Game of Thrones

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 Die Straßen

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do Feb 18, 2016 3:36 am

Zeitsprung

Unerwartet verging die Hochzeit, keineswegs wie geplant. Unerachtet dessen, seine Rache nicht vollzogen zu haben, liess er seinen Plan um Lady Sansa in die Tat umsetzen und hoffte auf ihr eintreffen. Und sie kam. Sie verliessen Königsmund auf dem Seeweg und steuerten nicht sogleich richtung Norden. Einige Erklärungen später, schien Sansa ziemlich interessiert daran Pentos, Volantis und Braavos zu besuchen, besonders da im Norden momentan nichts weiter als der Tod wartete, wie Petyr immer wieder betonte. Stattdessen verführte er sie zu einem edlem Urlaub der ganze 2 Monate andauerte. Er legte ihr nahe, ihre Haare zu färben oder stets zu bedecken, da viele von ihrem feuerrotem Haar wissen würden und sie daran leicht erkannt werden konnte, selbst am anderem Ende der Welt. Sie residierten in den schönsten Häusern mit riesigen Terassen die einen panoramahaften Meeresblick boten. Diese Anlagen liess er mieten, meist von edlen reichen Kaufleuten die als seine Partner fungierten, manchmal lud man sie auch direkt ein. Edelste Weine durften ihre Gaumen kosten, ohne sich ständig zu betrinken und vielmehr den Genuss schätzend als die alkoholisierende Wirkung. Wobei diese natürlich ihre Hemmungen ein wenig senkten und die Gespräche daher teils recht tiefgründig wurden. Er erzählte ihr einiges von ihm, wie er ihre Mutter kennenlernte und was für ein Greuel er gegen den Bruder ihres Vaters hegte bis zu dessen Tod, als Cathlyn dessen Liebe erwiederte. Und danach dessen Bruder, Ned. Ihrem Vater. Beide waren sie grosse Nordmänner gewesen und von edlem Geblüt. Nicht so wie er, der von einem Händler aus Braavos ohne grossen Rang und Namen abstammte. Die Sonne schien in allen Küstenstädten der freien Welt die sie besuchten , nur leicht getrübt von dem Sklavenhandel und dem damit verbundenen Bediensteten die überall in den Anlagen zu sehen waren.. Doch schlecht behandelte oder Missbrauchte oder gar Gefolterte konnte Sansa nicht entdecken. Die Sklaven die sie zu Gesicht bekam, waren meist die häuslichen Diener, die ein sehr gutes Los meist in ihrem Unglück zogen. Bis auf Braavos. Dort gab es keinen Sklavenhandel, aber das Wetter konnte der stürmischen Küste in nichts nachstehen , besonders da es kälter wurde im Norden und es deutlich spürbar war. Braavos besuchten sie daher auch geschickt als letztes um sich an den Norden zu gewöhnen.

Nach ihrer Rückkehr in die 7 Königslande machten sie einen weiten Bogen um Winterfell, doch besuchten sie mehrere Unterlords die den Starks immer schon die Treue hielten. Haus Cassel besuchten sie zuerst, danach Haus Karstark. Kleinfinger würde dem Haus Karstark durchaus erneute Zugeständnisse machen und einiges versprechen, was er vielleicht nicht halten konnte. Doch hier galt es für ihn auf der Seite der Starks zu sprechen. Er war immer ein gekonnter "Spieler auf 2 Hochzeiten". Er entschloss sich meistens im richtigen Moment für die Gewinnerseite. Momentan brauchte er Verbündete für Sansa und ihren rechtmässigen Anspruch. Die Karstarks hatten eine starke Armee und waren kein gänzlich unbedeutendes Haus. Daher verbrachte Kleinfinger einige Zeit hier, wenn die Tendenzen dazu gut standen und sie willkommen waren. Doch ihr Weg hörte nie wirklich auf. Sie blieben im Norden nie länger als 1 Monat am gleichen Ort und reisten nur mit elitärem Schutz, statt grosser Begleit-Eskorte.

Nun gerade führten sie ein Gespräch über Sansas dunkles Kleid in Kleinfinger´s Kutsche. Er sass ihr gegenüber und bewunderte sie mit seinem charmantem Lächeln. Bisher machte er keine Anstalten sie zu bedrängen die ganze Zeit über. Doch konnte man nicht verneinen, dass es knisternde Momente gab, in denen er sich deutlich zurückhielt und sehr respektvoll ihr gegenüber wirkte. Selbst wenn sie vielleicht darauf eingegangen wäre und er sie drohte zu verführen.

"Ich hätte dir schon viel früher ein paar schöne Kleider besorgen sollen... Was denkst du über die Karstarks?". Er lenkte sogleich wieder ab und berührte seine schläfen mit einem Zeigefinger und die Wange mit seinem Daumen leicht abstützend , während er in ihre Augen blickte mit dem Hauch von Verschwörung und offensichtlichen Gedanken die er für sich behielt, doch durch seine Augen drangen. Sie merkte das er sie attraktiv fand. Zu den Karstarks, konnte sie positive Schlüsse ziehen, wobei ihr die Blicke eines Neffen des amtierenden Lords nicht sehr gefielen und auch ein paar Heiratspläne. Jeder wollte sie wohl immer nur verheiraten. Ob ihr das nicht irgendwann stank und sie selbst entscheiden wollen würde?....

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do Feb 18, 2016 4:38 pm

Zeitsprung

Ich war froh endlich weg zu kommen. Joffreys Frau war vergiftet worden und so würde sein Zorn wohl noch stärker werden als er sowie so schon war. Und an wen würde er diesen auslassen? ich kam da als perfektes Ziel in betracht. Und ich wusste am eigenen Leib wie grausam unser König sein konnte. So konnte ich das Angebot von Petry wohl nicht mehr ablehnen und traf mich schließlich mit ihm zum vereinbarten Treffpunkt und Zeitpunkt. Im Vergleich zu den anderen wollte er mir nichts böses, zumindest hoffte ich es. Was die Absichten eines Menschen war, konnte man nie genau einschätzen und ich am aller wenigsten. Leider. Vielleicht sollte ich mich mal mehr mit den verhaltensweisen eines Menschen auseinander setzten, da wäre gut. Leider gingen wir nicht in den Norden, dort wo meine Heimat war, sondern steuerten nach Braavos und in die Richtung. Es war zwar schade, doch war es nicht schlecht mal etwas von der Welt zu entdecken. Den Norden kannte ich doch der Rest war vollkommen fremd für mich. Damit ich nicht anhand meiner Haare erkannt wurde, trug ich stets eine Kapuze. Später würde ich mir die Haare färben, ganz wie es Kleinfinger vorgeschlagen hatte. Das Leben auf der Flucht hatte ich mir immer weniger luxuriös ausgemalt, doch lebten wir in den schönsten Häusern die ich mir vorstellen konnte, und ich war zugegebenermaßen doch froh darüber. Es war besser als wenn ich im letzten Dreckloch hätte wohnen sollen. War zwar fies gegenüber denen, die wirklich so leben mussten, doch war ich immer noch Sansa Stark von Winterfell.
Das Leid das in den Städten herrschte war wirklich schlimm, doch konnte ich nichts dagegen tun. Es gab viele Sklaven
Sie reisten und reisten und meist wusste ich gar nicht so wirklich wo ich war. Einfach irgendwo und es besser als in Königsmund und wahrscheinlich auf besser für mich als in Winterfell. Aktuell saß ich in Kleinfingers Kutsche und blickte aus dem Fenster.
"Nein, ich möchte euch nicht in eurer Gütigkeit ausnutzen. Die Kleider sind natürlich wunderschön, doch könnte ich von Euch niemals mehr verlangen! Ich verdanke euch wahrscheinlich mein Leben." Ich blickte ernst, wie schon zu oft. Schon lange hatte ich nicht mehr wirklich gelächelt. "Die Karstarks ... Nunja, sie stammen praktisch von meiner Familie ab, doch finde ich es nicht gut, dass sie so stark mit den Bolton verkehren."
Fing ich an und drückte mich so neutral und sachlich aus, wie es mir im Augenblick gelang.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do Feb 18, 2016 9:46 pm

Ein durchdringender Blick traf sie und sein Gesicht wurde ernster und nachdenklicher auf ihre Worte hin. Der Wagen klapperte derweil über einen Feldweg der bereits mehrere Schlaglöcher und herausstehen Felsen barg. Der Schnee begann langsam zu rieseln, doch in dem bedachtem Wagen war es noch relativ warm, obwohl bereits Handschuhe zu ihren Kleidern passend hinzugefügt wurden.

