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 Tomas alte Jagdhütte

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Tomas Drees

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BeitragThema: Tomas alte Jagdhütte   Do März 16, 2017 5:27 pm

Eine kleine Blockhütte tief im Wald verborgen. Nur Tomas Drees weiß von ihrer Lage und bewahrt hier auch einige Ausrüstung auf. In einer verschlossenen Kiste bewahrt er Andenken und seine Gedichte auf.
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Vasilyssa Krenz

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 6:24 am

cf: Das Gästezimmer

Es überraschte mich doch sehr, als er mich aufs Bett hob, und wie immer wenn mich jemand berührte spannte ich mich an. Zu meinem Glück und meiner erleichterung machte er keinerlei Anstalten, mich während des Reitens festzuhalten, sodass ich etwas von ihm abrücken und so jegliche Berührung unterbinden konnte. Seit meine Mutter gestorben war, kannte mein Körper nur Schläge, sonst keine Berührung, und das hatte einen bedingten Reflex in mir ausgelöst, sodass ich jegliche Berührung vermied, solang sie nicht an so allgemeinen Stellen wie Händen oder Armen stattfand. Mein Herz rast als wäre ich von Quellspring her gerannt... gab ich leise zu und hielt mich weiter an der Mähne des Pferdes fest. Das ganze verursachte mir schreckliche Bauchschmerzen und Übelkeit, wie immer wenn ich log, dennoch wusste ich, dass es das Opfer war, das wir für ein freies Leben bringen mussten.
Als wir ankamen glitt ich vom Pferd und entfernte mich einige Schritte, sodass er nicht auf die Idee kommen konnte, mich herunterzuheben oder sonst wie zu berühren. Um meine Angst vor Berührung zu kaschieren musterte ich die Hütte. Mein Vater hätte sie wohl abfällig als "Süß" bezeichnet, aber mir gefiel sie wirklich. Ihr haftete ein gewisser Charme an, der mich neugierig machte. Ich wollte sehen was darin war, wie es eingerichtet war.

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Tomas Drees

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 10:20 am

cf: Gästezimmer

Unweigerlich musste Tomas nicken. Ja, genauso gut hätte er von Quellspring her rennen können, ihr Vergleich war absolut zutreffend. Ein wenig tat sie ihm leid, als sie sich da so in der Mähne festhielt. Er war kein guter Reiter, zugegeben sogar hundsmiserabel. Gewiss wurde sie ordentlich durchgeschaukelt, sodass es ihn erleichterte das Tempo verlangsamen zu können. Im langsamen Ritt kamen seine Schwächen auch nicht mehr so zutage, es war ihm peinlich als Ritter kaum reiten zu können, zumal es ihm einen bitteren Spitznamen angehaftet hatte. Ob Vasilyssa ihn kannte? Er betete das es nicht so war.
An der Hütte angekommen hatte Tomas sich noch immer nicht beruhigt. Zumindest war es ihm sehr Recht, dass sie sich sogleich etwas entfernte, noch einmal wollte er sie auch nicht berühren und es bestand ja auch keine Not mehr sich zu beeilen. "Ich weiß, die Hütte ist klein. Aber ich habe sie mit eigenen Händen gebaut und sie ist gut versteckt.", entschuldigte er sich geradezu für die Wahl dieses Unterschlupfs. Ein schweres Schloss sicherte die massive Tür, mühsam und umständlich kramte er den Schlüssel hervor. Er überließ es der Lady zuerst einzutreten, doch vermutlich machte erst der Schein seiner Laterne das Innere richtig sichtbar.
Man mochte die Jagdhütte als rustikal, spartanisch oder gemütlich bezeichnen, es lag im Blickwinkel des Betrachters. Die wenigen Möbel waren schmucklose Holzkonstrukte und rein pragmatisch, ohne Verzierungen. Dafür wurden die Wände von allerhand Fellen und anderen Trophäen geschmückt. Über dem einfachen Strohbett hing dabei mit einem prächtigen Hirschgeweih die Krönung des Raums. Die beiden Holzkisten, eine klein und verschlossen, die andere groß und voller Ausrüstung, fielen hingegen kaum auf, ebenso wenig der Tisch und ein kleiner Stuhl.
Unsicher trat Tomas vor, um eine größere Laterne im Innenraum zu entzünden. "Dort findest du noch mehr Lampenöl, wenn du es brauchst.", begann er ganz trocken die Funktionsweise der Hütte zu erklären. "Ich habe gestern genug haltbares Essen her geschafft, nur das Obst solltest du schnell verzehren bevor es nicht mehr schmeckt.", fuhr er fort und deutete jeweils auf die entsprechenden Objekte. "Ich lasse dir das Schloss hier, falls du dich über Nacht einschließen willst. Niemand war je hier, aber es gibt hier wilde Tiere und... man kann ja nie wissen...", fuhr er fort und stockte dann. Er musterte sie und biss sich auf die Unterlippe. "Ich werde noch einige Stunden bei dir bleiben und aufpassen!", entschied er. Eine junge Frau in dunkler Nacht im Wald allein lassen wurde ihm durch seine Ehre eigentlich verboten. Er wollte Vasilyssa loswerden, keine Frage, aber nur auf eine Weise die für sie erträglich war.
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Vasilyssa Krenz

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 10:51 am

Ich sah mich um und betrat dann mit ihm die Hütte Sie ist nicht klein... Zumindest wäre es mehr als unfair sie so zu nennen, sie wurde schließlich für andere Situationen erbaut als eine vorgetäusche Entführung... Meine Stimme war kühl, ebenso schmucklos wie das Innere der Hütte. Obwohl es so ganz anders war als das, was ich gewohnt war, gefiel es mir irgendwie. Es war schlicht und irgendwie abweisend, aber gleichzeitig doch warm, man spürte, dass alles handgemacht und irgendwie persönlich war.
Ich hörte seinen Ausführungen schweigend zu und nickte. Mit den Fingern strich ich vorsichtig über das goldene Fell einer hirschkuh, das an der Wand hing. Es glich in seiner Farbe der meiner Haare, und kurz empfand ich Mitleid für all die toten Tiere, aber so war es nun Mal. Töten und getötet werden.
Ich glaube nicht, dass es nötig sein wird, dass du noch hier bleibst... Man wird dich bemerken, wenn du zu spät nach Jägershof zurückkehrst, und jetzt im Schutz der dunkelheit sind deine chancen, unerkannt und ungesehen zu bleiben, um einiges größer. Mit jeder Stunde die verstreicht steigt das Risiko, dass man deine Abwesenheit bemerkt... Ich wollte, dass er ging, und das so schnell wie möglich, denn ich wollte einerseits Schlafen, andererseits allein sein. Von Tag zu Tag wurde es schwerer, die Maske, die ich seit frühster Kindheit trug, aufrecht zu erhalten, niemandem zu zeigen, was wirklich in mir vorging. Und doch schaffte ich es irgendwie. Allerdings hatte ich jetzt einen sehr langen Tag hinter mir, hatte mir die halbe Nacht um die Ohren geschlagen um diese fingierte Entführung zu ermöglichen und hatte das Gefühl, bald einfach zusammenzubrechen, wenn ich nicht zum Schlafen kam.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 11:12 am

