen Augen an. "Aber ich kann dir jetzt nicht verraten was es ist. Dafür muss dein Vater wieder da sein. Und ich muss gehen können. Bitte, Kalya, du musst mir vertrauen und warten, jetzt kein vorschnelles Urteil fällen.", sprach er auf sie ein und nahm dabei ihre Hände, die er auf seine Brust legte, damit sie spüren konnte wie schnell sein Herz jetzt schlug. "Vertraust du mir?"
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 6:52 pm

Ich versuchte mich weit genug von ihm zu distanzieren, sowohl räumlich als auch emotional, doch es wollte einfach nicht funktionieren. Ich brachte es einfach nicht über mich, jetzt einfach zu gehen und ihn allein zu lassen. Es würde einfach nicht gehen. Er war der einzige, der bisher jemals solche Gefühle in mir geweckt hatte, und ich konnte ihn nicht einfach so sitzen lassen, wenn ich nicht wusste, ob ich ihn danach jemals wieder so treffen würde. Oder ob ich ihn überhaupt jemals wieder sehen würde.
Ich musterte ihn bitter und schüttelte den Kopf Und was hast du vor? fragte ich wieder, auch wenn er gesagt hatte, er würde es mir nicht sagen. Statt jedoch nochmal nachzufragen, zog ich die Hände aus seinem Griff und von seiner Brust, obwohl mein Herz ebenso schnell schlug wie seines.
Ich vertraue dir... aber ich weiß nicht, ob ich... deine Idee so gut aufnehmen werde... wenn mein Vater involviert ist... wird es nicht gut ausgehen... gab ich zu bedenken und verschränkte die Arme, auch um zu verhindern, dass ich ihn erneut berührte, ohne wirklich Kontrolle über mich zu haben. Und auch, um zu verhindern, dass er meine Hände erneut nahm, zumal seine Berührung jeden klaren Gedanken aus meinem Hirn vertrieb.
Dennoch ließ ich ihn gewähren und half ihm dabei, die nächsten Tage wieder auf die Beine zu kommen. Ich kümmerte mich weiterhin um ihn, auch wenn nun eine gewisse Distanz zwischen uns herrschte und ich jeglichen intimeren Kontakt vermied, solange nicht geklärt war, wie es weitergehen würde.
Schließlich war es jedoch soweit und mein Vater kam zurück auf die Seewind-Wacht. Angespannt wartete ich im Hof auf ihn, jedoch war ich allein, ich hatte die anderen darum gebeten, mich erst allein mit ihm sprechen zu lassen. Für Gorjon würde ich später eine Audienz arrangieren, damit er mit meinem Vater sprechen konnte, wenn das für seine Idee unbedingt nötig war, aber sonderlich begeistert darüber war ich nicht.

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 7:01 pm

Vehement schüttelte Gorjon den Kopf. "Nein, das sage ich dir nicht. Ich hab dir schon den ersten Kuss ruiniert, da werd ich nicht...", protestierte er und hatte sich schon fast verplappert, sodass er sich einfach ganz stur auf die Zunge biss, auch wenn es weh tat. Er musste still sein, nicht nur um es nicht zu versauen, auch um zu hören ob sie ihm wirklich traute. So genau zuzuhören war wirklich schwer, aber Gorjon war der Meinung das Kalya wirklich ehrlich mit ihm war. Ihr Vater war die große Unbekannte in seiner Rechnung, aber er war wie so oft einfach blind optimistisch.
Während der nächsten Tage verbrachte er viel bange Zeit seine Idee zu überdenken. Er wollte es nicht tun, aber er konnte einfach nicht anders. Es plagte den Nordmann fast mehr als sein Bein, welches von Tag zu Tag besser wurde. Er begann vorsichtig es zu bewegen, die Schmerzen nahmen immer weiter ab und er konnte es schließlich sogar wieder vorsichtig belasten, auch wenn er noch sehr unbeholfen wirkte und sich oftmals abstützen musste. Die Distanz zwischen Kalya und ihm war bitter, half aber auch beim Nachdenken. Er genoss jeden flüchtigen Kontakt mit ihr, vermied es aber sie wieder zu bedrängen oder ihr zu nahe zu kommen.
Als er erfuhr das ihr Vater zurückgekehrt war erhob sich Gorjon aus dem Bett. Er humpelte zu seinen Sachen und holte sie sich heran, auf dem Bett zog er sich um, was äußerst mühsam war und lange dauerte, doch am Ende wirkte er nicht mehr wie ein bettlägeriger Verwundeter, sondern wieder wie ein stolzer Krieger des Nordens. Sein Bart war noch ungekämmt, ebenso die Haare, aber es passte umso besser zu ihm. Ebenso war es typisch für Gorjon das er nicht wartete bis ihm die Audienz gewährt wurde. Er legte sich einfach seine Eisenkette und sein Schwert um und ging ganz von selbst aus dem Zimmer, auch wenn es ihn größte Mühe kostete sich erhobenen Hauptes und in gerader Haltung vorzuarbeiten. Er ging auf den Innenhof, wo Kalya sicherlich schon eine Weile mit ihrem Vater gesprochen hatte, aber Beide waren noch da. Der Nordmann zwang sich nun keine Schwäche mehr zu zeigen und trotz seines schlimmen Beins stapfte er hinaus.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 7:28 pm

