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 Die "Weiße Wölfin"

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Vaessa Cassel
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BeitragThema: Die "Weiße Wölfin"   Do Mai 19, 2016 5:45 pm

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Das Schiff die "Weiße Wölfin" fährt unter dem Befehl der jungen Vaessa Cassel, die das Schiff von ihrem Ziehvater Eamarr erbte, nachdem dieser verstarb. Das Schiff auf Braavos wurde jedoch auf den Wunsch der Kapitänin umgebaut. Die Segel des Handelsschiff glichen nun eher den Vorgaben aus Westeros und eine Galionsfigur in Form eines weißen Wolfs ziert die Front, während die Reling, Treppengeländer und Rahmen von Türen in weiß erstrahlen. sowie die Segel, während meist eine Flagge mit dem Schädel eines Wolfskopfs darauf gehisst ist. Die Farben belaufen sich auf grau und weiß, sowie das Wappen des Hauses Cassel.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Di Mai 31, 2016 1:55 am

Zeitsprung
2. Tag auf See
cf: Hafen von Sonnspeer
Xharra Martell & Vaessa Cassel


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Der Seewind wehte ihr salzige Luft ins Gesicht, ließ ihre schwarzen Locken, die sie offen trug, tanzen und belebte ihre Sinne. Es war der Morgen des zweiten Tages auf See und Xharra war es noch nicht Leid auf dem Schiff zu sein. Und ihr war bisher nicht übel geworden, was man durchaus als gutes Zeichen wahren konnte. Generell schien sie wie für die Seefahrt gemacht und sie wusste, wie sie den Männern und der Frau an Bord nicht im Weg stand. Der Wind war ausreichend, sodass die Seeleute nicht rudern mussten und blies mit voller Kraft ins Segel. Xharras dunkle Augen schweiften über die endlos erscheinenden Wellen, über den Bug und den Mast hoch. Hier zu arbeiten konnte sie sich natürlich vorstellen, denn dafür musste man Kraft im Kreuz haben und nicht so ein Fliegengewicht sein, wie sie es war. Ja, durchaus hatte sie Muskeln an den Armen und Schultern. Aber nur weil des Bogens mächtig war. Wie jede dornische Frau lernte auch sie schon in jungen Jahren mit einer Waffe um zugehen, was sehr von Vorteil war. Gerade wenn man mal in einer Situation war, in der man bedroht wurde oder wo es nötig war sich anders als mit Worten zu wehren. Obwohl Xharra der Worte sehr gut mächtig war.
Als ihr Blick wieder zurück aufs Meer schweifte, erblickte sie in weiter Ferne eine Landzunge und trat zu der Kapitänin ans Steuer. Sie wusste, dass sie den Chef dieses Schiffes eigentlich besser nicht von der Arbeit abhalten oder sie dabei stören sollte. Aber sie war so neugierig und wollte so vieles wissen, nun da sie schon einmal auf einem Schiff war und die Welt entdecken durfte.
"Sagt, meine liebe Freundin, zu welchem Haus gehört das Land dort?", fragte sie über den Wind hinweg. In ihren Augen sah man das Feuer des Südens lodern, das Feuer, welches ihre Neugier antrieb, die Abenteuerlust einer jungen Frau, die nur die Mauern ihrer Heimatstadt kannte. Es war eines auf eine Karte zu schauen und Ländereien auswendig zu lernen, als wenn man dies alles eins zu eins vor sich sah. So wollte sie das Lernen von heute an angehen, beschloss Xharra und strich sich über die festen Leinen, die ihr rot-schwarzes Kleid bildeten. Samt und Seide hatte auf einem Schiff und hoher See wahrlich nichts zu suchen, genauso wie leichtes Tuch. Deswegen hatte die junge Martell sich für einen etwas festeren Stoff und eine Kapuze entschieden. Sobald sie sich Königsmund näherten konnte sie sich ja wieder umziehen und erkenntlich machen, dass sie eine Martell war. Weiterhin sah sie die blonde Seefrau wissbegierig an, kam sich leicht vor wie ein neugieriges Kind, störte sich aber nicht daran. Gewissermaßen war sie auch nichts anderes.
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Vaessa Cassel
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Mi Jun 01, 2016 10:29 pm

cf: Hafen von Sonnspeer

Sie hatten Glück mit dem Wind und dem Seegang. Die Weiße Wölfin kam schnell voran und das war mehr als nur gut. Die Kapitänin wollte ihrer Passagierin nicht zu viel Seewind und Fahrt zumuten, auch wenn sich die Lady besser schlug als ihre Bediensteten. Diese lungerten zum Teil unter Deck rum und blickten allzu oft auf den Grund eines Eimers oder sie wachten an Deck über Xharra, indem sie sich das ein oder andere Mal über die Reling beugten und sich in die rauschenden Wellen übergaben. Die bleichen und grünen Gesichter waren dabei keines Falls ein schöner Anblick, aber es war auch nichts Neues mehr für die junge Seefrau, welche mit Gefühl in den Fingern über das geschliffene und geölte Holz des Steuers fuhr, als sie dieses sachte nach Backbord drehte. Die weißen Segel füllten sich mit einem verdächtigen Schlackern des Stoffs von neuem mit dem salzigen Seewind und trieben das Schiff somit weiter voran durch die blauen und schäumenden Wellen, die am Bug des großen Gefährts brachen.
Als die schöne Frau aus Dorne dann zu Vaessa trat und fragte, zu welchem Haus die Landzunge auf der linken Seite gehörte, sah die kleine Blondine kurz zu Xharra, lächelte diese an und gab das Steuer vorerst an ihren Steuermann Nym ab. Ein älterer und vertrauenswürdiger Mann, dem die weißen Haare, die er noch auf dem Kopf hatte, zu allen Seiten ab standen.
"Folgt mir, ich werfe einen Blick auf die Seekarten", sagte die Kapitänin mit einem Lächeln, blieb aber unterwegs an der Reling stehen, um selbst einen Blick zu der Insel zu werfen. Durch den Wind, der dabei in ihr Gesicht gepeitscht wurde, wurden ihre offenen Haare als auch ihre einfache Seemannsklufft aus rauem Leinenstoff etwas aufgebläht. Sie runzelte kurz die Stirn und schritt dann zu ihrem an Deck aufgestellten Tisch, auf dem eine Karte von Westeros als auch Essos ausgerollt war. Zielsicher deutet Vaessa dort auf die Insel, die wahrscheinlich zu sehen war. Obwohl sie dafür doch schon sehr schnell voran gekommen sein müssten. "Die Insel Tarth. Liegt unter der Kontrolle des Hauses Tarth. Vasallen der Baratheons von Sturmkap, soweit ich weiß", erklärte die Blonde aus dem Norden mit einem sanften Schmunzeln auf den Lippen und während ihre einfache Weste aus braunen Leinen etwas im Wind flatterten, da sie locker saß, ebenso wie ihre Hose, wobei der Bund natürlich half. Hosen waren an Deck eindeutig praktischer als Kleider, gerade wenn man plötzlich zu den Segeln hochklettern musste oder schnell von A nach B wollte.
"Ihr scheint immer noch guter Dinge mit dem Meer zu sein. Eure Bediensteten sehen das wahrscheinlich anders, wobei sich einige doch ganz gut schlagen." Ein amüsierten Lächeln zierte wieder ihre Züge und Vaessa sah freundschaftlich zu ihrer Freundin.

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Fr Jun 10, 2016 2:04 am

Xharras dunkle Augen blickten noch einmal zu ihren Männern herüber, die sich mehr schlecht als recht auf den Beinen hielten und folgte dann der jungen Cassel, um ebenfalls einen Blick auf die Karten zu werfen. Ihr Wissensdurst wuchs stetig an, je mehr man ihr zeigte, je mehr sie zu sehen bekam. Und das Leuchten in ihren Augen verlosch kaum noch, außer es war diesig und die Sicht war versperrt, sodass man nichts sehen konnte und nur das Plätschern des Wassers am Bug vernahm.
Doch selbst dann fand sie einen Seemann, der ihr spannende Geschichten erzählte, mochte es nun ein Zusammentreffen mit Piraten oder eine große Lieferung für einen Lord sein. Einfach alles was auf See geschah, war interessant für die junge Martell.
Immerhin war das ihre erste Reise zu Schiff und das erste Mal, dass sie außerhalb der Mauern von Sonnspeer war. Umso aufregender war dies nun alles für sie. Und das sie der Übelkeit trotzte war doch ein gutes Zeichen dafür, dass sie für die See, die Reisen, die Entdeckungen dieser Welt geschaffen war, oder nicht?
Xharra blickte erst über die Schulter der Blonden, dann noch einmal zu der Landzunge, die sie durch den Mann im Ausguck wahrgenommen hatte. Es war nur eine feine Linie am Horizont, dennoch zeichnete sie sich deutlich vom Meeresblau ab und bot somit einen feinen Kontrast zwischen Himmel und Meer. Neugierig und wissbegierig sog sie alle Informationen wie ein Schwamm auf, die ihr Vaessa erzählte.
"Das Haus Tarth also. So weit sind wir schon? Dann müsste es bis Königsmund ja nur noch eine Tagesreise sein, oder? Jedenfalls wenn der Wind uns weiterhin gnädig ist und bleibt wie er ist, denke ich.", sagte schmunzelnd und für einen Moment galt ihr Blick den weißen Segeln, die sich im Wind bauschten und blähten, wie Mehlsäcke unter einem Blasebalg. Auf den weiteren Kommentar ihrer Freundin hin, musste sie auflachen und sah sie belustigt an.
"Nein, wie mir scheint ist meine Begleitung heilfroh, wenn wir das Ufer wieder erreichen und ihre Stiefel festen Boden unter sich haben. Nicht jeder ist eben für die See gemacht. Eine Schifffahrt ist somit die beste Möglichkeit herauszufinden, wer die beste Begleitung für meine Reisen ist.", sagte sie und das Funkeln in ihren Augen wurde kurz noch etwas heller. Der Fuchs hatte gerade einen Gedankengang, fand die Idee so ihre Leute auszusuchen gar nicht mal so schlecht und merkte sich das für später vor...
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Sa Jun 11, 2016 10:36 am