Vorsichtig nickte Tomas. Ihre Worte sollten ihm wohl eigentlich gefallen, aber der Tonfall und die Tatsache, dass da Vasilyssa Krenz sprach machten dieses Gefühl schnell zunichte. Es behagte ihm nicht das sie hier über seinen persönlichen Unterschlupf urteilte und das sie darin schlafen würde. Doch es war ein nötiges Opfer, sonst würde sie wohl bald an noch viel intimeren Orten schlafen und die Vorstellung daran war ihm ein Graus.
Das er dann Gehen sollte wunderte ihn nicht. Ihre Worte machten es ihm durchaus einfacher, aber er zögerte. "Du hast wohl Recht... wenn ich gesehen werde ist all die Mühe zunichte...", murmelte er nachdenklich und nickte dann. "Also gut...", nickte er erneut, aber sein Rückzug ging nur sehr zögerlich vonstatten. Es war wirklich nicht einfach sie hier in seiner Hütte zurückzulassen, sowohl wegen den hier aufbewahrten Erinnerungen als auch der Sorge um ihre Sicherheit. Doch er verließ schließlich die Hütte, nachdem er eine kurze Verabschiedung gemurmelt hatte und hier noch seine Stiefel wechselte, damit die Fußabdrücke daheim auch wirklich nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden konnten.
Sein Ritt kam ihm ewig vor und sein Herz begann wieder zu rasen, als er sich der Heimat näherte. Er brachte sein Pferd still und heimlich zurück in den Stall und ganz so als wäre er nie weg gewesen schlich er sich in sein Zimmer zurück. Kaum umgezogen ließ er sich ins Bett fallen, aber er brauchte lange um einzuschlafen.
Am nächsten Morgen weckte ihn aufgeregtes Klopfen an der Tür und ohne seine Erlaubnis trat seine Schwester ein, völlig aufgelöst und kaum angezogen. Sein Vater folgte ihr nach, dank seiner Krücken war er langsamer unterwegs als sie. Aufgeregt berichtete man ihm das seine Verlobte fort war, dass ein Erpresserschreiben gefunden war und eine Leiter vor ihrem Fenster lag. In seinem Schlafmangel war Tomas verwirrt genug um tatsächlich als vollkommen glaubhaft in seiner Aufregung durchzugehen, als er dies hörte. Es brannte ihm in der Seele seinen Vater so anzulügen, aber es musste sein. Der Trubel im Haus war groß, sodass man kaum auf Tomas achtete und er nicht viel Schauspielern musste. Einzig als seine Mutter ihn umarmte schnürte sich sein Herz zu, die liebe Frau dachte gewiss, dass er schrecklich in Sorge um seine Geliebte war.
Ebenso tat Tomas der Nachtwächter leid, der kräftig gescholten wurde. Er verteidigte den Mann schließlich mit der kurzen und energischen Bemerkung das es keine Zeit für Schuldzuweisungen war, was den Zorn wohl vorerst abkühlte. Ein Rabe wurde nach Quellspring entsandt, aber wegen der Drohung auf dem Brief wagte man es nicht einen Suchtrupp abzustellen. Diesen Trubel machte sich Tomas zunutze um sich rasch anzuziehen, ganz so als wollte er im Wald in den Krieg ziehen. Mit Tarnfarben, Lederrüstung, Langbogen und einer ganzen Menge Pfeile stapfte er vom Haus davon. Als man ihn aufhalten wollte brüllte er nur er würde jetzt seine Verlobte zurückholen und eilte los. Sein Vater konnte ihn nicht halten, er konnte ja nicht einmal rennen. Und von den wenigen Soldaten war Niemand in der Lage ihn im Wald zu verfolgen. Er war bewusst nicht zu Pferd, also genau in seinem Element. Der Wald war seine Heimat und ein jeder Strauch kannte ihn beim Vornamen. Unbemerkt gelangte er also zur Hütte zurück, wo er sogleich anklopfte. "Lyssa! Ich bin es! Mach auf!", forderte er.
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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 1:54 pm

Als er weg war, hängte ich das Schloss an die Tür und verriegelte es. Ich wusste wirklich nicht, ob das alles hier so wirklich richtig war. Das ganze hier fühlte sich falsch an. Ich war hier falsch. Ich gehörte hier nicht hin. Langsam setzte ich mich auf das Bett und seufzte. Obwohl ich es nie für möglich gehalten hätte, ich vermisste meine Heimat. Mein Zimmer in dem kleinen Türmchen des Chalets. Meine Familie. Und irgendwie auch meinen Vater, obwohl er nun mal war wie er war. Zusammengerollt und mit Tränen in den Augen schlief ich schließlich doch ein.
Früh am Morgen wachte ich auf und streckte mich. Langsam aber sicher spürte ich die starke Übelkeit, die die Lüge in mir auslöste. Gedankenverloren blickte ich aus dem Fenster, während ich ein Stück Brot und ein bisschen Obst aß, obwohl ich nicht wirklich Hunger hatte. Ich wusste, ich musste essen, ansonsten wäre es ziemlich sinnlos, es wäre schneller vom Dach zu springen als mich hier auszuhungern. Jetzt dürften sie den Brief gefunden haben... Ich hoffe sie machen sich keine zu großen Sorgen... ich seufzte leise und zog mich um, schlüpfte dann aus der Hütte und ging ein wenig in den Wald. Ich liebte die Natur, da musste ich das hier einfach ausnutzen.
Als ich schließlichzurück zur Hütte kam, musterte ich Tomas' Rücken Darf man fragen mit wem du redest? Die Hütte wird dir wohl kaum selber die Tür öffnen...

