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 Der Burghof

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BeitragThema: Der Burghof   Fr Apr 17, 2015 4:39 pm

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Jorvan Waldfuß

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BeitragThema: Re: Der Burghof   Fr Dez 09, 2016 6:18 pm

cf: Auf der Mauer

Seit dem letzten Angriff auf die Mauer waren einige Tage ins Land gegangen. Verluste hatte es auf beiden Seiten gegeben und die Leichen waren verbrannt worden. Die einen ehrenvoll, die anderen schweigsam. Wenn es nach Jorvan gegangen wäre, dann hätten sie auch für die Wildlinge einige Worte gesagt. Jedoch keine, die der Lord Kommandant gewählt hätte, denn diese wären mit großer Sicherheit nichts als Beschimpfungen gewesen. Doch Jorvans Meinung nach hatte das freie Volk eine genauso ehrenvolle Bestattung verdient, wie ihre gefallenen Brüder. Leider war Jorvan nur ein Bogenmann und nichts weiter. Eine Krähe wie jeder andere hier auch. Nun, mit einer Ausnahme.
"Rekruten! Marsch zum Übungsplatz! Jeder holt sich ein Übungsschwert und sucht sich einen Kampfpartner!", schallte Jorvans Stimme über den Burghof und sie zeigten Wirkung. Eine Schar lumpig gekleideter Männer zuckten bei dem lauten Ruf zusammen und stolperten nun in seine Richtung. Sie sahen alle nicht besser aus, als jeder, der hier frisch ankam. Diebe, Mörder, Vergewaltiger...jegliches Gesindel, welches der König nicht mehr in seinen Straßen haben wollte kam hier her. Oder manche auch freiwillig, wie Jorvan einst.
Doch auch wenn er jetzt gerne zurück denken würde an seine Tage an der Ostwacht, so ließ er es nicht zu. Seine grauen Augen ruhten stattdessen auf den dreckigen Gesichtern seiner neuen Schüler und für keinen Augenblick war ein Lächeln auf seinen Lippen zu sehen. Die Härte des Nordens stand darauf geschrieben und ließen bei den eisigen Temperaturen keine weitere Emotion zu.
"Worauf wartet ihr? Fangt an zu kämpfen!", rief er erneut laut genug gegen den Wind an und sah wieder wie die Meute zusammen zuckte, jedoch in Bewegung kam. Mit wachem Blick schritt er am Übungsplatz entlang und beobachtete die ungeübten Schläge der Männer, die einst seine Brüder sein würden.

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Jorvan Waldfuß

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BeitragThema: Re: Der Burghof   Mo Apr 03, 2017 4:20 pm