Vaessa hörte wir ihr die schöne dunkelhaarige Lady aus Sonnspeer folgte und freute sich insgeheim darüber, dass sie ihr immer noch helfen konnte. Die Tatsache, dass die Seefrau einen so edlen und hohen Gast auf ihrem Schiff willkommen heißen durfte, war immer noch eine sehr große Ehre für die einfache Maid, selbst wenn sie einen Posten hatte, der ihr in der Regel ebenfalls einigen Respekt entgegenbrachte. Doch es war eben dennoch nicht dasselbe wie der Rang einer Lady oder eines Lords. Die Cassels waren jedoch nie ein hohes Haus gewesen, daher hatte sich die blonde Frau aus dem Norden auch schon lange mit ihrem Platz abfinden können. Sie war wahrscheinlich freier als manch ein gebundener Mensch am Hofe des Königs. Aber das interessierte nun nicht weiter. Vaessa hatte bereits gemerkt, dass Xharra nicht unbedingt nach Ständen handelte sondern sich mit Leuten unterhielt, wie es ihr gerade gefiel. Eine sehr angenehme Eigenschaft ihres Gastes, das konnte die Kapitänin nicht leugnen.
"Wir sind tatsächlich schon weit gekommen. Die Götter haben uns guten und starken Wind geschickt, wenn das wirklich die Saphirinsel ist... Aber es muss die Insel Tarth sein...", überlegte die raue Seefrau und sah nochmals zu der Insel hinüber, die nach und nach weiter an ihnen vorbeizog. "Die Sturmlande dahinter sind für diese Route meist doch nur schwer zu sehen, da die See und das Land am Horizont zu verschmelzen scheinen und man das eine vom anderen nicht mehr unterscheiden kann." Bei diesen Worten blickte die hübsche Blondine mit einem Lächeln zu ihrer Freundin hinüber, welche mit geradezu leuchtenden Augen dastand und alles Wissen, welches sie zu hören oder zu sehen bekam, in sich aufsaugte, als hätte sie nie etwas anderes getan.
Es war schön zu sehen, dass Vaessa ihren Gast mit ihren Worten belustigen konnte und so grinste die Frau aus dem Norden über den Kommentar der dornischen Lady. "Wählt mit Bedacht. Die besten Männer trotzen für gewöhnlich jeder Gefahr, jedem Wetter und vor allem jeder Seefahrt", kicherte die Seefrau und sah mit ihrem Grinsen zu Xharra hinüber.
"Wenn ihr noch weitere Fragen habt, sprecht mich nur an, selbst wenn ich am Steuer stehe. Ihr seht ja, dass mein Vertreter den Kurs ebenso gut hält, wie ich." Die Kapitänin sah kurz zu ihrem Mannschaftsmitglied hinüber und sah mit gesunder Zufriedenheit, dass der Mann ihre Route hielt und den Blick nicht von der See abwandte.

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Sa Jun 25, 2016 1:31 am

"Ob es nun die Götter waren oder ein Schutzgeist, es gilt jedenfalls der See zu danken, denke ich. Ich glaube nicht so sehr daran, dass die Götter das Wetter derartig beeinflussen können. Manchmal denke ich, dass es tatsächlich etwas mit Glück allein zu tun hat.", erwiderte die junge Martell und spitzte ihre Lippen zu ihrem bekannten, amüsierten Lächeln zu. Sie war keine Frau des Glaubens und auch wenn sie manchmal zu den Göttern betete, so war es doch mehr eine Gewohnheit, als wirklich ein Akt des Glaubens. Warum sollten sich irgendwelche übernatürlichen Wesen mit einem Herzenswunsch eines Einzelnen abgeben, wenn sie doch so viel größeres vollbringen könnten. Zum Beispiel einen Krieg zu verhindern oder den jungen, dummen König töten? Nein, Xharra glaubte nicht wirklich dadran das es Götter gab. Aber es war nie klug bekannte Gottheiten vor anderen in Frage zustellen, solange man nicht wusste, wie der Gegenüber darüber dachte. Deshalb sagte sie nichts dergleichen zu der jungen Seefrau.
"Wählt mit Bedacht. Die besten Männer trotzen für gewöhnlich jeder Gefahr, jedem Wetter und vor allem jeder Seefahrt", sagte eben jene da zu ihr, auf ihren Kommentar hin, was auch Xharra süßlich auflachen ließ. Wie Recht sie doch hatte! Und wenn man sich ihre Männer so ansah, dann waren sie alles andere als geeignet. "Wie Recht Ihr doch habt. Ich fürchte wohl, ich muss mir in Königsmund erst einmal geeignetere Leute suchen, bevor ich mich auf die Suche nach meinem Cousin mache. Obwohl dieser wohl nicht schwer zu finden sein wird." Die junge Martell beschloss einfach, ihrer Gegenüber zu vertrauen. Immerhin hatte sie sie über das Meer gebracht und bisher auch unbeschadet. Warum also sollte sie ihr nicht ein paar Kleinigkeiten anvertrauen? Es war doch offensichtlich, dass ein Martell nicht viele Orte als seine Aufenthaltsorte bevorzugte. Entweder war Oberyn im Garten oder im Bordell. Eines von beidem stimmte sowieso.
"Das ist sehr liebenswürdig von Euch. Dennoch würde ich es noch bevorzugen, eine Weile in Eurer Kajüte auszuharren, da ich einige Papiere durchgehen muss. Wenn es Euch also beliebt, würde ich nun gehen.", sagte Xharra mit gewählten Worten, wobei sie ihre neu gewonnene Freundin wie eine gleichgestellte Lady ansprach. Sie wusste sich ihre Freunde zu wahren und fand nichts falsch daran. Nur weil sie in ein Haus und einen Stand hinein geboren worden war, hieß das doch noch lange nicht, dass sie etwas Besseres war.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Sa Jun 25, 2016 3:22 pm

Vaessa war eigentlich nicht der gläubigste Mensch, deshalb konnte sie gut nachvollziehen, was Lady Martell mit dem Seegang und dem Treiben der Götter meinte. Die alten Götter könnten auf See wahrscheinlich ohnehin nicht viel ausrichten, wobei die Seefrau aus dem Norden das natürlich auch nicht genau sagen konnte. "Wahrscheinlich habt Ihr Recht, M'lady. Auch ich gehöre nicht zu den Menschen, die den Göttern vollstes Vertrauen schenken." Sie lächelte sanft. "Lieber nehme ich etwas selbst in die Hand und bestimme selbst, welchen Weg ich in Zukunft einschlagen will. So habe ich es stets gemacht und scheinbar hat mir das nicht geschadet, außer, dass ich vielleicht die ein oder andere feine Manier auf See vergessen habe", erklärte sie ihrem Passagier und lachte dabei etwas, sah sich aber kurz auf Deck um, um zu schauen ob ihre Männer auch allesamt ihrer Arbeit nachgingen. Der Posten auf dem Ausguck war nahezu langweilig. Sie hatte selbst eine lange Zeit dort oben gestanden, als Eamarr noch Käpten dieses Schiffes war. Doch das war alles lange her und die blonde, sportliche Frau sah mit Zufriedenheit, dass alle ihrer Arbeit nachgingen und das Deck sogar auch so sauber war, wie es eben möglich ist.
Wieder einmal konnte die Kapitänin ihren Gast zum Lachen bringen und Vaessa kicherte herzlich mit ihr mit. Neue Männer zu suchen wäre vielleicht keine allzu verkehrte Idee, wobei der Besuch eines Verwandten vielleicht auch nicht allzu verkehrt wäre. Bei den Worten von Xharra musste die junge Cassel nämlich unwillkürlich an ihren verbliebenen Cousin denken, der sich irgendwo im Norden rumtrieb. Wahrscheinlich Schwarzfels hielt - zumindest hoffte sie das. Schließlich hatte sie lange genug nichts mehr von Warrek gehört. "Ein Besuch bei der Familie erscheint mir vielleicht doch einen Tick wichtiger, wenn ich meinen Tipp dazu geben darf. Davon kann ich selbst ein Lied singen, Lady Martell", sagte Vaessa, lächelte und sah dann dabei zu, wie die Insel Tarth langsam an ihnen vorbei trieb.
Schließlich wollte sich die Lady doch wieder in ihre Kajüte verziehen und die junge Cassel ließ sie ziehen. Neigte den Kopf nochmals respektvoll vor ihrem Gast und sah ihr dann kurz hinterher, ehe sie zu ihrem Steuermann schaute und ihm zu nickte. "Kurs halten! Der Weg ist nicht mehr weit, Männer!", rief sie dann mit voller Stimme und ging wieder hinauf zum Steuer, ließ den alten Mann mit den restlichen weißen Haaren aber weiterhin am Steuer stehen, während die Kapitänen ihr Fernrohr zur Hand nahm und einen Blick hindurch warf.
Zeitsprung
Tag der Ankunft in Königsmund


Endlich war es so weit und die Weiße Wölfin fuhr langsam in den Hafen der Hauptstadt ein. Die Segel wurden eingeholt und Vaessa stand wieder selbst am Steuer, hatte sich für heute extra eine ihrer feineren Westen angezogen. Blauer Grund, während goldene Muster den festen und steifen Stoff zierten, der von Schnürungen an zusammengehalten wurde. Dazu trug sie wie die restlichen Tage auch eine Hose, doch dieses Mal ledernd und dunkel, das ganze Bein bedeckend, während ihr Degen an ihrem Gürtel hing.
Mit Feingefühl und dem richtigen Blick konnten sie schließlich anlegen und die Brücke wurde ausgelegt, damit man von Bord gehen konnte. Der Anker lag im Wasser, das Schiff war am Steg vertaut und die weißen Segel eingeholt. Sie waren sicher angekommen, sodass die Kapitänin mit ihrem offenen blonden Haar an die Tür der Kajüte klopfte. "Lady Martell, wir liegen sicher und fest vor Anker im Hafen von Königsmund.", sagte sie und ihr war anzusehen, dass sie froh war, die Fahrt ohne Komplikationen bestanden zu haben. Schließlich hätte die Fahrt auch durchaus schlimmer kommen können, wären sie auf Piraten oder ein Unwetter gestoßen.