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 2:06 pm

Tomas klopfte, horchte und wartete. Es zog sich ziemlich lange hin, sodass er begann sich ernste Sorgen zu machen. Sollte er einfach eintreten und nachsehen? Seine Manieren hatten ihn bislang aufgehalten, aber waren sie hier wirklich so wichtig? Wieder klopfte er, dann schreckte er hoch und drehte sich hastig um, als er ihre Stimme in seinem Rücken hörte. Etwas verwundert sah er sie an, strich sich dann verlegen einige Haarsträhnen aus dem Gesicht.
"Ich... äh... dachte du... wärst noch drinnen...", stammelte er unruhig und kam dann erst mit einem Seufzen zur Ruhe. "Alle machen sich große Sorgen um dich. Und jetzt auch um mich...", murmelte er dann. Er wollte es zunächst unerwähnt lassen, doch es brannte ihm so sehr auf der Zunge, dass er es nicht aushielt. "Ich... habe gesagt ich... würde dich retten gehen...", fügte er dann hinzu und sah in den Wald hinein statt in ihre Augen. "Es war dumm, ich weiß. Aber... ich konnte es nicht ertragen zu Hause zu bleiben und ständig zu lügen.", entschuldigte er sich sofort. Warum nur hatte er das ständige Gefühl ihr alle seine Entscheidungen erklären zu müssen?
Langsam entspannte er sich wieder etwas. Er war für normale Verhältnisse immer noch nervös und aufgewühlt, aber seit seinem Aufbruch war es besser geworden. "Das heißt wohl wir müssen hier einige Tage zusammen ertragen.", stellte er fest und wischte sich wieder durchs Haar, nicht weil es unordentlich war sondern aus purer Nervosität. "Naja... es ist wohl besser als am Ende unser ganzes Leben zusammen zu verbringen.", stellte er noch fest und deutete dann zur Hütte. "Hast du abgeschlossen? Ich würde gerne meine Ausrüstung hinein bringen und etwas trinken. Ich sehe so martialisch aus..."
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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 2:24 pm

Ich schmunzelte nur. In meinen Augen war keine Regung zu erkennen, während ich ihn musterte. Ich musste wirkich zugeben, so wie jetzt sah er wirkllich unglaublich gut aus. So erwachsen und stark. In mir regte sich der Wunsch nach Schutz, die Hoffnung, dass er mir diesen Wunsch erfüllen konnte. Schnell verbannte ich diese Gedanken aus meinem Kopf und schüttelte den Kopf Wie du siehst bin ich hier draußen... ich ging langsam auf ihn zu Es ist offen... Und hättest du das nicht gesagt, hätte dein Vater gemerkt, dass du diese Heirat verabscheust... ich ging mit ihm nach drinnen Und wenn du hierbleibst... Schläfst du im Bett, es ist schließlich deins... Ich nahm meine Tasche vom Bett und legte sie an die gegenüberliegende Wand. Ich wollte so viel Abstand wie möglich zwischen uns zu bringen, weil ich genau wusste, dass ich mein wahres Ich nicht verstecken könnte, wenn ich zu nah an ihm wäre. Und das war absolut genau das, was ich um jeden Preis verheimlichen wollte. Es war das bestgehütetste Geheimnis in meinem Leben, und ich hatte Angst, als schwach angesehen zu werden, wenn es doch jemand herausfand. Ich musste schließlich meine Familie beschützen, und wie sollte ich das, wenn meine größte Schwäche offensichtlich wurde

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 2:36 pm

Tomas nickte unsicher. Ja, sie war ganz eindeutig hier draußen. Und vermutlich lag ein kleiner Spaziergang im Wald hinter ihr. Ob sie genauso gerne durch die Natur ging wie er? Es war wohl kaum der richtige Zeitpunkt sich darüber große Gedanken zu machen und schon gar nicht der Zeitpunkt um nachzufragen "Ich... äh... schon gut...", wollte er etwas im Bezug auf seinen Vater erwidern, doch stattdessen senkte sich einfach nur sein Blick. Sie hatte ja Recht, in gewisser Weise sprach sein überhasteter Aufbruch für ihn und trug zum Gesamtbild ihres Ränkespiels bei. Ob ihm dies gefiel wusste er aber überhaupt nicht zu sagen.
Kaum das er eingetreten war und ihre Worte hörte schüttelte er vehement den Kopf. "Auf keinen Fall. Trotz dieser ganzen Entführungsgeschichte bist du ein Gast und sollst daher auf dem Bett schlafen.", bestand er direkt darauf das sie wieder das Bett in Beschlag nahm. Demonstrativ legte er seine Sachen direkt an der von ihr genutzte Ecke ab. "Ich bin es gewohnt auch auf dem Waldboden zu schlafen, also keine Widerrede, du bekommst das Bett.", blieb er direkt weiter dran. Das sie einmal auf diese Weise streiten würden hätte er nie gedacht.
Aber es war ohnehin beinahe Alles seit ihrer Ankunft früher undenkbar gewesen. Sein Blick fiel wieder kurz auf sie, als er seinen Bogen sorgsam weglegte. Sie war wirklich kaum wieder zu erkennen, einfach unfassbar. Mit den Gedanken woanders ging Tomas einige Schlücke Wasser trinken, er ließ sich danach auf den Stuhl sinken und sah unsicher zu ihr herüber. "Wie... war deine Nacht?", fragte leise, sie konnten sich ja nicht die ganze Zeit anschweigen. Oder war es besser wenn er ihr aus dem Weg ging und lieber im Wald verschwand? Der Drang nach einer guten Jagd zur Ablenkung war groß, doch er wollte nicht sofort wieder verschwinden wo er doch gerade erst gekommen war. Und er hatte immer noch Skrupel sie allein zu lassen. "Es wurde übrigens bereits ein Rabe zu deinem Vater entsandt. Alle... haben die Geschichte sofort ohne Zweifel geglaubt...", erzählte er noch, was ihm innerlich sehr weh tat. Alle hatten eine dreckige Lüge geglaubt...

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Vasilyssa Krenz

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 2:57 pm

Ich seufzte Ich will dein Bett nicht, Tomas. Weder heute noch irgendwann. Deshalb machen wir das alles hier schließlichwehrte ich ab und blieb bei meiner Tasche Meine Nacht war gut... Die Nähe zur Natur ist sehr entspannend... Kurz huschte mein Blick zum Fenster. Ich wusste nicht, ob ich mit diesem Smalltalk klar kam, aber die Tage,mdie wir hier miteinander verbringen würden, schweigsam zu bleiben wäre auch keine zufriedenstellende Lösung Wenn das ganze vorbei ist und du die Frau deiner Träume geheiratet hast, muss ich mich bei deiner Familie entschuldigen... Es schmerzt, ihnen solche Sorgen zu bereiten, vor allem deiner Mutter... Andererseits dürfte deine Schwester sich auch ein bisschen freuen, jetzt ist sie wieder das schönste Mädchen in ganz Jägershof... Ich seufzte und zog die weichen Lederstiefel an, meine Füße waren bisher nackt gewesen. Ich liebte das Gefühl des weichen, kühlen Grases an der Haut, weshalb ich meine Spaziergänge oftmals barfuß unternahm. Außerdem lenkte mich dieses schöne Gefühl von der Übelkeit ab, zumindest solang ich mich wirklich auf die Natur einließ.
Unsicherheit machte sich in mir breit, als sich die Stille zwischen uns ausfehnte, ich wusste einfach nicht was ich sagen sollte. Ich wollte nich über seine Familie reden, um ihm as nicht immer wieder ins Gedächtnis zu holen, und über die Zukunft konnte ich nicht sprechen, ich wusste nicht was auf mich zukommen würde.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 3:08 pm