"Für dich ist mir nichts zu teuer." Seine Stimme klang dabei so ehrlich und süss und man glaubte fast, das er mal wirklich aufrichtig war, nun da sie beide mal wieder alleine waren. Er zeigte ihr diese Seite öfter.

"Seit euer Bruder Robb den ehemaligen Anführer der Familie enthauptete waren die Gemüter über ihre Loyalität etwas gespalten... Wir müssen uns geschickt verhalten um uns ihre Gunst zu sichern. Ich habe keine Armee um euch zu schützen. Doch wie ich unsere guten Nord-Lords kenne, werden sie fast alle nach deiner Vermählung drängen." er pausierte kurz und sah sie lange an.

"Alles wäre viel leichter wenn du eins ihrer Angebote annimmst. Doch ich möchte deine Gesellschaft nichtmehr missen müssen." Lieblich erklang seine Stimme leiser und wohltuend in ihren Ohren während er mit seiner Hand die ihre berührte und sie leicht drückte.

" Zum Glück bin ich ein weltbewandter Mann und kenne viele Menschen in diesen Königreichen wie auch in anderen." sagte er ein wenig verschwörerisch und mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Vielleicht hatte er ja doch einen Plan?. Vielleicht musste sie ihn einfach mal ausfragen, falls sie mehr erfahren wollte. Sie war doch ein neugieriges Mädchen oder?.. nur so würde sie wachsen und lernen... sie beobachtete bereits die Welt mit anderen Augen wie noch vor kurzem. Sie genoss den Luxus und erkannte Kleinfingers Talent für Manipulation und Lüge, doch genauso für Freundschaft. Wenn sie ihm dienlich war.

Kleinfinger machte kein Hehl daraus was er war und was er machte. Er war eben keiner der normalen Lords. Er wurde von einem dieser normalen Lords einmal fast getötet. Er verstand sich darauf vielmehr den Leuten zu geben ...was sie verlangten und sie zufriedenzustellen. Er schmierte Diebe um an Informationen zu gelangen, er bevorzugte Händler die ihm ein breites Netzwerk und Überblick über die aktuellen Märkte verschafften, er sprach mit gespaltener Zunge wie eine Schlange und doch sah man nie jemand wirklich böse auf ihn sein. Diese Eindrücke sollte Sansa durchaus gewonnen haben in der Zeit mit Kleinfinger und bei der Beobachtung seiner Person. Bis vor diesem Fiasko, hatten sie ja nicht wirklich viel Zeit miteinander verbracht und erst jetzt lernte sie ihn richtig kennen. Was deutlich auffiel war, dass er scheinbar keine Geheimnisse vor ihr verbarg und seine Karten offen spielte, wenn sie alleine waren.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mi Feb 24, 2016 8:50 pm

Ich wusste was er für opfer gebracht hatte, um sie zu beschützen. Wenn man erfuhr, dass Lord Baelish Sansa Stark bei der Flucht geholfen hatte, dann würde man ihn ausfindig machen. Denn immerhin war ich vor der Königfamilie geflohen. Das würde man nicht so einfach hinnehmen. Darum war ich ihm zugegebenermaßen auch sehr dankbar, soviel war sicher. Das er sagte, dass ihm für mich nichts zu teuer war, lief meinen Gesichtsausdruck weniger ernst werden. Ihm konnte ich vertrauen. "Das ist wirklich sehr großzügig von Ihnen.", meinte ich blickte ihn. "Wenn ich Euch das jemals irgendwie Danken kann... " Jemals? Wie konnte ich ihm den danken? Was hatte ich denn noch zu bieten? Gar nichts mehr. Keinen Titel, kein Geld, keine Macht oder Ländereien. Also nichts.
Er sprach von Robb. Ein Thema mit dem ich definitiv noch nicht abgeschlossen hatte. "Nun, ich bin mir sicher dass jeder Mensch nicht sonderlich gut auf die Familie des Mörders meines Oberhauptes zu sprechen wäre. Doch bin ich nicht mein Bruder, also sollten sie mir zumindest zuhören, bevor sie sich ein Urteil erlauben, meint ihr nicht?" Ich war mich zwar selbst nicht sicher, doch würde es schon klappen.
"Ich muss zugeben, das ich mir meine Fluch unangenehmer ausgemalt hatte, doch mit Euch ist es sehr gut und gesittet und auf jeden Fall anders als in meiner Vorstellung. Ihr könntet doch eine Weile bleiben, sollte das der Plan klappen.", schlug ich vor und wartete auf seine Antwort. Bestimmt war Petry ein viel Beschäftiger Mann und nicht einfach einfach mal Urlaub im Norden machen. Doch Anbieten konnte man es ihm sehr wohl.
"Wie ich sehe hat es viele Vorteile wenn man Welterwandert ist.", stellte ich fest. Wahrscheinlich war er das genaue Gegenteil von mir. Ich selbst hatte mein Zuhause nie so gerne verlassen, und wenn dann auch nur zusammen mit meiner gesammten Familie zu einer unsere Verbündeten. Nie hatte ich unter freiem Himmelschlafen müssen, oder hatte tage lang auf einem Pferd reiten müssen.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr Feb 26, 2016 12:54 pm

Wenn der oder die Falschen davon erfuhren, wäre sein Schicksal in der Schwebe. Daher wollte er vorerst auf nummer sicher gehen. Was sagte sie da? Wenn sie ihm jemals danken konnte. Er war versucht kurzzeitig in ihren Augen zu versinken, während er vollkommen stillhielt und sie nur ansah, bevor er leicht triumphierend doch verstohlen schmunzelte.

"Bitte, nenn mich Petyr" gab er als erste Antwort sehr charmant von sich fast mit einem süssen honigähnlichem Säuseln.

"Nein...wir können nicht mit der guten Intentionen der Nordmänner rechnen. Sie würden nur die junge, sehr anziehende Frau sehen mit diesem hübschen Namen Stark. Egal wie sehr sie Freunde eurer Familie waren. Deine Sicherheit ist mir sehr wichtig, verstehe mich nicht falsch Sansa. Dein Vater und ich waren nie die besten Freunde und sein Bruder hat mich einmal fast getötet. Sie hätten dich mit Schwertern und Armeen bestimmt vor allem Schaden verteidigt. Ich kann dir einen anderen Weg zeigen. Der Weg der dein Überleben sichern könnte, wenn du gewillt bist selbst deinen Schutz in die Hand zu nehmen und nicht nur das. Wenn du eines Tages deine Mutter deinen Vater und deine Brüder rächen willst, musst du entweder stärker oder klüger als deine mutmasslichen Feinde agieren. Ich will dir beibringen deine Waffen zu nutzen. Eine Frau kämpft nicht mit dem Schwert. Sie kämpft mit ihrem Verstand und spielt ihre Figuren gegeneinander aus um das zu bekommen was sie möchte. Töte das Kind in dir Sansa. Töte es um die Frau hervorzubringen.