Du hast gar nichts ruiniert. Du hast ihn mir gestohlen, ja, aber du hast ihn nicht ruiniert! Du hast selbst gesagt, dass ein erster Kuss spontan sein muss. Und das war er. Also hör auf, dir an irgendwas die Schuld zu geben! fuhr ich ihn gereizt an, bevor ich ging.
Es fiel mir unglaublich schwer, die Distanz zu wahren, doch ich konnte es einfach nicht zulassen, dass mein Herz sich auf irgendwas Hoffnungen machte, was dann doch nicht eintreten würde. Nochmal würde ich es nicht aushalten, von einer solchen Klippe gestoßen zu werden. Ich würde am Ende doch nur wieder am Boden zerschellen. Und ich wusste nicht, ob ich es erneut schaffen würde, mich wieder zusammenzuflicken.
Es kostete mich unglaublich viel Mühe, meinem Vater beizubringen, wer da in meinem Bett lag und was er getan hatte. Es gab viel Geschrei und mein Vater fluchte viel, dennoch musste ich versuchen, ruhig zu bleiben und ihm zu erklären, warum Gorjon hier war und dass er nicht der Mann war, der mich einfach eiskalt entführt und dann schlecht behandelt hatte. Es war schwer, ihm zu erklären, dass da mehr war, als das offensichtliche, dass Gorjon nicht jener grobschlächtige Nordmann war, von dem Ser Andrej erzählt hatte.
Ich sah die Skepsis in seinem Gesicht, und auch, dass er noch immer gut Lust hatte, Gorjon von der Wacht zu verjagen oder ihn für immer in eine der kahlen Zellen zu stecken, doch zum Glück konnte ich ihn soweit beschwichtigen, dass er zumindest davon absah, Gorjon zu verurteilen. Doch sobald mein Vater den Nordmann auf dem Hof erblickte, wurden seine Augen eiskalt und er ging dem Mann entgegen, der seit Tagen in meinem Bett gelegen hatte. Ich gebe ihnen drei Minuten, mir einen Grund zu nennen, warum ich euch jetzt nicht sofort in den Burggraben werfen oder vierteilen lassen sollte! schrie er zornig, obwohl noch mehrere Meter zwischen den Männern lagen. Dennoch näherte er sich weiterhin und seine Augen verengten sich. Ich folgte ihm hastig, um zu verhindern, dass er Gorjon noch schlug. Ich wusste, er hatte allen Grund dazu, doch es würde Gorjons Genesung absolut nicht helfen.

