Game of Thrones

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 Cira's Hütte

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Loras Tyrell

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BeitragThema: Cira's Hütte   Sa Jun 25, 2016 11:56 am

Sie liegt an einem kleinen See und gut geschützt zwischen den Bäumen. Zudem ist sie abseits von jeglicher Zivilisation und es ist äußerst selten, dass sich jemand dorthin verirrt.

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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Do Jun 30, 2016 10:55 pm

~Firstpost~

Es war ein kühler Wintermorgen, der mir seinen kalten Atem ins Gesicht blies. Die Sonne schaffte es mit wenigen Strahlen durch die dichten Baumkronen und ließ den wenigen Schnee am Waldboden in ihrem Licht glitzern. Der Winter kam unausweichlich und schien nur an diesem Ort rings um die Hütte noch nicht ganz Herr über den Wald geworden zu sein. Denn in diesem Kräutergarten blühten die Pflanzen und gediehen prächtig, ohne dass ihnen die Kälte etwas anhaben konnten. Sie standen unter dem Einfluss meiner Magie und das ließ sie weiterhin wachsen, ganz so wie ich sie brauchte. Meine Tinkturen und Wundersalben konnte ich so weiter herstellen und mein Sammelsurium erweitern. Es war wichtig, dass ich das ganze Jahr über Pflanzen zur Verfügung hatte, denn ohne sie würde ich nicht überleben. Auch der Gemüsegarten und der Pflaumenbaum trugen bereits wieder Früchte und so war das Überleben für mich gesichert. Ich überlebte mit den nötigsten Dingen, war nicht auf Andere angewiesen und das sollte auch so bleiben, wenn es nach mir ginge. In meinen Fellumhang gewickelt stand ich auf meiner kleinen Terrasse und trank von meinem dampfenden Holzbecher, in dem sich ein süßlicher Tee aus den Blättern der Brennnessel und der Blüte eines Holunderbusches war. Er erfrischte den Geist und erhöhte den Tatendrang, was ein guter Start für den Morgen war. Und da ich heute viel tun wollte, ging es nicht besser.
Ein leises Schnauben ließ mich aus meinen Gedanken hochschrecken und aufblicken.
"Guten Morgen Cloud. Hast du gut geschlafen?", fragte ich lächelnd mein Pferd, welches hinter der Hütte hervor kam und mich aus klugen Augen anblickte. Ich hatte ihn vor ein paar Jahren blutbesudelt im Wald gefunden, einen Sattel mit abgerissenem Steigbügel auf dem Rücken. Das Tier war nicht verletzt gewesen, weshalb ich es als Pferd eines Soldaten identifizierte. Aber da niemand in der Nähe gewesen war, hatte ich das leicht zitternde und hungrige Pferd mit zu meiner Hütte genommen, seine Spuren verwischt, so wie ich es heute noch tue und sein buntgeschecktes Fell von dem Blut gereinigt. Er ist mir seither ein treuer Weggefährte und ich hoffe, dass dies noch lange so sein wird. Hier bei mir kann ihm niemand etwas antun, denn keiner kann die Umzäunung um meinen Garten und meine Hütte überwinden. Meine Schutzzauber sind zu stark und verhindern auch eine Zerstörung jedes Dinges und Lebewesens innerhalb des Schutzkreises. Und da ich noch keiner anderen magischen Person begegnet bin, bin ich mir ziemlich sicher, dass niemand den Zauber lösen kann.
"Genug der Gedanken für diesen Morgen. Machen wir uns an die Arbeit, Cloud.", sagte ich zu dem Tier und trank meinen Tee aus, bevor ich ihm seine Zäumung aus einfachem Strick umlegte. Er ließ mich gewähren und schließlich aufsteigen. Zuvor hatte ich mir noch meinen Lederbeutel umgebunden und trieb das muskulöse Tier vorwärts in den Wald hinein. Eine Kapuze mit Fellkragen aus Kaninchenpelz bedeckte meine widerspenstigen dunkelbraunen Locken, die sich auch heute weigerten in der Verankerung des Dutts zu bleiben. Mit einem leichten Lied auf den Lippen, das meine Mutter zu singen gepflegt hatte, machte ich mich daran meine Fallen abzureiten, in der Hoffnung etwas Beute darin zu finden.
