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 Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn

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Roya Strom

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BeitragThema: Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn   Mi Apr 20, 2016 11:01 pm

Die Schenke war mäßig voll. Zu Zeiten wie diesen hielten sich nicht viele Leute in der Eng auf. Eigentlich hielten sich nie Leute in der Eng auf. Nun für Roya war es nur ein Vorteil. Je weniger Leute sie sahen, desto besser. Wenn sie Geld brauchte, ritt sie auf die nächst größere Burg, wo sie ihre Dienste anbot. Oder die Leute kamen zu ihr. Stets hatte sie einen Kupfertaler für einen Laufburschen übrig, der die Kunde in den Gasthäusern verbreitete, die Schattenkatze wäre eingekehrt. So ziemlich jeder wusste etwas mit dem 'Tanz der Klingen' anzufangen und demnach auch, was für Dienste sie anbot. Doch nun zu dieser Zeit ging es Roya ganz gut. Sie hatte genug Geld um zu essen und zu trinken und ihr Pferd zu versorgen.
Das Dämmerlicht der Mittagsstunde fiel durch die Fenster in den Gastraum, der bis auf sie nur von drei anderen belegten Tischen besetzt war. Roya trug ihren Ledergarnisch über einem schwarzen Kleid, welches durch Schlitze an den Seiten, die bis auf Kniehöhe hoch gingen, ihre Beweglichkeit nicht beeinträchtigte. Darüber trug sie einen dunklen, grünen Umhang, dessen Kapuze ihr Gesicht halb verdeckte. Durch den Umhang versteckt sah man ihre Doppelklinge, die in einer Lederscheide steckte, nicht sofort. Erst bei genauerem hinsehen. Auch die anderen Waffen, die sie stets am Leib trug, sah man nicht. Darunter waren Giftnadeln, Wurfmesser und ein weiterer Dolch. Gerade legte Roya den abgenagten Entenknochen auf ihren Teller nieder, als eine Fremde in den Gastraum trat. Roya war eher gelangweilt als wachsam, dennoch blickte sie auf und musterte die Fremde aus ihren wässrigen, blau-grauen Augen. Man sah ihr selbst nicht auf Anhieb an, dass sie ein Tully war. Nur ihr Kastanienbraunes, doch teilweise sehr dunkel wirkendes, Haar konnte einem zu dem Schluss führen, dass sie wohl aus den Flusslanden war. Doch die Fremde schien ihr einen weiteren Blick mehr und so musterte sie sie aus dem Augenwinkel, während sie an eine weiteren Entenbein nagte. Allerdings waren ihre Blicke weder aufdringlich, noch offensichtlich.

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Caryn Forestyr
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BeitragThema: Re: Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn   Mi Apr 20, 2016 11:35 pm