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 7:51 pm

Als er ihren Vater erblickte konnte Gorjon schon deutlich erkennen wie aufgebracht der Lord war. Ungeachtet dessen stapfte er ihm aber entgegen, etwas langsamer als sonst, aber man merkte kaum das sein Bein angeschlagen war. Diese Haltung war durchaus schmerzhaft, doch sein Stolz verbat es Gorjon jetzt Schwäche zu zeigen. Was er allerdings noch nie verbergen konnte war seine Wut. "Wer mich in den Graben werfen will ist herzlich eingeladen es zu versuchen.", gab er Lord Wells zunächst kontra, schüttelte dann aber den Kopf und sah ihm ernst in die Augen, als sie nur noch wenige Meter trennten. Gorjon räusperte sich laut und hatte dann versöhnlichere, fast feierliche Töne anzuschlagen.
"Ich werde euch gleich zwei gute Gründe nennen.", versicherte er, doch er kam erst zur Sache als auch Kalya hinterher geeilt und eindeutig in Hörweite war, was dank seiner lauten Stimme eigentlich nie infrage gestanden hatte. "Ich möchte eurem Haus beistehen und verhindern das es in jedwede Auseinandersetzungen gerät. Der Frieden im Norden ist kostbar und wurde mit viel Blut bezahlt, also sollten wir ihn jetzt ehren. Und ich gedenke es auf die den Göttern gefälligste Art zu tun die dem Menschen möglich ist.", erklärte er noch immer recht nebulös, ehe er näher trat und dem Lord in die Augen sah.
Dann fiel sein Blick zu Kalya und er trat nun auf sie zu. Leicht zitternd sah er sie an, nicht nur wegen seines verletzten Beins war seine Tat nun nicht einfach. Ein leichtes Stöhnen entwich ihm trotz aller Anstrengung seine Schmerzen zu verbergen, als er vor ihr auf ein Knie sank und zu ihr hoch sah. "Bei den Göttern... Lord Wells, ich möchte um die Hand eurer bezaubernden Tochter Kalya anhalten.", verkündete er dann, wobei seine Stimme ob der Bedeutung seiner Worte zitterte. "Kalya... ich will immer mit dir zusammen sein.", richtete er sich dann sehr schlicht an sie, auch weil er nun unter erheblichen Schmerzen stand. Es brauchte aber auch nicht mehr, um ihr zu verstehen zu geben, warum er bei ihrem letzten Gespräch nicht sagen wollte was er vorhatte und um seine wahren Absichten preiszugeben. Nun hatte er sehr viel von sich preisgegeben, sich quasi vor dem Haus Wells bloßgestellt. Sein Blick lag auf der Rothaarigen, erwartungsvoll.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 8:13 pm

Ich war mehr als froh, dass mein Vater scheinbar ruhig genug war, um Gorjon nicht zu schlagen. Es war klar sichtbar, dass die Herausforderung des Nordmannes nicht unbedingt dazu führte, dass er von dem Gedanken abrückte, ihn eher noch darin bestärkte, es wirklich zu versuchen. Den Worten meiner Tochter zufolge seid ihr verwundet, Nordmann. Es sollte also kein so großes Problem darstellen, euch außer Gefecht zu setzen und aus meiner Burg zu schaffen!
Seine Worte jedoch schienen meinen Vater wieder zu besänftigen und er verschränkte die Arme, während er Gorjon abschätzend mit Blicken maß Und wieso der plötzliche Meinungswechsel? Bei eurer letzten Begegnung mit meinem Haus habt ihr meine Tochter entführt und mir über meine Männer mitteilen lassen, dass ihr mich zu einem Treueschwur den Boltons gegenüber zwingen wollt, indem ihr das Leben meiner Tochter bedroht! stellte er klar und schüttelte den Kopf Daher wart ihr in diesem Moment das größte Risiko für den Frieden, denn für meine Tochter würde ich alles tun. Ich hätte euer gesamtes Haus eigenhändig zu den Göttern geschickt, um sie zu befreien!
Ich wollte mich schon einschalten, doch Gorjons nächste Worte erstickten diesen Versuch bereits im Keim. Entsetzt starrte ich auf den knienden Nordmann herunter und wich einen Schritt zurück, unfähig etwas zu sagen oder zu denken. Mein Herz hingegen schien keine Probleme mit dem Reagieren zu haben, denn es machte einen Satz und schlug dann in doppelter Geschwindigkeit weiter, während mein Atem stockte und ich Gorjon weiterhin anstarrte, ebenso wie mein Vater. Er schien diese Wendung absolut nicht erwartet zu haben, ebenso wenig wie ich.
Es waren die Worte, nach denen ich mich von ihm gesehnt hatte, und doch wusste ich jetzt nicht, ob ich ja sagen konnte, ohne damit mein Haus im Stich zu lassen. Nach einigen Minuten, die sich anfühlten wie Stunden, übernahm schließlich mein Herz und ich nickte etwas Und ich mit dir... flüsterte ich mit zitternder Stimme, ein kleines Lächeln schlich sich auf mein Gesicht Für immer... Vorsichtig streckte ich eine Hand aus und strich ihm durch das wirre Haar, beugte mich zu ihm und küsste ihn sanft, ohne darauf zu warten, ob mein Vater der Verbindung zustimmte.
Erst, als ich mich wieder von Gorjon gelöst hatte, blickte ich zu meinem Vater, der uns nachdenklich beobachtete Ich soll meine Tochter an einen zerzausten, ungehobelten Nordmann verheiraten, der sie erst vor wenigen Wochen wie ein Stück Vieh zum Handeln missbrauchen wollte?

