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 Gasthaus am Königsweg

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BeitragThema: Gasthaus am Königsweg   Mo Jul 11, 2016 1:12 am

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Ein kleines Gasthaus, das nahe dem Königsweg gelegen ist. Es bietet Zimmer für eine sichere und trockene Übernachtung als auch einen Schankraum mit einigen Bänken, auf denen Reisende ihren Durst und Hunger stillen können.

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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Do Okt 20, 2016 9:08 pm

Gorjons Lager

"Verfluchtes Dreckswetter.", schimpfte Gorjon Rikke zum wiederholten Male, als er von seinem Pferd auf den matschigen Untergrund sprang. So hastig ihr Aufbruch gewesen war so sehr verzögerte sich die Angelegenheit nun, da sie scheinbar auf der falschen Seite der Weißklinge feststeckten. Die nahen Furten waren durch den plötzlichen Regen überschwemmt und die nächste Brücke würde einen langen Ritt durch Wind und Wetter voraussetzen. Dementsprechend blieb vorerst nur in einem kleinen Gasthaus Unterschlupf zu suchen, bis das Wetter sich besserte. Nicht einmal ein Stallbursche wagte sich heraus, weshalb Gorjon die Pferde selbst unter lauten Flüchen im Unterstand anbinden musste.
"Könnt ihr kein besseres Wetter herbei hexen?", fragte er seine Begleitern, während er sich frustriert die eigenen Haare aus dem Gesicht wischte. Immerhin standen sie im Stall unter, auch wenn es hier immer noch kalt und zugig war. "Wenigstens wird der Bote es rechtzeitig rüber geschafft haben.", murmelte er noch, ehe er einen finsteren Blick in Richtung Himmel warf. Ihr Aufbruch stand wohl unter keinem günstigen Stern, jedenfalls wollten die dunklen Wolken kein Ende nehmen. Zwar wusste Gorjon wie schnell sich solch ein Schauer auflösen konnte, doch war er im Moment überaus mies gelaunt. Einzig der Gedanke an die geplatzte Hochzeit stimmte ihn noch immer etwas fröhlich, auch wenn dieser Gedanke vorerst sehr weit in eine hintere Ecke seines Verstands gedrängt wurde.
"Hoffentlich ist wenigstens das Essen gut hier. Wenn es regnet habe ich immer besonders viel Hunger, geht es euch auch so?", brummte er weiter, weil er nicht still halten konnte. Ihnen stand wohl ein kurzer Sprint zur Tür des Gasthauses bevor ehe sie wirklich im Warmen und Trockenen waren. "Scheiß Wetter.", schimpfte der Nordmann noch einmal und schon ging es los.
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Mo Dez 05, 2016 11:09 pm