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   So Jul 03, 2016 7:53 pm

Den ganzen Abend hatte die junge Martell noch wach in der Kajüte gesessen. Unter dem Schein einiger Kerzen hatte sie die Rabenpost gelesen, die sie noch in Sonnspeer bekommen hatte. Es waren einige kraklige Informationen von ihren Spionen aus dem Norden, die es für zu kostspielig hielten Boten zu schicken. Deswegen waren die Nachrichten verschlüsselt durch einen Code, den Xharra selbst entwickelt hatte. Es war ein Zahlencodex, der für einzelne Wörter benutzt wurde. Es dauerte nicht allzu lang, da hatte sie die Notizen entziffert und zusammen gefasst:

Norden ist umstritten. Boltons breiten sich aus.

Weitere Unruhen um den König. Tod von Königin Margaery ungeklärt.

Ser Loras verliert Titel. Königin Mutter übernimmt weiter die Führung. Lässt weiter Bastarde töten.

Kleinfinger gefährlich! Finger im Spiel! Achtung!


Dies waren die Zeilen, die sie bekam und welches Interesse in ihren Augen aufleuchten ließ. Natürlich, sie wollte mehr von der Welt sehen um die Landen aus den Geschichten mit eigenen Augen zu sehen. Aber auch war es immer von Vorteil überall seine Freunde und Verbündete zu haben. So auch in Königsmund, wie sie sich dachte. Außerdem war sie nicht auf einen einfachen Besuch ihres Cousins aus. Nein, Doran hatte ihr Schriften mitgegeben, die sie Oberyn zu überbringen hatte, genau wie die Nachricht, dass er nun nicht länger in Königsmund bleiben sollte. Natürlich hatte die junge Füchsin versucht durch die Schriftrollen zu blicken, in dem sie sie ins Licht der Kerzen hielt. Doch Doran wusste um ihre Neugierde und hatte extra dickes Pergament verwendet, was einen Blick auf die Schrift nicht möglich machte.
Schlauer Bursche. Er lernt dazu, unser Fürst., dachte Xharra und spitzte die Lippen zu ihrem typischen Lächeln. Ihre braunen Rehaugen huschten noch einmal über alle Zeilen, die sie zu lesen bekommen hatte, bevor sie sie in ihrem Kerzenhalter verbrannte. Niemand sollte in Versuchung geraten den Code entschlüsseln zu wollen. So war es immer das Beste die Zeilen zu verbrennen, nur um sicher zu gehen.

Zeitsprung

Outfit

Ein Klopfen ließ die junge Martell erwachen. Sie war schon eine Weile im Halbschlaf gewesen, hatte sich unterbewusst über den geringen Wellengang gewundert, jedoch nicht gänzlich wach geworden. Erst das Klopfen an die Kajütentür rüttelte sie gänzlich wach und ließ sie sich aufsetzen. Die Stimme erkannte sie als die von ihrer befreundeten Kapitänin und so begann sie sich anzukleiden und schließlich hinaus zu treten. Das Haar trug sie offen und es wallte ihr in schwarzen Locken über die Schultern. Sie trug keinen Schmuck, da sie es nicht für nötig hielt und ihr Kleid war bestickt, jedoch eher schlicht, wenn man die anderen Kleider der Adligen betrachtete. Ihre Miene war freudig erregt und sie war wirklich gespannt auf die Stadt des Königs und wie sie so sein würde. Im Gepäck hatte sie eine Ledertasche, die sie nicht ablegen würde, da diese die Papiere für Oberyn enthielten.
"Ein wunderschöner Tag um anzureisen, findet Ihr nicht? Ich bin so froh hier zu sein und dennoch schmerzt mich der Gedanke, von nun an ohne Euch reisen zu müssen.", sagte sie zu der Blonden mit ehrlichem Gefühl. Sie hatte die Kapitänin in ihr Herz geschlossen und ob sie nun wollte oder nicht, sie würde sie vermissen. "Nun heißt es wohl Lebewohl sagen. Ich hoffe wir sehen uns allsbald wieder. Habt noch eine gute Reise, Lady Cassel.", sagte sie, drückte eben jener einen Beutel Münzen in die Hand und umarmte sie noch einmal, bevor sie langsam von Deck ging, ihre Dienerschaft im Rücken, von denen zwei die Truhe und das restliche Gepäck trugen. So wagte sie den Weg hinauf in die Stadt des Königs.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Mi Jul 06, 2016 2:11 am

Es dauerte einen Moment, bis der jungen Kapitänin die Tür zu der Kajüte geöffnet wurde und die junge Lady Martell hinaus trat. Recht einfach gekleidet, wobei man ihr die Erhabenheit einer Lady immer noch irgendwie ansehen konnte. Vaessa dagegen war und blieb eine einfache Maid, wenn auch eine mit Titel und mit einem gewissen Rang, schließlich befehligte sie ein Schiff und war Kapitänin, als auch gut betuchte Händlerin.
"Er ist wunderschön, sehr wohl. Doch noch müssen wir keinen Abschied nehmen, denn ich werde Euch noch ein Stück in Hafen hinein begleiten. Schließlich bin auch ich nicht oft in Königsmund.", antwortete die blonde Frau aus dem Norden, umarmte ihre neu gewonnene Freundin aber dennoch und band sich dann erst den Beutel mit Münzen an ihren Gürtel. Danach folgte sie der dunkelhaarigen, zierlichen Schönheit und achtete darauf, dass ihr Gepäck sicher von Bord kam. Trego erhielt für die Zeit ihrer Abwesenheit wieder das Kommando über die Weiße Wölfin, damit Vaessa ihren größten Schatz in Sicherheit wusste, während sie weg war und noch einen Blick in Stadt warf. Zudem würde sie ein besseres Gewissen haben, wenn Xharra sicher in den Händen ihres Cousins angelangt war.
"MyLady, darf ich Euch fragen, wer Euer Cousin ist? Der Familienstammbaum des Hauses Martell ist mir leider nicht gänzlich bekannt, muss ich zugeben", gab sie mit einem Lächeln zu und schritt mit hinter dem Rück verschränkten Händen bei der jungen Lady.

tbc: An den Stegen des Hafens

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Fr Dez 09, 2016 4:53 pm

cf: Vaessas Unterkunft
~Zeitsprung~


Es war eine geraume Zeit vergangen, die Grenn bereits auf der "Weißen Wölfin" verbracht hatte. Er war froh die Prüfung des Kapitäns bestanden zu haben und nun vorerst Teil dieser Crew zu sein. Gut, wenn es nach ihm ginge würde er länger als nur vorerst an Bord bleiben. Wie er es liebte auf See zu sein. Die wogenden Wellen, die Gischt, die an den Bug des Schiffes schwappte, das knarrende Holz, wie es sich durch das Wasser pflügte und die prallen Segel, die sich im Wind spannten. Es war ein unglaubliches Gefühl von Glück in ihm, als er sich in den Riemen hing, um dem Segel Halt zugeben und einen Knoten machte, als hätte er ihn schon hundert Mal gemacht.
Der Wind spielte gut mit und sie waren in voller Fahrt, als sich gegen den Wind eine Stimme erhob, die seinen Namen rief. Der Kopf des Blonden schnellte nach oben, die Kleider feucht von der Gischt und auf der Stirn der Glanz von Schweiß. Seine grauen Augen fanden das Gesicht seines Kapitäns, der eine Frau war, wie es nur selten anzusehen war. Doch es scherte ihn nicht ob sein Anführer Mann oder Frau war. Hauptsache die Befehle stimmten und derjenige konnte sich gegen die Anderen behaupten. Und das konnte sie.
Eiligen Schrittes lief er in die Richtung des Steuerrades, hinter welchem die zierliche, blonde Frau stand. Als er bei ihr angekommen war, wobei er die kleine Treppe mit einem Schritt nahm, wartete er auf ihren Befehl. In seinem Gesicht war wie immer ein leichtes Lächeln zu sehen, welches nur selten wich, egal wie sehr ihn die Anstrengung packte. Das Vorstagssegel sollte er einholen.
"Aye Käpt'n.", sagte er und nickte ihr noch zu, bevor er wieder aufs Deck zu den anderen eilte und den Befehl ausführte. Zwei Mann brauchte es eigentlich das Segel einzuholen, doch der Hüne war sich seiner Manneskraft durchaus bewusst und legte sich in die Riemen, sodass er es auch alleine schaffte das Segel einzuholen, welches sich noch immer leicht im Wind aufblähte. Als er den Knoten erledigt hatte, nahm er sich kurz die Zeit um einen Schluck aus seiner Wasserflasche zu nehmen, bevor er die Hände in die Seiten stemmte und über das weite Meer blickte. Welch schöner Anblick, der ihm hoffentlich noch für eine Weile vergönnt war.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Fr Dez 09, 2016 9:04 pm

cf: Vaessas Unterkunft

Mit einem zufriedenen Schmunzeln beobachtete sie ihren neusten Segler dabei, wie er ohne Hilfe das Segel ihrer Wünsche einholte, um sich dann an die Reling ihres Schiffes zu stellen, mit einem Blick zu ihrem jüngsten Maat, der neben ihr stand, ein Junge von 14 Jahren, ließ sie ihn ans Steuer, damit er lernte, wobei Trego natürlich ein wachsames Auge auf ihn und wahrscheinlich auch seine Kapitänin hatte, die nun gekonnt und trotz des wiegenden Untergrunds zu dem hochgewachsenen Nordmann hinüber schritt, um sich neben ihn zu stellen und mit ihm über die blaue See hinüber zu blicken. Kein anderes Schiff war zu sehen. Sehr gut... also hielten sich die Leute mit den schmutzigsten Fingern auf dem Meer an diverse Abmachungen mit der zierlichen aber hübschen Blonden, welche mit ihren meerblauen Augen nun zu Grenn hinauf sah.
"Du scheinst dich wie zuhause zu fühlen, Seemann. Wölfe sind wohl gute Gesellschaft", neckte sie und sprach dabei von ihrem aller größten Schatz, ihrem Schiff, und sich selbst. Die weißen Segel über ihnen füllten sich wieder mit Wind und zogen die Weiße Wölfin mit einem ordentlichen Ruck voran, woraufhin der Captain sofort zu ihrem Steuermann in Ausbildung blickte und sah, dass er sich leicht vom Kurs abwandte. "Backbord, Ysis! Halte den Kurs!!!", rief Vaessa dann laut und bestimmend, hielt ihren Blick noch für einen Moment auf dem Jüngsten an Bord und sah erst dann wieder hinaus auf die See.