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 8:27 pm

Gorjon machte allzu schnell den Fehler sich von Lord Wells in ein kurzes Wortgefecht verwickeln zu lassen. "Verwundet bin ich immer noch besser als euer Haufen.", knurrte er scharf zurück, womit er sich aber endlich beherrschen konnte. Er hatte Dampf abgelassen und war wegen seines nächsten Schritts viel zu nervös um sich weiter aufhalten zu lassen. Zwar hörte er zu was der Lord zu sagen hatte, jedoch entgegnete er nichts weiter. Er nickte einfach ruhig und signalisierte somit das er verstanden hatte was man ihm da vorwarf, doch er ging ungeachtet dessen vor Kalya auf die Knie.
Sie anzusehen war eine viel schwerere Probe als ihrem Vater gegenüber zu treten und die Schmerzen im Bein traten rasch in den Hintergrund. Er sah einfach zu ihr hoch und die bangen Momente machten ihn völlig fertig, es kam ihm vor als müsste er ewig auf ihre Antwort warten. Als Kalya aber ihre Antwort flüsterte, da strahlte er sie an, von ganzem Herzen und auch ein wenig verwirrt, als könnte er selbst kaum glauben das sie "ja" gesagt hatte. Ihr Vater war nun völlig egal und er erhob sich mühselig, während sie einander küssten, sodass er am Ende wieder über ihr stand und sie es nun war die sich strecken musste. Sanft lächelte er zu ihr herunter und blickte dann zeitgleich mit ihr zu ihrem Vater.
"Aye, das sollt ihr.", entgegnete er zunächst nur knapp, während er einen Schritt nach vorne trat und einen Arm um Kalya legte. "Ich glaubte ihr würdet euer Haus lieber in den Untergang schicken statt für eure Tochter einzustehen.", brummte er dann, nun wollte er sich die Anschuldigungen von vorhin nicht mehr gefallen lassen, zumal die Rothaarige ja wirklich Alles getan hatte um ihn dies glauben zu lassen, auch wenn seine Worte keinesfalls wie ein Vorwurf klangen.
"Eure Tochter ist keineswegs ein Stück Vieh, sondern eine starke und stolze Lady, wie es sie nur im Norden geben kann. Den Treueschwur schuldet ihr den Boltons ohnehin, doch soll es darum jetzt nicht gehen. Jetzt geht es darum den Frieden zu sichern, unsere Häuser und unsere Zukunft.", fuhr er fort, weiterhin recht knurrig und sein einziges Stilmittel war eine hohe Lautstärke. Fast auffordernd sah er zu Kalya herüber, damit sie etwas hinzufügen konnte.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 8:37 pm

Mein Vater stieß ein Schnauben aus Nichts geht mir über meine Familie. Ich hätte diesen blöden Treueschwur geleistet, wenn dafür meine Tochter zu mir zurückgekehrt wäre! Ich hätte auch die Sonne vom Himmel geholt, um sie zu retten! wies er Gorjon grob zurecht und knurrte dann leise Und auch ein Mann wie ihr hätte mich nicht aufgehalten, sie zu retten, auch wenn ihr sie bis nach Dorne verschleppt oder mit ihr nach Essos gesegelt wärt! Sie ist das kostbarste in meinem Leben, und ich werde nicht zulassen, dass irgendjemand sie verletzt!
Langsam beruhigte er sich wieder Ich werde den Frieden wahren, doch meine Treue wird auch weiterhin den Starks gelten, wie es schon bei meinem Vater und dessen Vater gewesen ist. Ich habe immer schon meine Steuern gezahlt und meine Männer geschickt, um den Norden zu schützen, wenn der Wächter des Nordens mich dazu aufgefordert hat. Das werde ich auch weiterhin tun. Aber ich werde niemandem die Treue schwören, der unschuldige Männer derart barbarisch hinrichtet, nur um ein Exempel zu statuieren! stellte er ruhig und sachlich klar, neigte dann aber den Kopf Und solange ihr mir garantieren könnt, dass meine Tochter von euch, eurer Familie und euren Lehnsherren nichts zu befürchten hat, egal wem ihre Treue gilt, so habt ihr meinen Segen. Doch wenn ihr sie auch nur einmal verletzt und ich davon Nachricht bekomme, werde ich dafür sorgen, dass ihr ihren Schmerz tausendfach spürt!