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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Fr Jul 08, 2016 5:54 pm

~~~Zeitprung zum Nachmittag~~~

Am Nachmittag kehrte ich zu meiner Hütte zurück. Im Gepäck hatte ich einige Büschel an Wurzeln, die ich von essbaren Pflanzen hatte und drei tote Kaninchen, die ich aus meinen Fallen geklaubt hatte. Ich ritt noch immer munter singend auf Cloud, war jedoch auch etwas erschöpft und freute mich schon auf einen erfrischenden Tee, der meine Lebensgeister wieder erwecken würde. An der Hütte angekommen, stieg ich von Clouds Rücken, mahnte ihn zu warten und betrat die Schutzgrenze, die um den Zaun meines kleinen Grundstückes gelegt war. Ich selbst konnte das kleine Gartentor passieren, jedoch niemand sonst, nicht einmal Cloud selbst. Der Schutzzauber wirkte wie eine Glocke, die sich um das Grundstück zog und es auch oberhalb vor feindlichem Eindringen schützte. Dadurch konnten die Pflanzen in meinem Garten ungehindert gedeihen und wachsen, ohne dass sie von der all umherrschenden Kälte beeinflusst wurden. So sah mein Grundstück aus wie eine Oase im winterlichen Wald. An der Hüttentür angekommen, klopfte ich meine Schuhe ab und trat schneefrei ein. Zuerst bereitete ich Cloud ein Mahl aus Getreide und Kräutern, die ihm ebenfalls gut tun würden. Den Eimer brachte ich ihm dann und sah zufrieden zu, wie er genüsslich fraß. Kurz legte ich meine Hand auf seine Schulter und ließ etwas frische Energie durch seine Adern fließen, die ich von meiner abzweigte. Dann wandte ich mich ab und machte mich daran, eine Suppe zu kochen. Es würde eine Weile dauern bis auch ich etwas essen könnte, deshalb beschloss ich, vorher die Wäsche im See zu waschen. Mit einem Knäuel unter meinem Arm ging ich zum klaren Wasser herunter, wo der Schutzzauber mich verließ und kniete mich hernieder zum Waschen. Dabei stimmte ich ein Lied an, dass ebenfalls meine Mutter und die anderen Waschweiber immer gesungen hatten und das mir noch im Kopfe war. So vor mich hin singend bemerkte ich nicht, dass sich da aus dem Wald jemand näherte. Auch Cloud schlug keinen Alarm, denn er war mit seiner Mahlzeit beschäftigt und war auch generell kein sehr wachsames Tier.
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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Fr Jul 08, 2016 8:15 pm

cf: Der Königsweg und Zeitsprung

Gorjon konnte das Murren seiner Männer nicht mehr ertragen. Der kleine Trupp hatte sich am frühen Morgen in den Wald aufgemacht und seither lagen ihm seine vier Begleiter in den Ohren. Ausgerechnet der Suchhund war als Einziger ruhig geblieben, was die Laune des Nordmanns nicht gerade hob. "Und ich bleibe dabei, wir werden den Wald erst wieder verlassen, wenn wir diese Hexe gefunden haben!", schnauzte Gorjon den Mann zu seiner Linken an. "Niemand weiß ob sie wirklich hier lebt.", kam die Antwort und Gorjon schnaubte. "Der Sänger hat es doch beschrieben. In diesem Wald an einem See. Also klappern wir eben sämtliche Seen ab.", erwiderte er zornig, aber der Mann ließ nicht locker. "Wofür brauchen wir die Hexe überhaupt, wir...", wollte er wohl wieder frech werden, aber er hielt inne.
Für einen Moment glaube Gorjon es habe an seinem bösen Blick gelegen, dann aber bemerkte er das Zerren und Bellen des Spürhundes. Er witterte etwas Ungewöhnliches. Kein Eichhörnchen, kein Kaninchen, sondern einen Menschen. "Na also.", meinte der Zweitgeborene triumphierend. Es war die erste gute Nachricht seit langer Zeit. Noch immer verfluchte er sein Los. Kaum das er vom Königsweg in seine Heimat zurückgekehrt war hatte er wieder aufbrechen müssen. Die Boltons hatten es verlangt, angeblich gab es im Norden immer noch Häuser die den Starks treu standen. Gorjon verfluchte sie Alle. Die Starks, ihre Verbündeten, mittlerweile sogar die eigenen Gefolgsleute. Die geplante Hochzeit mit Katherine Baratheon schlug ihm gewaltig auf den Magen. Bei seiner Ankunft war noch kein Rabe auf der kahlen Schanze angekommen, der von der erfolgreichen Absage berichtet hatte. Und hier draußen würde er auch keinen Raben erhalten, er würde sich gedulden müssen.
Nicht nur wegen der Hochzeit, auch wegen einer anderen Sache wollte er schnell wieder nach Hause. Sein Bruder hatte sich nicht von seiner Verwundung bei der roten Hochzeit erholt, daher auch sein Eifer die Frau zu finden, der man unglaubliche Heilkräfte nachsagte. Wenn sogar auf dem Königsweg davon gesungen wurde musste etwas Wahres dran sein und endlich hatte er den Beweis, der die Murrenden ruhig stellen würde. Gemeinsam mit dem Hund und seinen vier Begleitern erreichte er eine kleine Hütte. Sie war nicht spektakulär aber stach hier draußen trotzdem deutlich heraus. Bei genauer Betrachtung stellte Gorjon fest wie ungewöhnlich grün der Ort war, ein weiterer Hinweis, der ihn zu Eile bewog. "Findet sie!", befahl er seinen Mannen, doch war es kaum nötig.