Tomas seufzte und nickte schließlich. "Mag sein... aber... die letzte Nacht hast du auch darin geschlafen, also kann es so schlimm nicht sein. Ich hingegen würde mich wirklich mies fühlen, wenn du wegen mir auf dem Boden schlafen musst.", gab er schon zum Teil nach, aber ganz überzeugt hatte sie ihn nicht. Ihr Blick zum Fenster blieb ihm nicht unverborgen, sodass er sich sofort selbst hinterfragte. War es wirklich gut hier mit ihr zu sprechen?
Ein leichtes Lächeln huschte auf sein Gesicht. "Das finde ich auch. Ich kann hier immer besonders gut schlafen. Der Wald ist hier so unberührt, es ist einfach himmlisch.", klang er ganz verträumt, als er nur an den Wald hier dachte. Eine Gemeinsamkeit, immerhin. Kurz sah er selbst auf einem Fenster, dann aber wurden die Worte wieder sauer. "Ich weiß nicht ob es klug wäre... ", murmelte er und seufzte. "Ich mag gar nicht daran denken was sie sich jetzt ausmalen. Und deinem Vater tun wir ja dasselbe an.", fielen ihm die Worte hörbar schwer, erst ihr letzter Satz ließ ihn schmunzeln. Verwundert stellte er fest, dass sie Recht hatte. Sie war die schönste Frau auf Jägershof gewesen. Überhaupt... war ihr Anblick verwirrend, solch eine Schönheit war sie geworden.
Tomas spürte, wie sich wieder die Stille einschlich. Er sah verlegen zum Boden, dann wieder aus dem Fenster. Mit hörbarem Seufzen erhob er sich und schulterte wieder seinen Bogen samt Köcher. "Wir... sollten nicht den ganzen Tag hier hocken und einander anschweigen...", fand er und biss sich auf die Unterlippe. "Ich möchte im Wald spazieren gehen.", erklärte er, was eigentlich kein Problem sein sollte. So hätten sie ihren Abstand voneinander. Doch da war eine Sache, die wollte ihm nicht aus dem Kopf, er wollte sie einfach nicht allein lassen wo er gerade erst gekommen war. "Kommst... du mit? Ich kenne... einige sehr schöne und ruhige Ecken. Vielleicht... kommen wir an der frischen Waldluft auf andere Gedanken.", machte er also einen Vorschlag, den er sich so ebenfalls nie erträumt hatte. Doch sie hatte selbst gesagt das ihr der Wald gefiel und irgendwie mussten sie sich ja die Zeit vertreiben.

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Vasilyssa Krenz

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 3:31 pm

Ich brummte leise Mein Vater hat es verdient, mal in seine Schranken verwiesen zu werden. Seit dem Tod meiner Mutter ist er ein Tyrann, quält meine Geschwister und setzt sie dermaßen unter Druck, dass meine kleine Schwester Angst hat, mit ihm zu reden! Außerdem wird er das Geld schneller wieder zurückbekommen als ich einen Ehemann finden werde! einen Momemnt lang hörte man, wie sehr ich darunter litt, dass mein Vater sich so benahm, dann jedoch verbarg ich das sofort wieder hinter meiner Maske Ich glaube nicht, dass es so gut wäre, wenn ich dich begleiten würde... Ich glaube, es wäre besser, wenn wir... nicht so viel Zeit miteinander verbrächten... In ein paar Tagen wird das alles hoffentlich vorbei sein, und dann wirst du wieder deine Ruhe haben... Daran sollten wir besser nichts ändern... Insgeheim wollte ich mich einfach nicht zu sehr daran gewöhnen, dass jemand in meiner Nähe war, der sich, wenn auch nur aus Mitleid, um mich sorgte. Es wäre zu schmerzhaft, diesen Schutz, so flüchtig er auch war, so schnell wieder zu verlieren. Nicht schon wieder.
Ich stieß mich von der Wand ab und ging zur Tür Ich will keine noch größere Last sein als ich es eh schon bin... murmelte ich noch, bevor ich aus der Tür schlüpfte und über die kleine Lichtung zum Wladrand

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 3:43 pm

Mit einem Kloß im Hals der mit jeder Sekunde anwuchs hörte Tomas stillschweigend zu, was Vasilyssa da erzählte. Er hatte ihren Vater so nie wahrgenommen, auch wenn er wusste, dass er nicht immer gut zu ihr gewesen war. Ihre Worte trafen ihn, auch wenn er es gar nicht geahnt hätte. Innerlich verfluchte er sich dafür, dass er dieses Thema überhaupt angeschlagen hatte und für den Moment stand er einfach nur wie ein begossener Hund da. Dann aber fasste er sich ein Herz und sah ihr in die Augen als er sprach.
"Das ist furchtbar.", murmelte er zunächst nur, doch er wollte noch so viel mehr sagen. "Mit meinem Vater war es auch nie leicht, mein halbes Leben habe ich ohne ihn verbracht. Aber wenn er da war konnte ich mich wenigstens an ihn wenden. Ich... ich wusste nicht das du...", kamen doch leider nur die falschen Worte heraus und selbst derer zu wenig. Betroffen sah er wieder zu Boden. "Du wirst einen guten Ehemann finden, die Liebe deines Lebens. Lyssa, du willst es jetzt bestimmt nicht hören, aber du bist so eine wunderschöne Lady... da wirst du dich vor Verehrern bald nicht retten können...", konnte er immerhin in einer Sache ehrlich bleiben und sagen was er dachte.
Irgendwie war er nun doch ganz froh über ihre Ablehnung. Ihr Wortwechsel war ihm unangenehm gewesen, daher nickte er nur stumm und ließ sie gewähren. Er schloss die Tür hinter ihr und aß noch einen Happen, dann machte er sich selbst auf den Weg in den Wald. Ihr aus dem Weg zu gehen war dabei leicht, schließlich war der Wald riesig. Er prüfte lediglich anhand ihrer Spuren in welche Richtung sie aufgebrochen war, um zu verhindern das sie unbewusst in Richtung Jägershof spazierte. Doch es schien alles in Ordnung und so vertrat er sich selbst die Beine.
Es blieb sehr schnell nicht nur beim Spaziergang. Sein Blick senkte sich zu Boden und er suchte nach einer Fährte. Er war in seiner Jagdhütte, hatte Bogen und Pfeile dabei, da sprach einfach Alles für eine Jagd. Erstaunlicherweise musste er auch gar nicht lange suchen. Wie so oft wurde er an einem kleinen Bachlauf fündig. Es war eine große Spur, eindeutig ein Braunbär. Eigentlich ging Tomas diesen Tieren aus dem Weg, doch zu seinem Schrecken führte die Spur direkt zu Lyssa! Tomas bewegte sich stets gegen den Wind, aber von dieser jetzigen Position aus konnte er erkennen, dass das ein ausgewachsener Bär in Richtung seiner Verlobten stapfte, zweifellos würde er ihre Witterung aufnehmen wenn er den hungrig oder wütend genug war. Sein Schritt beschleunigte sich sogleich.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 3:59 pm