cf: Gorjons Lager

Der Regen prasselte unentwegt auf die Gruppe herab und gab ihnen kein Erbarmen. Ganz vorne war Gorjon geritten, der nun von seinem Pferd in den Matsch sprang und dabei unentwegt fluchte. Ich konnte verstehen warum, denn auch ich war bis auf meine untersten Kleider durchnässt und durchgefroren. Eine Rast kam mir also sehr gelegen und das diese in einem Gasthaus stattfinden würde erleichterte mich um so einige Sorgen. Schließlich hielt auch Cloud vor den Unterständen an und ich konnte mich von seinem durchweichten Rücken schieben. Meine Schenkel und mein Gesäß waren leicht gescheuert, schmerzten mir vom langen Ritt und würden noch eine Weile brauchen bis sie heilten. Meine Kräfte einzusetzen während ich noch so geschwächt war wäre jedenfalls keine gute Idee. Gorjon führte die Pferde ins Trockene und mir blieb kaum Zeit mich bei Cloud dabei zu bedanken, dass er mich so weit getragen hatte. Denn auch wenn ich nicht viel Gewicht maß, so war ich dennoch auf Dauer sicherlich eine Last, die er zu tragen hatte.
Doch ich bekam keine Gelegenheit mich für einen Moment zu meinem Pferd zu gesellen, denn schon war Gorjon mit einem schimpfenden Kommentar wieder an meiner Seite. Hatte ich denn nie eine Auszeit von seiner Gegenwarte?
"Verzeiht, aber eine Wetterhexe bin ich bei weitem nicht. Dafür lobt es sich zu den Göttern zu beten.", erwiderte ich recht kühl und schaffte es dennoch nicht mein Gesicht von erschöpft zu abweisend zu ändern. Stattdessen ging ein leichtes Zittern durch meinen Körper und der Wind, der sich einen Weg durch die Planken des Unterstandes bahnte, machte das nicht besser, verstärkte es dadurch nur. Ich musste so schnell wie möglich ins Warme, sonst gab es bald mehr zu heilen als den Bruder des Nordmannes.
"Der Hunger ist nicht der bewegendste Grund warum ich die Wärme nun diesem zugigen Ort vorziehen würde.", erwiderte ich ihm und das Beben meiner Lippen machte meiner Aussage Nachdruck. Auch die leicht bläuliche Färbung dieser unterstrich nur umso mehr, dass ich ein warmes Feuer nicht verneinen würde, also folgte ihm ihm raschen Schrittes durch den plätschernden Regen, als er nun endlich genügsam das Innere des Gasthauses aufsuchte. Die Wärme und die Geräusche schlugen mir wie eine Wand ins Gesicht, als ich es hinter die Holztür geschafft hatte. Das Knistern des Feuers mischte sich unter die Schankraum Geräusche, die neben Schmatzen und Geschirrklappern von einem stetigen Grunzen von vielen Stimmen begleitet wurden. Rustikal und ein wenig widerwärtig. So musste ein Gasthaus am Königsweg wohl aussehen. Und ich musste mir eingestehen dass es mir im Moment verdammt nochmal egal war, was sich hier so an Gesindel herum trieb. Ich wollte nur einen Platz nah am Feuer und eine warme Mahlzeit. Später natürlich auch noch ein Bett für mich allein.
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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Mo Dez 05, 2016 11:35 pm

"Die werden jetzt auch nicht mehr helfen.", murrte Gorjon. Sich an die Götter zu wenden erschien in solchen Momenten wirklich wie der einzige Ausweg. Aber in diesem Regen für ein Gebet niederzuknien war mit das Letzte, was er nun wollte. Es war kalt, nass und durch und durch unangenehm. Da half eben kein Gott, sondern nur ein warmes Gasthaus. Und den Götter sei Dank - ein solches stand vor ihnen.
"Soll mir Alles recht sein. Hauptsache rein da.", murmelte er auch auf die nächste störrische Antwort eher ungehalten zurück. Für Gorjon war dieser Tag mächtig ruiniert und die Hexe machte es nicht gerade besser. Irgendwie wollte der Nordmann in dieser Laune auch keine Besserung. Ein bisschen gepflegt Trübsal blasen hatte im Moment einfach einen verführerischen Reiz.
Nach dem kurzen Sprint ins Gasthaus atmete Gorjon durch. Diese Wärme im Gesicht war einfach herrlich und er konnte fast schon spüren, wie seine Wangen röteten. Es gab ein Feuer, ausreichend Gesellschaft und offenbar auch herzhafte Verpflegung. Sofort schüttelte er sich, beinahe wie ein nasser Hund, dann ging er schnurstracks zu einem der wenigen freien Tische. Zwar zog er so eine nasse Spur quer durch das Gasthaus, aber es scherte ihn wenig. Sollte ihn ruhig Jemand darauf ansprechen, Gorjon war im Moment durchaus nach einem ordentlichen Krawall zumute, irgendwie musste er sich ja abreagieren.
Sein Zorn fiel auf ein kleines Gesteck aus Zweigen von Nadelhölzern, das den Tisch verschönern sollte. Während er an der Dekoration fummelte und so wenigstens etwas Stress abbaute, ließ er auch einen kurzen Blick durch den Schankraum schweifen. Das Gesindel hier war geschwätzig, aber ansonsten auch nur langweiliges Gesindel. "WIRT! Herkommen!", brüllte er also, wodurch sich einige Köpfe kurz in seine Richtung drehten. Zu Cira gewandt klopfte er sich auf den Magen. "Wehe die haben nichts Anständiges, dann futter ich einen der Kerle vom Tisch am Kamin.", grunzte er, dann warf er das Gesteck zurück an seinen Platz. "Schlagt euch ruhig den Bauch voll, morgen werden wir versuchen die verlorene Zeit rein zu holen. Das wird Kraft kosten.", riet er ihr, aber noch immer war kein Wirt in Sicht. Ungehalten trommelte er mit den Fingern auf den Tisch. "Wirds bald?!", donnerte seine Stimme abermals durch den Raum und in der Tat schob sich nun ein schmächtiges Mädchen mit schüchternem Blick aus Richtung der Küche vor, dass zwar sicher nicht der Hausherr, aber die nächstbeste Person war.
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Mi Dez 14, 2016 6:17 pm