Der Hund zerrte in eine bestimmte Richtung und ein Gesang war zu hören. Eine Frauenstimme, wie Gorjon erkannte. Eiligen Schrittes hielt der kleine Trupp also auf die Quelle des Gesangs zu und tatsächlich kniete eine Frau am Wasser, um Wäsche zu waschen. "Endlich!", stieß Gorjon seine Erleichterung aus. Gewiss hatte er damit die Schwarzhaarige auf sich aufmerksam gemacht, aber es störte ihn nicht. "Seit ihr die, von der man sagt sie habe heilende Kräfte?", fragte er mit lauter Stimme, die eindeutig eine positive Antwort forderte. Ebenso wie seine Männer auch musterte er die Wäscherin gründlich. So hatte er sich eine Hexe nicht vorgestellt, wobei er nicht einmal sicher war wie er sich eine Hexe vorzustellen hatte. Im Moment blieb er wie auch seine Männer sehr argwöhnisch stehen, nur der Hund wagte noch zu kläffen und an seiner Leine zu zerren.
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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Fr Jul 15, 2016 8:01 pm

Es war schon lange her gewesen, dass ich eine menschliche Stimme vernahm, die nicht die meine war. Aufgrund dessen und auch weil ich nicht damit gerechnet hatte, schrak ich zusammen, als die Stimme erklang. Es war die eines Mannes, das war nicht zu leugnen und als ich mich umdrehte, mich erhob, wurde das nur bestätigt. Ein Trupp von wilden Nordmännern stand vor mir, bewaffnet, weshalb auch meine Hand zu meinem Gürtel huschte, an dem mein Jagdmesser befestigt war. Doch ergriff ich es nicht, denn ich sah ein, dass es selbst mit meinen Zaubern, die auch so generell nur zur Abwehr und nicht zum Angriff genutzt werden konnten, keine große Chance wäre, die ich durch einen Kampf mit der Klinge erzielen konnte. Und so ließ ich die Hand langsam wieder sinken, sah zu dem, der gesprochen hatte und reckte leicht das Kinn vor. Misstrauen lag nicht ohne Grund in meinem Blick. Es waren harte Zeiten und es würde niemandem auffallen, wenn man eine Frauenleiche im Wolfswald fand.
"Wer will das wissen?", fragte ich, selbstbewusst wie eh und je. Auch als ich noch eine einfache Bauerstochter gewesen war, hatte mich nichts so leicht erschüttern können. Und nun hatte das Leben allein im Wald mich nur noch gestärkt und nicht geschwächt. Ich würde mich nicht einfach mitnehmen oder benutzen lassen, das kam nicht in Frage.
"Und was ist der Grund für diesen Aufmarsch?", setzte ich noch hinterher, um gleich an so viele Informationen wie möglich zu kommen. Kurz wanderten meine Augen zu meiner Hütte herüber, wo Rauch aus dem Kamin schwoll. Ich sollte bald nach meinem Eintopf sehen, sonst würde dieser noch überkochen. Sofort waren die hellen Augen wieder auf den scheinbaren Anführer gerichtet und ich verschränkte meine Arme, sah noch immer misstrauisch drein und doch gleichzeitig kühl, wie man es von einer Nordfrau erwarten würde.
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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Fr Jul 15, 2016 10:54 pm

Als sein Ruf die Frau dazu veranlasste sich umzudrehen konnte Gorjon sie endlich genauer in Augenschein nehmen. Sie sah aus wie eine typische Nordfrau und verhielt sich auch so. Ihre trotzige Antwort und der kurze Griff in Richtung ihres Messers zeigten, dass sie sich nicht einfach herum schubsen lassen wollte. Doch nichts Anderes hatte Gorjon vor, denn nach der anstrengenden, langwierigen Suche war jegliche Geduld geschwunden. "Werdet nicht frech, sondern antwortet gefälligst!", rief er also barsch auf ihre Fragen hin, wobei er sogleich einige Schritte heran trat.
"Ich stelle mich vor wenn ich weiß, dass ich hier keine Zeit verschwende. Wir sind im Namen des Wächters des Nordens hier und...", begann er sie anzuschnauzen, ehe ihn das unablässige Gebell des Hundes daran störte. "Bring den Köter zum Schweigen oder er landet in der Suppe!", herrschte der Nordmann also seinen Hundeführer an und schnell sorgte dieser für Ruhe. Jedoch nicht wie man es vielleicht erwartet hätte mit strenger Zucht, sondern einem einzigen, ruhigen Wort und folgenden Streicheleinheiten. Gorjon scherte es wenig, solange er nur Ruhe hatte.
"Also... seid ihr die Hexe? Die, von der man sagt sie könne Kranke heilen die selbst dem erfahrensten Maester verloren scheinen?", fragte er mit grimmigem Blick und Ungeduld in der Stimme. Derweil schritten zwei seiner Gefolgsleute weiter voran. Einer zur Linken, einer zur Rechten, sodass sie langsam eventuelle Fluchtwege der Frau abschnitten. Nicht das man fürchtete sie könnte dem Hund entkommen, aber es war das übliche Spiel der Einschüchterung. Ein verständigendes Nicken der beiden Wachposten später zogen sich die zwei hinter Gorjon verbliebenen Männer zurück. Sie schritten zum Wald und zur Hütte, um nach weiteren Personen hier Ausschau zu halten und zu spähen.