Ich will keinen Ehemann, ich will frei sein! knurrte ich wütend und verschwand zwischen den Bäumen. Sobald die Schatten des Waldes mich umschlossen, spürte ich die Tränen auf den Wangen Du kannst dich so glücklich schätzen... Er war vielleicht nicht immer da, aber er war für dich da wenn du ihn brauchtest... Meiner hat mich gerade dann, wen ihch am Boden lag, noch tiefer in den Dreck getreten... Ich konnte nicht verhindern, dass die alten Selbstzweigwl und der Selbsthass wieder hochkamen. Vielleicht hätte ich einfach mehr um die Zuneigung und den Stolz meines Vaters kämpfen müssen. Mehr so sein sollen wie er mich haben wollte. Gut, dafür hätte ich ein Mann werden müssen, aber es musste noch einen anderen Weg geben. Einen Weg, seinen Hass auf mich zumindest zu lindern. Wütend kickte ich einen Stein aus meinem Weg, hüpfte über einen kleinen Bachlauf und ging weiter. Wütend wischte ich mir die Tränen weg und ging weiter. Da ich wegen all der Gedanken jedoch kaum darauf achtete, wohin ich ging, bemerkte ich das Loch im Boden nicht, vermutlich der Eingang zu irgendeinem Tierbau. Ich fiel und ein heftiger Schmerz zuckte durch mein Bein. Mit einem schmerzhaften Schrei fiel ich und versuchte, wieder auf die Beine zu kommen, doch innerhalb weniger Minuten schwoll mein Knöchel an und begann zu brennen, sodass ich ihn nicht mehr bewegen oder belasten konnte. Und als wäre das alles noch nicht schlimm genug löste sich ein dunkler Schatten. Ein ausgewachsener Bär richtete sich auf die Hinterbeine auf, ein dunkles Knurren drang aus seiner Kehle. Ich erstarrte vor Angst und konnte den Blick nicht von ihm abwenden.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 4:17 pm

Tausende Gedanken flogen durch Tomas Kopf, während er mit gebückter Haltung und größter Eile durchs Unterholz huschte. War der Bär überhaupt an Lyssa interessiert? Sollte er nicht lieber aufpassen dem Tier nicht selbst über den Weg zu stolpern? Was wenn er bereits zu spät dran war?, lauteten die wohl dringlichsten unter ihnen, hinzu kamen ungezählte und irrwitzige Szenarien, allesamt endeten damit das Jemand zu Bärenfutter wurde. Seine geübten Schritte waren sicher und leise, er kam schnell voran bis er irgendwann glaubte ein tiefes Knurren zu hören.
Sofort warf er sich an den nächsten Baum. Ja, da war eindeutig der Bär! Er konnte den Pelz und kraftvolle Bewegung in der Ferne durch die Baumwipfel hindurch sehen. Angestrengt spähte er voraus, huschte dabei näher, auch wenn es riskant war und so ziemlich das Dümmste was er angesichts der gewaltigen Tiers tun konnte. Entsetzt riss er die Augen auf, als er helle Farben wahrnahm, die so gar nicht in den Wald gehörten. Vasilyssa war nah beim Bären! Und sie schien starr vor Angst, so jedenfalls glaubte er es zu erkennen.
Eiligst huschte er näher, bereits einen Pfeil im Bogen eingelegt, aber aus Sicherheit nicht gespannt. Dann erst konnte er das ganze Elend sehen, die Lady musste wohl feststecken. Sein Herz raste, als er ins Freie trat. In diesem Moment richtete sich der Bär bereits bedrohlich über ihr auf, offenbar gefiel ihm ihre Anwesenheit ganz und gar nicht. Tomas wirbelte sofort mit den Armen durch die Luft. "He! HE! Du verlauster Fußabtreter! Hier bin ich!", schrie er so laut er konnte. Seine Rechnung ging auf und der Bär widmete sich nicht mehr der Frau am Boden, sondern der Bedrohung. Im Verstand des Bären musste Lyssa wohl gerade ziemlich uninteressant geworden sein, dafür stapfte der Bär knurrend und drohend auf Tomas zu, der seinen Bogen spannte.
Endlich konnte er schießen, vorhin war es viel zu riskant gewesen. Einen Bären mit einem Schuss zu erledigen war ein Ding der Unmöglichkeit, sodass ein verwundetes Tier sicherlich eine noch größere Gefahr für Lyssa geworden wäre als es ohne hin der Fall war. Tomas blieb nun ganz ruhig stehen, während der Bär sich wieder auf die Hinterbeine stellte und knurrte. Er regte sich nicht mehr, hielt einfach nur den Bogen bereit und den Pfeil direkt auf den Bären gerichtet. Er war einige Körperlängen auf Abstand, aber immer noch absolut imposant.
Tomas Finger begannen zu zittern, aber er rührte sich nicht. Der Bär knurrte, stapfte aber nur unschlüssig auf der Stelle. Tomas wollte nicht kämpfen und erst Recht nicht weglaufen. Sein sorgenvoller Blick glitt für eine Sekunde zu Vasilyssa, da vernahm er in seinem Augenwinkel rasche Bewegung. Der Bär eilte einige Sätze davon, blieb dann wieder knurrend stehen und Tomas lächelte schwach. Er wusste, dass er gewonnen hatte. Langsam, trat er auf die Lady zu. "Gar nicht bewegen. Bleib einfach nur liegen. Er weiß gerade nicht, ob wir Beute oder Jäger sind und das ist gut so. Rühr dich nicht.", sprach er ganz leise mit ihr, weitere Töne wollte er vermeiden. Wie von ihm erwartet trottete der Bär sichtlich genervt davon.

