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 Turm der Hand

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Jaime Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Fr März 31, 2017 10:19 pm

Jamie wusste nicht, welche Reaktion genau er erwartet hatte. Einen Wutausbruch? Kalte Abweisung? Resignation? Vielleicht eine Mischung aus alledem. Doch was er stattdessen in Tywins Augen sah und in seinen Worten hörte, war Verständnis. Zwar gemischt mit Resignation doch eindeutig Verständnis. Jetzt geht es wahrhaftig mit ihm zu Ende, dachte Jaime unwillkürlich. Vermutlich hatte sein Vater einfach keine Kraft mehr sich aufzuregen und heuchelte sein Verständnis. Anders konnte Jaime es sich nicht erklären. Doch ob am Ende seiner Kräfte oder nicht, Tywin Lannister sah und wusste noch immer so gut wie alles. "Deine Liebe zu ihr erlischt." Er hatte es nie so ausdrücken wollen, doch im Grunde hatte sein Vater Recht. All die Jahre in Gefangenschaft hatte er nur von Cersei geträumt und niemand anderem und jetzt da er wieder da war, sah sie ihn an wie einen räudigen Hund. Er war enttäuscht, er war wütend und er spürte immer mehr, dass es ihn kaum noch kümmerte.
Jaime musste gegen das Entsetzen ankämpfen, als ein weiterer Hustenschwall aus Tywin herausbrach. Hilflos stand er vor dem Krankenlager seines Vaters und wusste nicht, was er tun sollte. Den Maester rufen? Doch Tywin hatte den alten Mann nicht umsonst weggeschickt, das war ihm klar. Stattdessen reichte er seinem Vater einen Becher mit Wasser, das auf einem Tisch neben dem Bett gestanden hatte, ließ sich auf dem Stuhl daneben nieder und wartete auf Tywins nächste Worte.
Und nun was sollte er sagen? Diese Vermutung schlug ein wie eine Bombe. Jaime öffnete den Mund, nur um ihn wieder zu schließen, während die Wut in ihm aufstieg. Er war schon immer impulsiv gewesen, leicht reizbar, vor allem wenn es um seine Familie ging. Oberyn Martell sollte seinen Vater vergiftet haben? Oh, es passte. Es passte verdammt gut. Zornig ballte er eine Hand zur Faust. "Ich werde ihn finden. Und wenn wir ganz Dorne dafür niederbrennen müssen, die Schlange wird dafür sterben!" Das würde Krieg bedeuten, das war Jaime klar, doch es war ihm egal. Niemand ermordete seinen Vater und kam ungestraft davon!
Doch Jaimes Wut wurde schnell von einem anderen Gefühl erfüllt. Stolz. Denn das, was Tywin ihm da gerade sagte, was er ihm mitteilte, war etwas, von dem der Königsmörder stets geträumt hatte. Das Wissen, dass sein Vater stolz auf ihn war, Anerkennung, ein Gefühl, das wohl jedem Sohn, jeder Tochter zu eigen war. Und in diesem Moment fasste Jaime einen Entschluss: Er würde alles tun, um seinen Vater weiterhin stolz zu machen. Wenn es bedeutete, Lannia zu heiraten und sein Erbe anzutreten, dann würde er es tun. Selbst wenn es hieß, mit Lannia Kinder zu zeugen - und das tat es - würde er es tun. Für das Haus Lennister. Für seinen Vater. Cersei hatte ihn lange genug von dieser Pflicht abgehalten.
Ehrlich und aufrichtig sah er seinem Vater in die Augen. "Ich werde mein Möglichstes tun, Vater."

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Tywin Lennister
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BeitragThema: Re: Turm der Hand   So Apr 02, 2017 4:41 pm

Nur der Blick alleine, der Tywin über das Gesicht huschte, liess Jaime merken das sein Vater es hasste in diesem kränkelndem Stadium auf sein Ende zu warten. Das Wasser aber nahm er an und spülte ein wenig seinen Hals. Es brachte nur wenig. Schleim schien sein Hals sofort erneut zu füllen. Dazu konnte sein Sohn erkennen, wenn er nahe bei seinem Vater war, das die Adern an seinem Hals ganz dunkel hervorstachen und sich auf seiner bleichen und eingefallenen Haut verteilten. Wie ein schattiger Griff der sich um sein Hals legte in einer Geschwindigkeit die Jaime beobachten konnte und gewiss auch ein Hauch von Faszination mit sich brachte. Gut war dies aber bestimmt nicht. Adern sollten nicht so aussehen und besonders nich am Hals. Während das Atmen schwer fiel, klammerte Tywin an seinem Leben fest. "Mein ... Sohn..." dann legte er seine Hand auf Jaimes Schulter und er fühlte wie der Griff seines Vaters körperlich schwach, doch gefühlvoll stark wirkte. " Lass dich nicht von der roten Viper in eine Falle locken. Sprich mit deinem Bruder und gib ihm dies. Aber erst wenn es .... vorbei ist." Mit Mühe beugte er sich rüber zu seiner Ablege neben dem Bett auf dem auch sein Wasser stand. Er öffnete eine Schublade und fummelte umständlich eine Schriftrolle hervor mit 2 Siegeln. Einmal das Löwensiegel und einmal das der Hand des Königs. " Die Götter haben ihn verschont, 2 mal. Er wird vielleicht sogar länger Leben als du selbst. Ich kann ihm nicht verzeihen und diese Entscheidung habe ich schon vor lange Zeit getroffen. Doch er ist ein Lennister...und mein Sohn. Trotzallem. " Die letzten Worte kosteten ihn wertvolle Atemzüge, die ihm scheinbar stück für Stück wegbleiben würden. Er drückte seinem ältestem Sohn die Schriftrolle in die Hand und Jaime sah immer mehr das etwas seinen Vater auffrass direkt vor seinen Augen und kurz davor stand ihn hinfortzuraffen. Tywin sah eine gewisse Hilflosigkeit in Jaimes Blick und er sprach abermals. " Dein ist die Zukunft. Und die deiner Kinder. Hebe dein Haupt und zeig ihnen, das ein Lennister immer....seine Schulden...bezahlt. " Seine Finger streichelten Jaimes Wange kurz.
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Jaime Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Fr Apr 07, 2017 5:41 pm