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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Sa Jul 16, 2016 10:54 am

Empörung über seine Worte sollte sich breit machen, doch ich blieb ruhig und sah ihn weiterhin unverblümt an. "Ihr seid es, die etwas von mir wollen. Nicht umgekehrt. Stellt Euch mir vor oder es wird keine Hilfe geben!", waren meine Worte ihm gegenüber und ich war mir bewusst, dass diese Männer alles andere als freundlich gesinnt waren. Allein die schnarrende Stimme des Anführers ließ auf irgendeine Verbitterung hin deuten. Doch dafür konnte ich ja nun wenig, also erwartete ich einen gewissen Anstand, den es auch im Norden zu wahren galt.
Meine Augen beobachteten die beiden Burschen, die scheinbar unauffällig den Kreis immer enger um mich zogen. Natürlich wollten sie mir jeglichen Fluchtweg abschneiden, jedoch würde ich mir nie anmerken lassen, dass mich etwas beunruhigte. Meine Ausstrahlung blieb dieselbe und ich änderte meine Haltung auch kein Stück. Ich würde keine Würde verlieren und mich diesen Männern einfach so und ohne ein Widerwort ausliefern. So blieben meine Augen wieder auf dem Anführer ruhen.
"Mag sein. Doch noch immer: Wer will das wissen und zu welchem Zweck?", waren nun wieder meine Worte und ließen keine Wiederrede zu. Ich hatte nicht gesagt, dass ich eben jene Person war! Und zugegeben, wer würde direkt sagen, dass er eine Hexe war? Niemand.
Solange ich den Grund des Aufmarsches hier nicht wusste, würde ich schweigen wie ein Grab. Und wenn sie gewalttätig wurden, so musste ich das Beste daraus machen und versuchen zu fliehen oder mich zu verteidigen. Meiner Hütte konnten sie nichts antun, aber ich hatte unter anderem dieses dickhäutige Pferd in mein Herz geschlossen. Immerhin war er mein einziger Begleiter in diesen Weiten des Waldes. Aber letztlich war es ebene doch nur ein Pferd...Würde deswegen wohl nicht mein Leben aufs Spiel setzen!
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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Sa Jul 16, 2016 7:08 pm

Für die selben Dinge für die man die Frauen des Nordens lieben lernte mochte man sie an anderer Stelle hassen. Gorjon schnaubte hörbar, als sein Gegenüber weiterhin stur blieb. Ein kleiner Seitenblick zu seinen Gefährten verhinderte jedoch, dass bereits jetzt körperliche Züchtigung für diese Dreistigkeit ausgeübt wurde. Es schmeckte dem Nordmann keineswegs, dass die Schwarzhaarige so gut erkannte hatte, dass er es war der Hilfe brauchte. Umso weniger wollte er in irgendeiner Weise nachgeben. Wenn Dickschädel auf Dickschädel traf hatte er bislang meistens gewonnen. Keine große Kunst als Sohn eines Lords. Doch hier draußen war das hinfällig. Gorjon war wütend, zornig, kochend - aber auch erschöpft vom langen Marsch hierher.
Deshalb trat er nun nah an die Frau heran. Nah genug um jederzeit von ihrem Messer getroffen zu werden. Aber auch nahe genug um jedes einzelne Wort unmissverständlich und eindringlich herüber zu bringen. "Mein Name ist Gorjon Rikke, zweiter Sohn von Bartok Rikke. Beheimatet auf der kahlen Schanze und Lord Bolton geschworen.", zischte er sie förmlich an, ehe er mit deutlich lauterer Stimme fortfuhr: "Und nun antwortet ihr. Wir sind für eine Heilerin hergekommen und wir ziehen nicht eher ab bis wir sie gefunden haben. Jeder, der bei unserer Suche hindert oder unsere Zeit verschwendet, wird auf einen Pfahl gespießt.
Mit einer raschen Bewegung strich sich Gorjon über den Bart, er war noch lange nicht fertig doch er bemerkte wie er sich in Rage geredet hatte. Kurz neigte er den Kopf zur Seite, dann sah er die Frau wieder an. Erwartungsvoll. "Der Zweck für unsere Suche ist nur eure Angelegenheit, wenn ihr auch die Heilerin seid. Falls es so ist werdet ihr ihn sogleich erfahren.", beantwortete er noch ihre zweite Frage, um diese Sache endlich hinter sich zu bringen. Es war keine richtige Antwort, aber wenn die Frau weiterhin störrisch blieb war sie die Mühe vermutlich nicht wert. Daran zu denken schmerzte Gorjon, da er große Hoffnungen gehegt hatte. Offiziell war er aus nahezu banalen Dingen hier, die seinen Eifer lächerlich scheinen ließen. Doch wenn er an den wahren Grund für seinen Besuch hier dachte gab es Hoffnung in einer Angelegenheit, in der er die Hoffnung fast begraben hatte.