Die unwirschen Worte des Nordmannes prallten an mir ab. Nichts schien sein Trübsal heute bessern zu können, doch war es mir schlichtweg egal wie es ihm ging. Gerade zählte für mich nur mein eigenes Wohl und das sollte ich in einem Gasthaus doch wohl bekommen können.
Missmutig sah ich zu der Gesellschaft, erkannte hier kein bekanntes Gesicht und auch kein mir wohlgesinntes. Die breiten, grinsenden Grimassen der Männer nahm ich nicht als freundlich auf, mehr jedoch jagten sie mir einen Schauder über den Rücken. Um nicht noch mehr solcher Blicke zu bekommen, ging ich rasch Gorjon hinterher, der zielstrebig auf einen Tisch zu hielt, der zum Glück noch nicht besetzt und dank dem Hieb des Mannes nun auch nicht mehr beschmückt war.
Ich versuchte nicht auf seine Grobheit zu achten. Denn solange sie nicht gegen mich gerichtet war, sollte es mir schlichtweg egal sein. Also setzte ich mich ihm gegenüber, um möglichst viel Raum zwischen ihm zu haben. Die harschen und an mich gerichteten Worte ließen mich aufblicken, doch lag außer Erschöpfung nur Kälte in meinem Blick. Denn ich hatte nicht vor jemals mit ihm warm zu werden. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich jetzt noch immer in meinem friedlichen kleinen Zuhause sein und meiner Arbeit nachgehen und nicht klatschnass und durchgefroren auf einer Holzbank in einem vollen, lauten Gasthaus sitzen und vor Hunger fast davon herunterfallen.
"Welch großartige Neuigkeiten.", erwiderte ich deutlich sarkastisch auf seine Worte hin und konnte mir ein leises Schnauben nicht verkneifen. Dennoch sah auch ich mich nun nach dem Wirt um, da der Hunger an mir nagte, wie ein hungriger Wolf an einem Knochen. Bald schon kam dann endlich jemand, auch wenn es nicht der Wirt war, sondern nur ein dünnes Mädchen, welches einen sichtlich zurückhaltenden Eindruck machte. Innerlich musste ich seufzen, denn ich wusste, dass Gorjon sich keine Mühe machen würde freundlich zu sein. Deshalb tat mir das junge Ding auch jetzt schon leid, doch es würde nicht viel geben, was ich für sie tun konnte. Gorjon in seinem jetzigen Zustand zu drohen wäre wohl das dümmste, was ich tun konnte.
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Mi Dez 14, 2016 8:16 pm