Sein Vater trank das Wasser. Und doch konnte Jaime geradezu zusehen, wie Tywin Lannister erstickte. Da war keine sichtbare Hand, die ihn würgte, kein präsenter Mörder, der ihn tötete. Nur ein Schatten. Der Schatten eines Mannes, dem Jaime stets einen Hauch von Bewunderung gepaart mit einem größeren Hauch von Abscheu entgegengebracht hatte. Nun war die Bewunderung verschwunden, war ersetzt worden durch eine heiße Wut, die mit jedem krampfhaften Atemzug seines Vaters, mehr Raum ausfüllte. Er sah seinem Vater beim Sterben zu und er konnte rein gar nichts tun. Da war kein Gegner, den er töten konnte, um Tywin zu retten, da war überhaupt nichts, was er tun konnte, außer zusehen, zuhören und in diesen Momenten sein Bestes zu geben, der Sohn zu sein, den sein Vater sich immer erwünscht hatte.
Tywins Hand legte sich auf seine Schulter, eine Geste, die er nun schon so lange nicht mehr ausgeführt hatte. Beinahe automatisch legte Jaime seine linke Hand darüber, als müsste er seinem Vater Halt geben. Als müsste er ihn stützen, ihm helfen. Tywin Lannister, der nie Hilfe oder Unterstützung gebraucht hatte, von dem Jaime stets geglaubt hatte, dass er alles und jeden bezwingen konnte - so auch den Tod. Wie kindisch. Jeder stirbt. Auch, sein Vater, der mächtige Löwe. Und was werden wir sein - ohne ihn? Jaime hatte sich immer auf seinen Vater verlassen, den Lord von Casterlystein, der reiche und mächtige Lannister, der Mann, der ihn aus jeder Situation rettete. Doch hatte Locke ihm nicht gezeigt, dass dieser Mann nicht allmächtig war?
Hilflos und wütend wie er war, fiel es Jaime schwer gefasst zu bleiben. Am liebsten wollte er seinen Vater an den Schultern packen und ihn anschreien, bloß nicht zu sterben? Doch was hätte das gebracht. Mit einer zitternden Hand nahm er schließlich das Pergament entgegen. Tyrion, Tywins Sohn. Was sein kleiner Bruder wohl dafür gegeben hätte, diese Worte je zu hören? Doch es sah nicht so aus, als würde er je die Gelegenheit dazu bekommen. Sein Vater war dem Ende nahe. "Ich werde es ihm überreichen", versprach Jaime und seine Stimme schien von weit weg zu kommen, als wäre das allees hier nur ein skurriler Traum. Und was konnte es anders sein? Der Verlust seiner Hand, sein Rauswurf aus der Königsgarde, die Verlobung mit Lannia und jetzt der Tod seines Vaters? Er war sich sicher, bald würde er aufwachen, an einen Pfahl in seiner eigenen Scheiße gebunden, mit beiden Händen und als Gefangener Robb Starks. Aber es ist kein Traum.
Es gab so viel, was er sagen und fragen wollte, was dieses Pergament bedeutete oder so kindische Fragen wie: Bist du stolz auf mich? Bist du wirklich stolz auf mich? Doch er brachte keines der Worte über seine Lippen. Plötzlich fühlte er sich wieder wie der kleine Junge, der damals mit weit aufgerissenen Augen an der Wiege seines Bruders und dem Totenbett seiner Mutter stand. Klein, hilflos, kidisch. Und so konnte Jaime nur nicken, als er die Finger seines Vaters auf seiner Wange spürte und seine Worte hörte. Er hatte das Gefühl, es würden seine letzten sein.

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Tyrion Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Fr Apr 07, 2017 6:57 pm

Ein Rummsen störte  Jaimes eintretende Trauer und Tywins unvermeidliches Schicksal. Die Türe wurde aufgestossen und man konnte erkennen, wer es wagte diesen fast schon einzigen intimen Vater&Sohn Moment zu stören. Er war weder gross, noch kräftig und wurde begleitet von einem kahlgeschorenen  Mann in schick verzierter ganzkörper-Robe. Varys Blick huschte nur einmal in die Reihen, bevor er sehr bewusst seine Wenigkeit aus der Szene entfernte und die Tür hinter sich schloss als Tyrion hineinstürmte regelrecht und Jaime fast schon tadelnd ansah oder fragend. Sogar nervös. War es wahr? hatte Jaime früher schon etwas gewusst und nach ihm wurde erst jetzt geschickt? Er dachte er würde froh sein, wenn dieser Tag endlich kam. Doch jetzt war er vielmehr voller Sorge um die Zukunft. Nicht Tywins wegen, aber seiner eigenen vielmehr als alles andere. Was würde aus einem halben Lennister werden, wenn der Oberlöwe abdankte?. "Vater...."  Er konnte nicht vielmehr über sich bringen als bei dem Bett stehen zu bleiben. Er hasste diesen Mann eigentlich von tiefstem Herzen aber wie man so schön sagte Blut war dicker als Wasser... oder Wein. oh köstlicher Wein. Eigentlich wollte Tyrion diesem Anblick entfliehen aber er konnte einfach nicht aufhören seinen Vater zu betrachten voller Emotion... doch es mischte sich alles, sodass Tyrion sich die Haare raufen wollte oder in seine Faust beissen um Druck abzulassen. Doch Jaime wurden ebenso einige Blicke geschenkt. Er sah nicht glücklich aus, er sah aus als wollte er jemanden ermorden und zwar gestern am besten. Was war hier nur vorgefallen und was war das für eine Rolle in seiner Hand ? Aber fragen mussten warten.
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Tywin Lennister
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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Fr Apr 07, 2017 6:59 pm