Ich betrat die Schenke ohne auch nur die geringste Hoffnung, hier auf den Königsmörder zu treffen. Warum sollte er auch hier sein? Brienne hatte ihn in Richtung Königsmund gebracht. Vielleicht war er inzwischen dort. Aber warum sollte er in Richtung Norden kommen? Es war egal. Der Königsmörder war egal. Robb hatte gesagt, ich solle ihn finden, aber Robb war tot. Abgeschlachtet auf der Hochzeit seines Onkels.
Inzwischen war fast ein Mond vergangen, dass ich die Nachricht erhalten hatte. Wir waren nicht im Guten auseinander gegangen? War er erleichtert gewesen, dass ich nicht auf der Hochzeit gewesen war? Dass ich weit weg war und Walder Frey mich nicht erreichen konnte? War er froh gewesen, dass ich überleben konnte? Sollte ich froh sein? Vielleicht. Aber ich wurde den Gedanken einfach nicht los, dass ich Robb hätte beschützen können, wenn nicht... Hätte nicht... Könnte nicht.... Es spielte keine Rolle. Sie waren alle tot.
Ich wusste, was der Tod bedeutete. Hatte es in den Augen der Tiere, der Menschen gesehen, wann immer ich sie getötet hatte. Ende. Kein Zurück. Tot.
Die Tür der Schenke fiel hinter mir ins Schloss und ich schob die Gedanken beiseite, wie ich es stets tat, wenn ich kurz vor einem Kampf stand. Nicht, dass ich hier einen Kampf erwartete. Aber die Leere im Kopf war einfach angenehm. Langsam ließ ich meinen Blick durch die Schenke gleiten. Vier besetzte Tische. Leer hier.
Ich ließ meine Augen über eine Frau schleifen, die sich halb hinter ihrer Kapuze versteckte. Vielleicht wollte sie verbergen, dass sie weiblich war, um keine unbefriedigten Männer anzulocken. Sonderlich gut war ihre Verkleidung aber nicht. Ihre Haltung sagte alles. Ein rascher Blick zu den anderen Tischen, an denen vorwiegend Söldner in kleinen Gruppen saßen, miteinander redeten und lachten. Eine Menge Bier.
Dann spürte ich plötzlich, wie die Frau in dem grünen Umhang mich beobachtete. Man konnte es auch an dem kurzen Rucken ihres Kopfes erkennen, auch wenn sie versuchte, so unauffällig wie möglich zu bleiben. Ich stellte mir vor, was sie wohl sah. Eine große, schlanke Frau Anfang zwanzig, in dunkler Reitkleidung, ohne nennenswertes Siegel, dass meine Herkunft verriet. Ein dunkler langer Zopf. Ein Langbogen und ein Köcher über dem Rücken. Zwei lange Messer am Gürtel. Eine Kriegerin. Aber keine Lady. Darauf hatte ich geachtet. Wer wusste schon, wie viele Männer der Freys jetzt hier draußen waren und nach entlaufenen Wölfen suchten, um sie zu töten. Die Zwillinge waren nicht weit.
Dennoch beunruhigten die Blicke mich irgendwie. Ich hatte gelernt, auf dieses Bauchgefühl zu hören. Intuition. Manchmal wusste ich dann, wer log und wer die Wahrheit sprach. Und hier schrie meine Intuition gerade, dass diese Frau in ihrem grünen Umhang zu viel sah.
Jetzt lag es an mir. Würde ich die Blicke einfach ignorieren, die Frau ignorieren und riskieren, dass sie mich erkannte und an den nächstbesten Frey verriet? Oder wählte ich die Offensive und behielt sie im Auge? Letzteres hatte schon immer am besten funktioniert.
Also ging ich direkt auf ihren Tisch zu, nahm den Bogen vom Rücken und lehnte ihn gegen den Tisch. Dann setzte ich mich der Frau gegenüber und sagte: Hier ist doch noch frei?
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Roya Strom

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BeitragThema: Re: Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn   Do Apr 21, 2016 1:56 am

Die junge Frau mochte vielleicht gerade 20 geworden sein, viel älter konnte sie nicht sein. Ihr Aussehen trügte wahrscheinlich genauso wie das ihre. Sie sah jung und unschuldig im Gesicht aus, war aber dennoch schwer bewaffnet. Eine Lady war sie also schon mal nicht, soviel stand fest. Allerdings war sie auch keine Kriegerin, denn dafür war sie definitiv zu leicht gebaut. Weibliche Ritter gab es selten, das mochte sein, aber die meisten von ihnen erkannte man an ihrem breiten Kreuz und ihrem männlichen Aussehen, was durch eine starke Bemuskelung herrührte. Und diese hatte die junge Frau nicht. Aber dennoch schien sie aus dem Norden zu sein. Sie hatte zwar dunkles Haar, was im eigentlich für Norden und Süden sprach, aber ihre Züge wirkten härter als die der südländischen Frauen. So als ob sie die Kälte des Winters inne hatte.
Roya wandte den Blick ab und nagte die letzten Knochen ab, schob den Teller dann von sich und griff nach ihrem Weinkelch. Seit langem schon hatte sie nichts mehr so gutes gegessen und getrunken. Endlich hatte sie wieder etwas Geld und konnte sich für eine Weile den Luxus einer Schenke erlauben, statt unter freiem Himmel zu schlafen. Im Bett schlief sie dennoch selten, blieb meist die ganze Nacht auf und schlief nur wenige Stunden, so wie sie es gewohnt war. Denn wenn man draußen im Wald schlief, musste man immer auf der Hut sein, auch wenn man sich ungestört fühlte, war man dennoch selten allein. Da tat es gut einen leichten Schlaf zu haben. Gerade stellte Roya ihren Kelch wieder ab, als sich das junge Ding an ihrem Tisch nieder ließ, obwohl noch weitere Tische frei waren. Noch den Kelch in der Hand, den Kopf leicht gesenkt, sah Roya zu dem Mädchen auf und ihr Blick sprühte vor Gleichgültigkeit. Aber in Wirklichkeit war sie leicht genervt, misstrauisch. Warum setzte sich das junge Ding nicht woanders hin? Warum ausgerechnet zu der einzigen Frau im Raum? Hatte sie Angst vor den Söldnern und Bauerntölpeln, die an den anderen Tischen lachten und tranken? Waren die Waffen an ihrem Körper nur Show um Männer abzuschrecken? Roya wusste es nicht und würde es wohl auch nicht heraus bekommen. Doch statt wie sie eigentlich fühlte, zeigte sie gar kein Gefühl. Ihre Schauspielfähigkeiten waren in den letzten Jahren nicht schlechter geworden und sie war sehr wohl dazu in der Lage, sich glaubhaft zu verstellen.
"Sieht wohl so aus.", erwiderte sie knapp und stellte ihren Kelch endgültig ab. Ihre Hände steckten in Lederstulpen, die ihr bis zum Ellenbogen reichten. Leichte Kratzspuren waren darauf zu sehen, die von den Falkenklauen stammten. Zudem war ein Armschutz nicht verkehrt, wenn man den Nahkampf ausübte. Mit noch immer gleichgültiger Miene sah sie zu der jungen Frau, die ihrer Meinung nach etwas übertrieben und zu offensichtlich bewaffnet war. Sie stützte ihre Ellenbogen auf den Tisch, verschränkte die Hände miteinander und musterte die junge Frau offensichtlich.
"Gibt es einen bestimmten Grund, warum ausgerechnet mir die Ehre Eurer Anwesenheit zuteil wird?", fragte sie und ließ deutlich einen sarkastischen Unterton mitschwingen. Leicht hob Roya ihre Augenbrauen an und beobachtete die Mimik der ihr gegenüber.