Da Gorjon voran geprescht war bemerkte er nicht welche Art von Blicken zwischen Cira und den anwesenden Männern im Schankraum ausgetauscht wurden. Vermutlich war es besser so, da er sich in seiner aktuellen Laune wohl mit dem gesamten Wirtshaus angelegt hätte, hätte er die Blicke bemerkt. Sein Versprechen, dass Niemand sie anrühren würde, stand noch immer und so zorngeladen wie er wegen des Wetters war genügten auch geringfügige Anlässe für einen Ausbruch des Zorns.
Da er aber nur ein Tischgesteck ruiniert hatte war es verhältnismäßig gut gelaufen. "Habt ihr etwas Anderes erwartet?", pampte er auf ihren sarkastischen Kommentar hin zurück, wobei seine Faust auf den Tisch donnerte. Wenigstens kam endlich eine Form der Bedienung, sodass er sich lieber damit beschäftigte endlich für einen vollen Magen zu sorgen, anstatt sich wieder mit der Hexe anzulegen. Es war ein Glück, dass das Mädchen so schmächtig und durch und durch uninteressant war, sodass er zwar grob, aber nicht unanständig mit ihr umsprang.
"Bringt zwei Kräuterschnäpse und zwei große Krüge Bier. Wir wollen Brot, Bohnen, Kartoffeln, Fleisch. Zwei anständige Mahlzeiten, verstanden?", brummte er und das Mädchen nickte schüchtern. Sie wollte sofort loseilen um die Bestellung auszuführen, aber der Nordmann hielt sie am Arm fest und riss sie so kurzerhand zurück. "Und lasst ein Zimmer mit zwei Betten bereiten. Für eine Nacht.", verlangte er, dann löste er seinen Griff und das Mädchen war nun wirklich in Eile.
Mit einem unverständlichen Grummeln lehnte sich Gorjon zurück. Das Feuer im Kamin brannte an der anderen Seite des Raums, natürlich waren dort längst alle Plätze belegt. Trotzdem war es hier geradezu himmlisch warm, im Vergleich zum Sturm der draußen fegte. Sein Blick glitt natürlich zum Fenster, aber er konnte kaum hinaus sehen, so sehr strömte der Regen. Genervt trommelte er mit den Fingern über den Tisch, dann sah er lieber wieder zur restlichen Gesellschaft rüber. Einige Leute blickten natürlich zu ihm rüber, er hatte schließlich einigen Radau veranstaltet und eine interessante Begleitung. Aber so wie er jeden anderen Gast mit einem grimmigen Blick fixierte und wohl mit den bloßen Augen zu erdolchen versuchte, hörte das Anstarren bald auf.
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Mi Dez 14, 2016 8:25 pm

Wie erwartet sprang der Nordmann nicht gerade freundlich mit der Bedienung um. Doch zu ihrem Glück gab er sich offenbar Mühe sie nicht unnötig anzugrabschen. Welch Glück auch für ihn, dachte ich, denn unweigerlich hatte ich nach meinem Messer, welches an meinem Gürtel befestigt war, gegriffen und ließ nun etwas langsamer wieder locker. Der Mann hatte weder Anstand noch Manieren, wie jeder Nordmann, der mir bisher untergekommen war. Meine hellen Augen suchten schnell etwas anderes, was mich vielleicht mehr aufmunterte, als die Worte, die ich so eben vernommen hatte. Ich fand das Feuer und sah den Flammen dabei zu, wie sie ihren täglichen Tanz tanzten. Wärme durchströmte meine Glieder und ich erschauerte nur erneut, als ich daran dachte, dass ich die Nacht über kein eigenes Zimmer haben würde. Doch meinen Frust darüber würde er erst später zu hören bekommen, wenn die Mahlzeit vonstatten gegangen und ich gesättigt und gestärkt genug dafür war.
Noch eine Weile spürte ich die Blicke der anderen Männer in meinem Rücken, doch sollten sie mich nicht stören, solange ihre Finger blieben wo sie waren. Sollte mir auch nur einer zu nahe kommen, so würde sich Gorjons Deal mit ihr auflösen und sie wäre frei. Aber diesen Preis dafür zu nehmen würde ich nicht eingehen. Immer hin lag mir auch etwas an meiner Würde als Frau, die ich nicht dafür aufgab um schnellstmöglich wieder meiner Wege zu gehen.
Gorjons Genervtheit ging mir so langsam ebenfalls an die Nerven und unwirsch sah ich zu ihm herüber. "Regt Euch ab. Es reicht wenn der Sturm draußen tobt. So müsst Ihr nicht auch hier drinnen für gespannte Nerven sorgen.", sagte ich so ungehobelt, wie er sich mir gegenüber auch sonst immer benahm. Meine Miene war düster, doch wurde mein Blick zu ihm von dem kommenden Essen und den Getränken versperrt, welches man mit größter Eile auf unseren Tisch stellte. Noch für einen Moment sah ich ihn finster an, bevor ich nach etwas Brot und einer Schale mit Bohnen und Kartoffeln griff. Langsam aß ich, obwohl ich großen Hunger hatte. Doch wollte ich nichts schlingen und damit vergeuden, dass ich mich übergab. Ganz im Gegensatz zu meinem Gegenüber, dem das scheinbar vollkommen egal war.
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Mi Dez 14, 2016 8:40 pm