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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Sa Jul 23, 2016 10:59 pm

Dass der Nordmann nun nah, sehr nah, an mich herantrat, tat ich äußerlich als nichtig ab. Doch innerlich war ich unruhig, beobachtete ihn aus meinen hellen Augen und behielt die Arme vor der Brust verschränkt, nur um ihm in sein bärtiges Gesicht zu sehen. Was mich viel mehr störte, war sein Mundgeruch und ich hatte alle Mühe mich zusammen zu reißen und nicht die Nase zu rümpfen oder dergleichen zu tun. Als er sich vorstellte, hörte ich ihm genau zu und senkte meinen Blick kein einziges Mal. Jedoch waren wenige Emotionen aus meinem Gesicht abzulesen, denn mit dem Haus, mit dem er sich vorstellte, konnte ich genauso wenig anfangen, wie mit seinem Namen. Nur die Schanze sagte mir was, hatte ich schon einmal etwas über sie gelesen.
Doch statt etwas zu erwidern, lauschte ich weiter seinen Worten, die ja nun wirklich unweigerlich in meine Ohren drangen, da er noch immer sehr dicht vor mir stand. Langsam bekam ich kaum noch Luft und musste mich abermals wahrlich zwingen, mich nicht zurück zu lehnen. Doch wieder hielt ich meinem Drang stand und ich behielt meine Position bei.
"Nun, Gorjon. Zuerst einmal wird hier niemand auf einen Pfahl gespießt, denn das ist mein Haus und hier gelten meine Regeln. Du und deine Männer seid nicht umsonst gekommen, ich bin des Heilens fähig. Also zeigt mir euren Verletzten, damit ich sehen kann, was ich tun kann.", sagte ich, wohl wissend, in welche Gefahr ich mich begab, in dem ich so aufmüpfig war. Doch dieses Risiko ging ich gerne ein, denn es würde ihnen nichts bringen mir etwas zu tun.
Sein nunmehr versönlicher Ton schwächte die Drohung seinerseits nicht ab und ich wusste, dass ich mich hier sicherlich sehr weit rausgewagt hatte. Und um dies nun nicht noch schlimmer für mich enden zu lassen, entwich ich nun endlich dem Kreis der Männer, schlüpfte durch eine noch freie Ecke und ging langsam rückwärts auf den Zaun meiner Behausung zu, auch wenn es sehr langsam war. Hektische Bewegungen waren sicherlich nicht gut und doch würde ich mich wesentlich sicherer fühlen, wenn ich in meinem Schutzzauber stand, den kein anderer überwinden konnte. Als Ausrede konnte ich immer noch mein Gekochtes nehmen, welches noch über dem Feuer stand.
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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   So Jul 24, 2016 1:41 pm

Skeptischen Blickes zog Gorjon eine Augenbraue hoch. Es folgte ein kurzer Seitenblick zu seinen Begleitern und schon brach der Nordmann in schallendes Gelächter aus. Die Frau war wirklich überaus aufmüpfig, aber ihre Art war wohl unerlässlich um hier draußen alleine in der Wildnis zu überleben. Es gefiel Gorjon sogar, dass sie sich wenig gefallen ließ. Daher hoffte er auch sie würde nicht zu dreist werden. Da sie in der Tat die gesuchte Heilerin war, wollte er ihr nur ungern ein Haar krümmen müssen. Wenn ihr Verhalten anhielt würde da aber kaum ein Weg dran vorbei führen. "Noch gibt es keinen einzigen Verletzten. Aber das wird sich gewiss bald ändern. Ihr werdet uns eine ganze Weile dienlich sein.", informierte der Zweitgeborene sein Gegenüber, nachdem er sich beruhigt hatte. Es bereitete ihm Genugtuung ihr keine klaren Details zu nennen, sie sollte ruhig darüber nachdenken und ihr Los so oder so akzeptieren. Er grinste zufrieden und deutete seinen Männern nun in Richtung Hütte. "Holt die Anderen her. Wir brechen sofort auf.", befahl er ihnen und schleunigst setzten die Beiden sich in Bewegung. Dem zweifelnden Blick des Einen konnte man ablesen, dass er die Waldbewohnerin lieber nicht aus den Augen lassen wollte, aber Gorjon sah keinen Grund für überhöhte Vorsicht. Er hatte das Messer der Frau zwar nicht vergessen, trotzdem hielt er sie keineswegs für eine Gefahr.