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BeitragThema: Re: Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn   Do Apr 21, 2016 8:09 pm

Die Frau hatte definitiv nicht mit mir gerechnet. Der sarkastische Unterton in ihrer Stimme sagte eigentlich schon alles. Als sie ihren Kelch abstellte, bewegte sich irgendetwas an ihrem Körper. Ich sah genauer hin. Es sah aus wie... Wie Waffen. Also keine Frau, die versuchte, sich als Mann zu verkleiden, doch tatsächlich eine Kämpferin. Interessant. Langsam ahnte ich auch, wer sie sein könnte.
Ich will nur Gesellschaft, erwiderte ich und zog - natürlich ganz beiläufig - ein Messer aus der Scheide und begann an meinen Fingernägeln herumzupulen. Würde sie die Nachricht verstehen? Es würde mich interessieren, zu erfahren, was eine Frau so ganz alleine hier macht. Habt Ihr keine Begleitung? Die Straßen sind gefährlich.
Ich hob die Hand und winkte kurz. Wenig später kam ein Schankmädchen an den Tisch. "Was kann ich für Euch tun?", fragte sie und sah eine Spur zu unsicher zu den Tischen mit den Söldnern. Dieses Mädchen schien im Krieg schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht zu haben.
Habt ihr hier Suppe oder Eintopf?, fragte ich und lächelte sie freundlich an.
Beinahe erleichtert erwiderte sie das Lächeln. "Hausgemachten, M'lady", erwiderte sie.
"Ich bin keine Lady. Nur eine Schnee. Ein Bastard aus dem Norden. Ich hätte gerne einen Teller von dem Eintopf", antwortete ich und lächelte immer noch.
"Und etwas zu trinken? Wein? Bier?", fragte das Schankmädchen.
"Wasser genügt mir vollkommen", sagte ich und sie huschte in die Küche.
Dann wandte ich mich wieder meinen Fingernägeln zu und beäugte die Frau vor mir misstrauisch, jedoch nicht so, dass es allzu sehr auffiel.

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BeitragThema: Re: Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn   Mo Apr 25, 2016 3:59 pm