Fast schon glücklich wirkte Tywin in dem Augenblick als sein Sohn ihm beistand und seine Hand nicht einfach fortwischte. Denn er wusste, er war ein harter und schwieriger Vater gewesen. Grausam mit Worten oftmals und er konnte es nichtmehr gut machen, selbst jetzt säate er Gewalt und Zorn mit seinen letzten Worten. Es lag ihm eben im Blut. Der ewige Konflikt und Rache. Denn das Spiel der Throne spielte man und gewann, oder man starb. Er war es nicht gewohnt zu verlieren. Stets hatte er alles daran gesetzt das dies niemals geschehen mochte. Doch dafür hatte sein Sohn seine Kampfhand verloren und nicht nur das. Doch es war zu spät es jetzt zu ändern und er wollte das auch nicht unbedingt. Er empfand das der Zweck die Mittel heiligte und damit seine Familie nun eine Position einnahm die sie angreifbar machte und doch zu einer der grössten Mächte der ganzen Welt. Er wünschte nun vielmehr, dass er mehr Zeit hätte um Jaime auf sein Lord-sein vorzubereiten doch er merkte das er kaum noch Zeit besass... denn die Luft drang immer schwieriger in seine Lungen vor und dann... Seine Augen rissen sich weit auf und er liess die Hand senken. Ungläubig starrte er seinen Gnomssohn an. Doch einige Sekunden lang...wirkte es fast so als würde er Lächeln als sie beide so da standen und so hilflos aussahen wie 2 kleine Löwenkätzchen... Doch sie würden es schaffen. Sie mussten es schaffen. Es war ihr Erbe. Noch kurz streckte er die Hand nach Tyrion doch dieser war wie versteinert. Dann senkte Tywin diese leicht und senkte den Kopf ins Kissen, bevor sein letzter Atem ihn verliess. Kurz darauf hörten sie  ein Pfurzen das es ihnen beiden verging. Es hielt mindestens 6 Sekunden an und brodelte zum Ende hin richtig bevor es endlich aufhörte. Der Gestank war atemberaubend. Wortwörtlich. Es stank nach tausend Jahre alten Eiern und sie sahen wie die Bettwäsche braune Färbungen aufnahmen.
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Jaime Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Sa Apr 08, 2017 8:24 pm

Jaimes Kopf fuhr hoch und zur Tür, als diese mit einem Rumsen aufgestoßen wurde. Wie immer erwischte er sich dabei, wie seine rechte - die Goldhand - an seinen Gürtel langte, wie immer, wenn eine Situation auch nur für eine Millisekunde bedrohlich schien. Denn obwohl sein rechter Arm nie wieder ein Schwert heben würde und er schon bald kein Schwert mehr tragen musste, so war Jaime sein ganzes Leben stets ein Krieger gewesen. Und dieses Wesen war es, das man ihm niemals würde nehmen können.
In der Tür stand sein kleiner Bruder, Varys in der Begleitung. Der Eunuch musterte die Anwesenden nur kurz, während Tyrion mit seinem watschelhaften Gang ins Zimmer kam und vor dem Bett stehen blieb. Seinen Blick konnte Jaime kaum deuten, doch er meinte dieselbe Fassungslosigkeit darin zu entdecken, die er schon verspürte, seit er das Zimmer betreten hatte. Die Szene war einfach so unwirklich, so abstrakt. Sein Vater starb nicht. Er konnte nicht. Und doch tat er es.
Kurz blickte Jaime seinen kleinen Bruder hilflos an und richtete seinen Blick dann wieder auf seinen Vater, der seine Hand nun sinken ließ und scheinbar immer größere Probleme hatte, zu atmen. Hilflos ließ Jaime den Blick über ihn wandern. Was kann ich tun, Vater? Was kann ich tun?, wollte er rufen, doch er unterließ es. Denn sein Verstand rief ihm die grausame Antwort regelrecht zu: Nichts. Du kannst nichts tun. Aber das konnte nicht sein, nicht sein Vater. Doch nicht sein Vater.
Tywins Blick schwenkte zu Tyrion, fixierte ihn kurz und es schien als würde er die Hand nach seinem jüngsten Sohn ausstrecken, derjenige Sohn, den er nie als solchen hatte akzeptieren wollen. Doch dann sank die Hand in die Laken und die Augen seines Vaters verdrehten sich nach oben, wurden starr und blicklos. Was kann ich tun? Obwohl es in ihm tobte, war Jaime wie erstarrt. Was kann ich tun? Und dann erfüllte der übelste Gestank den Raum, begleitet von einem langgezogenen Furzen. Ekel erfüllte Jaime und er wandte mit gerümpfter Nase den Kopf ab, während seine Gedanken rasten und sein Geist diese eine Tatsache zu verarbeiten versuchte: Er ist tot.
Eine Weile saß er nur so da, spürte die Emotionen toben und schließlich zu einem Sturm emporsteigen, der den Königsmörder aufspringen und seine Goldhand mit Schwung gegen das Kopfende des Bettes zu rammen. Sein ganzer Körper zitterte und der Schlag ließ das Holz erzittern, doch Tywins leere Augen starrten nur blicklos nach oben, sahen nichts, sagten nichts. Sie waren tot. Tywin war tot. Jaime lehnte sich gegen den Bettrahmen, starrte in die toten Augen seines Vaters, während ihm ein beinahe hysterischer Schluchzer entfuhr. Wieder stand er für eine Weile einfach so da, bevor er sich mit den schmerzhaft langsamen Bewegungen eines alten Mannes zu Tywin herunterbeugte, ihm die Augen schloss und sich dann aufrichtete.
"Wir sollten die Spinne rufen. Es allen mitteilen lassen. Cersei, dem König..." Seine Stimme klang dumpf und er sah Tyrion nicht an, während er sprach.

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Tyrion Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Mo Apr 10, 2017 3:04 pm