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 10:22 pm

Die Zurechtweisung wurde mit einem Knurren erwidert, jedoch kam Gorjon nicht umhin zu bemerken das die Worte von Lord Wells genauso gut aus seinem eigenen Mund hätten stammen können. "Familie ist das kostbarste auf der Welt. Für meine Familie würde ich durch die Hölle und wieder zurück marschieren.", entgegnete er also, was für seine Verhältnisse schon ein deutliches Nachgeben war. Es war vielleicht besser so, denn als es um die Starks ging musste Gorjon arg an sich halten und ein hörbares Schnauben entfuhr ihm. Sein Griff um Kalya wurde kurz fester, lockerte sich aber schnell wieder, sodass es ihr gewiss nicht schmerzhaft war.
"Gut. Zahlt eure Abgaben und schickt eure Männer, mehr wird auch nicht vonnöten sein.", schnaubte der Nordmann und sein Blick erhärtete sich für einen Moment, während er versuchte das Bild eines braven Schoßhundes der Starks gar nicht erst für Lord Wells aufkommen zu lassen. Stattdessen wurden seine Gesichtszüge wieder entspannter, als er vernahm das er Kalya tatsächlich heiraten durfte, er lächelte sie für einen Moment an, ehe er ihrem Vater zunickte und sein Haupt kurz neigte. "Ich schwöre euch, eure Tochter zu beschützen und zu achten egal was kommt. Sie wird ein Teil meiner Familie sein und damit mein wertvollster Schatz. Ebenso wird sie Schutz und Achtung des kompletten Hauses Rikke erfahren und Niemanden fürchten müssen.", schwor er mit der Faust auf der Brust und sah den Lord dann wieder ernst an.
"Doch seid euch bewusst, das Haus Rikke seit Generationen seine eigenen Traditionen hat. Dazu zählt auch Feinde und Verräter zu pfählen, ganz wie bei den Boltons ist es nicht barbarisch, sondern der Weg des wahren Nordens.", konnte er es nicht lassen in diesem Punkt doch noch kontra zu geben, bevor er wieder versöhnlichere Töne anzuschlagen versuchte. "Jedoch sollen uns fürs Erste nur die Traditionen für Verlobung und Hochzeit interessieren.", blieb er auch hierbei sehr direkt.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 10:36 pm

Ich stieß Gorjon gedanklich während des Gesprächs mehrfach den Ellbogen in den Magen, riss mich jedoch im wahren Leben zusammen und blieb still stehen. Falls ich mich auch mal kurz einmischen dürfte... meldete ich mich dann aber doch, bevor mein Vater Gorjon noch weiter provozieren konnte. Es erfordert einiges an Stärke und Mut, sich trotz einer derartigen Übermacht der anderen Seite zu seiner Treue zu bekennen und dennoch den Frieden zu wahren, auch wenn man den Mördern der eigenen Lehnsherren gegenüber steht. Unser Haus war nie an Krieg interessiert und wir werden auch sicher keinen Anlass dafür bieten, uns anzugreifen, solang man uns ebenfalls in Frieden lässt.
Außerdem kann ich mich auch recht gut selbst verteidigen, falls dir das entfallen sein sollte. Es bedeutet mir viel, dass du mich schützen willst, aber ich will nicht, dass du deshalb alle verrückt machst... Ich bin kein verwöhntes kleines Mädchen... Ich brauche also keinen Leibwächter, und wenn es sein muss, trete ich Ramsay Bolton auch persönlich in den Allerwertesten, falls er es wagen sollte, mir blöd zu kommen...
Und zu guter Letzt... Es ist etwas anderes, Verräter hinzurichten, auch wenn Pfählen in meinen Augen mehr als grausam ist... aber Unschuldige hinzurichten, nur weil sie nicht aus dem Norden oder die Unterlegenen sind... das ist einfach nur abstoßend... Und so sehr ich die Traditionen auch schätze... ich werde sicher nicht dabei sein, wenn ihr jemanden pfählt...