Die Männer stellten sich einer dämlicher an, als der Andere. Zwar schlugen sie eifrig drauf los, doch war keine Technik dahinter zu kennen, keine Strategie wie man einen Gegner zu Fall brachte. Einer der Männer war grobschlächtig gebaut und verprügelte seinen Kampfpartner mit dem Holzschwert, sodass dieser, ein schmächtiger Junge, zu Boden fiel. Jorvan trat dazwischen, packte den Schläger am Arm und warf ihn in den Dreck. Es sah so aus, als hätte er eine Fliege verscheucht, mit solcher Leichtigkeit hantierte der Hüne. Bedrohlich beugte er sich über den fluchenden Schläger, der versuchte aus dem Schlamm aufzustehen, aber immer wieder ausrutschte.
"Das Training dient dazu, kämpfen zu lernen. Und nicht auf Andere einzuschlagen, bis sie am Boden liegen.", sagte er kalt und seine grauen Augen verdeutlichten diese Kälte noch mehr. Der Mann am Boden nickte nur grummelnd und schaffte es dann wieder aufzustehen und sein Schwert in die Hand zu nehmen. Auch wenn Jorvan den Jungen verteidigt hatte, so erkundigte er sich nicht nach dessen Befinden und hörte auch die Dankesworte nicht. Denn es war an der Zeit, dass die Meute hier lernte, das man sich durchbeißen musste, wenn man überleben wollte. Man bekam nichts geschenkt hier an der Mauer. Man musste sich alles erarbeiten und wenn man sich immer darauf verließ, dass Andere da waren und einem halfen, dann überlebte man nicht lange. Natürlich, sie waren Brüder, Krähen, die in einem Schwarm zusammen hielten. Dennoch waren sie hinter der Mauer nur Einzelne. Jeder kämpfte irgendwo für sich.
"Was erlaubst du dir zu tun? Lass sie prügeln! Anders lernen sie es nicht.", ertönte da die laute Stimme des Waffenmeisters hinter Jorvan und ließ ihn aufseufzen. Er drehte sich um, während das Training weiter verlief.
"Wenn sie sich hier im Training schon halbtot prügeln, nützt ihnen diese Erfahrung allerdings auch nichts.", erwiderte der Nordmann so ruhig wie möglich. Er wollte keine Strafe aufgebrummt bekommen, jedoch sah er sich da in Jons Einstellung gleich, dass es an der Zeit war, die Methoden an der Mauer zu ändern. Und wenn es hieß, dass er Strafarbeiten machen musste, wenn er sich für die, seiner Meinung nach, richtige Sache einsetzte. Der Waffenmeister verengte seine Augen.
"Pass auf was du sagst, Jorvan. Ich behalte dich im Blick. Und ihr, kämpft wie Männer und nicht wie Waschweiber!", sagte er und wandte sich bei letzteren Worten etwas lauter an die Trainierenden. Dann drehte er sich um und verschwand in seinen Gemächern, wo er es sicherlich angenehm warm hatte. Jorvan stieß etwas die Luft aus und senkte für einen Moment den Blick. Dann drehte er sich wieder zu den Rekruten um.
"Ihr habt ihn gehört. Kämpft weiter!", sagte er etwas lauter, sodass alle ihn hören konnten. Dann fing er wieder an, am Übungsfeld auf und ab zu gehen, die Bewegungen zu korrigieren und zur Not einzugreifen, wenn jemand sein Holzschwert vollkommen falsch hielt oder benutzte.

tbc: Auf der Mauer

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Mildis

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BeitragThema: Re: Der Burghof   Mo Okt 02, 2017 12:20 pm