Bei jedem Tonwechsel den sein toter Vater von sich gab verzog er das Gesicht, sah zur Seite, kniff die Augen zusammen und wedelte schliesslich mit der Hand vor seiner Nase herum Bei den Alten und den Neuen,  wie übel, wer hat das nur so eingerichtet das ein Mensch nach seinem Tod noch so Pfurzen muss, ob das jedesmal so ist ? Tyrion wirkte sichtlich schockiert und doch wusste er nicht wie er sich fühlen sollte. Dann hämmerte Jaime plötzlich mit seiner goldenen Hand. Sofort starrte Tyrion ihn an und des Halbmanns Miene schlug zugleich wieder in ein Zustand um, der aber nicht eindeutig als Trauer durchgehen würde. "Jaime, ich habe Angst. Furchtbare Angst, auch wenn man es mir vielleicht gerade nicht so ansehen kann aber. Ich hätte nie gedacht das ...." Eine Pause trat ein kurzzeitig "Was nun? hat er noch etwas zu dir gesagt? " Tyrion kam näher und legte seinem Bruder die Hand auf dessen Handgelenk. Das noch Intakte. " Ich verstehe deinen Schmerz. Du hast es ihm immer Recht machen wollen, ich auch. Aber du warst....immer sein Sohn." Unheilig klangen die letzten Worte und er senkte dabei das Gesicht um nochmal zu ihrem toten, pfurzenden Vater zu blicken , der langsam ausser Gas  und Flüssigkeit geriet. Tyrion wollte diesen Mann lieben... aber er konnte es nicht. Er konnte es ihm ja nichtmal recht machen und war zu stur um zu sterben. Hilflos fühlte auch er sich. Andere hätten vielleicht leichter ihrem Leben ein Ende gesetzt, nachdem sie soviel Leid ueber eine Familie gebracht haben. Doch Tyrion, nein. Er  war ein Feigling. Schon war sein Mund ganz trocken und es dürstete ihn nach einem Fass Wein oder zwei um diese furchtbare Szenen aus seinen Gedanken zu verbannen, solange sie noch das Vergnügen hatten im Wohlstand zu schwelgen. Man wusste nicht was morgen sein würde. Schliesslich aber stimmte er  Jaimes Vorschlag zu. Die Nachricht musste wohl oder übel verbreitet werden. Es gab keinen Weg so zu tun als würde Tywin noch leben, das wäre selbst für Tyrion kaum durchführbar. Doch selbst das schien in seinem Kopf eine Erwägung zu finden, während seine Gedanken sich überschlugen.
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Jaime Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Fr Apr 14, 2017 12:13 pm

Tyrion. Er hatte Tyrion vollkommen vergessen. Erst als sein kleiner Bruder zu sprechen begann, fiel Jaime ein, dass er sich überhaupt noch im Raum befand. Doch sein Denken war angefüllt von dieser furchterregenden, unmöglich möglichen, stinkenden Tatsache, dass sein Vater tot war. Einfach tot. So wie er da lag, die Augen geschlossen, sah er fast so aus, als würde er schlafen. Wäre da nicht der See aus Scheiße in dem er lag. Ein so würdevoller Mann im Leben und so würdelos im Tod. Ein hysterisches Lachen brach sich aus Jaime heraus und er schüttelte den Kopf. Welche Ironie. Welche drecksverdammte Ironie. Wieder war er versucht, das Bett zu schlagen, jetzt und hier einfach zusammenzubrechen. Doch das durfte er nicht. Das konnte er nicht. Er hatte seinem Vater versprochen, diesem Haus, dieser Familie endlich Ehre zu machen und was hatte ein Nervenzusammenbruch mit Ehre zu tun.
Jaime schloss die Augen und atmete tief durch. Tyrion hatte Angst? Oh, da war er nicht der einzige. Doch der Königsmörder war verdammt gut darin, seine Angst hinter einer Mauer aus Gleichgültigkeit und Sarkasmus - vielleicht auch Zynismus - zu verbergen. Er sah zu seinem Bruder hinunter, als dieser ihn am Handgelenk fasste. "Ich soll dir das von ihm geben", meinte Jaime in fast neutralem Ton und griff nach der Schriftrolle, die so still neben Tywins Körper lag. Totenstill. Er reichte sie Tyrion und wartete ab, bis dieser gelesen hatte, bevor er mit der viel verstörenderen und einschlagenderen Neuigkeit herausrückte. Wenn die Vermutung seines Vaters stimmte - und Jaime zweifelte nicht eine Sekunde daran -, dann bedeutete das Krieg, denn was anderes hatte die Viper wohl im Sinn gehabt? Myrcella, schoss ihm dann plötzlich durch den Kopf. Sie ist in Dorne. Sie ist immer noch in Dorne. Und würden diese Menschen auch soweit gehen ein junges Mädchen zu vergiften? Wir müssen sie dort rausholen.

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Tyrion Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Do Apr 20, 2017 3:23 pm

Einen Moment lang schwieg er einfach, denn Jaime wirkte fast verloren in seinen Gedanken und er wollte nicht der sein, der ihn aus diesen herausbefördert oder wenn dann nur gaanz ganz sachte. Vermutlich tat eine Schelle der Goldhand vielmehr weh als ein Schlag einer normalen Faust. Manchmal kam in Tyrion sowieso die Frage auf, wie er mit diesem Ding doch mittlerweile halbwegs gut zurecht kam. Daher drückte er nur sanft das Handgelenk seines Bruders und nickte ihm zu, verständnisvoll und senkte den Blick bevor er aufblickte und die Worte von Jaime vernahm. Tyrions Blick brach den Kontakt zu ihm als er langsam hinüberschwenkte zu der ominösen Schriftrolle. Diese Siegel...oh nein neineneineinne, nein. nene. Andererseits...aber was soll das?. Blicke huschten fragen zu jaime, dann wieder zur Schriftrolle, die er nur langsam ...sehr langsam, fast wie in Zeitlupe berührte. So als wüsste er schon was ihn erwarten würde oder zumindest eine relativ genaue Vorstellung. Doch fühlte es sich so an , als würde er Zustimmung mitteilen, sobald er diese Schriftrolle las und den Willen seines Vaters auf ihm lastete. Andererseits war er immer gut darin die Intrigen anderer zu durchschauen. Aber Joffrey bei dem Gedanken lief es ihm eiskalt den Rücken herunter und er musste sich schütteln, seine Finger berührten die Schriftrolle nicht ganz und er wirkte irgendwie  verkrampft. Erstmal musste er die Finger ausschütteln und etwas strecken, wie ein perfekter Zeitschinder. Ein weiterer Blick zu Jaime folgte und da dieser bestimmt nicht nachgab so unerbitterlich wie er gerade wirkte, räusperte sich Tyrion schliesslich, nahm die Rolle und brach die wachs-Siegel. Ein weiterer Blick zu Jaime, langezogen entglitt ihm, bevor er diese auch ausrollte und die Nachricht darauf entfaltete. Man brauchte nicht lange um zu verstehen das man richtig lag. "Wieso ich..wieso jetzt? wieso wieder mit Joffrey... nichts für ungut. einen Moment lang wirkte Jaime wie eine Statue und irgendwas sagte Tyrion das er starr war vor Angst. "hey, Jaime wa" Schon wurde er von seinem Bruder aufgeklärt über die Vermutungen des Tywin. Das erschlug Tyrion regelrecht und er sah ihn eine Weile an, nun verstand er warum oder worüber Jaime sich sorgen machte. Myrcella Tyrion glaubte zwar, sie sei immernoch relativ sicher in Dorne, vielleicht sogar sicherer als in der Hauptstadt wenn hier bald der Teufel tanzte..naja, nicht wenn er das irgendwie verhindern konnte. Doch die väterliche Sorge konnte er ihm eben nicht absprechen und doch, wussten die überhaupt was das für ein Wahnsinn bedeutete? "Momentmomentmoment also Dorne? Oberyn? das ...und was willst du...also ich meine was wollen wir und was für Beweise haben wir? und könnten wir das nicht, irgendwo... naja .. ich meine ...ihm blieben die Worte weg und konnte sich einfach nicht konzentrieren, selbst wenn er wusste, dass es das war was ihr Vater von ihnen verlangte oder wollte, selbst in seinem Tod der alte Halunke.Er deutete zu ihrem Vater und dem  Fekal-See von Bett indem er lag. Noch traute sich keiner herein, solange Tyrion Jaime und Tywin vermeindlich alleine waren. Doch sobald sie aus dem Zimmer traten würden sie Pycelle und Varys antreffen. Wenn man sie darum bat oder auch wenn nicht, würden diese sich um alles weitere kümmern was den Leichnam anging um ihn zeremoniell herzurichten für die Totenruhe.
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Jaime Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Do Apr 20, 2017 4:31 pm