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Vasilyssa Krenz

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 4:32 pm

Je näher der Bär kam, desto lauter wurde sein Knurren, desto schneller schlug mein Herz und desto mehr Farbe wich aus meinem Gesicht. Ich mochte sonst eine Kämpfernatur sein, aber unbewaffnet gegen einen ausgewachsen Braunbären zu kämpfen wäre schon für einen Mann wie Tomas oder meinen Vater mehr als gefährlich, bei meiner Körpergröße und eher zierlichen Statur wäre es ein klares Todesurteil gewesen. Bevor ich mir jedoch groß Gedanken darum machen konnte, wie ich wohl sterben würde - zerfleischt, erschlagen oder gefressen - erregte etwas anderes die Aufmerksamkeit des Bären, sodass er sich von mir entfernte. Ich begann heftig zu zittern, langsam hob sich der Nebel um meine Gedanken. Als ich erkannte, was mich da gerettet hatte, staunte ich nicht schlecht. Es wäre seine Gelegenheit gewesen mich loszuwerden. Doch eigentlich hätte ich wissen müssen, dass er es nicht zugelassen hätte. Sein Ehrgefühl war zu groß, um jemanden, aelbst jemanden wie mich, einfach so dem Tod zu überlassen.
Seiner Aufforderung, still zu sein, konnte ich ohne Probleme nachkommen, den ein harter Kloß saß in meiner Kehle, hielt jedes Wort zurück, das sich eventuell in meinem Kopf hätte bilden können. Nciht, dass da irgendwas gewesen wäre außer Angst. Ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal eine solche Angst gehabt hatte. Vermutlich damals, als mein Vater mich am Kragen gepackt und als Dreijährige aus dem Fenster des Turms gehalten hatte. Ich lass dich fallen, wenn du mir nicht sofort sagst, wo deine Brüder sind! hatte er immer und immer wieder gebrüllt, ich hatte geweint und geschrien. Schließlich hatte meine Mutter ihn aufgehalten und mich wieder sicher auf festen Boden gebracht.
Gerade in dieser absurden Situation, während der Bär sich entfernte, flackerten die Erinnerungen an dieses Ereignis vor so vielen Jahren kn meinem Kopf auf, die Angst stand mir deutlich ins Gesicht geschrieben.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 4:40 pm

Tomas Herz klopfte noch immer, während er dem Bär minutenlang bei seinem Rückzug zusah. Den Bogen hielt er dabei die ganze Zeit in der Hand, wagte nicht ihn abzulegen oder sich gar umzudrehen. Erst als der Bär lange außer Sichtweite verschwunden war ließ er seine Waffe sinken. Ein Gefühl unbändiger Freude machte sich in ihm breit. Seine Finger fühlten sich taub an, so lange hatte er sich an der Bogensehne verkrampft, doch abgesehen davon machte sich eher Wärme in ihm breit. Es war die Erleichterung und das Adrenalin, nach dieser brenzligen Gefahrenlage.
Vorsichtig schob er den Pfeil in den Köcher zurück, dann erst beugte er sich zu Vasilyssa herunter. "Er ist weg.", sprach er zunächst ziemlich dümmlich das Offensichtliche aus. "Du steckst fest!", ging es nun lauter, aber immer noch ohne wirklichen Verstand. Sofort kniete er sich neben sie, ihrem Gesicht war die gesunde Farbe abhanden gekommen, aber auch Tomas sah wohl gerade nicht anders aus. Vorsichtig rutschte er näher, um sich ihr Bein besehen zu können.
"Wenn du einem Bären begegnest, dann musst ganz ruhig bleiben. Du darfst dich kaum bewegen, dann weiß er nicht was er tun soll. Du darfst auf keinen Fall weglaufen oder klettern, denn er ist viel schneller.", erklärte er das Verhalten in zukünftigen Fällen, als gebe es gerade keine anderen Sorgen. Es diente jedoch eher einer Ablenkung, es sollte ihrem Geist andere Gedanken verschaffen, denn ihre Aufregung stand ihr ja deutlich ins Gesicht geschrieben. Erst als eine seiner Hände ans Erdloch ging fühlte Tomas selbst, dass er zitterte. Geradezu erschrocken zuckte er hoch, als er ihre Haut berührte. Er sah sie an und blickte kurz verwirrt drein, beugte sich dann aber doch wieder vor. "Ich helfe dir raus, warte.", entschied er sofort und machte sich behutsam daran ihr Bein zu befreien.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 4:53 pm

Ich war unfähig zu antworten, anfangs. Doch als er dann begann mich darüber aufzuklären, wie ich mich verhalten sollte, verschwand der Kloß und ich schnauzte ihn mit zitternder Stimme an Ich hab mich grade ja auch so viel bewegt! Stell dir vor, das war nicht das erste Mal dass ich einem Bären begegne! meine Stimme brach, als seine Finger meine Haut berührten, dann fuhr ich leise fort Aber danke... Ohne dich wär ich glaub ich... Nicht heil hier rausgekommen... es war fast schon ein Ding der Unmöglichkeit mir eine Entschuldigung oder einen Dank abzuringen, und dass das jetzt freiwillig passierte, grenzte an ein Wunder. Normalerweise hätte ich es nicht eingesehen, warum ich mich bei ihm hätte bedanken müssen, aber in diesem Fall verdankte ich ihm wohl wirklich mein Leben. Da konnte man mal eine Ausnahme machen, oder?
Sobald mein Fuß frei war, zog ich ihn hastig aus seiner Reichweite. Das Brennen hatte in der Sekunde aufgehört, als er mich berührt hatte, jetzt kribbelte mein Fuß als würden tausend Ameisen darüberlaufen. Ich konnte es mir nicht erklären, warum mein Körper dermaßen intensiv auf Tomas reagierte, aber jede seiner Berührungen rief dieses Kribbeln hervor. Es war nicht unangenehm, eher... unbekannt und ein bisschen einschüchternd. Daher versuchte ich jetzt, allein wieder auf die Füße zu kommen, und obwohl der Schmerz zurückkehrte und mit erschreckender Wucht durch mein bein nach oben zuckte, machte ich tapfer einige Schritte und versuchte, mir den Schmerz nicht anmerken zu lassen, was sich als ziemlich schwer herausstellte. Wie sollte ich den Schmerz verbergen, wenn mein Bein nur noch daraus zu bestehen schien?

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 5:05 pm

Zum ersten Mal in seinem Leben war Tomas erleichtert darüber von Vasilyssa Krenz zur Sau gemacht zu werden. So schlecht konnte sie es also nicht überstanden haben, wenn ihr noch dir Kraft blieb schnippisch zu sein. Eine Kämpferin war sie ja immer schon gewesen, blöd nur das sie beträchtliche Zeit gegen ihn gekämpft hatte. In diesem Moment lächelte Tomas sogar schwach, als er angepflaumt wurde. Alles war beim Alten, ihr war nichts geschehen. Es war... seltsam beruhigend.
"Schon gut.", murmelte er dementsprechend hastig, als sie sich bedankte. Großen Wert legte er eigentlich nicht auf ihren Dank, obwohl er ihr gerade vielleicht das Leben gerettet hatte. Dies allein war schon Anlass für Kopfzerbrechen, denn wenn er ehrlich mit sich war, dann hatte er in diesen bangen Momenten nicht einen Gedanken an seine Ehre verschwendet. Oder war er nur wegen der Angst so aufgewühlt? Es musste die Angst sein, jedenfalls erschien ihm dies bequemer.
Er brachte es schnell hinter sich ihr zu helfen, überließ ihr dann bereitwillig wieder ihren Platz und Abstand. Er seufzte nur kurz, als sie so los humpelte. Hinter seinem Rücken rieb er derweil die Hände am Stoff seines Oberteils. Warum nur kribbelte jede Berührung mit ihr? Zögerlich betrachtete er sie, dann schüttelte er genervt den Kopf.
"Ich bin nicht giftig, weißt du?!", entfuhr es ihm, als ihr Kämpferherz ihm nunmehr lästig vorkam. Ob sie es wollte oder nicht, er trat zu ihr und legte ihren Arm über seine Schulter um sie zu stützen. Wütend sah er sie an. "Ich lasse dich nicht bis zur Hütte so jämmerlich humpeln. Du wirst dir jetzt gefälligst nochmal helfen lassen und damit ist Ruhe.", machte er seinem Ärger Luft. Nicht nur dem Ärger über ihre Sturheit, da war ohnehin jede Menge angestauter Emotion bei ihm vorhanden. Er hatte lügen, sich aus dem Haus schleichen und sich mit einem Bären anlegen müssen. All dies innerhalb von zwei Tagen um ihre Ankunft herum. "Ich bringe dich zur Hütte.", erklärte er dann, immer noch fest gewillt sie zu stützen, auch wenn sein Herz seltsamerweise nur noch höher schlug.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 5:14 pm