cf: Behind the Wall - An Der Mauer - Wildlinsgseite

Jorvan & Mildis

In Mildis Augen loderte das Feuer auf. Sie verspürte ein reges Kribbeln in ihren Gliedmaßen. Das musste der Lebensgeist sein, der sie schon immer angetrieben hatte. Ihre Atmung ging beschleunigt und sie spürte, wie sich die Dunkelheit von ihren Augen löste. Abgelöst durch eine Helligkeit, die von Feuer herrührte. Mit dem nächsten Atemzug und Galoppsprung ihres Pferdes hatte sie die andere Seite der Mauer erreicht. Sie spürte, wie es ihr den Atem für einen Moment raubte. Sie hatte es geschafft. Sie würde ihr Volk in Sicherheit bringen.
Doch zunächst mussten sie an den Krähen vorbei. Der Plan war es nicht einmal sich vollständig in den Kampf zu werfen. Viel eher sollten Einige die Krähen ablenken und damit den anderen die Flucht ermöglichen. Mildis war kampfesmutig, doch sie war auch gerissen und nicht dumm.
Würde sie einen ausschließlichen Kampf provozieren, würden nicht mehr viele von ihren Leuten auf dieser Seite der Welt ankommen.
Augenblicklich rief Mildis zum Kampf, wild und ungebändigt wirbelte sie ihr Pferd herum, ihren Speer gezückt und wild entschlossen, jeden der sich ihr in den Weg stellte, niederzurennen.
Es gab einen guten Grund, warum sie zurück blieb und andere fliehen ließ. Sie war ihre Anführerin und die tat alles für ihren Clan. Denn Clan war Familie.
Schmerz durchzuckte Mildis gerade in dem Moment, als sie einer Krähe den Kopf spaltete. Ruckartig zog sie ihren Speer aus dem, was von dem Gehirn des Mannes übrig war und sah zu der Wunde. Ein Pfeil, ein ziemlich langer sogar, ragte aus ihrem Oberschenkel heraus und bohrte sich in ihr Fleisch. Doch statt Schwäche zu zeigen, brach sie den Pfeilschaft kurzerhand ab, damit er ihr nicht im Weg war, und damit sie nicht verblutete falls er sich von allein raus zog und sah sich nach dem Schützen um. Nur wenige Augenblicke später, hatte sie ihn gefunden. Ein großer Mann stand nicht weit von ihr entfernt, einen Langbogen in der Hand und bereits dabei einen weiteren Pfeil aufzuspannen. Mildis' Wut loderte wieder mehr auf. Sie trieb das Pferd energisch mit dem gesunden Bein an und brachte es dazu mit gewaltigen Sätzen vorwärts zu springen. Das Tier verdrehte die Augen ins Weiß und strengte sich noch einmal voll und ganz an, obwohl es bereits zu Tode erschöpft war. Doch aus genau diesem Grund, beging es einen Fehler: Es stolperte. Und wäre es nicht in vollem Lauf gewesen, dann wäre es sicherlich nicht weiter schlimm geworden. Doch das war es nun und so fiel das Tier samt Reiterin nach vorn, brach sich die Vorderbeine und landete zu allem Unglück auf seiner Reiterin. Dabei quetschte es Mildis zur Hälfte ein, was sie aufschreien ließ, vor Wut, Frustration und nun auch vor Schmerz.
Schon nach kurzer Zeit spürte sie ihre Beine nicht mehr und merkte auch, wie ihr das Blut in den Kopf schoss. Hilflos musste sie mit ansehen, wie ihr Pferd durch ihre eigene Hand starb, denn er Speer war aufrecht auf dem Boden gelandet und hatte das Tier mit seiner Spitze durchbohrt, so heftig war der Aufprall gewesen. Mildis wurmte das und sie wand sich in dem Versuch frei zu kommen. Doch sie schaffte es nicht und als sie aufsah, sah sie voller Schreck, dass der Mann mit dem Bogen auf sie zu kam. Doch aus irgendeinem Grund schien er nicht einmal zum Angriff bereit, sah aus als wollte er sie beruhigen, ihr sogar helfen.
"Bleib fern von mir! Scheusal! Krähe!", rief die Wildlingsfrau zynisch aus und schnappte sich einen Stein, warf ihn nach Jorvan und fluchte auch sonst nicht gerade freundlich. Doch der Mann kam weiter auf sie zu, was sie immer rasender machte.
"Zum Teufel mit den Südländern! Verflucht sollt ihr alle sein!", schrie sie mit einer Stimme, die wohl viele in die Flucht geschlagen hatte. Auch der Nachtwächter blieb stehen, doch setzte er an etwas zu sagen und einen Moment hielt Mildis tatsächlich inne, beinahe um ihm zu zu hören. Doch dazu kam sie nicht mehr.
Das Schwert, welches sich in ihre Brust bohrte, war geübt geführt. Geübt, für einen Waffenmeister.
Mildis schnappte nach Luft, doch war sie nicht voller Furcht. Nun konnte sie endlich zu ihren Ahnen zurückkehren und von oben aus über ihre Familie wachen. So stand als letzter Gesichtsausdruck keine Grimasse, sondern ein Lächeln auf ihren Lippen, während sich ihre Augen für immer schlossen.

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Mildis Song:
 

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Jorvan Waldfuß

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BeitragThema: Re: Der Burghof   So Okt 08, 2017 4:38 pm