Sein kleiner Bruder wirkte überfordert. Wie auch nicht? Kaum war sein Vater gestorben, der Vater, der Tyrion nie irgendwelche Pflichten zugesprochen hatte, weil er dem Halbmann nichts hatte überlassen wollen und schon wurde er überrollt mit eben diesen Pflichten. Hand des Königs. Jaime musste das Pergament nicht lesen, um zu wissen, dass genau das darin stand. Das entsetzte "Aber Joffrey..." bestätigte seine Vermutung nur noch. "Joffrey wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen", erwiderte Jaime schroff. Er war immer noch nicht gut auf den König zu sprechen. Andererseits, was wohl aus dem Haus Lennister geworden wäre, hätte Joffrey ihn seines Amtes nicht enthoben und ihn an Lannia verheiratet? Tyrion wäre Hand des Königs und Casterlystein wäre wieder einmal ohne einen Lord, schwach, angreifbar. Gerade in diesen Zeiten äußerst ungünstig. Jaime seufzte. So wenig es ihm auch gefallen mochte, es war an der Zeit all den Pflichten nachzugehen, denen er sich all die Jahre über so erfolgreich entzogen hatte. Für Vater. Für diese Familie.
"Natürlich die Viper!", entgegnete der Königsmörder scharf. "Oberyn Martell ist als Champion für dich eingetreten, weil er Rache am Berg wollte. Aber er hat Vater stets für den Tod seiner Schwester verantwortlich gemacht!" Wer auch sonst? Nun, die Liste war lang. Doch die wenigsten hätten mit Gift gearbeitet. Nein, das war ganz eindeutig das Werk der Roten Viper.
Jaime folgte mit dem Blick der Hand seines Bruders. Eine Welle von Verlust und Trauer traf ihn erneut, als er den Leichnam seines Vaters so dort liegen sah, doch er schluckte es herunter. Jetzt war nicht der Platz oder die Zeit für Trauer. "Wir sollten Varys rufen", wiederholte er und ging mit schnellen Schritten zur Tür. Draußen warteten die Spinne und der Großmaester schon. Als hätten sie es bereits gewusst. Diese Stadt ist voller Feinde.

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Tyrion Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Mi Apr 26, 2017 12:09 pm

Es war an der Zeit ihren "Alten" zu verlassen. Sie konnten hier nichts mehr tun. Sie konnten weder die Geschichte zurückdrehen noch wollte einer von ihnen diesen stinkenden Leichnam reinigen. Zumindest Tyrion nicht und so wie Jaime aussah war er dazu keineswegs in der Lage. Ein Tumult aus Gefühlen brodelte in ihm, wie ein explosiver Cocktail. Besonders nun, da Jaime diese "Offenbarung ihres Vaters" mit ihm teilte. Eine Weile sah er seinen Bruder nur an und hob sogar kurz vor einem Blinzeln langezogen eine Augenbraue. "Es ist ja nicht so, als hätte unser Vater keine Feinde gehabt. Aber gut, besprechen wir das nochmal in aller Ruhe mit etwas Wein, wenn wir etwas ungestörter sind"  Gab er leise von sich und deutete auf die Tür hinter der, als sie diese öffneten, auch sogleich die 2 "Geier" lauerten. Es war eigentlich gemein Varys als Geier zu bezeichnen aber der alte Pycelle ging als solcher einwandfrei durch. Dieser besass ein Talent um immer uralt und misreabel auszusehen, aber um junge Huren zu ficken reichte es noch und Varys..... Varys war gefährlich und gleichzeitig ein ....naja Tyrion würde fast sagen ein Verbündeter... aber wie sagte man so schön Halte deine Freunde nahe, doch deine Feinde noch näher Aber wenn das mal nicht ihrem hohem Vater zum Verhängnis wurde. Soviele Fragen und so wenig Wein Sie schritten einher, aber nicht sehr weit. In der Nähe war Tywins Bürozimmer und dorthin steuerte Tyrion, denn er wusste, das sein Alter immer noch etwas Wein rumstehen hatte. Bestimmt war es auch eins der besser  vor Spitzeln geschützte Zimmer. Ohne zu Fragen würde Tyrion auch Jaime erstmal einen Kelch vollmachen und diesen demonstrativ am Tisch zu ihm herüberschieben. Er war auch dafür allen mitzuteilen was vorgefallen war, doch sie konnten in dieser emotionalen Situation keine Fehler machen. "Ausser uns sollte erstmal keiner von Vaters Worten erfahren." Begann Tyrion etwas conspirativ. "Myrcella ist aber noch in Dorne und ich sehe dir an, das dich das stört, wobei ich immernoch glaube das sie dort  sicherer ist als hier. Wenn du aber willst das sie  nach Königsmund zurückkehrt, müsste ich nur ihren zukünftigen Mann nach Königsmund bestellen, bestimmt wird er sie mitbringen. Darauf könnte man diplomatischerweise gut bestehen, schliesslich ist sie Teil unserer Familie. Was Joffrey angeht.... Er seufzte nur und trank den Kelch leer bevor er ihn wieder füllte. Schweigen  trat ein.. Tyrion wusste nicht genau wie er diesem Jungen Vernunft beibringen würde. Doch er hatte schon den ein oder anderen Ansatz. Er sah Jaime fixierend an. "Du ... und ich...wir müssen ihm die Wahrheit sagen. Entweder er hilft uns freiwillig  oder unter familiärem Zwang. Keiner von uns würde doch gerne wegen so etwas den Kopf verlieren wollen. Ich glaube ja, er könnte verstehen in welcher Lage wir uns befinden. Aber nur...wenn er sich nicht für ein Baratheon hält. " gab er leise zu bedenken und versuchte die Reaktion seines Bruders zu lesen, wie er diese Ideen empfand.
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Jaime Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Mo Mai 01, 2017 1:58 pm