Als die Männer außer Sichtweite waren wandte er sich wieder der Frau zu, die sich in Bewegung gesetzt hatte. Sie schritt langsam in Richtung ihrer Hütte, aber Gorjon machte einfach einen beherzten Schritt hinter ihr her. Nicht gerade zimperlich griff er sie am Arm, um sie zurück zu ziehen. Gewiss war er stärker, doch wer wusste schon ob sich das Biest packen lassen würde. "Nicht ganz so eilig.", meinte er mit fester Stimme. "Ihr schuldet mir noch euren Namen." stellte er fest, wobei er sie wieder genau musterte. Kaum zu glauben das sie so frech werden konnte. "Und spart euch eure Aufmüpfigkeit für bessere Gelegenheiten. Wenn ihr euch anständig verhaltet und tut was man euch sagt seid ihr schnell wieder an eurer Hütte und man wird euch anständig behandeln. Tut ihr weiter wie die Königin persönlich kann ich das nicht versprechen. Es liegt an euch ob ihr als Gast oder als Gefangene mitkommt, mir ist es gleichgültig.", belehrte er sie nun in sehr ernstem Tonfall und mit eindringlichem Blick. Sollte er jetzt schon ein kleines Exempel statuieren? Er entschied sich dagegen, schließlich würde diese Frau womöglich die Rettung seines kleinen Bruders sein - oder aber die Gelegenheit haben sich durch eine verweigerte Rettung zu rächen.
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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Mo Aug 01, 2016 6:34 pm

Ich musterte den grobschlächtigen Mann vor mir und verengte die Augen leicht zu Schlitzen. Dienlich sein?, dachte ich und in mir schien etwas zu zerbrechen, was ich die ganze Zeit hatte versucht aufrecht zu erhalten. Es war nicht meine Würde, die da brach, nein. Es war der Mut, der mich verließ, dass ich diesen groben Händen entkommen konnte.
Apropos Hände: Ich riss an meinem Arm, den er grob gepackt hielt und versuchte mich zu befreien. Wenn ich es doch nur in meine Hütte schaffen könnte. Dann wäre ich sicher vor diesen Banditen oder wer auch immer sie waren. Doch der Griff schraubte sich nur noch fester um meinen Arm und Tränen des Schmerzes füllten meine Augen. Es schien kein Entkommen für mich zu geben, es schien aussichtslos. Die Worte Gorjons rissen meine Aufmerksamkeit wieder an ihn. Ich hörte unweigerlich zu, denn es blieb mir nichts anderes übrig. Als er redete, schaffte ich es, mich zu entreißen. Ich richtete meinen Poncho, den ich um die Schultern trug und sah ihn entrüstet an. Dann wägte ich ab, ob es sich lohnen würde gegen alle hier zu kämpfen und als Gefangene mitgenommen zu werden. Doch es sprach deutlich mehr dafür als Gast mit zu reisen und dafür so schnell wie möglich wieder nach Hause zu kommen. Die Pflanzen würden nicht eingehen, dafür sorgte ein Zauber und das Feuer unter meinem Kessel würde versiegen, sobald ich nicht mehr in der Nähe war. Es sprach also nicht mehr viel dagegen, nicht mit ihnen zu gehen, um zu helfen. Solange sie mich anständig behandelte, natürlich.
"Mein Name ist Cira Farwynd. Und ich werde mit euch gehen, unter der Bedingung, dass mich keiner eurer oder andere Männer anrührt. Geschieht dies, verweigere ich jegliche Hilfe und eure Verwundeten werden sterben. Ob durch ihre Wunden oder durch meinen Fluch.", sagte ich. Gut, es war etwas hochgegriffen zu behaupten, ich könne wen verfluchen, aber das wussten diese Hooligans ja nicht. Ich wartete noch auf Gorjons Antwort, bevor ich weiter redete, netter diesmal. "Ich werde auf meinem eigenen Pferd reiten, wenn es euch beliebt."
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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Mo Aug 01, 2016 10:15 pm

Die Reaktion als er die Frau zu fassen kriegte gefiel Gorjon ausgesprochen gut. Sie wehrte sich, doch es gelang zunächst sie festzuhalten. Der Anflug von Tränen entging dem Nordmann nicht, endlich wähnte er sich als eindeutiger Herr in dieser Lage, der Widerstand schien dahin zu brechen. Dementsprechend wurde er auch unachtsam, weshalb sich die Dunkelhaarige doch noch los riss. Sie war wortkarg gewesen während seiner Rede, aber genauso war es gut. Kein Widerspruch, nur offene Ohren - so dachte Gorjon es sich.
Herausfordernd erwiderte er ihren Blick, als sie ihre Kleidung richtete. Sein Kinn hob sich leicht an, er ahnte was da nun in ihr vorging. Zum Glück traf sie die für alle Beteiligten wohl beste Entscheidung. "Cira Farwynd, ich schwöre euch das weder meine noch andere Männer euch anrühren werden.", versprach er ihr eine gute Behandlung und er ging sogar noch weiter. "Wenn ihr im Lager eure Pflicht tut seid ihr für mich genauso gut wie jeder meiner Soldaten und ihr steht unter meinem Schutz.", fügte er hinzu, auch um sie möglichst bei der Stange zu halten. Denn diese Drohung mit dem Fluch nahm er sehr ernst. Kurz zuckte ein verängstigtes Funkeln in seine Augen. Leider hatte dieses Weib immer noch gehörige Macht, wenn er die Hoffnung um seinen Bruder in sie legte. Natürlich durfte sie das nicht wissen, jedenfalls noch nicht.