Ich trat langsam zu meinem Vater hinüber und nahm seine Hand Ich bin immer nur einen Raben entfernt... Wann immer du meine Hilfe brauchst... werde ich kommen, ich verspreche es dir... murmelte ich noch und seufzte dann leise Bitte entschuldigt... Ich musste das nur mal aussprechen... Ich wollte nicht unhöflich sein...
Etwas verlegen senkte ich den Kopf und trat dann zurück Ihr habt sicher noch einiges zu besprechen... und ich muss mich um meine Schützlinge kümmern...

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 11:06 pm

Es verwunderte Gorjon kurz das da an seiner Seite eine Stimme erhoben wurde, doch er lächelte auch leicht als Kalya dann zu sprechen begann. Er wusste das sie nicht einfach still sein und alles brav anhören wurde, denn sie hatte stets eine eigene Meinung und irgendwie gefiel es ihm gerade sehr das sie diese Meinung auch kundgab. Zwar bestand ein wesentlicher Teil ihrer Worte auch aus Mahnungen und Rügen an ihn, aber aus ihrem Mund konnte er es wenigstens besser akzeptieren als aus dem ihres Vaters. Er unterbrach sie also nicht, sondern gab ihr im Gegenteil alle Zeit sich auszusprechen.
"Das mag ich sehr an dir... das du mutig deine Meinung vertrittst...", war das Erste was er ihr nach ihren Worten mitteilte, er flüsterte es ihr zu, als sie sich entschuldigt hatte. "Du brauchst wahrlich keinen Leibwächter. Und doch werde ich auf dich aufpassen, weil ich es will, nicht weil ich es muss. Dein Mut stets vorzusprechen und deine Werte zu verteidigen ehrt dich, bitte behalte es immer bei.", sprach er dann aber auch laut, es sollte ruhig bekannt sein das er sie dafür schätzte und er wollte nicht den Eindruck erwecken ihren Worten keine Achtung zu schenken.
"Wir haben in der Tat viel zu besprechen.", stellte er danach fest, womit er sie auch vorerst gehen ließ und nun wohl mit ihrem Vater allein und unter vier Augen war, sofern es denn auf dem Innenhof möglich war. Direkt flankiert von Wachen waren sie hier tatsächlich nicht, aber es gab auch keine Möglichkeit auszuschließen wer mithörte. "Ich danke euch, das ihr mir die Hand eurer Tochter gewährt.", erhob Gorjon dennoch wieder das Wort und er mühte sich auch in Kalyas Abwesenheit stets eine stolze Haltung zu bewahren. Wirklich schlüssig was genau sie jetzt besprechen sollten war er aber nicht.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 11:18 pm

Ich blinzelte leicht und wurde rot, lächelte dann aber leicht Ich hatte nicht vor mir das abzugewöhnen... erwiderte ich frech und winkte dann kurz, bevor ich über den Hof lief, um das Futter für Wurzi zu holen. Ich ließ die beiden Männer eigentlich nur ungern allein, doch ich wusste, dass es albern wäre, wenn ich ständig dabei wäre, zumal es eben Dinge gab, die die beiden allein besprechen mussten und bei denen ich nur stören würde. Also machte ich mich daran, Wurzi zu versorgen und ein wenig mit ihm zu kuscheln, danach tat ich das selbe bei Raksha.
Ich will für euch hoffen, dass ich diese Entscheidung nicht bereue... Doch meine Tochter hat eine sehr hohe Meinung von euch, und unter den Umständen wie ihr sie behandelt habt ist das für mich ein Zeichen, dass sie in euch wirklich mehr sieht als ich... Mit einer schlichten Handbewegung bedeutete der Lord der Seewind-Wacht dem Gast von der Kahlen Schanze, ihm zu folgen, bevor er die Burg betrat und in sein Arbeitszimmer ging, wo er sich auf den Stuhl am Schreibtisch sinken ließ.
Nun, bitte erklärt mir, welche Traditionen ihr vorhin im Bezug auf Verlobung und Eheschließung gemeint habt und wie ihr gedenkt, in Zukunft mit meiner Tochter zu verfahren... Mit wem wird sie in Kontakt kommen? Wird es jemanden geben, der für sie eine Mutterrolle übernehmen kann, falls sie ein Gespräch von Frau zu Frau führen möchte? Werdet ihr es respektieren, wenn sie euch temporär ablehnt? Ich meine, werdet ihr ein 'Nein' ihrerseits zu gewissen Dingen akzeptieren?