Dass sie kurz vor ihrer Abfahrt einen Brief eines unbekannten Absenders erhalten hatte, verschwieg sie soweit noch vor ihrer Crew, obwohl sie wusste, dass sie spätestens in Weißwasserhafen ein Rätsel auflösen sollte. Das Wappen der Nachricht war eindeutig gewesen, ebenso wie die Nachricht darin. Ihr Cousin würde Unruhe im Norden stiften. Zusammen mit den Manderlys und vielleicht sogar Stannis Baratheon und obwohl sie Warrek dafür ihren größten Respekt zollte, wusste sie nicht ob sie sich vielleicht doch eher um ihre verbliebene Familie sorgen sollte. Ob sie nicht helfen konnte. Mit was auch immer. "Kennst du das Gefühl zwischen zwei Optionen hin und her gerissen zu sein?", fragte sie dann aus dem Nichts und sah wieder zu dem Hünen hinauf, nachdem sie sich vom Anblick des Ozeans lösen konnte.

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   So Dez 11, 2016 2:42 pm

Wenig später, als Grenn noch immer an der Reeling stand, die starken Hände in die Hüften gestemmt, trat sein Kapitän zu ihm und sprach. Kurz senkte er den Blick zu ihr herunter, sah zu wie das goldene Haar im Wind gepeitscht wurde und das hübsche Gesicht dem Wetter zu trotzen schien. Doch kaum wandte sie den Blick wieder zu ihm herauf, wanderten seine Augen unweigerlich zur See zurück. Auch wissend, dass der wachsame Blick des ersten Maats immer auf ihm ruhte und er es sich wirklich nicht mit der Crew verscherzen wollte.
"Ohja, das sind sie in der Tat. Raue Zeitgenossen und deshalb genau richtig. Besonders wohl fühle ich mich auf der See. An Land komme ich mir immer so unbeholfen und nutzlos vor.", schwelgte er aus und fügte in Gedanken hinzu: 'Außerdem werde ich dort in allen Reichen gesucht und gejagt.' Doch das sagte er ihr lieber nicht, sonst würde das hier wohl sein letzter Tag an Bord gewesen sein. Er konnte sich nämlich nicht vorstellen, dass sie einen Sträfling auf ihrem Schiff haben wollte. Sie schien alles ordnungsgemäß halten zu wollen, kam sehr strukturiert rüber. Er wollte es sich nicht mit ihr ungemütlich machen. Sicherlich, sie war recht zierlich, doch er traute ihr weitaus mehr zu, als es andere vielleicht taten.
Die nächsten Worte der Wölfin, wie er sie in seinen Gedanken immer nannte, kamen unerwartet. Leicht überrascht sah er sie an, dann schwenkte sein Blick in etwas nachdenkliches um und er runzelte die Stirn, nahm die Hände von den Seiten und verschränkte die Arme vor der Brust. Während er sprach glitt sein Blick wieder über die Wellen und zum Horizont.
"In der Tat, das Gefühl kenne ich. Ich musste mich einst entscheiden für jemanden zu sterben, oder zu fliehen. Glaub mir, die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen.", sagte er und für einen kurzen Augenblick zuckte etwas Schmerzliches durch sein Gesicht.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   So Dez 11, 2016 5:23 pm

Seine Beschreibung des Gefühls auf Land, ließ sie schmunzeln. "Ein Gefühl, das mir bekannt vor kommt. Ich war seit meiner Kindheit begeistert von der See und konnte besser angeln, als gerade in einem Sattel zu sitzen", erzählte sie und sah dann wieder kurz auf die See hinaus. Bisher schlug sich ihr neuster Seemann an Bord doch recht gut. Und trotz des Unwillen ihres ersten Maats hatte Grenn sie in dem Duell besiegt und es somit erst auf ihr Schiff geschafft. Er konnte gut Kämpfen und konnte es auf ihrem Schiff aushalten, soviel stand fest. Und bisher stand der Entschluss der Kapitänin fest. Der Seebär würde auf der Weißen Wölfin bleiben und fester Bestandteil ihrer Crew werden. Andererseits würde auch weiterhin vorsichtig sein, aufmerksam bleiben, da sie immer noch nicht außerordentlich viel über den nordischen Hünen wusste, der sich so dringlichst aufs Wasser zurück gewünscht hatte.

Ihre Frage schien ihn für einen Moment aus dem Konzept zu bringen. Doch es war nicht unüblich an Bord, dass man sich den Leuten in gewisser Weise anvertraute. So stärkte man das Mannschaftsgefühl. Etwas wichtiges im Kampf. Aber Grenn antwortete der blonden Nordfrau, welche kurz über seine Worte nachdachte, während sie wieder gen Horizont blickte und der Wind ihre Haare in ein Windspiel verwandelte. "Die Entscheidung zwischen Leben und Tod ist nie leicht. Viele wählen das Leben, außer sie müssen kämpfen... dann wählen viele für ihre Gegner meist nur den Tod", erklärte sie und sah für einen kurzen Moment wieder zu dem Nordmann hoch, sie ließ ein Schmunzeln zu. "Doch tief greifen meine Optionen nicht... oder zumindest nur entfernt..." Vielleicht hätte Ves noch mehr erzählt, doch sie kam nicht soweit. Ihre klaren, blauen Augen entdeckten eine Silhouette vor ihnen, als sie ihren Kopf Richtung Schiffsbug wandte, und keinen Augenblick später, meldete sich auch schon der Mann vom Ausguck. "Captain! Piraten!", rief er und sie murmelte verbissen einen Fluch.
"Haltet die Waffen bereit!!! Hart Backbord und volle Kraft voraus!!!, rief sie die junge Kapitänin ihre Befehle und die Crew hetzte wie von tausenden Taranteln gebissen los, während sie selbst wieder zum Steuerrad eilte und den Platz von Ysis einnahm. Der Junge half den anderen. Elendige und verlogene Hunde... Wofür mach ich mir denn die Hände dreckig, wenn wir dennoch angegriffen werden!?, dachte sie sich und schüttelte innerlich nur den Kopf. Es waren die Ausnahmen und die Kapitänin würde sich höchstpersönlich um den Captain des anderen Schiffs kümmern, soviel stand für sie fest, zumal sie dem feindlichen Schiff immer näher kamen.