Warum musste er nur so verdammt stur sein? Warum musste ich nur so verdammt stur sein? Als sein Arm mich berührte, zuckte ich zurück, konnte jedoch nicht weg. Ich spannte mich unter seiner Berührung an Lass mich los, Tomas! stieß ich zitternd hervor Lass mich auf der Stelle los! Diesmal war es nicht mein Stolz oder meine Sturheit, es war die Angst, die meinen Worten die Dringlichkeit und Schärfe verlieh. Du kannst tausendmal ein Ritter sein und mir tausend Mal das Leben retten, ich will keine Berührung! Weder von dir noch von jemand anderem! Nicht heute, nicht morgen, und nicht in zehn Jahren, ist das so schwer zu verstehen? ich hatte diese Worte schreien wollen, aber schlussendlich kam nur ein leises, fast schön jämmerlich weinerliches Flüstern heraus. Es war, als spräche ich erneut mit meinem Vater, an diesem Tag vor 11 Jahren. Ich hatte ihn angeschrien, dass er die Finger von mir lassen solle, es nicht mehr wagen solle, mich zu berühre, ähnlich wie ich es in leiser Form gerade bei Tomas getan hatte. Mein Vater hatte mich ausgelacht und mich derart geschlagen, dass ich danach zwei Tage lang beim Maestwr verbringen musste, um keine schwerwiegenden Schäden davonzutragen. Vielleicht wäre es fair gewesen, Tomas das zu sagen, ihm zu erklären, warum ich keine Berührungen wollte. Aber gleichzeitig war es eigentlich egal. Er konnte mich nicht ausstehen, und ich wusste, in ein paar Tagen oder Wochen wäre ich frei, könnte hingehen wohin ich wollte, ohne noch länger darauf achten zu müssen, was meine Worte bei Tomas bewirkten. Warum also sollte ich ihm das Mädchen hinter der Lady preisgeben, wenn er es bald nie wieder sehen würde?

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 5:25 pm

Seine Augen verengten sich nur noch. Er ließ sie nicht los, ganz bestimmt nicht. Weder bei ihrem anfänglichen Zetern noch ihrem weinerlichen Flüstern. Ein schweres Seufzen entfuhr ihm. "Das ist mir jetzt reichlich egal...", brummte er und sah sie noch einmal an. Von Kopf bis Fuß und wieder zurück. Er hielt ihren Arm einfach fest über seiner Schulter, es war kein schmerzhafter Griff und er versuchte sogar so sanft zu sein wie möglich ohne ihre eine Chance auf Entkommen zu lassen. Er glaubte nur das Richtige zu tun, auch wenn sie es schwer machte. Sicherlich wäre es einfacher gewesen sie einfach in Ruhe zu lassen, ihr ganzes Vorhaben diente letztendlich ja nur diesem Zweck. Doch im Moment kam es ihm nicht in den Sinn, aller Worte zum Trotz.
"Ich mache das hier nicht weil ich ein beschissener Ritter bin.", knurrte er sogleich und sah sie streng an. "Ich tue es auch nicht um dich zu ärgern oder dir das Leben gar zur Hölle zu machen.", fuhr er fort, er wurde mit jedem Wort merklich sanfter. "Ich werde dich jetzt zur Hütte bringen und dort deinen Knöchel untersuchen, ob du es willst oder nicht. Ich will es selber ja noch viel weniger. Ich tue es einzig und allein für meine Familie und weil ich es nicht ertragen würde wenn ich ihnen erzählen müsste das du mitten im Wald verreckt bist. Das wird nämlich geschehen, wenn du weiter so stur bist. Nicht unbedingt wegen dem Knöchel, aber wer weiß...", war er dann schließlich fertig.
Dieses Mädchen war doch wirklich unglaublich. War beinahe von einem Bären gefressen worden regte sich aber scheinbar mehr darüber auf wenn er ihren Arm berührte. Tomas konnte nicht einmal selbst sagen ob seine folgende Handlung aus Trotz geschah, um ihr zu helfen oder um sie tatsächlich zu ärgern. Doch er hob sie hoch. Kraftvoll und sanft begann er sie auf Händen zu tragen. Sollte sie doch schreien. Sollte sie doch um sich schlagen. Er würde sie sicher zur Hütte bringen und vermutlich nie wieder ein Wort mit ihr reden.
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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 5:42 pm

Ich presste die Lippen zusammen und knurrte leise, merkte aber deutlich dass er mich nicht loslassen würde, es sei denn ich biss mir den Arm ab. Jetzt weiß ich wieder, warum ich so froh war, als du damals endlich weg warst! zischte ich wütend und wollte losgehen, doch als er mich hichhob, quiekte ich erschrocken auf. Mein ganzer Körper spannte sich an, einerseits damit ich das Kribbeln ignorieren konnte und andererseits, weil sein Körper den meinen jetzt an so vielen Stellen berührte, die absolute Tabuzone ware , dass ich mich sehr beherrschen musste, ihm nicht die Nase zu brechen Du solltest aufpassen, was du tust, denn wenn du so weitermachst, bin ich es, die deiner Familie sagt, du seist im Wald verreckt! Es war eine leere Drohung, ich konnte niemanden töten, konnte ja nicht mal Blut sehen. Dennoch vermittelte diese Drohung deutlich, wie sehr ich es verabscheute so berührt zu werden.
Selbst mein Vater hatte in den letzten beiden Monaten, seit er mir von der Verlobung erzählt hatte, gelernt, mich nicht mehr anzufassen. Bei ihm hatte ich jedoch auch keine Vorbehalte gehabt, als ich ihm beim Abendessen die Hand mit seinem Messer auf den Tisch genagelt hatte, weil er mich mal wieder ziemlich intim berührt hatte. Das konnte ich bei Tomas aber nicht machen, denn einerseits hatte ich weder Messer noch Tisch und zum anderen hatte ich gemischte Gefühle, wenn ich daran dachte, ihn zu verletzen. Deshalb war ich still, als er mich den Weg zur Hütte trug