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Do Jul 20, 2017 11:40 pm

Ihr frecher Kommentar brachte Gorjon zum schmunzeln und als sie sich davon machte winkte er Kalya ebenfalls kurz zu, wenn auch wirklich nur sehr kurz. Er konnte nicht anders als ihr nachzusehen als sie über den Hof lief, der Gedanke das sie nun seine Verlobte war war immer noch nur schwer zu fassen, aber es war auch einfach nur schön. Somit war seine Aufmerksamkeit kurz verschoben, ehe es wieder darum ging sich ernsten Dingen zuzuwenden, anscheinend hatte Lord Wells umso mehr Ahnung davon was nun zu organisieren war und viele Fragen gab es obendrein. Gorjon folgte also einfach in das Arbeitszimmer, er bemühte sich dabei nach Kräften nicht wegen seines Beins zurückzufallen.
"Nun, die wichtigste Tradition wäre die Art und Weise wie die Ringe beschafft werden.", kam er auch gleich zur Sache, nachdem er endlich die Erlösung eines Stuhls unter dem Schinken hatte. Es war ein Hochgefühl endlich sitzen zu können und unter der Deckung des Schreibtischs streckte er das geschundene Bein ein wenig. "Die Tradition sieht vor, dass Braut und Bräutigam gemeinsam unter Tage gehen, in die Eisenmine die unser Haus seit Generationen unterhält. Wir werden gemeinsam das Eisen für unsere Ringe aus dem Stein brechen und die Eheringe dann gemeinsam schmieden, um unser Band so zu festigen. Außerdem wird die Braut vor der Hochzeit von den Frauen des Hauses gewaschen und zwar öffentlich auf dem Burghof.", brachte er es direkt auf den Punkt, ohne Ausschmückungen, weil noch so viele andere Fragen gekommen waren.
"Meine Mutter wird auch für sie wie eine Mutter sein. Ich glaube, als ich sie auf die kahle Schanze brachte war es bereits so, dass sie diese Rolle einnahm. Ansonsten wird sie auch mit dem Rest meiner Familie stets in Kontakt sein, ebenso mit den Bewohnern der kahlen Schanze und natürlich auch euch, wenn ihr es wünscht sie zu besuchen. Sie entscheidet selbst wohin sie geht, mit wem sie reden will. Wenn sie möchte kann sie auch mit meiner Schwester von Frau zu Frau reden, sie ist in ihrem Alter.", fuhr er direkt fort, noch immer ein wenig mit seinem Bein beschäftigt, jedoch nur nebensächlich. Er sah Lord Wells an und sprach respektvoll und ehrlich.
"Ich werde ein 'Nein' von ihr akzeptieren.", versprach er dann auch, wenngleich dies mit einem etwas mulmigem Gefühl geschah. Er meinte es durchaus ernst, was ihn kurz selbst erstaunte, aber die ganze Wahrheit war es nicht. "Jedoch muss sie sich ihrer Pflicht bewusst sein mir Kinder zu schenken. Sie darf nicht immer nur 'Nein' sagen, aber wenn sie es dann tut werde ich es achten.", erklärte er es also genauer und war damit auch zufrieden.
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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Fr Jul 21, 2017 12:02 am