cf: Auf der Mauer

Jorvan & Mildis

Die Art und Weise, wie die Frau kämpfte, war wirklich beängstigend. Die fehlende Furcht machte sie zu einem unüberwindbaren Krieger, der deutlich aus dem Norden kam und dennoch Geschick bewies, das man nur einem dornischen Heer zutraute. Ihre Pferd war ebenso wild wie sie, obwohl es doch sicherlich eines der Nachtwache gewesen war. Außer Wildlinge züchteten inzwischen ihre eigenen Pferde, was Jorvan jedoch im Augenblick wenig interessierte. Er legte noch einen Pfeil auf seine Sehne, schoss aber daneben, weil ein lebloser Körper eines Kameraden ihn anrempelte, der im Tod ungünstig in seine Richtung fiel. Schnell machte Jorvan einen Schritt beiseite und seine Miene verzog sich in Wut über das, was man mit einem seiner Brüder gemacht hatte. Der Rumpf des Toten war übersät mit Pfeilen und ein Dolch, auch wenn er einfach aussah, ragte ihm aus dem Herzen.
Jorvan sah wieder auf, sah den Zweifel in vielen Gesichtern, die Angst vor dem Tod schwebte über den Männern in Schwarz. Der Kampfgeist schien zu erloschen. Das durfte nicht geschehen, denn auch wenn Jorvan nicht dafür war, dass die Wildlinge abgeschlachtet wurden, wie feindseliges Vieh, so wollte er auch nicht zu lassen, dass seine neuen Brüder im Kampf starben. So richtete er sich auf und rief, so laut er konnte: "Kommt schon Männer! Kämpft. Denkt an euren Schwur!"
Einige Köpfe drehten sich zu ihm herum und das darauf folgende Kampfgebrüll bejahten seine Worte, ließ neuen Mut in den Männern aufkeimen und mit neuem Wille kämpfen.
Dabei sah Jorvan zurück zu seinem eigentlichen Feind, der Frau auf dem weißen Pferd und musste mit Schrecken feststellen, dass sie und ihr Pferd gestürzt waren. Dabei war das Ross auf ihr gelandet und begrub sie nun halb. Er wusste nicht warum, aber in dem Moment überkam ihn Sorge. Langsam schritt er näher heran, den Bogen sicher in der Hand und war auch bereit bei einer erneuten Attacke ihn sofort wieder einzusetzen. Doch die Frau schrie ihn an, den blanken Hass in den Augen und warnte ihn näher zu kommen. Daraufhin blieb er stehen, setzte an etwas zu sagen, doch wurden seine Worte ihr gegenüber vereitelt, denn ein Schwert sank in den Leib der Frau und ließ sie verstummen. Der Waffenmeister hatte sich ihrer angenommen, noch bevor Jorvan etwas dagegen tun konnte.
Was ihn wirklich wütend machte, war das grinsende Gesicht des Mannes, den er schon lange als seinen Widersacher gesehen hatte. Kurz war er gewillt, auch ihm einen Pfeil in die Brust zu jagen, doch würde man ihn deswegen köpfen. So ließ er es bleiben, sah noch einen Moment auf die Frau nieder, die durch ihren Kampfgeist dafür gesorgt hatte, dass die Nachtwache große Verlust erlitt und stürzte sich stattdessen in den Kampf. Viele Wildlinge verloren in dieser Nacht ihr Leben, doch konnten einige fliehen und wurden nicht einmal verfolgt. Zu wenige waren die Krähen, zu viele Verletzte gab es zu versorgen und zu viele Tote zu beerdigen. Die Feuertaufe, wie man es nannte bei ihnen, loderte hoch in die Nacht hinauf, in der sie die Körper ihren Seelen nachschickte. Jorvan schwieg und half wo er nur konnte. Doch würde noch lange das Blut der Toten in ihrem Boden versickern, solange nicht jemand endlich etwas daran änderte.