Ein überraschtes Grunzen entfuhr Gorjon. Er sollte sich abregen? Für einen Augenblick sah er die Frau völlig entgeistert an. Dann aber kam ein weiteres Grunzen, dass sich mit einem empörten Schnauben vermischte. Der Nordmann wischte sich über den Bart und nickte. "Aye. Ich sollte mich wohl freuen hier festzustecken, während mein Bruder leidet.", kam es mit einem Hauch Melodramatik. Dann funkelte er wieder finster auf die andere Seite des Tischs. Abregen? Diese Cira Farwynd hatte vielleicht Vorstellungen.
Da Gorjon seine Wut notgedrungen nicht an ihr auslassen konnte, versuchte er sie lieber zu ersticken. Sowohl das Bier als auch die gereichten Speisen eigneten sich dazu hervorragend. Zuvor aber konnte er doch etwas Freude empfinden über die tatsächlich seinen Vorstellungen entsprechenden Bierkrüge hier. Sein Blick hatte schon etwas zufriedenes, als er den Humpen betrachtete und der Zweitgeborene genoss die ersten, erfrischenden Schlücke, nach dem langen, harten Ritt. Danach aber waren alle Manieren beiseite gelegt und er langte kräftig zu. Bohnen und Fleisch waren herrlich warm, da brauchte es beinahe kein Feuer mehr im Kamin. Noch mit halb vollem Mund griff er eines der Schnapsgläser, um Cira zuzuprosten. Hastig schluckte er noch die Bohnen herunter.
"Damit euch warm wird!", meinte Gorjon mit Bezug auf den Schnaps, er wartete ob sie jetzt ebenfalls ihr Glas erheben wollte, damit sie gemeinsam tranken. Doch auch wenn dies nicht geschah machte er sich nichts draus. Er stürzte das Getränk herunter und blickte schon um Einiges besser gelaunt drein, als er die Wärme in der Brust spürte. Noch immer brodelte es in ihm, aber eine warme Mahlzeit und Trockenheit hatten es schon viel besser gemacht. Dementsprechend großzügig fiel auch die Bezahlung für die Bedienung aus. Der Nordmann hatte sich nie sonderlich viel um Geld geschert, also drückte er dem schmächtigen Mädchen nicht nur genug für Zimmer und Essen, sondern das vielleicht saftigste Trinkgeld ihres Lebens in die Hand und ein Teil der Angst wich aus dem Gesicht des nun sogar kurz lächelnden Mädchens.
"Habt ihr im Wald je so etwas Gutes gehabt?", fragte er dann Cira in einem ungewohnt freundlichen Tonfall, wobei er auf seinen Krug deutete. Gegessen und getrunken hatte er nun, auch war er wieder aufgewärmt. Da fehlte jetzt nur das Geschwätz, dass er sonst an diesen Gasthäusern schätzte. Leider konnte er was die Gesellschaft anging nicht wählerisch sein, aber Gorjon empfand des tatsächlich als interessant zu hören wie es in ihrem Wald war, da er sich solch ein Leben nie vorstellen könnte.
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Do Dez 22, 2016 5:16 pm