Als Gorjon die nächsten Worte vernahm kamen sie ihm schon deutlich freundlicher vor, sie waren sogar mehr wie eine Bitte formuliert. Er schüttelte jedoch sofort den Kopf. "Niemand wird reiten, wir sind ohne Pferde hier. Wir nehmen euer Pferd mit, aber es wird nichts weiter tragen als unser Gepäck.", entschied er, denn wenn die Frau reiten durfte während der Rest zu Fuß ging würde ihn ja Niemand mehr ernst nehmen. Selber wollte er schon gerne reiten, aber mit dem Fluch im Hinterkopf beließ er es dabei. "Nach euch.", meinte er dann für seine Verhältnisse geradezu galant vom Fluss weg deutend.
Er brauchte nur wenige Schritte zur Hütte machen, um zu bemerken wie seine Männer mit einem Pferd entgegen kamen. Es musste das Tier der Hexe sein, aber Gorjon war damit noch nicht ganz zufrieden gestellt. "Habt ihr die Hütte auch durchsucht?", fragte er und zu seinem Erstaunen senkte der Trupp gleichzeitig die Köpfe, als wäre es so einstudiert gewesen. "Wir... öh... also...", druckste einer der Männer herum und Gorjon sah ihn wütend an. "Habt ihr die ganze Zeit nur blöd rum gestanden?", schrie er den Mann an, sodass Dieser zurückwich. "Wir... äh... wollten schon... aber...", kam immer noch keine Antwort, sodass der Nordmann abwinken musste. "Ladet den Proviant und alles was ihr nicht am Leib tragen müsst auf das Pferd. Und dann Abmarsch.", entschied er, da er seltsamerweise überhaupt keine Lust verspürte selbst die Hütte zu betreten. Dies war seltsam, da sie sonst eigentlich bei jedem Haus auf dem Weg her "beschlagnahmt" hatten was ihnen nützlich war oder gefiel. Für einen Moment völlig verwirrt sah Gorjon erst lange zur Hütte und dann wieder zur Hexe rüber, ehe er sich fing und auf das Pferd deutete. "Euch kennt es. Ihr dürft es führen.", blökte er.
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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Di Aug 02, 2016 1:16 pm

Als er seinen Schwur ablegte, huschte ein kurzes Lächeln über mein Gesicht. Na bitte, ging doch!
Warum nicht gleich so freundlich? Doch ich wusste, das dies wohl der einzige freundliche Dienst bleiben würde, den ich von dem grobschlächtigem Mann vor mir erwarten konnte. Denn schon im nächsten Moment wurde ich mit zu der Truppe geschoben und es wurde darüber debattiert, dass die Vorräte aus meinem Haus fehlten. Wieder zog sich ein Lächeln über meine Lippen und ich ging zu Cloud herüber, um ihm über die Nüstern zu streicheln. Das Pferd schnaubte und hielt wachsam die Ohren gespitzt, als die Männer miteinander sprachen. Ich tat so, als würde ich nicht hin hören, doch tat ich es natürlich trotzdem. Als es hieß, ich müsse ebenfalls laufen und Cloud solle nur das Gepäck tragen, kam kurz Wut in mir hoch, doch ich schätzte, dass es nichts bringen würde, sich aufzuregen. Und ich war das lange Laufen ja auch gewohnt, schließlich hatte ich schon oft weite Strecken durch den Wald zurück gelegt, um an entlegene Pflanzen zu kommen, oder am Rande des Waldes meine Tränke feil zu bieten. Also würde ich damit schon leben können.
"Wo wird es denn hingehen?", fragte ich in dem freundlichsten Ton, den ich gerade so hinbekam und zog das Tuch, welches locker um meinen Hals gelegen hatte, enger um mich. Zudem nahm ich noch meinen langen braunen Reiseumhang vom Gartenzaun und band ihn mir um. Nichts ging über den gefilzten Stoff meines Umhangs, der zu meinem Glück auch eine Kapuze hatte. Ich hatte ihn einst günstig auf einem Markt in der Nähe von Winterfell erstattet und bereute es keineswegs dafür meine Münzen ausgegeben zu haben. Als ich zusah, wie Cloud bepackt wurde, strich ich weiterhin über seine Nüstern, um ihn ruhig zu halten.
"Es ist nicht für lange, du schaffst das Großer.", flüsterte ich ihm zu und sah in seine klugen Augen. Er war ein robustes Pferd und so sollte er wirklich damit klar kommen. Das ich ihn führen 'durfte' war ja ausreichend nobel von den Männern. Immer hin war es mein Pferd und ich würde mich nicht meines Besitzes berauben lassen. Deswegen war ich auch froh, das nicht weiter um meine Hütte gefeilscht wurde und warum die Männer nicht hineingegangen waren, um sie zu plündern. Als sich der Trupp dann in Bewegung setzte, führte ich Cloud an seinem Strick mit mir, denn richtiges Zaumzeug besaß er nicht. Nur dieses selbstgemachte Halfter und seine Steppdecke, die auf seinem Rücken unter den Vorräten der Nordmänner lag, gehörten ihm. Ich machte mich auf eine lange Reise ins ungewisse gefasst und prüfte stetig meinen Beutel, in dem sich stets ein paar Tinkturen und Kräuter befanden, falls ich mich verletzte oder ich auf Verletzte traf.