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Jon Schnee

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Alter : 23

BeitragThema: Re: Der Burghof   Fr Okt 13, 2017 11:37 pm

Firstpost

Die Schlacht war geschlagen. Kein Wildling, der noch an der Mauer war, war lebendig. Sie hatten sie alle umgebracht. Doch er hatte nichts daran ändern können. Erschüttert darüber, was geschehen war, stand der Schnee noch eine ganze Weile auf dem leeren Burghof, der nur von den Toten bewohnt wurde. Zum Glück nicht den lebenden Toten, denn diese hätten nichts Gutes zu bedeuten, wenn sie auf dieser Seite der Mauer erscheinen würden.
Jon sah hinab auf die Erde, die verwaschen vom Blut einen gräulichen Ton angenommen hatte. Wie immer zur passenden Zeit fing es an zu schneien und das flackernde Feuer der Fackeln gebar eine unheimliche Atmosphäre. Jon spürte in dem Moment, wie jegliche Erschöpfung und drückende Gefühle über ihm zusammen brachen. Er hatte dies nicht verhindern können, den Menschen, die auf ein besseres Leben südlich der Mauer gehofft hatten, keine Chance auf eben dieses bieten können. Und wessen Schuld war das? War der Waffenmeister Schuld? Waren die Nachtwächter Schuld? Nein.
"Es war meine Schuld.", sagte er leise zu dem großen Mann, der sich neben ihm aus dem Schatten schälte. Jon musste nicht aufsehen, um das Kopfschütteln des Mannes wahrzunehmen. Zu gut kannte er Jorvan Waldfuß inzwischen. Er war ihm ein Freund geworden. Ein Mann, der seine Ansichten teilte und doch zu großem Schmerz dazu verdammt war, Befehlen zu folgen, denen er nicht folgen wollte.
"Es war meine Schuld.", wiederholte Jon, nun etwas deutlicher und hob endlich den Kopf, um seinen Gefolgsmann anzusehen. Aus den Schatten traten weitere Männer, Männer, die ihm Freunde waren. Die er Vertraute nannte.
"Jeder Einzelne von uns hätte das Schicksal dieser Menschen ändern können. Hätten wir nicht unsere Klingen gegen sie gehoben und sie einfach passieren lassen.", sagte Jon und sah dabei jeden Einzelnen an, wobei er sich langsam im Kreis drehte. "Warum haben wir es nicht getan?"
Die Frage war eher zu beantworten, als warum er es selbst nicht durchgesetzt hatte, was er sich selbst vor dem Schlafen gehen immer vornahm. Der Lord Kommandant hatte das Sagen. Und solange er anderer Meinung war, gab es kaum Hoffnung genügend Männer von einem anderen Urteil zu überzeugen. Jon wusste das. Jon wusste auch, dass die Männer um ihm herum, seine neuen Brüder, es wussten. Der Dunkelhaarige verfiel wieder in Schweigen und sein Blick glitt einen Moment zwischen die nahen Bäume des Waldes, wo er einen weißen Schatten sah. Doch war er nicht beunruhigt, denn er wusste, das dieser Schatten der seine war.
'Geist. Wie gerne würde ich in deine Haut schlüpfen. Du kannst tun und lassen was du willst.', dachte Jon einen Moment sehnsüchtig, bevor er wieder ins hier und jetzt zurück kehrte.

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Geist

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BeitragThema: Re: Der Burghof   Sa Okt 14, 2017 12:19 am

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Der Geruch von Blut schwängerte die Luft ungemein. Auch wenn durch die Kälte die meisten Gerüche konserviert waren, so durchdrang der rote Duftfaden jeden Winkel der schwarzen Wolfsnase, die sich unablässig am matschigen Boden bewegte. So viel Fleisch, welches er fressen könnte. Doch er tat es nicht. Denn es war Menschenfleisch. Geist verabscheute es nicht, doch er mied es. Denn sein engster Freund, war ebenso ein Mensch. Der Wolf war klug genug um zu wissen, dass man ihn vermutlich verjagen würde, wenn er sich an einem Leichnam der Ihren vergriff. So beließ er es dabei diese zu beschnuppern, immer einen wachen Blick auf seine Umgebung habend.
Der weiße Wolf mit den roten Augen, die in der schwachen Morgendämmerung aussahen wie leuchtende Rubine, hielt inne und sah zu dem Spektakel herüber, welches sich um Jon, seinem Freund, abspielte. Besser, er war nicht nur sein Freund, er war sein Seelenverwandter. Denn nur mit so jemandem konnte man die Augen teilen. Dazu war Jon in der Lage, das wusste der Wolf. Oft genug spürte er ihn in seinem Kopf, immer bei sich, als wäre er neben ihm, obwohl sie nicht beieinander waren. Es war ein komisches Gefühl gewesen zu Anfang, doch schnell genug hatte der weiße Wolf sich daran gewöhnt. Er beobachtete die Menschen, wie sie redeten und scheinbar etwas berieten. Das Tier konnte sie nicht verstehen, schlich sich zwischen den Bäumen entlang, die dem Burghof nicht weit waren und fing Jons Blick auf. Einen Moment hielt der Blickkontakt, dann roch Geist das Pferdefleisch. Er kam nicht umhin sich einem Kadaver zu nähern, seine langen Reißzähne in dem noch warmen Fleisch zu vergraben und ein Stück heraus zu zerren, welches er zuerst einmal in den sicheren Wald schleppte. Hier fraß er in Ruhe, bevor er kam, um sich ein weiteres zu holen.

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