Ich konnte mir ein Augenrollen nicht verkneifen, auch wenn ich wusste, dass ich Gorjon in seiner jetzigen Stimmung wohl besser nicht reizen sollte. Doch mir war auch bewusst, dass er mir eigentlich nichts zu befehlen hatte, weder mein Vormund, noch mein adliger Herr war und so nahm ich mir raus soviel ich wollte. Zur Not musste ich halt an einen bestimmten Ort fliehen, aber ich würde mich ganz sicher nicht herumschubsen lassen wie eine Dorfhure.
"Das habe ich nicht gesagt. Aber es bringt Eurem Bruder nichts, wenn Ihr euch hier aufführt wie ein Henker am freien Galgentag.", sagte ich mit kühlem Unterton und widmete mich wieder meinem Essen, welches wirklich gut schmeckte. Zwar etwas salzig, aber man wollte schließlich nicht über eine Magenfüllung meckern. Ich griff auch sogleich zu meinem Krug und trank hastig ein paar Schlucke von meinem Wasser. Auf Alkohol, gerade Bier, konnte ich tunlichst verzichten. Meine Sinne mussten klar bleiben, sonst würde ich mich in die Gefahr begeben unachtsam zu werden. Und das konnte ich mir in dieser Situation einfach nicht erlauben.
Auf seine Frage hin schluckte ich nur einen Bissen Brot herunter und schüttete noch etwas Wasser hinterher, damit es besser rutschte.
"Durchaus. Ich segne meine eigenen Kochkünste weitaus mehr, als so mancher Gastwirt es verdient hätte.", sagte ich hochgeschlossen und reckte das Kinn etwas in die Höhe. Doch sah ich ihn nicht lange an, denn schon kam meine Lust weiter zu essen wieder zurück und ich griff nach dem Holzlöffel um meine Mahlzeit zu beenden. So langsam ergriff mich auch die Müdigkeit und ich musste ein Gähnen unterdrücken.
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Do Dez 22, 2016 5:42 pm

Wie sehr wünschte Gorjon sich genau in diesem Moment einen Raben zu erhalten, dessen Nachricht von einer wundersamen Genesung seines Bruders berichtete. Dann hätte er der Hexe ungestraft eine saftige Schelle verpassen können, die sie wohl dringend benötigte. Aber da er sie notgedrungen nicht anrühren durfte blieb es zunächst bei einem verächtlichen Knurren. Da Gorjon aber nie lange still sein und erst Recht nicht viel auf sich sitzen lassen konnte, sah er doch wieder zu ihr herüber, um einen ähnlich kühlen Kommentar abzulassen. "Bah!", war der einzige Laut den er heraus brachte, weil ihm bei so viel Dreistigkeit - und vielleicht dem eigenen Unvermögen - kein geistreicherer Kommentar einfiel.
Es blieb also vorerst dabei das Essen nur zu unterbrechen um die schlechte Stimmung noch weiter anzuspannen. Nicht einmal mit ihm trinken wollte Cira, dass sah er schon als die nächste Beleidigung an. Wieder sandte er ein Stoßgebet zu den Göttern diesen elenden Regen endlich zu beenden, die ganze Reise zur kahlen Schanze zu beenden. Aber ein kurzer Blick aus dem Fenster reichte und schon schaufelte Gorjon wieder schlecht gelaunt Bohnen in sich hinein.
Erst seine Frage als er satt war, sorgte dann für interessante Worte, die ihn kurz auflachen ließen. Er hatte nicht mit dieser Antwort gerechnet, wobei er nun auch nicht genau wusste womit er hätte rechnen sollen. Vermutlich mit einem Klagelied über das elende Leben im Wald, weil er sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte wie Cira es überstand. Doch in diesem Fall bedeutete es, dass ihr Trotz und ihre Überzeugung nicht gegen eine Wand liefen. Er nickte und trank etwas nachdenklich.
Erst als sie damit kämpfte nicht zu gähnen, meldete er sich wieder zu Wort. "Wir sollten das Zimmer ansehen.", schlug er vor, da er mittlerweile eingesehen hatte, dass dies kein heiterer Kneipenbesuch werden würde. Er konnte sich besseres vorstellen als das Zimmer mit ihr zu teilen, aber er hielt es für nötig. Dementsprechend wollte er sich auch davon überzeugen, dass Alles seine Ordnung haben würde. Schließlich wollte er morgen nicht mit einem Messer im Hals oder einer geflohenen Hexe aufwachen.
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Do Jan 05, 2017 4:06 pm