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 5:55 pm

"Geht mir genauso...", brummte Tomas, kaum das er ihre Schmähung vernommen hatte. Bei jeder anderen Person hätte er es wohl einfach hingenommen, doch mit Vasilyssa war es etwas Anderes. Sie hatten sich so viele Dinge an den Kopf geworfen, da hatte er seine üblichen Skrupel auch nur ein böses Wort zu sprechen schlicht abgelegt. Er war es einfach gewöhnt gewesen auf überaus ruppige Art mit ihr zu Reden und dies schien wieder hervor zu brechen.
In gewisser Weise war es aber auch hilfreich. Es hinderte ihn daran sie einfach auf den Boden fallen zu lassen, als sie ihm drohte. Seine Gesichtszüge verzogen sich jedenfalls deutlich. Sie hatte es wieder einmal geschafft ihm Bauchschmerzen zu bereiten. Stillschweigend und mit einigem Groll in sich trug er sie also davon, zumal sie sich letztendlich doch nicht wehrte und auch darauf verzichtete ihn zu ermorden. Erst direkt vor der Hütte ließ er sie herunter sinken, um die Tür zu öffnen. Damit ließ er aber nicht von ihr ab, er stützte sie bis sie das Bett erreicht hatten und sie sich darauf sinken ließ.
Ein erleichtertes Aufatmen war bei ihm zu hören, als er die Tür schließen ging und seinen Bogen beiseite legte. Ein wütender Blick traf Vasilyssa. "Da siehst du... du hast es überlebt...", murmelte er, jedoch so dermaßen leise, dass sie es kaum würde hören können. Es war so Absicht gewesen, denn obwohl er seinem Ärger Luft machen wollte, wollte er sie doch seltsamerweise nicht noch weiter verletzen. Seine Arme kribbelten und er lächelte ganz kurz, als er sich diesem Gefühl hingab. Doch einen Atemzug später widmete er sich wieder der widerspenstigen Lady.
Wie angedroht ging er zu ihrem Bett, um ihren Knöchel zu untersuchen. Doch er hielt inne, berührte sie vorerst nicht und sah etwas ängstlich zu ihr. Die Wirkung des Adrenalins schien verflogen und damit auch Trotz und Übermut. "D-darf... ich dich jetzt kurz untersuchen...", sprach er leise und höflich. "...bitte...", fügte sich sogar wie von selbst ein Wörtchen an, von dem er fest geglaubt hatte es ihr nie sagen zu müssen. Er lächelte sie schwach an. Noch immer war er sauer auf sie und sie war es vermutlich umso mehr auf ihn. Aber er konnte sie einfach nicht in Ruhe lassen, es plagte ihn, doch das Gefühl ihr helfen zu wollen gewann den Kampf gegen die Abneigung scheinbar spielend.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 11:25 pm

Ich konnte es nicht erwarten, bis er mich endlich losließ, gerade weil ich nicht wollte, dass er mich losließ. Das Kribbeln drang scheinbar bis in mein Innerstes vor und rührte dort irgendwas an, das ich so noch nie gespürt hatte. Aber auch, als er mich auf dem Bett abgesetzt und weggegangen war, blieb das Kribbeln bestehen, was mich zusehens verwirrte. Was war das dür ein Gefühl? Diese Wärme in meinem Bauch? Ich konnte es partout nicht zuordnen, konnte nichtmal sagen, ob es ein positives oder ein negatives Gefühl war. Allerdings tendierte ich zu negativ, schließlich trat es immer dann auf, wenn Tomas mit berührte. Was von ihm kam, konnte für mich nicht positiv sein. Wenn es sein muss... murmelte ich geistesabwesend, völlig versunken in meine Gedanken. Ich hatte nichtmal seine Frage so wirklich mitbekommen, spürte stattdessen diesen fremden Gefühlen nach. Ich wollte wissen, was das war, damit ich es in Zukunft vermeiden konnte. Es raubte mir die Fähigkeit, klar zu denken, und bei dem was wir hier vorhatten, war es wichtig, dass ich bei klarem Verstand blieb. Was wäre schließlich, wenn ich so gedankenverloren durch den Wald und einem Jäger vor die Füße lief? Dann wäre der ganze Plan zunichte und ich würde diesen aufgeblasenen eingebildeten Gockel doch noch heiraten müssen.
Ich hatte schon vollkommen vergessen, wie sehr mich das immer genervt hatte, dass er so unsicher war, für alles eine Erlaubnis brauchte. Klar, dass er so kein Mädchen rumbekam, schließlich wollte das schöne Geschlecht erobert werden, nicht um Erlaubnis gefragt.

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BeitragThema: Re: Tomas alte Jagdhütte   Fr März 17, 2017 11:38 pm

Etwas zögerlich nickte Tomas schließlich. Er hatte ihre Erlaubnis bekommen und doch sträubte er sich. Dabei lag es nicht einmal an ihrem geistesabwesenden Gemurmel oder der Tatsache das sie ihm wohl kaum richtig zugehört hatte. Vielmehr fürchtete er sich vor diesem seltsamen Gefühl wenn er sie berührte. Es kostete also einige Überwindung endlich loszulegen, dabei wollte er doch nur ihren Knöchel auf etwaige Verletzungen untersuchen.
Rein äußerlich jedenfalls war nichts ungewöhnlich, abgesehen von etwas Dreck vom Erdloch. Es schien ganz so, als wäre sie wirklich makellos, nur äußere Einflüsse vermochten es sie zu trüben. Tomas schluckte und ging endlich zu Werk. Zunächst tastete er ihren Knöchel vorsichtig ab, achtete auf ihre Reaktion. "Sag mir wann es weh tut und wenn es besonders schlimm ist.", bat er sie, jedoch ähnlich abwesend wie sie zuvor. Vorsichtig nahm er ihren Schuh ab, begann dann kräftiger zu tasten und ihren Fuß etwas in unterschiedliche Richtungen zu strecken. All dies sollte dem Zweck dienen eine mögliche Verletzung zu erkennen, doch sein Blick gehorchte in dieser Hinsicht ganz und gar nicht.
Immer wieder ertappte er sich dabei Vasilyssa einfach zu betrachten, statt wirklich auf die Untersuchung zu achten. Es ging sogar soweit das er ihr unabsichtlich ein wenig übers Bein strich. Es war wirklich nur kurz, aber er schreckte sofort zurück und blickte verlegen auf. Sogleich war das Kribbeln wieder da und er ging lieber sofort zum Fenster. "Du hast wohl Glück gehabt..., lautete sein finales Urteil. Ob er damit richtig lag konnte er nicht sagen. War sein Kopf etwa immer noch im Wald bei dem Bären? Wo sonst sollte er sein? Wie gebannt starrte er aus dem Fenster, dabei gab es doch draußen nicht mehr zu sehen als die üblichen Bäume und sachte Bewegung des Winds.

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