Die Botschaft der jungen Frau war ziemlich offensichtlich und natürlich verstand Roya sie. Doch hatte sie nicht vor gleich alle Karten aufgedeckt auf den Tisch zu legen. Das war einfach nicht ihre Art, auch wenn sie es gut vorgeben und lügen konnte. Doch es erschien ihr falsch gegenüber einer Frau, die ebenfalls bewaffnet und auf das Gleiche aus war. Langsam verschränkte Roya die Finger miteinander.
"Es gebt Euch aber nichts an. Und so wie ich Euch sehe, wisst Ihr längst, dass ich diesen Schutz nicht brauche.", erwiderte sie knapp und tonlos, musterte das junge Ding vor sich etwas und ließ sie nicht aus den Augen. Ihre blau-grauen Augen nahmen jedes Detail auf, wie immer wenn sie sich auf etwas konzentrierte. Wenig später kam eine der Bediensteten und die junge Frau bestellte sich etwas zur essen. Kurz sah Roya zu ihrem bereits leeren Teller und beließ es auch dabei. Sie hatte bereits genug gespeist und nicht vor, sich den Bauch unnötig voll zu schlagen, nur weil sie gerade wieder flüssig war. "Posaunt Ihr eure Berufung und euren Stand immer so heraus?", sagte Roya etwas leiser, die schon die ganze Zeit eher gedämpft sprach. Sie hatte keine Lust darauf Aufmerksamkeit zu erregen, was ihr wohl misslungen war, sobald sich die voll bewaffnete Frau zu ihr gesetzt hatte. Kurzerhand beugte sie sich etwas näher zu der jungen Frau heran und taxierte sie mit ihrem Blick. "Offenbar führt Ihr einen ähnlichen Beruf aus wie ich, doch wenn dem so sei, dann müsst Ihr noch viel lernen.", zischte sie ihr zu und lehnte sich wieder etwas zurück, schlang den Umhang fester um sich. Sie war eben eine Person der Schatten und nicht der reingeplatzten Offensichtlichkeit. Roya beschloss noch auf eine Antwort zu warten, bevor sie sich in die Ställe begab. Sie wollte noch heute Abend losreiten und es würde bald dämmern.

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BeitragThema: Re: Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn   Mo Apr 25, 2016 7:50 pm

Ich lachte leise auf und schüttelte den Kopf. Immer doch, meine Liebe. Wenn man es laut hinausposaunt, glauben die Leute es leichter. Und nein, ich bin keine Auftragsmörderin, Schattenkatze. Ich bin eine Jägerin der Hölzernen Türme. Je davon gehört? Wie auch immer, ich werde nicht dafür bezahlt, Menschen zu töten. Das überlasse ich Leuten wie dir. Ihr habt es wohl nötig. Demonstrativ widmete ich wieder meinen Fingernägeln. In diesem Moment kam das Schankmädchen mit dem Eintopf und dem Krug Wasser. Fragend sah sie die Frau mir gegenüber an. Dass sie die Schattenkatze war, hatte ich dann festgestellt, als die Männer angefangen hatten zu flüstern. Allerdings nicht sehr leise.
"Was kann ich Euch noch bringen?", fragte sie die Auftragsmörderin. Bevor diese jedoch antworten konnte, fuhr ich dazwischen.
Bringt der Dame ein wenig Wein. Wir sind uns so schön am Unterhalten. Ich bezahle.
Das Mädchen nickte und huschte abermals davon. Ich versenkte den Löffel in dem dicken Eintopf. Er roch köstlich. Und so schmeckte er auch. Ich aß drei, vier Löffel, dann nahm ich einen Schluck Wasser und sah die Schattenkatze an.
Wisst Ihr es würde mich interessieren, wie Ihr auf die Idee gekommen seid, den Tod zu verkaufen. Die meisten Mädchen wären wohl eher Prostituierte geworden. Dann schwieg ich und betrachtete ihre Augen. Robbs Augen. Catelyns Augen. Ihr seid ein Tully Bastard, nicht wahr?

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BeitragThema: Re: Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn   Do Apr 28, 2016 6:42 am

Ihre Augen verengten sich sichtbar und sie beobachtete das laute Ding vor sich. Konnte sie denn noch lauter rum brüllen? So langsam ging sie ihr auf die Nerven und Roya kannte nichts schlimmeres, als aufdringliche Leute, die nicht merkten, dass sie aufdringlich waren. So wie diese junge Dame hier vor sich, die offenbar ihren Namen kannte. Woher wusste sie auch nicht, denn sie gab diesen nie an, sondern stets nur durch Botenjungen, die in den Schenken die Kunde verbreiteten, aber auch nur leise. "Wenn du nicht im gleichen Geschäft tätig bist, was willst du dann von mir? Gesellschaft kannst du dir auch bei denen da suchen.", sagte sie leise und etwas ungeduldig und nickte zu den anderen Tischen herüber. Sie hatte wirklich keine Lust auf diesen Kindergarten, den die junge Frau hier gerade abzog. Für albernes Machtgehabe würde sie nicht ihre freie Zeit opfern, so viel stand mal fest. Als das Schankmädchen vorbei kam und noch ein Wein bestellt wurde, gab sie der Bedienung einen leichten Wink, dass sie diese Bestellung nicht aufnehmen sollte. Sie trank nicht wenn sie noch etwas zu erledigen hatte und zudem ließ sie sich nicht ungebeten einladen. Diese ganze Situation begann wirklich sehr an ihren Nerven zu zehren, weswegen sie sich kurz die Schläfen massierte, bevor sie wieder zu der jungen Frau aufblickte. "Das geht dich nichts an und ich bin weder 'deine Liebe' noch unterhalte ich mich gerade gut.", sagte sie nun knapp, erhob sich und machte dabei nicht ein einziges Geräusch, auch wenn sie bis auf die Zähne bewaffnet war.
"Ich wünsche einen schönen Tag.", sagte sie noch leise und ging dann an ihrer unliebsamen Gesellschaft vorbei nach draußen, wo sie die Unterstände aufsuchte und sich zu ihre Pferd gesellte. Sie begrüßte die Stute mit einem sanften Streichen über die Nüstern und sattelte sie dann, zäumte sie auf und führte sie aus dem Stall. Wenn sie vor Einbruch des Morgens mit ihrer Arbeit fertig sein wollte, sollte sie nun los reiten. Das Zimmer war bezahlt und sie hatte gut gespeist. Roya stieg in den Steigbügel und schwang sich auf den Rücken ihres Pferdes, nahm die Zügel auf und ritt zunächst langsam, dann etwas schneller los, bevor sie in den Galopp fiel.