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Mi Dez 14, 2016 7:56 pm

"Das dir dieses Gefühl bekannt vorkommt, habe ich mir schon fast gedacht. Sonst wärst du wohl kein Kapitän eines Schiffes, hm?", erwiderte der Seemann und musste kurz auflachen. Er fühlte sich wirklich wohl hier und die junge Cassel machte es mit ihren Worten nur noch angenehmer. Es gab ihm das Gefühl nicht allein zu sein mit seinen Gedanken und auch wenn sie verschiedene Positionen hatten, so schienen sie doch irgendwo auf einer Ebene zu sein. Das war es wohl auch, was diese Crew so familiär machte. Zumindest konnte er das soweit sagen, was er bisher so mitbekommen hatte. Denn natürlich: Männer auf See unterhielten sich und das häufigste Thema war der Kapitän. So war es schon immer gewesen...
"Ich möchte nicht, dass du mich für einen Feigling hälst! Gibt es einen Kampf zu kämpfen, dann kämpfe ich ihn. Jedoch kommt es immer auf die Situation drauf an.", erwiderte er zu ihrer Aussage und für einen kurzen Moment verdüsterte sich seine Miene etwas. In der zuvor beschriebenen Situation hatte er nicht vorgehabt zu fliehen. Doch wäre er geblieben um zu kämpfen, dann wäre ihm das, was ihm lieb war, für immer fort gewesen. Manchmal musste man die Entscheidung aufzugeben genauso wahrnehmen, wie den Helden in sich fallen zu lassen. Weil er für einen kurzen Moment in seinen Gedanken gewesen war, schrak er plötzlich zusammen, als ihr Ruf durch die Luft schallte. Augenblicklich war er hellwach und er suchte die See nach dem Feind ab, der nun unverkennbar war. Grimmig lief er zu den Segelseilen und half den anderen Männern sie im Zaum zu halten, damit das Schiff auf Kurs kam. Die Piraten kamen näher und ein Kampf würde nun unausweichlich sein, das wussten sie alle. Schon machten sich die ersten Seemänner Kampfbereit und auch Grenn zückte seine beiden Äxte, die stets an seinem Gürtel hingen.
Es verstrichen Moment bis die beiden Schiffe auf einer Höhe waren und das Kampfgebrüll der Piraten von ihrem eigenen erwidert wurde. Grenn war bereit für seine neue Crew und seinen Kapitän zu kämpfen und sobald der erste Enterhaken ihr Schiff erreichte, begann er.
Der erste Hieb galt einem Mann, der sich gerade herüber schwingen wollte und ließ ihn sogleich wieder ins Wasser fallen. Grenn hatte sich in die vorderste Reihe geschoben und war mit seiner überragenden Körpergröße allen Angreifern ein Dorn im Auge. Sie versuchten an ihm vorbei zu kommen, doch der nächste der es versuchte, endete mit einem gezielten Hieb ohne Kopf im Wasser, wohin ihm sein schmerzverzerrtes Gesicht folgte. Doch noch im Kampf mit einem anderen, wurde er plötzlich von der Seite gerammt und kam ins Taumeln. Wütend wirbelte er herum, schwang seine Äxte, doch diesmal trafen sie nicht auf Fleisch, sondern auf Metall. Er wurde pariert und sah sich einem erfahrenen Kämpfer gegenüber, als es die anderen zuvor gewesen waren. Mit wilder Wut schlug er auf seinen Feind ein, bewies aber dennoch Geschick mit seinen Waffen. Um ihn herum war das Gebrüll, die Schmerzensschreie und das Geklirre von Waffen vieler Kämpfender zu hören. Es fühlte sich immer mehr wie ein Rausch an, dem er nicht entgehen konnte.
Schließlich streckte er auch diesen Gegner nieder und sah gerade noch, wie ein stämmiger Pirat auf die junge Cassel losging, die genauso tapfer kämpfte wie auch der Rest der Crew. Gerade wollte Grenn ihr zu Hilfe eilen, als ein neuer Gegner ihm den Weg versperrte, ihn mit seinem hässlichen Gesicht anfeixte und mit seinem Säbel auf ihn losging. Grenn blieb keine Zeit noch einmal zu Vaessa herüber zu sehen, denn schon war er in einem heftigen Schlagabtausch mit dem Mann, der ihm zu seinem Missmut auch einige Schnitte an den Armen zufügte.
"Du elender Bastard!", brüllte er und rammte seinen Gegner mit seiner Schulter, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, was ihm gelang. Mit einem entschiedenen Hieb setzte er ihn außer Gefecht und ein weiterer, unnötiger Hieb folgte, der aus reiner Wut entstanden war. Schwer atmend und Blut bespritzt richtete Grenn sich wieder auf, sah sich um und entdeckte seinen Kapitän im Kampfesgewühl. Mit langen Schritten war er bei ihr und lockte mit seinen Schlägen zwei ihrer Gegner von ihr fort. Es schien ihren Sieg zu bedeuten, denn viele Piraten waren nicht mehr übrig, jedoch hatten sie auch ein paar Verletzte auf ihrer Seite. Und gerade wollte Grenn schon triumphieren, als ein unheimlicher Schmerz ihn durchzuckte. Jemand hatte seine Ruhe zu seinen Gunsten genutzt und ihm sein Säbel schnittig über die Brust gezogen. Schmerz erfüllt taumelte der große Seemann zurück und hielt eine Hand an die Wunde, aus der es stetig blutete. Doch das ließ ihn nicht zögern, nicht zurück weichen. Im Gegenteil. Mit neuer Wut und Energie stürzte er sich erneut in den Kampf.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Fr Dez 16, 2016 1:17 am

Vaessa sah den sich verdüsternden Blick ihres neusten Seemanns. "Verzeih, wenn ich dir zu nahe getreten bin. Und ich würde dich nach unserem kleinen Kämpfchen ganz gewiss nicht als Feigling bezeichnen, Grenn", sagte die deutlich kleinere Frau und schenkte ihm ein schiefes Schmunzeln, ehe die Aufregung auch schon los ging und vom Ausguck Alarm geschlagen wurde.
Plötzlich ging alles ganz schnell. Grenn eilte los und half den anderen Männern, während der weibliche Captain das Steuer übernahm und zusah, dass die beiden verfeindeten Schiffe sich nicht rammten und somit etwas an ihrem Schatz zerstört würde. Dieses Schiff würde ganz sicher nicht in die Hände dreckiger Piraten gehen, soviel stand für die Nordfrau fest und so, war nach wenigen weiteren Augenblicken klar, dass ein Kampf unumgänglich sein würde, da eine Flucht nicht mehr möglich war. Also sicherte sie das Steuerrad, zog ihr Schwert und befahl Ysis wieder das Steuer zu übernehmen und sich nur im Notfall ins Gefecht zu stürzen, welches nicht mehr lange auf sich warten lassen würde. Das blutrünstige und angriffslustige Gebrüll und Geknurre der Feinde war schon zu hören und die junge Kapitänin sah, wie sich die beiden Schiffe immer näher kamen, bis sie sich auf gleicher Höhe trafen und die ersten Piraten übersetzten, um die Weiße Wölfin einzunehmen. Doch Fehlanzeige. Sobald der erste Feind der Seefrau im Weg stand, war nach einem kurzen Schlagabtausch klar, dass die zierliche Blondine ihr Schiff über Leichen hinweg verteidigen würde, so dass die Klinge ihres verlängerten Arms nach kurzer Zeit von einem roten Glanz überzogen war. Zwar musste auch Vaessa den ein oder anderen Schnitt verkraften, aber das war nichts was sie nicht aushalten konnte! Also ging das Gefecht weiter und mit Stolz als auch leichtem Missmut sah die Kapitänin, dass ihre Crew zu gewinnen schien, selbst wenn sie schon den ein oder anderen Verlust zu beklagen hatte. Doch Opfer mussten gebracht werden. Nur so kam man ans Ziel.
Wahrscheinlich vergingen nur wenige Minuten, aber sie reichten, um die meisten Gegner in die Flucht zu schlagen. Doch lange noch nicht alle. In ein Gefecht mit vier menschlichen Riesen gefangen, schaffte es die kleine aber kampferprobte Frau einen von ihnen aus eigener Hand nieder zustechen, während Grenn ihr glücklicher Weise zwei weitere vom Hals schaffte. Dankbar nickte sie ihm zu, merkte aber nicht, dass sich ihr ein Feind näherte und sie von hinten grob packte, um sie aus dem Getümmel zu ziehen und in eine Ecke zu drängen, mitsamt ihrem vorherigen übrig gebliebenen Gegner. "Und was machst du jetzt, Kleine? Hm?", sprach der großgewachsene Kerl mit einer Narbe quer übers Gesicht. Es war der Kapitän. "Dich und deine Männer allesamt auf den Grund des Meeres verfrachten, Captain", giftete Vaessa und betonte das Captain extra sarkastisch, ehe sie schnell zwei Schläge parierte, ehe man ihr gnadenlos eine Ohrfeige verpasste, die Nordfrau taumeln musste und zum Besten auch noch ihr Schwert verlor. Sie schmeckte Blut. "Ich glaube, das machen wir dann doch eher mit dir, wenn wir mit dir fertig sind, kleines Miststück!", sagte der fremde Kapitän, während sein erster Maat sie nun am Arm gepackt hielt, damit sie nicht mehr viel tun konnte, als auf Hilfe zu hoffen.