"Ich habe ein kleines Spiel vorbereitet. Bei dem wir ein Mädchen erfinden, dass du ab sofort spielen wirst, sobald wir in der Öffentlichkeit sind. Dir sind solche Rollenspiele doch sicherlich bekannt oder?... Nur diesmal wird es ernst, meine liebe Sansa. Niemand darf erfahren wer du wirklich bist. Ich werde zuerst eine Tatsache für dein Charakter ansagen und du fügst eine weitere hinzu. Falls dich etwas stört oder du nicht glaubst , dies darstellen zu können, sagst du es mir und wir finden eine andere Möglichkeit. Bis wir Sansa Stark in eine andere Person verwandelt haben....Nur für eine Zeit natürlich."

"Ich fang an, du bist die Tochter von einem grossen Weinhändler aus Pentos"
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr Feb 17, 2017 2:54 am

Cf: Weisswasserhafen/ Die Stadttore

Schnell trugen sie ihre Pferde, schneller als erwartet und sie erreichten bald darauf die Wildnis des Nordens und liessen den fischigen und modrigen Geruch von Weisswasserhafen hinter sich. Dafür schneite es unentwegt und der kalte Gegenwind zwang , Petyr zumindest, sein Untergewand über die Nase zu ziehen um dort hindurch zu atmen während er von einem dickem Fell umkuschelt und warmgehalten wurde. Sansa hatte natürlich einen ähnlichen Mantel aber vielleicht froh ihr nicht so schnell was ab wie ihm. Schliesslich war das ihr Heimatwind und doch lag was unheilvolles in der Luft. Eine Stille, die selten in den Wäldern herrschte, alle lauten Tiere schienen fort und zurück blieben nur einige wenige, leise und listige. Die trotzallem nicht ihre Spuren im Schnee verwischten und so einblick boten in manch eine Geschichte. Petyr aber verstand nix von Fährtenlesen und war schnell langweilig, dann wurde er neugierig und riskierte es eine Konversation zu beginnen , während sein Arsch vom reiten immer mehr wund wurde. Tja.. das schöne Leben in der Hauptstadt hat ihn ein wenig verweichlicht. Trotzdem jammerte er nicht rum. "Nun sagtmal Roya, wart ihr schon oft im Norden unterwegs? . Vielleicht kam dabei ja eine interessante Geschichte rum, die ihnen die Zeit und die Kälte ein wenig bis zum nächsten Rasthaus aus den Knochen trieb. Er sehnte sich bereits nach einem knisterndem Kaminfeuer und einer Tasse Tee.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do März 02, 2017 7:19 pm

cf: Weißwasserhafen/Die Stadttore

Sie waren schon eine Weile unterwegs. Der Wind peitschte ihnen so mancher Mal um die Ohren und hätte Roya nicht ihre Kapuze auf, so wären ihre Haare wohl schon durchweicht von dem nassen Kalt. Zudem hatte sie ihren Mundschutz hochgezogen, der nun Nase und Mund verdeckte und vor der Sprödigkeit schützte, die so gern die Lippen angriff. Die junge Bastardtochter hatte kein Problem mit der herrschenden Stille, denn immerhin war es ihr Beruf diese aufrecht zu erhalten. Doch sicherlich würde sogleich jemand von ihren Begleitern anfangen zu reden. Denn was waren Lord und Lady schließlich ohne ihr Geplapper? Und ihre ständigen Fragen.Kaum hatte sie zu Ende gedacht, da stellte Lord Baelish eine solcher Fragen und innerlich seufzte Roya. Den starken Trott ihrer Stute aussitzend, sah sie zu ihm herüber, wenn auch nur aus dem Augenwinkel, soweit das mit der Kapuze eben ging, bevor ihr Blick wieder auf den Weg vor ihnen glitt.
"Nein, es ist nicht das erste Mal, dass ich im Norden bin, Lord Baelish. Es kommt häufiger vor, dass es mich hierhin verschlägt, als man vielleicht denken mag.", erwiderte sie genauso kühl, wie es ihre Umgebung war. Ihre Stute schnaubte just in diesem Moment und für einen Augenblick schien es, dass das Tier über ihre Antwort belustigt war. Doch auch wenn Roya ihrem Pferd viel zutraute, dann nicht, dass es sie derart gut verstand.

tbc: Kleines Gasthaus


Zuletzt von Roya Strom am Mi Apr 12, 2017 11:27 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo März 06, 2017 9:27 pm

cf. Weißwasserhafen - Stadttore

Sobald sie Weißwasserhafen hinter sich liesen erstreckte sich eine unendliche Weite vor ihnen. Der Norden war groß, größer als jeder andere Teil der sieben Königslande, und dünn besiedelt. Und so wunderschön, ging es der Stark durch den Kopf als sie den Schnee vor sich betrachtete. Ihre gesamte Umgebung wurde von einer weißen, wenngleich dünnen Schneeschicht bedeckt. Nichts ungewöhnliches – der Nachsommerschnee. Ihr Blick wanderte kurz zu Petyr und ein Schmunzeln legte sich auf ihre vollen Lippen. Der Schwarzhaarige schien dem Wetter nicht gewachsen zu sein. Sein Kopf steckte bis zur Nase im Gewand und trotzdem versuchte er ein Gespräch zu beginnen. Auch wenn die Dunkelhaarige versuchte ihm zuzuhören bekam sie den Inhalt seiner Worte nur wage mit, ihre Gedanken waren bereits wo anders und ihre Augen suchten ihre Umgebung ab. Es war befreiend wieder wieder die Kälte zu spüren, es war wie nach Hause kommen. Sie hatte nicht gewusst wie sehr sie es vermisst hatte, zu mindestens bis zu diesem Zeitpunkt. Am liebsten hätte sie ihre Stute angetrieben, zu einem dieser Rennen die ihre Geschwister immer so gerne veranstaltet hatten. Zwar war sie keine zweite Arya auf dem Pferd und weder so gut wie Robb, oder Jon es je gewesen waren, aber mittlerweile hätte sie Bran und sein Pony geschlagen. Royas Antwort viel weniger begeistert und mehr gezwungen aus.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa März 11, 2017 2:29 am

Wie unbarmherzig und kalt diese Gegend war stach Petyr mehr ins Auge als dessen Schönheit. Kein Wunder das keine Südländer jemals geschafft haben den Norden wirklich zu überlaufen. Selbst Targaryens brauchten ihre Drachen dazu. "Habt ihr auf diesen Reisen keine Geschichten gehört , die uns die Zeit ein wenig vertreiben könnte? ich hab gehört im Norden gibt es davon viele, von unglaublichen Wesen und allerhand Sachen." Baelish war ein Ungläubiger Südling was Wanderer und dergleichen anging. Selbst ein Schattenwolf stellte für ihn ein Fabelwesen dar. Wie dem auch sei, blieb ihr Weg eher mühsam und doch sehr ruhig. Sie begegneten lange keiner anderen Menschensseele was aber nur vorteilhaft sein konnte. Aber auch äusserst langweilig. Mit einer guten Geschichte, hielt man bestimmt alle Augen wachsam und jedes kleine  Astknacken unter den Hufen wurde  zu einem Erlebnis. Nicht das Baelish darauf scharf wäre , er wollte nur ein wenig die Zeit etwas  angenehmer vorbeischreiten lassen während sie  Huf für Huf einer kleinen Taverne entgegenritten als sie bereits meherere Stunden geritten waren. Es gab noch eine auf dem Weg den sie nahmen , doch um dort hin zu gelangen müssten sie ein Stück weit in der Nacht reiten. Wenn sie zuerst rasteten, konnten sie am nächsten Tag die nächste Taverne überspringen und in einem Zug die schwierigste Wegstrecke hinter sich bringen die noch vor ihnen lag. Ein leichter Seitenblick fiel Sansa zu, sie kannte bestimmt mehrere Geschichten. Doch ob es so klug war diese auszuplaudern? Naja alte Frauen die den Kindern Schauergeschichten erzählten gab es ja nicht nur in hohen Häusern des Nordens. Von daher, sollte er dahingehend eigentlich keine Bedenken haben. Er merkte ihrem etwas verlorenem Blick an das ihre Gedanken weit weg reichten und ihre Finger die ledernen Pferdeschlaufen fest umschlungen. Sie wusste bestimmt das das keine gute Idee war abzuhauen. Doch sein Blick hing lange auf ihr. "Alayne, magst du uns vielleicht nicht eine Geschichte erzählen?". Vielleicht erzählten ja beide etwas, wer weiss. Dann wäre der Weg bestimmt in einem katzensprung geschafft.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mi März 22, 2017 12:06 pm