(Sorry das ich das hier so abrupt geschrieben habe, aber ich hab so reagiert wie es Royas Art ist...ich dachte mir Caryn könnte ihr ja vielleicht nach reiten?)

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BeitragThema: Re: Gleichgesinnt ~ Roya & Caryn   So Mai 08, 2016 7:50 pm

Als die Schattenkatze an mir vorbei rauschte, begannen meine Hände zu zittern. Wut, brennend heiß, stieg in mir auf. Ich versuchte sie zurück zu drängen, wusste ich doch nur zu genau, was passieren würde, wenn ich sie nicht unter Kontrolle bekam...
Aber Kontrolle hatte ich nie gehabt und es gelang mir noch, kurz vehement den Kopf zu schütteln, bevor...

Sie war endlich wieder an der Oberfläche. Es hatte gedauert. Die Trauer dieses kindischen Mädchens war zu stark gewesen, um dagegen anzukämpfen. Dabei hätte sie, die Jägerin, die Führung übernehmen müssen. Schließlich waren sie auf der Jagd. Wenn Caryn auch zum ersten Mal in ihrem Leben die Gejagte war.
Aus ihrem Schlupfwinkel weit hinten in der Seele des Mädchens hatte sie das Gespräch mit dieser Auftragsmörderin beobachtet. Es war klar gewesen, was das Mädchen wollte: Freunde, Wärme, Zuneigung. Natürlich hatte es in die Hose gehen müssen.
Und jetzt hatte die Schattenkatze Caryn abserviert. Ob die Herangehensweise des Gespräches nun von Anfang an sinnlos gewesen war oder nicht, spielte keine Rolle mehr. Caryn ließ man nicht sitzen, ganz einfach. Vor allem nicht, wenn man sich dabei auch noch für etwas besseres hielt. Dafür würde sie bezahlen und wie. Caryn hasste Unhöflichkeit.
Ein grausames Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie sich ausmalte, wie sie die Schattenkatze nieder ritt. Vermutlich würde sie versuchen zu entkommen, aber das war kein Problem. Mit eisiger Stimme flüsterte sie in den Raum: Renn nur. Meine erste Schattenkatze habe ich erlegt, als ich neun war. Und wenn ich dich erst einmal habe, dann wirst du mir alles erzählen, meine Liebe.
Als das Schankmädchen kam, um den Wein zu bringen, legte Caryn nur ein paar Münzen auf den Tisch und verließ den Schankraum. Bring den Männern dort den Wein. Sie werden sich freuen.
Im Stall stand ein Pferd weniger. Die Schattenkatze war also mit dem Pferd geflohen. Dumm von ihr. An Menschen auf Pferden erinnerte man sich eher als an Menschen, die zu Fuß unterwegs waren. Und wenn Caryn nicht alles täuschte, dann hatte die Schattenkatze auch einen Greifvogel, denn woher sonst sollten die Kratzer auf ihren Handschuhen kommen?
Die Schattenkatze war es ganz sicher nicht gewohnt, wirklich gejagt zu werden. Aber das würde sich ändern.
Als Caryn auf ihr Pferd aufsaß, verzogen sich ihre Lippen wieder zu jenem grausamen Lächeln. Möge die Jagd beginnen!

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