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Mi Jan 04, 2017 10:51 pm

Tapfer und mit viel Kampfgeist kämpfte Grenn weiter um den Sieg für seine neue Crew, seine neuen Freunde, seine neue Familie. Denn er hatte nicht vor das hier zu vermasseln, wie er es zuvor bereits getan hatte. Er wollte auf diesem Schiff bleiben, mit diesen Leuten segeln, um jeden Preis. Und deswegen würde er auch um alles in der Welt dieses Schiff, diese Crew und diesen Kapitän beschützen. Ein weiterer, gut gezielter Hieb spaltete einen Schädel und ließ die Vibration, die von dem Schlag ausging, bis über seinen Arm und in seine Brust übergehen, die sich daraufhin schmerzhaft zusammen zog. Mit einem wütenden Schnauben über sein eigenes Empfinden riss er die Axt aus dem blutenden Etwas, was man nun nicht mehr als Mensch identifizieren konnte. Doch an Ausruhen war nicht zu denken, auch wenn seine Wunde danach schrie. Dem Drang würde er nicht nachgeben und so rettete er unter anderem drei Männer seiner eigenen Crew vor zwei Piraten, die sich beinahe bis zum letzten Ende durchgekämpft hatten. Mit einem Fausthieb des Hünen taumelte der Eine über Bord, während der andere mit einer Axt im Rücken zu Boden fiel. Doch kaum kam er auf, so zog der Blonde auch schon seine Waffe wieder an sich, was mit einem schmatzenden Geräusch begleitet wurde, um das er sich wenig scherte. Sah man Grenn nun an, so konnte man allein vor seinem Gesicht vor Angst sterben. Mit Blut übersät war seine Haut und wurde von dem feindseligen, wütenden Gesichtsausdruck nur noch mehr untermalt. Doch der Ausdruck wich für einen Moment dem der Sorge, denn vernahm er eine weibliche Stimme, am anderen Ende des Decks, die offenbar in Schwierigkeiten war.
Wie in Zeitlupe drehte Grenn sich um, der Ausdruck der Sorge noch immer deutlich in seinem Gesicht, der nun, wo er begriff was vor sich ging, wieder in den wutentbrannten wechselte. Immer noch wie in Zeitlupe begann er, mit beiden Äxten in den Händen, zu rennen, sprang über einen Leichnam und überholte den ersten Maat, der wohl auf gleicher Mission unterwegs war. Doch Grenn nahm ihn gar nicht mehr wahr, sah nur noch seinen Kapitän, in den Händen von zwei Piraten, ohne Waffe und mit Blut im Gesicht, das offenbar ihres war. Die Wut, die in ihm hochzüngelte, hatte er schon lange nicht mehr gespürt. Und doch überkam ihn dieses Gefühl nun, füllte ihn beinah gänzlich aus und ließen seine Ohren taub werden, so sehr rauschte das Blut in seinen Venen.
Kaum war er in Reichweite, holte er mit seiner rechten Axt aus und noch bevor sein Gegenüber ihn warnen konnte, ging der Piratenkapitän mit einer solchen Wucht zu Boden, dass es in Sekunden geschah. Die Axt drang tief in den Torso des Gegners ein, tötete ihn jedoch nicht sofort, schnitt ihm dafür jedoch den linken Arm ab. Doch Grenn scherte sich wenig um ihn, hatte nur noch den Gegner im Visier, der die junge Cassel festhielt und rief ein "Kopf runter!", verharrte nur so lange, wie die Blonde brauchte um seinem Befehl folge zu leisten und holte dann erneut aus. Diesmal wurde er jedoch pariert, was nicht hieß, dass die Wucht seines Hiebes ohne Wirkung blieb. Gut einen Meter wurde sein Gegner rückwärts über das nasse Deck geschoben und Grenn hielt noch immer dagegen, sein Gesicht wutverzerrt.
"Dafür wirst du sterben, Bastard!", knurrte er mit gefletschten Zähnen und schob seinen Gegner, der ihn ähnlich ansah, weiter über das Deck. Grenn hoffte, dass es der jungen Cassel gut ging, doch da es nun an ihm war den letzten bedrohlichen Feind auszumerzen, musste es ihr bei weitem besser gehen, als ihm gerade. Der Schmerz sorgte bei ihm für eine seltsame Taubheit, die sich langsam immer weiter in seinem Körper ausbreitete. Doch noch konnte er sich nicht seiner Erschöpfung hingeben, noch musste er-
"Aaargh!", stöhnte er auf, als ein weiterer Schmerz ihn durchfuhr. Der Bastard ihm gegenüber hatte sein Innehalten ausgenutzt und ihm mit einer freien Hand ein Messer in die Seite gerammt. Grenn spuckte Blut, doch nicht zu Boden, sondern direkt in das Gesicht seines Gegners. Somit geblendet und mit Grenns letzter Kraft warf er ihn über Bord und stützte sich schnaufend an die Reeling. Doch statt nun inne zu halten, drehte er sich um, steckte seine Äxte wieder an seinen Gürtel und drückte eine Hand auf die neue Wunde, nur um sich zu der Stelle vorzuarbeiten, wo er Vaessa gerettet hatte. Der Piratenkapitän lebte noch immer, auch wenn es wohl nicht mehr allzu lange dauern würde, bis er an Blutverlust starb. Doch Grenn hatte es der jungen Cassel nicht vergönnen wollen, Rache zu nehmen. Nun schleppte er sich zu der Szene herüber, lehnte sich schwer atmend rücklings an die Reeling und machte gute Miene zum bösen Spiel. Er würde niemals zugeben, dass er nicht mehr weiter machen konnte. Eher kippte er einfach um. Und wenn er noch länger aufrecht stand, würde sich dem auch nicht mehr aus dem Weg gehen lassen. "Geht es dir gut, Kapitän?", fragte er mit seltsam belegter Stimme und sah die zierliche, blonde Frau eindringlich an, während er selbst bedenklich schwankte.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Sa Jan 07, 2017 4:04 am

Sie saß in der Falle und konnte nicht mehr sehr viel tun, außer dabei zuzusehen, wie ihre Männer sich noch teilweise um den Kampf kümmerten, während sie andere ihrer ehemaligen Crewmitglieder tot auf dem Boden sah. Sie hatten so gut wie gewonnen, keine Frage. Aber würde der Captain sterben, wäre der Kampf vorbei und zwar für sie, als auch ihre Crew und ihr Schiff.
Doch einer, der noch stand, war unübersehbar mit seiner Größe und kämpfte sich zudem immer noch verbissen durch, ebenso wie ihr erster Maat, der sich gerade suchend nach ihr umzusehen schien, ebenso wie der blonde Hüne aus dem Norden. Beide Männer nahmen ihre Beine und ihre Waffen in die Hand und wollten ihr scheinbar zu Hilfe kommen, wobei Grenn mit seiner Größe und seinen längeren Beinen doch schneller bei ihr war, wie auch Trego erkannte, so dass er sich um ein anderes Problem kümmerte und den neuen Krieger machen ließ.
Etwas, dass für den nicht erwünschten Captain auf diesem Schiff böse endete, denn nur wenige Momente später lag der Pirat am Boden und Blut sprudelte über das hölzerne Deck und um den abgetrennten Arm. Er lag im Sterben, war noch nicht tot, so dass die junge Kapitänin aus dem Norden der Warnung ihres Maats sofort Folge leistete und sich duckte. Fast wäre sie von dem taumelnden Piraten mitgerissen worden, doch sie riss sich aus eigener Kraft los und ergriff sofort wieder ihr Schwert, obwohl sie nach der ruckartigen Bewegung einen üblen Schwindel verspürte, der sie wieder taumeln ließ. Der Schlag zuvor hatte gesessen, doch sie riss sich zusammen, strich sich mit der teils blutigen Hand die blonden Strähnen zurück und sah sich nach ihrem Retter um.
Grenn kämpfte wie ein Tier um sein Überleben und tat gut daran, da sie ihn entdeckte, als ihm der Mistkerl von Pirat ein Messer in die Seite rammte, worauf hin einer Blut spuckte und der andere mit einem ordentlichen Schubs im Meer landete.
Vaessa kam ihm ein kleines Stück entgegen, als sie sah, dass er sich wieder zu ihr schleppte, mit der Hand auf seiner neuen Wunde, doch ein Stöhnen auf dem Boden ließ sie sich umwenden. Der Piratenkapitän sah seinem Ende entgegen, kämpfte aber noch mit dem Tod, so dass Ves sich ihm zuwandte. "Seh es als Gnadenstoß an. Grüß die Hölle von mir." Dann stach sie ihm mitten ins Herz und sah zu wie der letzte Atemzug aus seiner Lunge entwich. Dann lehnte sie sich gegen die Reling und sah zu Grenn. "Ganz offensichtlich besser als dir... Zeig her.", forderte sie ihn auf und sah, wie sehr er schwankte. Die hübsche Blondine nahm seine Hand von der Wunde und konnte nicht mit Sicherheit sagen, wie tief die Klinge eingedrungen war, aber tief genug, um gefährlich werden zu können, bestimmt. "Du gehörst unter Deck. Sofort! Der Rest kümmert sich um das hier..." Der weibliche Captain besah sich das Schlachtfeld. "... und ich mich um dich, irgendwie muss ich mich ja für mein Leben bedanken."
Sie sah ihn ernst an. "Und bevor du widersprichst: Das ist ein Befehl deines Captains!"

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Sa Jan 07, 2017 11:45 pm

Gerade als Grenn den Schauplatz der zuvorigen Geiselnahme wieder betrat, sah er, wie du nun wieder freie Geisel dem Piratenkapitän einen Stich ins Herz versetzte. Und das im wörtlichen Sinne. Das Röcheln des Mannes sollte wohl eine Genugtuung sein, doch Grenn empfand keine Freude daran. Der Tod war nichts worüber man sich freuen sollte. Jedes verschwendete Leben war ein nicht genutztes. Und davon ab es zu viele auf dieser Welt, wie er fand. Doch hatte der Seeräuber den Tod verdient, nachdem was er seinem Kapitän beinahe angetan hätte. Grenn spuckte nur auf den Leichnam aus, noch immer war seine Spucke blutrot und er schmeckte sie noch lange auf seiner Zunge nach. Etwas angewidert verzog er das Gesicht, nicht minder beeinflusst von dem stechenden Schmerz in seiner Brust und Seite.
Nur wiederwillig zeigte der Seemann seinem Captain die Wunde an der Seite, aus der es noch immer stetig blutete. "Halb so wild.", kommentierte er es, während sie sich an ihn heran beugte. Statt sie dabei zu beobachten ließ er den Blick über das blutbefleckte Deck wandern. "Schätze mal, andere hat es schlimmer erwischt.", fügte er noch an und sah zu den anderen Verwundeten herüber. Viele von ihnen konnten sich kaum auf den Beinen halten, dennoch schien der jungen Cassel etwas an seiner Gesundheit zu liegen, denn sie beorderte ihn unter Deck. Gerade als er widersprechen wollte, hielt sie schon an, dass es ein Befehl gewesen war. Grenn schaffte es tatsächlich in seinem Zustand noch ein Lächeln hervorzubringen und hielt sich eine Hand seitlich an den Kopf, als würde er salutieren.
"Aye, aye Captain.", sagte er amüsiert, was er jedoch nicht lange behalten konnte, denn schon spürte er, wie die Last von Tonnen auf seine Glieder niederlitt. Der Blutverlust machte ihm mehr zu schaffen, als er zugeben würde und so wankte er unter Deck, wehrte dabei jedoch noch jede Hilfe ab, die man ihm anbot. So viel Körperbewusstsein bewies er dann doch noch, dass er die Stufen herabschaffte, wo er sich schon bald auf eines der genässten Strohlager niederließ. Kaum dass er saß, spürte er einen deutlichen Schwindel über sich kommen und musste sich grummelnd eingestehen, dass es ihm wohl tatsächlich nicht so gut ging. Doch statt über sein Leid zu klagen wartete er geduldig bis sein Captain unter Deck kam.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   So Jan 08, 2017 11:00 pm