Es war gut, dass Tyrion vorschlug, diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen. Das lag nicht nur an dem Gestank, der den Raum langsam aber sicher durchdrang. Es lag vor allem an den zwei Männern, die vor der Tür warteten, an ihren Blicken, die tiefstes Mitgefühl heuchelten, während sie sich innerlich doch nur doof und dämlich freuten, dass der alte Tywin endlich verreckt waren. Und so geladen, wie Jaime gerade war, würde seine Anwesenheit ihnen ganz und gar nicht gut tun. Er folgte seinem kleinen Bruder in das Bürozimmer, das ehemalig ihrem Hohen Vater gehört hatte und nun wohl in Tyrions Hände fiel. Jaime beneidete ihn nicht darum. Das Amt der Hand war gefährlich, ermüdend und endete in den meisten Fällen tödlich. Er konnte sich noch gut an das Gespräch erinnern, das er mit Cersei darüber gehabt hatte. Mit solcher Art Gesprächen war nun Schluss. Mit seiner Schwester selbst war Schluss. Er war lange genug vor seinen Pflichten geflüchtet.
Doch eine dieser Pflichten war die Verantwortung für seine Kinder, auch wenn er sie nie als solche bezeichnen konnte, ohne fürchten zu müssen, bald als Deko über dem Stadttor zu hängen. Das hieß aber nicht, dass er sich nicht dennoch verantwortlich für sie fühlen durfte. Dass er nicht das Gefühl haben durfte, sie beschützen zu müssen. Und genau das wollte er - Myrcella beschützen. Es war ihm egal, was sein Bruder davon dachte. Dorne war gefährlich, das hatte der Tod von ihrem Vater doch bereits gezeigt.
Jaime hatte sich nicht gesetzt wie Tyrion und er rührte auch den Kelch mit Wein nicht an. Stattdessen durchmaß er mit seinen Schritten den Raum, immer wieder, um sich zu beruhigen. Es klappte nicht besonders gut. Es war einfach zu viel auf einmal: Vaters Tod, die Gefahr, in der sie schwebten - und natürlich die bevorstehende Hochzeit. Als sein Bruder jedoch seinen Vorschlag machte, blieb er abrupt stehen. "Du willst noch eine von diesen Schlangen hierher lassen?!" Seine Stimme drückte deutlich aus, wie viel er davon hielt. "Wer soll diesmal ums Leben kommen? Cersei, Myrcella? Oder gleich Joffrey und Tommen? Oder du selbst?!" Auch wenn es um Joffrey jetzt nicht allzu schade wäre. Die Sieben Königslande wären mit Tommen auf dem Thron wesentlich besser bedient. Der machte wenigstens, was man ihm sagte, und kam nicht auf die glorreiche Idee, Amor zu spielen und Leute aus heiterem Himmel zu verheiraten. Nein, auf Joffrey war Jaime nun nicht sonderlich gut zu sprechen. Weshalb ihm der nächste Vorschlag Tyrions ihm noch viel weniger gefiel. "Zwing mich zu einem Gespräch mit dem kleinen Mistkerl und die Leute dürfen mich bald den zweifachen Königsmörder nennen", erwiderte er finster.

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Tyrion Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Mo Mai 08, 2017 2:59 am

Leicht entsetzt und leicht ungläubig sah er zuerst seinen Bruder an. Selbst seine Lippen lagen offen als ob er etwas sagen wollte, doch er verkniff es sich einen Moment und dachte kurz darüber nach während er mit dem Finger über den Rand  vom Weinkelch glitt. Kurz darauf ergriff er den Kelch und spülte erstmal einen über die Schrecken, die sich noch anbahnten. Als wäre Tywins Dahinscheiden nicht genug. Jaimes Reaktion war verständlich, aber Tyrion sah keine andere Wahl, wenn Jaime seine Tochter jemals wiedersehen wollte. Du könntest ruhig etwas mit mir  trinken, wenn du schon nur Kritik vorzubringen hast. Und nicht besonders konstruktive dazu, wenn ich das mal so sagen darf. Was willst du, gegen Dorne in den Krieg ziehen? nur zu, aber das wird dir Myrcella auch nicht wiederbringen und bestimmt   nochmehr unschuldige Menschen das Leben kosten. Vielleicht haben wir Glück und Joffrey muss noch vor uns dran glauben. Aber gut. Solange wir keine Beweise haben, das Oberyn oder Dorne eine Revolution planen oder auch nur mit dem Tod unseres Vaters etwas zu tun haben, können wir nicht drauf hoffen sie mit Gewalt dazu zu bringen ihre Pläne offenzulegen. Daher denke ich, es wäre sinnvoll, einen oder mehrere ihrer Abgesandten aufzunehmen und gute Miene zu schlechtem Spiel aufzulegen. Hier können wir sie besser beobachten oder gar überwachen als in Dorne uuund, wir können verlangen das Myrcella mit ihrem Mann in die Hauptstadt zurückkehrt, sei es offiziell nur für eine Zeit. So stehen unsere Chancen glaube ich etwas besser herauszufinden ,was hier wirklich vor sich geht. Tyrion wirkte nachdenklich, doch sein Blick war klar, wenn er sich auf Jaime richtete. "Und ich kann nicht sagen das ich mich schon darauf freue , Joffrey alleine zu erpressen. Aber mir wird wohl nichts anders übrig bleiben. Irgendwie ist der Plan ziemlich gewagt. Ohne dich.. und vielleicht sogar Sie. Und wen er meinte war Jaime vollkommen klar. Die Königin Mutter. Die Blonde Grazie. Ihre Schwester Cersei. Wieso sollte er Tyrion glauben schenken, wenn er behauptet das der König ein Bastard ist, gezeugt im Inzest. Ich würde mir auch nicht glauben "Wenn du nicht mit ihm reden kannst, muss es wohl die Mutter. Mich wird er einfach nur in den Kerker stecken und da bin ich gerade erst nur wieder entkommen durch ein kleines Wunder... und dem Martell der vermeindlich unseren Vater umgebracht hat. Genug Hände haben bereits vor ihrer Zeit abgedankt, ich will  diesen armen Seelen nicht nacheifern. sprach er in den Kelch hinein , den er mit Wein zuvor erneut füllte. Kurz erwischte Tyrion sich bei dem Gedanken, wie Jaime es nochmal tat. Diesmal seinem eigenem Sohn das Schwert in den Rücken stösst. Sie könnten es sogar leugnen....Vielleicht sollten sie das wirklich tun...? .... Nein, bei diesem Gedanken wollte er nicht enden und er trank lieber.
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Jaime Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Mo Mai 08, 2017 6:10 pm