Gorjons Ausruf ließ mich, auch wenn ich sicherlich in gewisser Weise bei seiner Laune darauf vorbereitet sein sollte, zusammen zucken. Natürlich hatte ich mit meiner Aussage einen wunden Punkt getroffen und ja, ich war in diesem Moment sehr froh, dass ich zuvor die Abmachung mit ihm getroffen hatte, dass mir nichts geschehen durfte. Und falls doch, dass dann unsere Vereinbarung hinfällig wäre. Dennoch verspürte ich einen leisen Stich der Angst, als er sich derart lautstark dazu äußerte, auch wenn es nicht wirklich ein Wort war, was er benutzte um seinem Frust Luft zu machen. Sicherlich, im Normalfall, wäre ich schnellstmöglich auf der Flucht vor ihm gewesen, wenn ich nicht seine Gefangene gewesen wäre. Aber dem war nun mal leider so und daher konnte ich nicht einfach aufstehen und gehen. Auch wenn ich dies nur allzu gern getan hätte.
Die Laune am Tisch besserte sich vorerst nicht und als ich endlich meinen Teller von mir schob, der bis auf den letzten Rest leer geputzt war, schien auch mein Blick unweigerlich auf ihn herüber zu gleiten, da es nichts mehr gab, mit dem ich mich stattdessen beschäftigen konnte.
Über meinen Kommentar zu meinen Kochkünsten schien er für einen Moment amüsiert, was die Stimmung wohl deutlich besserte, doch konnte ich ihm ansehen, dass es noch immer in ihm arbeitete und ich jeglichen Kommentar zu seinem Bruder wohl besser vermeiden sollte, bis wir endlich bei ihm angekommen waren. Und bei den alten Göttern, diesen Tag sehnte ich mir so unendlich schnell herbei, wie ich es kaum einmal getan hatte. Dann wäre ich endlich wieder frei und konnte meiner eigenen Wege gehen, ja vielleicht eine Weile meine Zuflucht aufsuchen, wenn sich das richtige Sternbild am Himmel zeigte, sodass ich mein Portal ohne Gefahr öffnen konnte.
Durch seine Worte wurde ich wieder aus meinen Gedanken gerissen und sah ihn mit geschärftem Blick an. Das Zimmer aufsuchen? Ja, an sich keine schlechte Idee. Wäre da nicht dieser eine, hinderlicher Aspekt, dass sie sich eines teilen mussten. Gut, immerhin würde es zwei Betten geben. Dennoch war ich mir noch nicht so sicher, dass ich meine Kräfte soweit vorausgaben durfte, dass ich eine weitere Barriere um mein eigenes Bett aufbauen konnte, somit er sich mir nicht nähern konnte. Doch ich würde es zumindest versuchen müssen, sonst blieb die stetige Gefahr, dass er sich nachts heimlich anschlich und ich mit einem Messer an der Kehle aufwachte. Auch wenn das ziemlich dumm von ihm wäre, da er mich offensichtlich noch brauchte, traute ich es ihm durchaus zu. "Eine bessere Idee hattet Ihr an diesem Abend noch nicht.", sagte ich spitz und erhob mich schließlich, gut genährt und wohlig warm. In ruhigem Schritt folgte ich ihm durch den Gastraum, die Blicke der Anderen weitesgehend ignorierend und trabte hinter ihm die Treppen rauf zu den Schlafzimmern. An unserer Tür angekommen, atmete ich einmal tief durch, spürte aber, dass meine Kräfte nicht mehr für einen Zauber ausreichen würden und gab es innerlich schon auf. Mit einem ungewissen Gefühl in der Magengrube, folgte ich ihm in das Zimmer und sah mich um.
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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Do Jan 05, 2017 4:28 pm