Die Taubheit auf einem ihrer Ohren ließ langsam nach und die junge Frau aus dem Norden besah sich die Wunde des großen Seemanns, der sich wohl selbst noch nicht ganz eingestehen wollte, dass der Messerstich etwas ernster aussah, als er vermutete. So zog Vaessa nur skeptisch eine Braue in die Höhe und schielte zu Grenn hinauf, ehe sie ihn unter Deck schickte, damit er sich hinlegen konnte. Das mit einem letzten, wenn auch eher gequältem Lächeln auf den Lippen, bevor er sich davon schleppte und der weibliche Captain sich ihrem ersten Maat zuwendete. Auch er hatte einstecken müssen. Sein Arm war mit Blut überflutet, wahrscheinlich aus einem etwas tieferem Schnitt am Oberarm. Und seine Brust war mit kleineren Schnitten oder blauen Flecken verziert. Doch er stand noch aufrecht, so dass sie ihm die Aufgabe überteilte, sich um die Aufsicht an Deck zu kümmern.
"Die Männer, die noch bei Kräften sind übergeben unsere Feinde dem Meer! Unsere toten Kameraden werden gesammelt. Wir werden ihnen heute Abend die letzte Ehre erweisen!", verkündete Vaessa mit lauter Stimme, die bei ihren Leuten ankam. Hier und dort sah sie noch bei einem ihrer Männer vorbei, welche sich ebenso sehr über Schmerzen beklagten, so dass sie später wohl ebenfalls noch bei ihnen vorbei schauen würde, wobei sich der Jüngste an Bord, Ysis, ebenfalls schon daran machte sich um die Verwundeten zu kümmern. Noch ein Grund, aus dem sie den Jungen damals mitgenommen hatte. Er hatte etwas Ahnung von der Heilkunst, ebenso wie die Cassel, welche sich nun auf den Weg unter Deck machte, wo sie den verwundeten Seebären auf seinem Strohlager fand.
Um ihre Wunde am Arm, ein einfacher Schnitt, würde sie sich später kümmern, so dass sie nun einen Eimer mit sauberem Wasser, Verbände, Nadel, Garn und einige Kräuter aus dem Lager holte, um sich dann neben dem Hünen nieder zu lassen. "Du hast gut gekämpft und Achtung... gleich tut's weh", meinte sie, während sie sein Hemd zur Seite schob, um besser an die größte Wunde zu kommen, welche sie mit einem Leinentuch abtupfte. Das Tuch saugte sich mit seinem Blut voll, ehe sie die Wunde mit dem Wasser ausspülte und anfing sie zuzunähen. "Aber es wäre mir lieber, wenn ich meinen neuesten Seemann nicht gleich im ersten Gefecht an die See verliere, Großer", scherzte Ves und grinste ihn kurz an.
"Und danke für deine Hilfe", fügte die hübsche Blondine noch an, bevor sie mit der Naht fertig war und dann anfing die Kräuter mit einem Mörser und einem Stößel zu einer Paste zu zerstoßen, nachdem sie mit ihrem blauen Augen kurz zu ihm geblickt hatte.

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Di Jan 31, 2017 12:09 am

Er hörte sie noch Anweisungen rufen und musste schmunzeln. Es kann sie wohl nichts schwächen., dachte er bei sich und runzelte leicht die Stirn. Gut, sie war auch nicht so sehr getroffen worden wie er. Aber wenn es darauf ankam, dann würde Grenn selbst noch mit solcherlei Verletzungen weiterkämpfen oder tun, was in der Situation erforderlich war. Denn er war viel zu beschützerisch veranlagt, als das er sich hängen lassen würde, nur weil er körperlich nicht ganz fit war. Aber die Situation hatte sich gelegt, die Piraten waren bis auf den letzten tot und die Crew hatte allerlei Sachen zu tun. Und weiter kam der Seemann auch nicht mit seinen Gedanken, denn die liebliche Stimme des Captain war zu hören und kam näher. Er blickte auf, wohl etwas käsig um die Nase herum, doch lächelte er noch immer. Es war wirklich schwer ihm diesen Gesichtszug von den Lippen zu wischen. Bisher hatte es jeglichen Situationen stand gehalten.
Sie sortierte neben ihm einiges an Heilungszeug auf und Grenn war sichtlich überrascht, dass sie nebst ihrem Dasein als Captain auch noch Kenntnisse in der Heilkunst hatte. Doch er würde ihr da ganz und gar vertrauen. Wäre er allein unterwegs, so hätte er einen alten Fischerhaken und etwas Seemannsgarn zum vernähen der Wunden genommen. Aber eine Heilkundige parat zu haben war natürlich um einiges besser. Ihre Warnung, dass es gleich weh tuen würde, tat er mit einem Wink seiner großen Hand ab und schüttelte leicht den Kopf, was er sogleich bereute, da er für einen Augenblick alles doppelt sah. Und das ohne Met! Konnte man auch nicht alle Tage haben.
"Mit Schmerzen kann ich ganz gut, aye.", sagte er und bemühte sich um gute Miene. Schwäche zeigen war wirklich nicht so sein Ding.
"Alles klar bei dir Captain? Du siehst etwas blass aus.", meinte er dann prüfend und musterte sie. Auch sie schien verletzt, doch ließ sie es sich genauso wenig anmerken, wie er zuvor. Sie waren wohl aus dem gleichen Holz geschnitzt.
Interessiert beobachtete er ihr Tun eine Weile, bis sie mit dem Nähen anfing. Dabei musterte er sie, wie sie konzentriert arbeitete und sich von keinem Schwanken des Schiffbugs ablenken ließ. Einen Moment später sah sie zu ihm rauf und sein Lächeln wurde kurz breiter bei ihren Worten. Großer...noch ein neuer Spitzname in meiner Liste., dachte er belustigt bei sich.
"Rührend, wie du dich um mich sorgst. Aber bisher hat mich noch keine Welle von Bord geschubst. Da werd ich auch weiterhin noch auf meinen Beinen stehen.", grinste er und hielt sein Hemd etwas hoch, damit sie leichter arbeiten konnte. Als sie mit dem Nähen fertig war, er hatte währenddessen versucht seine Muskeln zu entspannen, damit sie keine Schwierigkeiten beim Nähen hatte, sah er wieder auf die Wunde herunter.
"Schöne Naht. Wo hast du die Heilkunst erlernt?", fragte er neugierig und sah sie dann wieder an. Als sie die Paste anrührte und ihre Worte verlauten ließ, spannte er unbewusst seine Bauchmuskeln wieder an. Das Grinsen wurde zu einem weicheren Lächeln.
"Wir müssen doch unseren Captain beschützen, aye? Nein wirklich. Dafür solltest du dich nicht bedanken!", sagte er wahrheitsgemäß und im Abklang war seine Stimme sogar etwas ernst.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Di Jan 31, 2017 7:58 pm

Sein einfaches Abwinken auf ihre Warnung und sein schmerzverzogenes Gesicht daraufhin, ließen Ves doch kurz grinsen, obwohl sie weiterhin unbeirrt weiter machte und wieder zu ihm sah, als er zu ihr sprach. Natürlich bevor sie anfing mit der Nadel in seiner Haut rumzustochern. Die Blondine aber winkte nun ebenso einfach ab und rang sich ein etwas müdes Lächeln ab. "Das sehe ich, Seebär", meinte sie, fädelte den Faden durch die Nadel und sah dann noch mal zu ihm. "Und keine Sorge. Nur ein paar Kratzer und Schnitte... und wahrscheinlich ein blaues Auge. Hab ich alles schon mal überlebt", beruhigte sie ihren derzeitigen 'Patienten' mit einem Zwinkern. Ihr rechtes Auge war leicht rot von geplatzten Äderchen und der Bluterguss würde bestimmt auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Doch um ihre eigenen Wehwehchen könnte sie sich noch kümmern, sobald sie sich in ihrer Kajüte hinlegen konnte.

Während sie weiternähte, verkniff sie sich ein Kichern auf Grenns Worte hin. Stattdessen biss sie sich einmal leicht auf die Zunge. "Gut das zu hören. Der Neue soll uns doch noch lange erhalten bleiben!", sagte die nordische Seefrau, bis sie kurz darauf auch schon fertig mit der Naht war, den Faden verknotete und die blutige Nadel beiseite legte, um sich die Hände im Wasser ein wenig abzuwaschen und dann die Paste vorzubereiten. Dabei lauschte sie dem Hünen aus dem Norden natürlich und schaute dann wieder zu ihm, schmunzelte über das Lob. "Danke... und das nenn ich nun wirklich keine große Heilkunst. Das Nähen hab ich mir aus den Tagen als kleine Lady wohl noch beibehalten können", erklärte Vaessa ruhig, zermahlte dabei weiter das Grünzeug, "Das Ding mit der Kräuterpaste hab ich mir dann mal bei einem Marktheiler in Braavos abgeguckt... Hab ihn natürlich gefragt, was er für Kräuter für welche Wunden benutzt. Aber ich hab mir nur das eine merken können, das bisher immer ganz gut bei solchen tieferen Schnitten gewirkt hat. Wahrscheinlich weil ich die Paste dann auch am häufigsten gebraucht habe." Als sie fertig gesprochen an, fing sie auch gleich langsam an, die Paste auf der Wunde zu verteilen, wobei die zierliche Nordfrau merkte, dass sich seine Muskeln wieder mehr angespannt hatten, als zuvor. Doch sie sagte nichts dazu und grinste einfach nur ein wenig in sich hinein, bis sie fertig war.
"Aye, das solltet ihr irgendwie, aber ich bin dennoch der Meinung, dass ich mich ebenso selbst beschützen sollte, deswegen spreche ich gerne meinen Dank aus. Gerade wenn es um mein Leben geht", erwiderte Vaessa ruhig, aber mit einem eher ernsten Blick aus ihren meerblauen Augen.
Dann wischte sich die junge Kapitänin die Hände mit dem Tuch von zuvor ab und schenkte Grenn dann wieder ein Lächeln. "Aber genug davon... Der Kampf ist gewonnen und du bist wieder ganz, Großer." Sie stand auf, sammelte das Zeug wieder zusammen und sah ihn dann mit einem Zwinkern an. "Zudem: Heute Abend gibt's Met für alle. Haben wir uns glaub ich verdient!"