Ein Krieg klang da schon mehr nach Jaimes Geschmack. Er hasste Politik, Intrigen und die Spielchen am Hofe. Der Mord an der Hand des Königs - vor allem an seinem Vater - war ein Handschuh im Gesicht, eine Beleidigung, auf die mit Krieg geantwortet wurde. Zumindest Jaimes Verständnis nach. Andererseits hatte Tyrion recht - einen Krieg konnten sie sich nicht leisten. Nicht noch einmal. Stattdessen als gute Miene zu bösem Spiel. Darin war der Königsmörder noch nie gut gewesen, auch wenn die Dienerschaft unter dem Irren König ihm genau das abverlangt hatte. Und sie alle wussten, wie das geendet hatte. Doch Myrcellas Wohlergehen stand gerade an oberster Stelle und wenn Diplomatie der richtige Weg war, dann blieb ihnen wohl nichts anderes übrig als genauso zu handeln, wie Tyrion vorschlug. Wie zur Zustimmung griff Jaime nach dem Becher - eigentlich war der Becher mit Lannia schon mehr gewesen, als er normalerweise an Wein trank - und trank ihn in einem Zug leer. Das Leben als Königswache war so viel einfacher gewesen. Doch er hatte sich und Vater ein Versprechen gegeben. "Es wird ohnehin bald an dir sein. Nach meiner Hochzeit..." - allein bei dem Gedanken daran musste er das Gesicht verziehen - "werde ich sehr bald nach Casterlystein zurückkehren." Zuhause. Doch diesmal würde er nicht als kleiner Junge neben seinem Vater sitzen, der versuchte ihn zum Lord zu erziehen, nein er würde selbst der Lord sein. Der einhändige Lord von Casterlystein, dessen Gemahlin rein vom Alter her seine Tochter sein könnte.
Tyrion erwähnte Cersei - nicht beim Namen, so weit reichte die Liebe zwischen den beiden nicht - die gegenseitige Abneigung und Verachtung jedoch umso weiter - und es geschah zum ersten Mal, dass Jaime mit seinem kleinen Bruder das Gesicht verzog. Der Gnom hatte Recht - ihm alleine würde Joffrey niemals Glauben schenken. Blieb nur die Frage, was das geringere Übel zur Folge hatte - Jaime oder Cersei? Fakt war, dass Jaime nicht gerade gut auf seinen Sohn zu sprechen war. Fakt war, dass Cersei ihren Sohn wesentlich besser unter Kontrolle hatte. Und Fakt war, dass sie Tyrions Vorschlag ablehnen würde. Einen Moment dachte Jaime nach - wobei er wieder begann, durch den Raum zu stiefeln, den leeren Becher in der verbliebenen Hand. "Cersei würde es niemals tun - nicht wenn du sie darum bittest. Sie wird genug damit zu tun haben, dich als Hand zu schlucken. Aber wenn ich mit Joffrey rede, wird es einen weiteren König zu betrauern geben. Deshalb mein Vorschlag, dass ich mit Cersei reden werde." Zwar hatte er sie in ihrem letzten Gespräch nicht im Guten zurückgelassen, doch es war das einzig Vernünftige.

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Tyrion Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Mo Jun 05, 2017 4:29 am