Lord Wells musterte Gorjon ganz genau Ich soll also Gefahr laufen, meine einzige Tochter und Erbin unter Tage zu verlieren? Weiß sie denn überhaupt schon davon? fragte er dann leise, man hörte deutlich, dass es ihm widerstrebte, Kalya einem solchen Risiko auszusetzen, obwohl er die Traditionen des Hauses Rikke respektierte. Ich verstehe den Sinn hinter dem ganzen, aber... habt ihr sie euch denn mal angesehen? Sie ist nicht wie ihr... sie ist klein, und zart... wie soll sie denn einen Ring schmieden, geschweige denn das Erz dafür aus dem Berg brechen? erklärte er seine Befürchtungen nun genauer und lehnte sich langsam zurück, der strenge Lord wich langsam einem besorgten Vater.
Die Beteuerung, dass Kalya auf der Kahlen Schanze durchaus Umgang mit anderen Frauen, mit erfahreneren Frauen haben würde, schien ihn zu beruhigen Kalya und ihre Mutter hatten immer ein sehr enges Band... sie leidet sehr darunter jetzt keinen weiblichen Ansprechpartner mehr zu haben, seit meine Frau bei ihrer Familie in den Flusslanden ist... Daher ist es mir ziemlich wichtig, dass sie das auf der Kahlen Schanze zumindest halbwegs wieder haben kann...
Das nächste Thema jedoch brachte die Anspannung sofort zurück und er legte die Fingerspitzen aneinander und ans Kinn, während er den Gast langsam musterte. Bitte versteht das nicht falsch, aber... sie ist doch selbst noch fast ein Kind... Ich weiß nicht, ob sie schon bereit dafür ist, euch Kinder zu schenken... oder ob sie überhaupt schon mit ihrer Mutter darüber gesprochen hat, wie... es funktioniert, ein Kind zu empfangen... Ich weiß, dass sie einmal Kinder möchte, aber... ob sie es schon jetzt will, weiß ich nicht...

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BeitragThema: Re: Der Innenhof    Fr Jul 21, 2017 4:50 pm

Gorjon nickte einmal sehr deutlich. "Diese Gefahr besteht.", stellte er klar und sah Lord Wells dabei sehr genau an. "Jedoch soll sie sich dort unten nicht krumm schuften. Der Hauptteil der Arbeit fällt mir zu, das ist klar. Und es wird meine Pflicht sein sie zu beschützen und hart zu arbeiten. Sie hingegen soll mich unterstützen und pflegen. Es geht darum das sie versteht was geschieht wenn ich in die Mine steige. Sie soll wissen wie anstrengend es ist, aber auch das ich mit der Aufgabe fertig werde und sie keine Angst haben muss. Schlussendlich wird sie als Lady des Hauses Rikke damit beauftragt sein mit Eisen zu handeln und um den Preis für Eisen einschätzen zu können muss sie auch seinen Wert schätzen lernen und die Mühen die damit verbunden sind.", erklärte er nun ausführlicher, da es jetzt nötig erschien. Das sich daraus auch wiederum die Lektion ableiten ließ die Gorjon zu lernen hatte, nämlich wie kostbar seine Frau war, begriff er nicht sofort.
"Sie wird Gesprächspartnerinnen haben.", war er beim nächsten Thema schon wieder sehr viel knapper, da sein Gegenüber hier auch ruhiger war, sodass sich der Nordmann erst dem dritten Punkte wieder ausführlicher widmen musste. Er spürte das er keinen strengen Lord mehr vor sich hatte und somit fiel es auch ein wenig leichter das eigentlich sonst so gemiedene Thema anzusprechen.
"Eine Hochzeitsnacht wird sie bekommen, so wie es gute Sitte ist. Was dann daraus wird hängt allein vom Willen der Götter ab.", stellte Gorjon sofort klar, nun selbst gewillt das Kommando zu übernehmen. "Danach ist es ihre Entscheidung, ich werde sie nicht zwingen. Aber ihr solltet euch bewusst werden das sie kein Kind mehr ist.", brummte er also und senkte dann kurz den Kopf. "Sie wird nicht das erste Mädchen sein das ich zur Frau mache. Aber sie wird das letzte Mädchen sein.", blieb er weiterhin ehrlich, es war besser jetzt einfach Alles zu besprechen als damit hinterm Berg zu halten. Gorjon war weitaus erfahrener als seine Verlobte, vielleicht war es besser wenn sie noch in einem Gespräch mit einer Frau über einige Dinge aufgeklärt wurde. Es kitzelte ihn aber auch enorm ihr Alles selbst zu zeigen.
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