Je weiter sie sich von den Siedlungen entfernten desto kühler wurde es, neben einigen Wäldern lag nur die unendliche Weite vor ihnen, schneebedeckt, kalt, unbarmherzig und so vertraut. Sie hatten bereits mehrere Stunden hinter sich gebracht und doch waren sie keiner einzigen Person begegnet. Einerseits liebte Sansa diesen Ausflug, die frische Luft und den fallenden Schnee, doch auch sie sehnte sich nach einem weichen Bett, vielleicht auch einem warmen Bad. Ein Blick auf Petyr verriet ihr dass es nicht nur ihr so ging, auch er schien ermüdet und durchfroren. Sein rationales Hirn nahm sicherlich nicht einmal die Schönheit war, welche ihn umgab. Der Norden war einmalig, doch Südländer würden dies nie verstehen. Sie selbst hatte den Wert ihrer Heimat erst bemerkt als es bereits zu spät war. Sie schreckte leicht aus ihren Gedanken als Petyr sie direkt ansprach. Verwirrt drehte sie sich in seine Richtung, lächelte jedoch auch sogleich. „Aber sicher Vater“, nickte sie zustimmend. „Es gibt viele Legenden um den Norden und die Anderen. Nördlich der Mauer soll es Weiße Wanderer geben“, erzählte sie ihren Begleitern. „Sie erschienen das erste mal vor 8000 Jahren vor Aegons Eroberung. Der Winter dauerte mehrere Jahrzehnte und Kinder wurden in die Dunkelheit hinein geboren und starben in dieser. Die Lange Nacht bereitete sich aus und die völlige Finsternis erhielt Einzug. Die Sonne zeigte sich Jahrelang nicht und Tausende verhungerten, da alle Felder unter meterhohem Schnee begraben waren. Die Anderen erscheinen in der Nacht, ihre Haut war milchig weiß, sie waren groß und hager und ihre Augen leuchteten in der Dunkelheit – eisblau. Die Klingen ihrer Schwerter schimmerten im Mondlicht und man hörte nur das schwere Klirren ihrer Rüstungen wenn sie sich bewegten. Keiner wusste woher die Wanderer kamen, doch sie streiften durch die Wälder und töteten jeden auf ihrem Weg. Und doch starb niemand, da jeder Tote wiederkehrte und sich den Untoten reihen anschloss.“ Sie weiß noch wie ihr kleiner Bruder sich für solche Schauergeschichten begeistern konnte und ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. „Die Ersten Menschen schlugen sich tapfer und verbündeten sich mit den Kindern des Waldes, doch schien einen Wanderer nichts töten zu können und so wurden die Lebenden immer weiter gen Süden gedrängt. Als ihre Schwäche entdeckt wurde stellten sich die ersten Männer der Nachtwache den Wanderern, angeführt von dem Prinzen der verhießen wurde. Das war das Zeitalter der Helden und der Prinz war der Letzte Held. In der Nacht, die endete ritten die Männer in den Kampf und schlugen die Weißen Wanderer zurück. Um sich vor weiteren Invasionen zu schützen errichtete Brandon Stark, der Erbauer, die Mauer aus massivem Eis und Magie. Seither wurden die Wanderer nie wieder gesehen, doch es heißt sie streifen jenseits der Mauer durch die Wälder.“

tbc: Kleines Gasthaus in Mitten des Nordens


Zuletzt von Sansa Stark am Mo März 27, 2017 1:04 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa März 25, 2017 11:58 am

Roya schien nicht so die  Erzählerfreude in Person zu sein, da kam ihm wirklich gelegen das Alayne, auch bekannt als Sansa, einsprang. So lauschte er ihr in aller Ruhe während ihr Weg immer mehr an ihnen vorbeizog und mehr die wilde Seite des Nordens preisgab. Wenn Petyr sich überlegte, wie die Wanderer über die Ebenen stampften oder stampfen würden, wären die Starks nicht. Ein Schauer glitt ihm über den Rücken, doch Petyr  war kein Nordmensch und nicht mit solchen Geschichten verwachsen.  " Du hast ein Talent im Geschichten erzählen meine  Liebste. Ich sollte mal lieber nachfragen was man heutzutage den Kindern in der Welt für Schauermärchen erzählt. Die alten Nannies scheinen da wirklich keine Rücksicht zu nehmen, besonders solche die aus dem Norden kommen. " Er versuchte  davon abzulenken, das sie eine klassische Stark geschichte mit einbrachte. Obwohl von Brandon, dem Erbauer, jeder halbwegs gebildete Mensch mindestens schon einmal gehört hat. Leider waren die meisten Leute nicht unbedingt die gebildetsten. "Und... glaubst du an die Anderen ?" fragte er seine vermeindliche Tochter und sah gleich darauf zu Roya, die aber  über das Thema nicht sprach und allgemein  sich in Stille hüllte. Stets wachsam auf ihre unmittelbare Umgebung. Vor allem wenn sie freie Flächen überqueren mussten in denen wenige Bäume schutz boten. Wie die Antworten auch ausfielen , brachten sie damit etwas Zeit rum und bevor die Sonne hinter den dichten Wolken ihren ganz leichten Glanz zu verlieren drohte um die eisige Kälte der Nacht hereinzulassen, sahen sie in greifbarer Entfernung eine kleine Taverne.

tbc. Kleine Taverne im Mitten des Nordens
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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo Jul 03, 2017 10:57 pm

cf: Kahle Schanze, Innenhof

Tagelang hatten die Nordmänner die Spuren ihrer Widersacher verfolgt und immer wieder hatte Gorjon sie wie wahnsinnig angetrieben. Trotzdem war von der Lady und den Soldaten nie etwas zu sehen gewesen, denn sie mussten wohl ein ähnliches Tempo gehabt haben. Dies war sehr frustrierend bei der anstrengenden Hatz, sodass die Moral der Verfolger schnell nachließ und Gorjons Bruder sich sogar mit einem Teil des Gefolges zurückziehen musste, bevor es noch zur Meuterei kommen konnte. Denn nach der langen Zeit fern der Heimat waren Viele absolut nicht gewillt wegen der widerspenstigen Lady schon wieder weg von den Lieben zu müssen.
Gorjon hingegen blieb hartnäckig, fast schon besessen. Sie näherten sich der Seewind-Wacht und waren längst in fremden Ländereien, als Wurzi wie wild zu bellen begann. Der Hund lotste den Nordmann auf eine neue Fährte, weg von der Festung des Hauses Wells, was Viele verunsicherte. Gorjon aber vertraute dem Hund sollte sich bestätigt sehen als vor ihnen eine rothaarige Reiterin auftauchte. Ungläubig rieb er sich die Augen, offenbar war sie auf dem Weg in Richtung Schanze und damit weg von der Seewind-Wacht. "Kalya!", durchschnitt seine laute Stimme die Stille sofort und er eilte auf sie zu.
"Kalya!", rief er dabei schon wieder und Wurzi sprang ganz aufgeregt um ihn herum, bellte dabei freudig. Damit bestand für Gorjon kein Zweifel mehr, die gesuchte Lady war vor ihnen, auch sein Gefolge sah es wohl so. "Wehe einer von euch rührt sie an!", bellte er sofort hochaggressiv und sah dann die Lady an. "Was... was machst du hier? Du solltest in den Mauern deiner Heimat sein... sie... haben dich mitgenommen... oder nicht?", sprach er sie an, erleichtert aber auch misstrauisch. Langsam nahm er ihr Medaillon hervor und hielt es ihr hin. "Das hättest du nicht einfach so aufgegeben... hier..."
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Kalya Rikke