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Fr Feb 03, 2017 7:09 pm

Ihre Worte, dass ihr nichts fehlte, nahm er ihr nicht ganz ab, da er das geschwollene Auge sah, doch er würde nichts mehr dazu sagen. Sie wollte sicherlich genauso wenig Schwäche zeigen wie er oder war schlichtweg wie er aus hartem Holz geschnitzt. Immerhin kamen sie beide aus dem Norden und wer im Norden geboren war, der wuchs damit auf hart zu sein, um zu überleben. Besonders wenn man nicht wirklich eine Familienumgebung genossen hatte, wie er. Wie es bei ihr war wusste er nicht genau, doch wenn er sich recht entsinnte, dann gab es im Hause Cassel fast nur Männer. Wohl ein guter Grund hart im Nehmen zu sein, wenn man umgeben von grobschlächtigen Jungen war und sich beweisen wollte. Grenn schmunzelte aufgrund seiner Gedanken kurz etwas, bis er sich in die Lage zurückerinnerte, in der er sich gerade befand.
"Was bin ich denn nun? Der Neue oder Großer? Du musst dich schon auf einen Spitznamen einigen, sonst komme ich noch ganz durcheinander.", meinte er grinselnd und sah sie neckend an. Ihm gefiel Großer ja ganz gut. Aber ewig der Neue zu sein war doch recht ätzend. Und wenn man immer als ein solcher betitelt wurde, dann blieb man auch ewig einer. Irgendwann wollte er sich zumindest einmal Teil dieser Crew nennen können. Sofern es ihr beliebte natürlich nur.
"Hm hm. Ja das habe ich mir schon fast gedacht. Braavos ist der richtige Hafen, den man ansteuern sollte um so etwas zu lernen. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal an den gleichen Ständen entlang laufen, an denen du offenbar deinen Aufenthalt genießt, Captain.", sagte er gespielt überlegend und verspannte noch einmal kurz seine Muskeln, als sie die Paste auftrug, die sehr nach Kräutern roch. Auch wenn es ihn nicht wirklich schmerzte, so war das Brennen doch etwas unangenehm und die natürliche Reaktion seiner Muskeln konnte er schließlich nicht beeinflussen. Wirklich nicht! Okay, vielleicht ein bisschen. Aber das würde er so schnell nicht zu geben. Schließlich sah er ihre Reaktion darauf und würde es weiterhin so beibehalten, wenn es ihr doch offensichtlich gefiel. Denn so deutete er das Grinsen, doch nahm er es auch nicht allzu ernst. Schließlich war er hier nicht um dem Captain den Hof zu machen. Er hatte andere Intentionen.
"Gut, deine Dankesrede ist akzeptiert. Über ein Geschenk freue ich mich auch immer.", sagte er und grinste dabei breit, damit es offensichtlich wurde, dass es nur ein Scherz war. Oder war es das?
"Met? Na das klingt doch nach einem guten Geschenk! Ich danke für das Flicken, Captain.", sagte er mit einem Kopfnicken und begutachtete kurz die zugepappte Wunde, bevor er sein Hemd wieder darüber legte und Anstalten machte aufzustehen.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Sa Feb 04, 2017 5:48 pm

Vaessa musste sich ein breites Grinsen verkneifen. "Du bist der neue Große. Aber ich belasse es auch gerne bei Großer, Großer", meinte sie und sah mit einem Zucken der Braue zu ihm. Der Schalk saß ihr dabei nur allzu gerne im Nacken, aber sie machte mit ihrer Arbeit weiter, natürlich. Zwar war der ein oder andere Spaß gern gesehen und die junge Kapitänin machte auch ebenso gerne dabei mit, doch die Pflicht, welche ihr auf diesem Schiff anfiel, wollte und sollte sie dabei dennoch nicht vergessen.
"Ich genieße für gewöhnlich überall meinen Aufenthalt, ob nun mit oder ohne Begleitung", offenbarte sie ihm und musste etwas lachen. "Aber Braavos war die letzten Jahre mein Zuhause, wenn auch nicht meine Heimat. Ich kann dir also verraten, wo man was lernen und erfahren kann", fügte sie noch an und strich Grenn die angerührte Kräuterpaste auf die zugenähte Wunde. Sofort stieg einem der Geruch der grünlichen Paste in die Nase und verscheuchte für einen Moment den Geruch nach feuchtem Holz und der See, welche sich durch eine Welle unter den Planken bemerkbar machte.
Die Wunde war verheilt und es gab noch genug zu tun, bevor sich Vaessa mit ihren Männern der letzten Ehre der Gefallenen antun konnte, ehe sie ein klein wenig tranken und den Abend auf Deck gemeinsam verbrachten.
So gesehen konnte die zierliche Seefrau aus dem Norden auch nur über den Scherz des Hünen lachen. Das Geschenk, welches sie nun eher aus freien Stücken für die ganze Crew bereit hielt, fand aber wenigstens Gefallen und die Blondine sah mit einem klein wenig skeptischen Blick dabei zu, wie Grenn sich aufraffen wollte. "Sicher, dass du das schon machen willst?", wollte sie wissen und hing den ausgewaschenen Lappen über ein Seil, das an der Decke des Gangs entlang gespannt war. "Ich hol dich auch hoch, sobald es das Geschenk gibt", grinste sie und steckte sich dabei die blonden und etwas nassen Haare mit einer langen Haarnadel hoch.

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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Do März 02, 2017 8:12 pm

~~~Zeitsprung
zum Abend~~~


Der Abend war schneller gekommen, als Grenn gedacht hatte. In der wenigen Zeit, die er gehabt hatte sich auszuruhen, da der Blutsverlust wohl doch etwas heftiger gewesen war, als er geglaubt hatte, hatte er nicht viel anderes getan, als die nötigen Aufräumarbeiten. Die Leichen der Piraten waren über Bord geworfen, das gegnerische Schiff ausgebeutet und die eigenen Mannen auf einem Berg gelegt, um sie später zu verbrennen. Es war alles getan worden und nach dem Kampf gab es einige in der Crew, die dem Hünen deutlich aus dem Weg wichen, als er an ihnen vorüber ging. Hatten sie jetzt etwa Angst vor ihm? Nachdem sie ihn kämpfen gesehen hatten? Oder war es schlichtweg Respekt? Es kümmerte den Nordmann nicht, denn er war nicht hier um sich einen höheren Posten zu ergattern, sondern um einer Crew anzugehören. Einer Crew, gleichsetzbar mit einer Familie. Er brauchte jemanden, zu dem er gehören konnte und keine Schar getretener Hunde, die Angst vor ihm hatten.
Nun da die Nacht über sie hereinbrach, wurden Feuer gezündet und es kehrte etwas Ruhe auf dem Deck ein. Es schien die Zeit gekommen die Gefallenen zu bestatten und der Captain richtete das Wort an sie, weshalb alle sich in Verschwiegenheit gut taten. Auch Grenn lehnte seitlich an der Reling und beobachtete das Schauspiel. Er wusste nicht recht mit sich anzufangen, denn er kannte die Gefallenen nicht lange genug, um Trauer empfinden zu können. Dennoch sah er sich in dem Respekt, dass er schwieg und zusah.
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BeitragThema: Re: Die "Weiße Wölfin"   Fr März 03, 2017 1:49 am

Der Abend brach langsam herein und alle Männer an Bord hatten noch genug zu tun. Wunden versorgen, das Deck von den toten Feinden befreien und sich das Recht, das gegnerische Schiff zu durchsuchen, nicht nehmen lassen. Die Toten ihrer eigenen Crew wurden erst separat gesammelt und auf ein paar Bretter gebunden, die das Gewicht aller würde ungefähr tragen können, um sie später so ins Wasser niederzulassen und zu entzünden. Doch das galt später zu tun. Vaessa kümmerte sich zwischendurch natürlich noch um ihre eigenen paar Wunden und spürte mehr und mehr, dass der Griff dieses verfluchten Piraten an ihrem Handgelenk eine leichte Prellung zurückgelassen hatte. Auch der Schlag ins Gesicht machte sich mehr und mehr bemerkbar, denn das Adrenalin verabschiedete sich immer mehr und ließ sie die Verletzungen mehr spüren.
Es dämmerte immer noch und die Fackeln auf Deck wurden entzündet, Kerzen in den kleinen Laternen spendeten ebenso Licht und so stellte sich die junge Kapitänin an die Reling, über der ein Seil gespannt war. Daran hing das kleine Floss mit ihren ehemaligen Crewmitgliedern, während Vaessa selbst eine Fackel in der Hand hielt und mit ihren blauen Augen die Crew nach allen absah. Als sie alle ausfindig machen konnte - Grenn war kaum zu übersehen - richtete sie sich mit lauter Stimme an ihre Seemänner, ihre Familie auf See. "Wir haben heute tapfer gekämpft und unsere Feinde zurückgeschlagen, Männer! Alle von uns! Auch jene, die schließlich ihr Leben dafür gaben, um unser Schiff und unsere Familie zu beschützen! Dafür erweisen wir Ihnen, unseren Brüdern, heute die letzte Ehre..."
Mit einem einfachen Hieb ihres Messers durchtrennte sie das Seil, an dem das Floss hing und hörte wie dieses mit einem Platschen im Wasser landete, ehe sie die brennende Fackel hinterher warf. Die Leichen, welche zuvor mit Öl begossen wurden, fingen Feuer und trieben als große lodernde Fackel über die seichten Wellen. Teile der Crew sahen ihren gefallenen Brüdern nach, verloren jedoch kein Wort. Zumindest so lange, bis sich die Seefrau aus dem Norden wieder an ihre Männer wandte und erneut ihre Stimme erhob. "... und werden nun auf sie und unseren Sieg trinken!" Ein Heulen ging durch die Meute und nur wenige Augenblicke später wurden der erste Met in Becher gefüllt, während einer ihrer Männer seine Fidel raus holte und anfing zu spielen. Ves selbst gönnte sich schließlich ebenfalls einen Becher und gesellte sich dann mit fragendem Blick zu dem Hünen aus dem Norden. "Ich hoffe das 'Geschenk' ist ungefähr so akzeptabel. Ist das mindeste was ich für mein Leben tun sollte", grinste sie und prostete ihm und ein paar weiteren Leuten aus ihrer Crew zu.

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