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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Di Aug 02, 2016 6:48 pm

Endlich stand die Abreise an. Da sie den Weg nun kannten würden sie weitaus weniger Zeit brauchen als für den Hinweg und trotzdem mochte es noch eine große Anstrengung für Mensch und Tier werden. Gorjon wollte nämlich keinerlei Zeit mehr verlieren und in hohem Tempo reisen. "In unser Feldlager, südöstlich.", antwortete der Nordmann der Hexe nur knapp, danach ließ er das Treiben seiner Männer nicht aus den Augen, während das Pferd vorbereitet wurde. Es war ein Glücksfall das sie hier draußen solch ein Tier hatte. Ob es ihre einzige Gesellschaft war? In der Hütte konnten sich gut und gerne weitere Personen verbergen, aber Gorjon konnte sich weiter nicht dazu hinreißen dort einzutreten. Er schob seine Frage also einfach nach hinten, auf dem Weg würde er diese Frau ohnehin über so Einiges ausquetschen müssen. Oder war es klüger damit bis zum Lager zu warten? Immerhin sollte ja möglichst Niemand von der schwere des Zustands seines Bruders wissen. Zwar hatte er Männer des eigenen Hauses dabei, aber selbst sie wussten nur das der jüngste Sohn ihres Herren verwundet war, nicht aber wie schwer diese Wunde war.
So setzte man sich also zunächst schweigend in Bewegung. Gorjon ließ den Mann mit dem Hund voran gehen, denn er selbst wollte den Gast nicht aus den Augen lassen. Er war misstrauisch und vermutete sie könne sich aufs Pferd schwingen und davon reiten wollen. Scheinbar hatte der Rest des Trupps ähnliche Vorbehalte, denn so mancher Blick ruhte auf der Dunkelhaarigen. Oder hatte es andere Gründe? Diese Männer waren nun schon lange Zeit von ihren Familien und Frauen getrennt und nicht gerade schüchtern. Der Nordmann ahnte, dass er seinen Schwur nicht ganz ohne Weiteres aufrecht erhalten würde. Trotzdem war er an sein Wort gebunden, ganz besonders weil er immer noch diese Drohung mit dem Fluch in den Ohren hatte. Es klang für ihn durchaus plausibel, da es zu den Horrorgeschichten passte die gerne über Hexen erzählt wurden. Er wusste nicht wo die Wahrheit lag, also blieb er lieber vorsichtig.

gt: Gorjons Lager
//Es sei denn du möchtest auf dem Weg noch etwas erledigen^^


Zuletzt von Gorjon Rikke am Di Aug 02, 2016 9:14 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Cira's Hütte   Di Aug 02, 2016 7:10 pm

Die Antwort auf meine Frage kam erst später, als wir schon dabei waren aufzubrechen. Ich drehte meinen Kopf leicht, um den Griesgram mit dem rötlichen Bart anzusehen, der hier offenbar der Befehlshaber war. Ich hatte nicht einmal von seinem Nachnamen gehört, geschweige denn von seiner Herkunft. Aber es war mir auch egal. Wenn ich fertig mit der Behandlung war, würde ich mich sowieso so schnell wie nur möglich verkrümeln, so viel stand fest!
Den Strick von Cloud fester packend, lief ich weiter neben den Männern her, spürte ihre Blicke auf mir und versuchte weiterhin auf den Weg vor mir zu schauen. Ich hoffte, dass Gorjon sein Versprechen einhielt, weil ich ansonsten jegliche Hilfe verweigern würde. Wenn mich auch nur ein Mann berührte, wäre ich raus aus dem Ganzen und sie konnten sehen, wie sie ohne meine Hilfe klar kamen. Aber ich dachte mir, dass er das Risiko nicht eingehen würde. Nicht wenn es so dringend war, dass er sogar die Dienste einer Hexe in Anspruch nahm.
Schweigend lief der Trupp weiter durch den Wald auf einem Pfad entlang, den ich schon hundert Mal genommen hatte. Cloud schien nicht sonderlich wachsam, wie sonst auch immer, und schützte mich nun aber vor Windlücken in den Bäumen. Sein Körper war warm und er war ruhig. Das gab mir das Gefühl, nicht allein unter den Nordmännern zu sein. Und solange ich mein Pferd führen durfte, solange war ich mir sicher genug, hier wieder raus zu kommen. Auch wenn ich größtenteils auf den Weg vor mir sah, huschten meine Augen immer wieder prüfend zu den Männern um mich herum.

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