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo Jul 03, 2017 11:07 pm

Ich wusste nicht, wie lang ich ritt, denn je länger der Zustand der nur sehr kurzen Schlafphasen anhielt, desto schwerer fiel es mir, die Augen offen und den Geist fokussiert zu halten. Daher musste ich schließlich auch anhalten, da ich fast vom Rücken des Hengstes gefallen wäre, wäre ich weiter geritten. Doch bevor ich absteigen konnte, wurde hinter mir ein Bellen und Rufen laut, begleitet vom dumpfen Dröhnen vieler Hufe. Aber ich war zu müde, um mich darum zu kümmern, weshalb ich mein Pferd einfach an den Rand der Straße lenkte.
Als schließlich jedoch Wurzi um in Sichtweite kam und ich Gorjons Stimme hörte, hob ich doch wieder den Blick und sah den bärtigen Nordmann an Falls du vorhast, mich jetzt anzuschreien, solltest du dir das sparen, bis ich es entsprechend würdigen und zurückschreien kann... warnte ich ihn sofort vor und gähnte hinter vorgehaltener Hand herzhaft.
Ich wusste nicht, was ich jetzt fühlen sollte. Einerseits war da Erleichterung, weil sie anscheinend nicht die Seewind-Wacht gestürmt hatten. Andererseits auch eine gewisse Melancholie, da ich jetzt wohl wieder eine Gefangene war. Sie haben mich mitgenommen, nachdem ich ihnen ausdrücklich gesagt hatte, dass ich nicht mitgehen wollte. Also haben sie mich eben so hergebracht. Und jetzt wollte ich zurück, damit du keinen Grund hast, meine Heimat anzugreifen... ich seufzte tief und fuhr mir durchs Gesicht, bevor ich das Medaillon entgegennahm Ich hatte gehofft, du würdest es verstehen... Ich wollte wirklich nicht gehen, schließlich habe ich es deiner Mutter versprochen... es war kein Fluchtversuch meinerseits... murmelte ich leise

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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo Jul 03, 2017 11:30 pm

Wurzi sprang schon aufgeregt um Kalya und ihr Pferd herum, als Gorjon eintraf um sie in Augenschein nehmen zu können. In seinem Gesicht war kein Zorn mehr zu erkennen und er sah sie mit großen Augen an während sie sprach. Offenbar war ihre Müdigkeit größer als jedwede Angst oder Sorge. "Ich werde dich nicht anschreien!", versicherte er sofort und damit überlaut, so wie es eben seine Art war. Er legte nur den Kopf schief, irritiert von dem Verhalten der Rothaarigen, aber auch durchaus froh darüber.
Ihre Erklärungen verwunderten ihn immer mehr, gelegentlich nickte Gorjon aber die meiste Zeit schwieg er einfach und hörte gespannt zu. "Ich... also... ich hätte doch nicht deine Heimat angegriffen...", murmelte er am Ende verwirrt und musste kurz überlegen ob es wohl stimmte. Grunzend und nun doch ein wenig wütend weil sie ihn so verwirrte verschränkte er die Arme. "Aber dein Vater muss sich beugen!", fand er sofort wieder, auch wenn es gerade absolut unpassend war. Viel wichtiger war ja doch, dass Kalya nicht hatte fliehen wollen.
"Meine Mutter war regelrecht entsetzt, eben weil du es ja versprochen hattest. Es... wird sie freuen zu hören das du doch ehrlich zu ihr warst.", brummte er nur und musste dann überlegen.
"Du... warst dabei freiwillig und wissend deine Freiheit aufzugeben um deine Familie zu schützen?", fragte er nach und seufzte schwer, sah dann in ihre Augen und kam einfach ungefragt zu ihr, um sie kurz zu umarmen. "Ich weiß nicht wie ich es sagen soll... aber... ich werde dich nicht wieder gefangen nehmen. Ganz bestimmt nicht. Wenn du mitkommen willst... dann wirklich nur als Gast, ohne Verpflichtung.", brummte er dann ein Angebot, von dem er selbst kaum wusste woher es kam. "Und was den Frieden angeht... finden wir eine andere Lösung als dich von deiner Familie fernzuhalten. Du liebst sie ja offenbar so sehr... so wie ich meine Familie liebe. Und... daher... bist du frei. Du bist frei und kannst gehen wohin du willst."
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 10:29 am

Ich verzog das Gesicht bei seiner Lautstärke und hielt ihm dann einfach den Mund zu. Es wäre sehr viel glaubhafter, wenn du dein Versprechen, nicht zu schreien, nicht schreien würdest... murmelte ich und ließ ihn dann los Und wenn du jetzt schon wieder davon anfängst, ändere ich meine Meinung vermutlich nochmal. Mein Vater steht treu zu denen die gut zu uns waren. Du magst ja denken, dass die Boltons die besseren Herrscher über den Norden sind, aber die Starks haben nie einfach so ohne Grund irgendwelche Leute gehäutet und gekreuzigt! Ich hatte diese Worte scharf sagen wollen, mit Verachtung in der Stimme, doch ich war einfach zu müde dazu. Daher kamen sie nur sehr leise und irgendwie resigniert aus meinem Mund.
Ich stehe zu meinen Versprechen... daher ja, ich war gerade freiwillig dabei, meine Freiheit aufzugeben, um meine Familie und den Frieden zu schützen... Ich bin kein großer Freund von Gewalt und Krieg... und wenn das hier die einzige Möglichkeit ist, diese Sache friedlich zu lösen... dann muss es so sein...
Lange sah ich ihn an, während er sprach, doch seine Worte schienen nicht wirklich in meinem Kopf anzukommen, zumindest verstand ich nicht so recht, was er sagen wollte. Erst bei seinem letzten Satz machte es Klick und ich blinzelte verwirrt Du... du lässt mich gehen?! fragte ich ziemlich verdattert nach und sah ihn an Aber warum?! Selbst ich hörte die leichte Verzweiflung in meiner Stimme, als wollte ich nicht wieder frei sein. Und irgendwie wollte ich es auch wirklich nicht. Zum einen würde das bedeuten, dass mein Vater mit Waffengewalt zum Treueschwur gezwungen werden würde, zum anderen würde ich so weder Mirjia noch Sieglinde oder Lady Olla wieder sehen. Und Gorjon auch nicht. Bei dieser Aussicht zog sich mein Herz zusammen und ich senkte den Kopf Aber wenn das wirklich dein Ernst ist... sollte ich dorthin wo mein Platz ist und meine Aufgaben sind...