"So gefällst du mir, Bruderherz. " Gleich schank er ihm nach. Krieg...Krieg war in den Augen von Tyrion keine Option. Naja garkeine nicht, aber sogut wie garkeine Option. Zumal sie gerade mehr oder weniger allein standen gegen eine Front von noch-Verbündeten und Feinden. Ganz ehrlich gesagt, ihre Position im grossen "Spiel" drohte gänzlich zu kolapsieren, wenn sie nicht schnell und entschlossen und gleichzeitig klug handelten. "Bevor wir auch nur über Krieg reden, musst du deine Rolle  als Erbe von Casterlystein erfüllen. Denn alleine, sind wir nichtmehr so furchteinflössend wie noch vor diesen ganzen Geschehnissen. Du wirst bestimmt zum Stein zurückkehren, davon gehe ich aus. Die Frage ist nur wie lange du dort bleiben willst oder musst. Hmhmhm, kennst du dieses Gefühl wenn dir die eingeweide fast den Magen hochkrabbeln vor Sorge, ich sollte es irritierend finden doch irgendwie gibt es einem auch eine Sensation von purem Leben, ich hab mich schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt komischerweise...ich glaube du weisst ganz gut was ich meine. Vielleicht fühlt man sich  so ähnlich in einem Zweikampf auf dem Schlachtfeld, Mann gegen Mann indem nur einer siegreich hervorgehen wird. " er schank  nach und driftete ein wenig mit dem Blick und dem Gedanken etwas zum Fenster hin, und hinaus. Wenn da nicht dieser Hauch von Nüchternheit den Halbwüchsigen umgab bei seiner gedanklichen Äusserung, obwohl er  versuchte sein eigenes Körpergewicht in Wein zu trinken. Bald wandte  sein Augenmerk sich wieder seinem Bruder zu.   "Dir wird sie zumindest ein wenig zuhören. Mehr als mir. Sie wird vielleicht keine Einsicht zeigen, aber bei dir verstehen das es notwendig ist. Schliesslich seit ihr eine Familie... Seine Stimme wurde ein wenig düster und doch nachdenklich. Wieder glitten seine Finger am Trinkkelchrand entlang und er besah den goldenen Schimmer und die Löwengravierungen darauf. "Es hängt aber alles an ihnen und an einem seidernem Faden, Bruder. Er stand auf und ging zu jaime um seine "gute" Hand zu berühren und sie zu drücken. Er schluckte merklich ..."ich ...brauche dich...ich kann das nicht alles ohne deine Hilfe bewältigen. Ich würde sogar Cersei anflehen, wenn ich wüsste das es etwas bewirken könnte. Er atmete tief durch und blinzelte... sah zu seinen kleinen Füssen... Grad ging er durch eine emotionalen Moment, indem er sich wiedermal bewusst wurde, das er nur ein kleiner Kerl war in einer Welt die regelrecht dazu geschaffen war, sich gegenseitig das Messer in den Rücken zu rammen, bei der erst besten Gelegenheit.
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Jaime Lennister

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Mi Jun 28, 2017 6:11 pm

Nachdenklich musterte Jaime den Krug mit Wein, der sein Bruder ihm erneut eingeschenkt hatte. Er war kein Trinker, war es nie gewesen, würde es nie sein. Schon bemerkte er die Wirkung des ersten Bechers, den zweiten lehnte er da lieber ab. Denn es gab kaum ein Gefühl, das Jaime mehr hasste, als keine Kontrolle mehr über den eigenen Körper mehr zu haben. In der Hinsicht war er nun einmal voll und ganz ein Krieger. Ohne seinen Körper war verloren. Jaimes Blick huschte zu seiner goldenen Hand. Doch die Kriegszeiten waren vorbei, zumindest für ihn. Es war, wie Tyrion sagte, er musste heiraten und seinen Platz als Erbe einnehmen, um ihre Position zu stärken. Er musste regieren. Eine Verantwortung, vor der er schon immer reißaus genommen hatte.
“Mich hält hier nichts mehr”, erwiderte Jaime mit bitterer Stimme. “Ich werde bleiben, so lange ich nur kann. Diese Stadt ist ein Rattennest.” Nun griff er doch nach dem Krug und trank ihn erneut in einem Zug aus. Er würde es brauchen, vor dem Gespräch mit Cersei. Vor Monaten noch hatte der Gedanke an ein Gespräch mit ihr sein Herz höher schlagen lassen, doch etwas hatte sich verändert. Wieder musterte er mit düsterer Miene seine Goldhand. Nein, eine ganze Menge hatte sich verändert. Und jetzt war Cersei Geschichte.
“Ich würde mich nicht darauf verlassen”, meinte Jaime düster. “Unsere letzte Begegnung war nicht die schönste.” Er umfasste die Hand seines Bruders und erwiderte den Druck. “Ich werde mein Bestes tun. Für Vater. Für dich. Für unsere Familie.” Jaime stellte den Krug auf den Tisch und öffnete die Tür. Doch bevor er ging und sich seiner Schwester stellte, drehte er sich noch einmal zu Tyrion um. “Du gehörst sehr wohl zu unserer Familie!”

tbc: Kleiner Garten

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BeitragThema: Re: Turm der Hand   Di Jul 04, 2017 4:27 am

Wie gut das er noch ein bisschen was trank, naja solange er nicht ausrastete und mit dieser goldenen Hand noch Cersei erwürgte oder sowas. Es stimmte, krieger mussten im Einklang mit Körper & Geist sein. Tyrion war aber kein Krieger und für Denker war Wein wie .... ein Trainingskampf für einen Krieger vielleicht. Man erlangte Einsicht in Dinge, die vielleicht vorher so nicht ganz ersichtlich waren. Und man bekam so ein schönes warmes Gefühl ums Herz. Oder irgendwo da drin zumindest.
"Die Stadt ist ein Spiegel ihrer Herrscher, weiter nichts " kam es über ihn ein wenig unüberlegt und doch war es genau so. Sie mussten das Volk wieder unter Kontrolle kriegen. Sie nähren, sie kleiden und ihnen Arbeit geben und da musste man sagen, kam ein Krieg nicht gerade verkehrt, zumal dieser auch ablenkte von der Offensichtlichkeit das Königsmund in seiner eigenen Scheisse bald erstickte. Perfekter Nährboden für fundamentalistische radikale Gruppierungen, die ihnen alles nehmen konnten was sie hatten, noch viel schneller als es irgend ein grosses Haus mit der grössten Armee vollbringen könnte.
"Es ist an uns , den Karren aus dem Dreck zu ziehen, denn wir sitzen drin und können nichtmehr abspringen, dazu ist es zu spät, denn die scheisse klebt schon an unseren schuhen und oh nein ohmein gott seht her der Fuss is schon ganz versunken, oh Hilfe ! oh Hilfe.... Helft mir bitte, noch ein bisschen mehr von diesem köstlichen Gesöff runterzukriegen, nahaha man merkte wie der Wein auch nicht spurlos an Tyrion vorrüberging.

"Wieso konnte er nie zugeben das er uns liebt? einfach zum ... kotz-en!... Ja..." Er sah Jaime direkt in die Augen..

"Du warst immer mein Bruder...und ich danke dir dafür von tiefstem Herzen. Jetzt geh und sprich mit unserer Schwester... ich werde mich noch ein bisschen betrinken und ...dann schlafen weil nach feiern ist mir irgendwie nicht zumute. " Das hiess das er nicht noch den Abstecher ins Bordell machte und morgen, ja an einem neuen Tage würde er seinen geliebten Neffen zum Gespräch treffen.

t.b.c. : Thronsaal (1 Tag danach)
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