Grummelnd versuchte Gorjon den scharfen Kommentar zu ignorieren. Wobei sie leider auch recht hatte, es war die einzig brauchbare Idee gewesen diesen Abend so schnell wie möglich zu beenden, indem sie das Zimmer besahen. Denn auf ein derart unangenehmes Abendessen verspürte er nicht die geringste Lust. Knurrend erhob er sich also, ohne die Hexe eines weiteren Blickes zu würdigen. Er ging einfach still voran, während er noch den ein oder anderen mies gelaunten Blick in die anwesende Gesellschaft warf. Alle waren am schwätzen und hatten Spaß, sodass es Gorjon doppelt ungerecht vorkam.
Erst auf der Treppe sah er kurz hinter sich, die Frau folgte wenigstens ohne ein weiteres Theater. Ohne Umschweife trat der Nordmann in das Zimmer ein. Die Betten standen für seinen Geschmack deutlich zu nahe aneinander, weshalb er ungehalten die Nase rümpfte. Am Liebsten hätte er sie direkt in die jeweils entgegengesetzten Ecken des Raums verfrachtet, aber er ahnte das der Wirt jeden Möbelpacker hochkant rausschmeißen würde. Immerhin war der Raum angemessen warm, was aber das einzig Positive war, dass Gorjon im Moment auffallen wollte. Zwar war die restliche Einrichtung durchaus annehmbar, aber in seiner Laune stach es dem Nordmann nicht ins Auge.
"Naja... nicht übel. Schätze ich...", brummte er, dann ließ er sich auf eines der Betten fallen. Kurz musterte er Cira, dann streckte er die Hand aus. "Gebt mir euer Messer. Ich werde es für die Nacht verwahren.", forderte er überaus eindringlich, denn er hatte keineswegs vergessen das sie diese Waffe bei sich trug. Zwar wähnte er sie nicht gerade gefährlich, doch konnte er gut darauf verzichten mit Eisen im Hals oder einer entflohenen Hexe aufzuwachen. Er überlegte sich also schon wie er abschließen und den Zimmerschlüssel verstecken konnte, um es der Frau unmöglich zu machen sich davon zu stehlen. Immerhin waren sie nicht in einem Lager voll Wachhunde, sondern in einem Gasthaus wo man sie vermutlich zu allem Überfluss noch als Verwandschaft oder gar Eheleute wähnte. Eine verzwickte, durch und durch unangenehme Lage.

tbc: Kahle Schanze


Zuletzt von Gorjon Rikke am Mo Jan 09, 2017 7:59 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Gasthaus am Königsweg   Mo Jan 09, 2017 7:10 pm

Der Raum, den sie betraten, war schlicht eingerichtet und als ich mich umsah, sah ich die zwei Betten, die zu meinem Glück auseinander standen und Erleichterung machte sich in mir breit. Ich musste mir kein Bett mit dem Nordmann teilen, das waren doch schon mal gute Aussichten. Sicherlich war er genauso erleichtert darüber, denn er ging strickt auf eines der Betten zu und setzte sich. Seinen Kommentar zu dem Zimmer überging ich schlichtweg und folgte lieber seinem Beispiel und setzte mich auf das freie Bett. Bequem war es allemal, doch ich vermisste augenblicklich mein eigenes Bett, in meiner eigenen Hütte und fragte mich, wann ich dieses wohl wiedersehen würde. Wenn es mir ginge, dann wohl sehr bald, aber der Weg zur kalten Schanze schien noch weit und so würde sich dieser Wunschgedanke noch lange als ein Wunsch wahren.
Kaum das ich jedoch mein Tuch auf mein Kopfkissen ablegte, verlangte der Nordmann nach meinem Messer. Für einen kurzen Moment wähnte ich mich in dem Gedanken, ihm zu wiedersprechen. Doch sah ich bald schon ein, dass das wohl keinen Zweck haben würde. Spätestens als ich seinen eisernen Blick bemerkte. Er würde in seiner jetzigen Laune keinen Widerspruch dulden und so zog ich mein geliebtes Messer hervor und warf es zu ihm herüber auf sein Bett.
"Unter der Bedingung, dass ich es im Morgengrauen wieder bekomme. Ich reise ungern unbewaffnet.", sagte ich beinahe versöhnlich, jedoch noch immer mit einem gewissen kühlen Unterton. ich wollte nur sichergehen, dass ich das Messer auch zurückbekam, wenn ich es ihm für die Nacht anvertraute. Mit einem noch kurz kühlen Blick wandte ich mich jedoch schließlich um und legte mich mit dem Rücken zu ihm auf das Bett. Die Notwendigkeit meine Gewänder abzulegen, sah ich nicht und so deckte ich mich zu, bereit einzuschlafen und diesem trostlosen Tag endlich ein Ende zu bereiten.

tbc: Kahle Schanze (nach dem Zeitsprung)
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