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Gorjon Rikke

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 5:25 pm

Als ihm der Mund zugehalten wurde wollte Gorjon protestieren, doch stattdessen kam nur ein gedämpftes Genuschel heraus, zumal er darauf verzichtete sich gegen Kalyas Hand zu wehren. "Ich hab doch nur normal gesprochen.", empörte er sich also hinterher, denn aus seiner Sicht war es tatsächlich kein Geschrei gewesen. Das es aber viel wichtigere Dinge zu besprechen galt war auch klar, sodass er es dabei beließ und nicht weiter meckerte.
Ihre müden Worte schafften es jedenfalls in keiner Weise Gorjon zu beeindrucken. Mit etwas mehr Inbrunst hätte Kalya viel erreichen können, aber so winkte der Nordmann einfach unbeeindruckt ab. "Das tun die Boltons auch nicht, sie haben sehr wohl ihre Gründe. Sie bestrafen Verbrecher härter und nach den alten Sitten des Nordens und das finde ich gut und gerecht so.", hatte es aber immerhin zur Folge das auch Gorjon sachlicher blieb und nicht direkt wieder lospolterte oder eine Hasstirade auf die Starks losließ, auch wenn seine Stimme erneut lauter geworden war und ihm die gewisse Schärfe im Tonfall sicherlich nicht gefehlt hatte.
"Wir finden eine andere Lösung.", erklärte er nur kurz, als sie ihm mitteilte warum sie bereit war ihre Freiheit aufzugeben, denn was folgte war nun viel aufregender. Das es Kalya verwirrte wunderte ihn nicht, er selbst war auch ein wenig überfordert damit, aber er nickte dennoch entschlossen. "Ja... ja, ich lasse dich gehen.", bestätigte er ihr und seufzte dann. "Weil... ach... ich weiß es selbst nicht. Ich schätze ich bin den Krieg leid... wenn ich dich gefangen halten muss, dann ist das doch ein Scheißfrieden. Deine Leute werden wieder kommen um dich zu holen, sofern ich dich nicht innerhalb der Mauern einschließe und... überhaupt... sollte eine Lady wie du einfach frei sein.", sprach er einfach wirr seine Gedanken aus und sah sie dann an.
"Du kannst gehen wohin du willst. Aber wie gesagt... du bist auch als Gast auf die kahle Schanze eingeladen... also... wenn du möchtest... ist ja eine Einladung...", schmeckte es ihm überhaupt nicht das sie schon wieder vom Platz mit ihren Aufgaben sprach, denn damit sah er Seewind-Wacht angesprochen. "Oder... du lädst mich ein. Dann können wir über den Frieden sprechen. Denn es ist immer noch meine Pflicht deinen Vater umzustimmen, auch wenn du es nicht hören willst. Und Roose Bolton ist der rechtmäßige Wächter des Nordens, ihr... ich will nicht... deinem Vater auf dem Schlachtfeld das erste Mal begegnen müssen..."
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Kalya Rikke

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 5:41 pm

Ich sah ihn an und schüttelte den Kopf Ich habe keine Lust, mit dir darüber zu diskutieren, ob die Boltons gut oder schlecht sind. Du hast deine Meinung und ich meine, daher werden wir wohl nicht zu einem Einverständnis kommen... brummte ich leise und schloss die Augen.
Ich werde dich sicher nicht auf die Seewind-Wacht einladen, nicht mit dem ganzen Haufen Nordmänner im Gepäck und nicht, bevor du auch nur den Ansatz von Manieren gelernt hast... brummte ich dann und schüttelte den Kopf Und wie ich schon tausend Mal gesagt hab: Mein Vater wird sich nicht umstimmen lassen, egal was du sagst oder tust. Weder du noch dein Schwert. Ich schüttelte den Kopf und stieg wieder in den Sattel Und wie gesagt: Du hast deine Aufgaben, ich meine. Also erledige deine, ohne mich zu belästigen... Wenn die Götter wollen, kreuzen sich unsere Wege wieder... ansonsten... Leb wohl, Gorjon Rikke, Bestientöter... und Danke für alles... Ich beugte mich zu ihm hinunter und küsste ihn kurz auf die Wange, ritt dann langsam weiter.
Es fühlte sich an, als würde ich mein Herz zurücklassen, doch ich wusste, dass es so wohl besser wäre. Es war nicht richtig, was ich fühlte, und ich musste so schnell wie möglich dafür sorgen, dass sie verschwanden. Und wie würde das wohl besser gehen als durch dauerhafte Trennung? Den Kopf gesenkt und die Schultern hochgezogen seufzte ich leise und ritt daher langsam weiter, direkt Eilig hatte ich es wirklich nicht.

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 5:54 pm

"Es geht doch nicht um ein Einverständnis!", brummte Gorjon noch und winkte dann frustriert ab. Er wollte über ganz andere Dinge reden, aber Alles was Kalya zu sagen hatte tat entweder weh oder verwirrte ihn. "Dann schick ich den Haufen halt nach Hause.", versuchte er zwar irgendwie dagegen zu halten, aber es wollte nicht mehr mit richtiger Überzeugung heraus kommen. "Und ich habe tausendmal gesagt das euer Haus damit dem Untergang geweiht ist. Das kannst du doch unmöglich wollen.", war er jedoch in einem Punkt sofort wieder feurig und voll von seiner eigentlichen, stur-brummigem Selbstsicherheit.
Als sie sich verabschiedete sah er sie nur mit großen Augen an, er konnte einfach nur langsam eine Hand auf seine Wange legen während sie sich allmählich entfernte. Wurzi bellte einmal laut und sogleich schüttelte sich der Nordmann, stapfte ihr dann entschlossen hinterher und hielt sie auf. "So schnell bin ich nicht mit dir fertig, Lady Kalya Wells.", fand er kopfschüttelnd, als er ihr den Weg verstellte. "Nein, die Götter lieben nur die Tüchtigen, sie werden unsere Wege nicht einfach kreuzen lassen. Daher musst du mir jetzt doch noch ein wenig Zeit schenken, denn...", begann er sofort wieder laut zu reden, doch er wurde rüde unterbrochen.
"Die Pfoten weg von unserer Lady!", hörte er einen Ruf und dann sah er auch schon ihr Gefolge heran eilen, offenbar hatte man sich kaum das die Nachricht gefunden worden war doch auf einen Versuch eingelassen sie rechtzeitig zurückzuholen. Zahlreiche bewaffnete Männer, teils zu Pferden kamen also über die Straße geeilt, während Gorjons Gefolge wiederum zu ihm eilte. Der Nordmann selbst stellte sich schützend zwischen Kalya und ihre Leute. "Fort mit euch Bastarden! Nochmal nehmt ihr sie nicht einfach mit!", brüllte er wütend und mit gezogenem Schwerte, während neben ihm seine Männer eintrafen und ein Schildwall gebildet wurde. Die Verfolger jedenfalls mussten ihr Tempo drosseln, da die Lady quasi abgeschnitten war, sie waren jedoch kampfbereit und ebenfalls schwer bewaffnet. Zahlenmäßig waren sie den Rikkes auch überlegen, schließlich führte Gorjon ja nur noch einen kleinen Teil der ursprünglichen Truppe an. Dennoch schimpfte er lautstark und keinesfalls verängstigt, auch wenn Niemand den ersten Schritt machen wollte. Die Kämpfer waren bereit und vielleicht reichte schon ein Niesen, um es zum Kampf kommen zu lassen, so angespannt und drohend sah man einander in die Augen.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 6:20 pm

Ich sah ihn an und schüttelte den Kopf Du hast mir auch mal gedroht, mich zu ficken und in den nächsten Graben zu werfen, wenn mein Vater nicht nachgibt. Hast du auch nicht getan. Also überleg dir lieber zweimal, womit du drohst... erwiderte ich und schüttelte erneut den Kopf. Seine Drohungen und seine Uneinsichtigkeit frustrierten mich mehr, als ich zugeben wollte.
Als ich mich schließlich entfernte, wünschte ich mir insgeheim, dass er mich aufhielt, doch als er es tatsächlich tat, war ich nicht wirklich so begeistert wie erwartet. Stattdessen blickte ich ihn leicht genervt an Ich muss überhaupt nichts! knurrte ich leise Du hast es mir freigestellt zu gehen, also lass mich jetzt auch gehen! Fuhr ich fort und verengte leicht die Augen Oder war das vorhin auch nur so dahin geredet? Meine Stimme wurde einen Moment scharf und meine Augen verdunkelten sich kurz.
Doch bevor ich weiterhin schimpfen konnte, kamen die Soldaten meines Vaters auf uns zu und alles, was ich noch sah, war der Rücken des Bestientöters.
Ich wusste, dass ich Angst haben sollte, oder zumindest beunruhigt sein sollte, doch da war nichts in diese Richtung in meinem Herzen. Da war nur Wut. Und genau diese Wut brachte mich auch dazu, an Gorjon vorbei auf den Anführer der Männer meines Vaters zuzugehen und mit verschränkten Armen vor ihm stehen zu bleiben, während ich sein Schwert mit dem Handrücken aus dem Weg zu schlagen. Es war der selbe Mann, der mich auch aus dem Götterhain geholt hatte. Ser Andrej, was genau ist euer Problem?! ich sagte euch bereits im Götterhain der Kahlen Schanze, dass ich euch nicht begleiten will. Ihr habt mich dennoch gefesselt und geknebelt mit euch genommen. Und dieses Mal habe ich ausdrücklich verlangt, dass man mir nicht folgt. Und hier seid ihr doch. Ich bin kein kleines Mädchen mehr. Ich bin alt genug, um selbst auf mich aufzupassen, und um meine Entscheidungen selbst zu treffen. Also?! Bei den folgenden Worten stieß ich ihm immer wieder den Finger in die Brust und trieb ihn so langsam zurück zwischen seine Männer Ihr seid meine Leibgarde, und mir zu absolutem Gehorsam verpflichtet! Und wenn ich sage, dass ihr mir nicht folgt, dann folgt ihr mir nicht! Wenn ich sage, dass ich allein gehe, dann gehe ich allein! Und wenn ich euch noch einmal daran erinnern muss, wer hier das Kommando hat, dann werde ich das sicher nicht mit Worten tun! Meine Stimme wurde langsam lauter und man hörte deutlich, dass ich es absolut ernst meinte.

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 6:36 pm

"Ach? Dann hätte ich es also tun sollen, hm?", grunzte Gorjon irritiert zurück, als Kalya ihn an sein wütendes Versprechen erinnerte wie er sie loswerden würde. Diese Lösung war für ihn längst vom Tisch gewesen, das es ihm nun so um die Ohren gehauen wurde überraschte ihn und machte ihn umso wütender. Überhaupt wusste Gorjon nicht was er gerade von Kalya halten sollte. Er wusste einfach nur das er sie nicht gehen lassen wollte, aber ihr auch nicht die Freiheit rauben wollte - eine Zwickmühle die es umso schwieriger machte überhaupt einen Gedanken zu fassen.
"Das war vorhin mein voller Ernst. Aber... reden will ich trotzdem!", konnte er gerade noch versichern, da strömten auch schon die Soldaten herbei und alles wurde hektisch. Seine Männer wollten der Lady den Weg verstellen, aber Gorjon hielt sie zurück. Es kostete ihn viel Überwindung, aber er ließ sie doch ziehen, in der Vermutung das es ja ihrer Entscheidung entsprach und sie somit in die Freiheit ging. Zu diesem Zeitpunkt knurrte er einfach nur wütend, nicht ahnend das es noch ganz anders kommen sollte.
Die Tirade von Kalya ließ ihn erstaunt zurück und sein Knurren wurde lauter, als er hörte was dieser Ser Andrej mit ihr angestellt hatte. Noch hielt er sich und seine Leute zurück, aber je länger sie sprach desto geladener wurde er, doch er blieb auch still, im Gegensatz zu ihrem Leibwächter. "Lady Kalya, wir unterstehen allein dem Befehl des Lords von Seewind-Wacht, also eurem Vater. Sein Wort gilt für uns, wenn es das Eure überstimmt.", korrigierte er sie streng, fast vorlaut und sofort wurde sie wieder an den Armen gepackt und hinter die Reihen der Soldaten gezerrt. "Und wir werden euch nun wieder zurück bringen, denn so lautet der Befehl eures Vaters, ob es euch passt oder nicht.", stellte er klar und Gorjon hob sein Schwert.
"Einen Scheißdreck tut ihr!", polterte er so laut wie Kalya es wohl noch nie gehört hatte, woraufhin seine Meute kampflustig vorzurücken begann. "Gebt die Lady frei oder macht euch auf euer Ende gefasst!", drohte er lautstark und richtete sein Schwert speziell in Richtung von Ser Andrej. "Euch werde ich persönlich erschlagen, mieser Hurensohn!", knurrte er laut, während man eiligst versuchte Kalya hinter die Linie zu zerren und dort festzuhalten.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 6:57 pm

Ich knurrte wütend und sah ihn an Ihr untersteht meinem Haus und damit auch mir! Und auch wenn mein Vater euch den Befehl dazu gegeben hat, so habt ihr dennoch kein Recht dazu, mich wie eine Sklavin zu behandeln oder gar zu entführen! wetterte ich und trat den Soldaten, die mich schließlich hinter der letzten Reihe festhielten, heftig auf den Fuß, sodass sich ihr Griff für einen Moment lockerte und ich mich losreißen konnte. Wütend, verletzt und mit Tränen in den Augen stapfte ich langsam wieder auf Ser Andrej zu und riss ihn herum, das Messer an seiner Kehle, weshalb auch niemand anderes sich traute, mich aufzuhalten Wer glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid?! Woher glaubt ihr, habt ihr das Recht, mich zu behandeln wie ein widerspenstiges Pferd?! Ihr mögt der oberste Offizier meines Vaters sein und direkt seinem Kommando unterstehen, dennoch seid ihr im Rang noch immer niedriger als ich, und wenn ihr eure Ranghöheren so behandelt, fehlt es euch noch mehr an Manieren als diesem Haufen Nordmänner! schimpfte ich und drängte ihn gegen einen Baum, während er mich nur mit großen Augen anstarrte. Ich wusste, dass er mich so nicht kannte. Bisher war er immer wie ein Onkel für mich gewesen, und ich war immer nur das liebe kleine Mädchen gewesen, da er mich immer nur gut behandelt hatte.
Ich werde jetzt auf mein Pferd steigen und gehen. Und weder ihr ein kurzer Wink auf die Männer meines Vaters noch ihr ein Wink zu den Nordmännern werdet es wagen mich aufzuhalten, ansonsten sehe ich mich gezwungen, mir meinen Weg zu erkämpfen. Und auch wenn ihr alle mir körperlich überlegen seid, werde ich eher im Kerker der Kahlen Schanze verrotten als mich euch zu beugen!
Ich spürte meine Wut deutlich, als ich zu meinem Pferd hinüberging, und man sah sie mir auch deutlich an, als ich aufstieg und sowohl Gorjon als auch Ser Andrej mit einem scharfen Blick ansah Unterschätz ein kleines Mädchen lieber nicht knurrte ich warnend und ritt dann los, keine Spur mehr von Müdigkeit, während ich den Hengst zum Galopp antrieb und über die Straße fegte.
Von den Männern meines Vaters konnte niemand so schnell reagieren, und so verfolgte mich auch von ihnen niemand. Dennoch drehte ich mich nicht mehr um und verringerte auch mein Tempo nicht, mein Haar flatterte wie eine Fahne im Wind hinter mir her.

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 9:20 pm

"Euer Vater hat uns ausdrücklich befohlen euch unbedingt zurück zu bringen.", hielt Ser Andrej dagegen, sichtlich überfordert, denn es setzte ihm schon zu Kalya so behandeln zu müssen. In seinen Augen war es aber auch eindeutig seine Pflicht, der er mit all seiner Macht nachkommen musste, sodass er hart bleiben wollte. Als die Lady dann jedoch die Soldaten abschüttelte und er das Messer an seiner Kehle spürte wurde er kreidebleich und er wehrte sich nicht, sichtlich schockiert von dem ungewohnten und völlig überraschenden Verhalten der Lady. Auch kein Soldat wagte es sie aufzuhalten, während Gorjon sich herrlich amüsierte das sie dem Ser so zusetzte.
Das sie dann aber auch mit ihren Worten auf seine Männer eindrosch missfiel ihm wiederum sofort. Er verschränkte grummelnd die Arme, sah ihr aber ansonsten ebenso perplex zu, denn auch der Nordmann hatte nicht mit solchem Verhalten gerechnet. Daher hielt er seine Männer auch zurück, ganz und gar unschlüssig was nun zu tun war. Überhaupt waren alle Männer nun völlig verwirrt, Niemand rührte sich und alle sahen einander fragend an, sogar zwischen den zwei Gruppen wurden diese Blicke ausgetauscht und ein Raunen wurde laut als sie knurrend los ritt.
Kopfkratzend konnte Gorjon ihr nur nachsehen, danach wandte sich sein Blick zu den Soldaten. "Das ist Alles eure Schuld!", blaffte er sie an und hielt dann wieder seinen Trupp zurück. "Wenn ihr sie weiter verfolgt werdet ihr es bereuen!", drohte er nur und winkte dann ab. "Abmarsch, Männer. Die fangen wir jetzt sowieso nicht mehr ein... soll sie sich erstmal leer weinen...", brummte er dann und seine Männer traten den Rückzug an, die Soldaten von Haus Wells taten das Gleiche, wenn auch deutlich widerwilliger.
Als sie jedoch außer Sicht der Soldaten waren ließ sich Gorjon das schnellste Pferd geben das sie mitführten. Er saß auf und ordnete unmissverständlich an das der Rest zur Schanze zurückkehren solle, in seinem Dickschädel war es unmöglich auch nur daran zu denken Kalya jetzt nicht zu folgen. Mit Wurzi an seiner Seite nahm er also die Verfolgung auf, ohne sie direkt einholen zu wollen. Er würde ihr folgen, mit Abstand und dank Wurzis Nase auch sehr hartnäckig und geradezu unfehlbar.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 9:44 pm

Mit Tränen in den Augen ritt ich weiter. Es tat mir unglaublich weh, die Männer so behandeln zu müssen, vor allem Ser Andrej, da der mir immer eine Art Ersatzvater gewesen war, wann immer mein Vater nicht zuhause oder zu beschäftigt gewesen war. Ihn so zu behandeln und ihn direkt zu bedrohen, war wirklich das schwerste, was ich seit langem getan hatte. Und auch Gorjon so anzufahren und dann einfach stehen zu lassen hatte mich einiges an Überwindung gekostet.
Daher tat es jetzt doch ziemlich gut, so schnell zu reiten und so viel Abstand wie möglich zwischen mich und die Männer zu bringen. Irgendwann blieb ich stehen, als die Dämmerung bereits wieder hereinbrach, band das Pferd fest und tauchte in den See ein. Das Wasser war eiskalt und meine Haut begann sofort zu brennen, dennoch tauchte ich ab und schloss die Augen. Ich wollte einfach meine Ruhe, vor allem vor Männern. Vor meinen Gefühlen. Meinen Pflichten. Und diesem ganzen Krieg.
Ich blieb im Wasser, bis ich das Gefühl hatte, wieder ruhig genug zu sein, dann erst stieg ich aus dem Wasser, trocknete mich ab und zog erneut eines der warmen Kleider an. Nachdenklich ging ich wieder zu dem Pferd zurück und führte es langsam durch den dichten Wald. Die Dunkelheit wirkte irgendwie beruhigend und beängstigend zugleich. Einerseits tat es gut zu wissen, dass niemand mich sehen würde, andererseits wusste ich so auch nicht, was in der Dunkelheit lauerte. Wölfe, Bären und andere Gestalten streiften durch den Wald, und jeder von ihnen könnte mich jederzeit anfallen und töten. Ich versuchte, die Gedanken an die Raubtiere zu verdrängen, und ging daher langsam weiter, die Zügel des Pferdes locker in der Hand und den Mantel um die Schultern gezogen.

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 10:00 pm

Mit dem treuen Hund an seiner Seite nahm Gorjon die Verfolgung auf und hatte währenddessen leider viel zu viel Zeit um nachzudenken. Kalya wollte ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf, aber auch an die Soldaten musste er lange denken und sich über sie tierisch aufregen. Als könnte er ihn verstehen oder gar antworten musste Wurzi in dieser Situation als Gesprächspartner herhalten, Gorjon klagte dem Hund so manches Leid und war während des gesamten Ritts eigentlich ununterbrochen am Reden. Er sprach über den bevorstehenden Krieg, die kahle Schanze, Ehre und Pflicht, aber vor Allem eben über Kalya und der Hund lief einfach stumm neben ihm weiter und machte natürlich keinerlei Anzeichen eine Antwort zu geben.
Aus Rücksicht auf die Tiere konnte er nicht die ganze Zeit volles Tempo geben, er wollte es auch gar nicht. Für Gorjon genügte es das Gefühl zu haben das sich der Abstand zumindest nicht vergrößerte, sodass er einfach hartnäckig oder gar stur der Straße folgte und damit auch ihrem Ritt. Dabei versuchte er sich klar zu machen warum er ihr überhaupt folgte, denn ihre Zurückweisung hatte ihn erneut wütend gemacht. Es war ihm selbst ein Rätsel, so wie es auch Kalya war. Ständig hatte er nun das Gesicht der Lady vor Augen, aber auch wie sie das Messer an die Kehle ihres Gefolgsmanns gelegt hatte.
Auf seinem Weg begann Gorjon dann das Tempo zu variieren, als es in einen dichten Wald ging. Er traf verschiedene Maßnahmen um zu verhindern das er wiederum verfolgt wurde, aber er war sich bald sehr sicher das dies nicht der Fall war. Seine Männer hatten gehorcht und nach ihrem Auftritt waren auch Kalyas Mannen gewiss zurück zur Festung geeilt um von ihrem Versagen und dem Vorfall zu berichten. Der Zweitgeborene konnte ihr also weiter folgen, auch als es dunkel wurde machte er weiter, nun wollte er etwas aufholen, sah die Dunkelheit dazu als ideale Chance, auch wenn es sehr anstrengend für ihn war.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Jul 04, 2017 10:12 pm

Irgendwann holte mich meine Müdigkeit doch wieder ein, als das Adrenalin langsam abgebaut wurde, und ich suchte mir einen halbwegs trockenen, schneefreien Platz, wo ich mich in meinen Mantel gehüllt auf einem Fell aus meinem Gepäck zusammenrollte. Der Hengst legte sich zu mir, sodass ich nicht fror, und so schlief ich langsam aber sicher ein, trotz all der unheimlichen Geräusche und der schneidenden Kälte.
Ich träumte in dieser Nacht wieder. Es war ein wirrer Traum ohne viel Struktur, doch ich wurde einmal mehr gejagt, doch dieses Mal nicht nur von den Hunden, sondern auch von Gorjon, meinem Vater, Ser Andrej und Lady Olla. Sie alle wollten mir ihre Ketten anlegen, mich an Haus, Ehre, Gehorsam oder Pflichten binden aufgrund irgendwelcher Versprechen, die ich gemacht oder Verantwortungen, die ich zu erfüllen hatte. Immer wieder drehte ich mich daher unruhig herum, wimmerte leise und kratzte mich unbewusst selbst, was im Traum jedoch der Schmerz einschneidender Fesseln oder der Krallen und Zähne der Hunde war.
Ich merkte nicht, dass Gorjon sich meinem provisorischen Lager immer weiter näherte, während der volle Mond den zerwühlten Schnee zum glitzern brachte, und auch den einsetzenden Schneefall, der meinen Körper nach und nach mit einer pudrigen Schicht eisigen Schnees umhüllte, bemerkte ich nicht. Blutrot lag mein Haar auf dem Schnee, während echte Blutspuren meine Arme und Hände überzogen und hin und wieder tropfenweise im Schnee lagen.

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